SEVEN-ELEVEN!

Zunächst, herzlichen Dank an alle, die sich hier online zur Sitzung am 11.07.2017 mit ihrem Beitrag im Nachgang mit der Sitzung „SEVENELEVEN – der Tag an dem sich zeigte, in welchem Dilemma sich Verwaltung und Gemeinderat befinden“ beteiligten.

TOP 7 des 11.07.2017 hatte einen Antrag vom 19.04.2017 zum Inhalt, die Herabstufung der Hauptstraße zur Gemeindeverbindungsstraße prüfen zu lassen. Die dreimonatige Entscheidungsvorbereitung hätte aus unserer Sicht enthalten müssen:

1. Beschreibung der Ausgangssituation,
2. Für und Wider einer Abstufung der Hauptstraße,
3. Analyse der potenziellen Probleme im Falle einer Abstufung und
4. Analyse der potenziellen Probleme im Falle des Verzichts auf eine Abstufung.

Prämisse für die Bearbeitung der vier Punkte war immer, Kostenfragen erst nach Skizzierung verschiedener Lösungsvarianten und deren Folgen zu behandeln. So betrachtet, war es nachvollziehbar, genügend Zeit für die Vorbereitung und die Einholung von Zusatzinformationen zu veranschlagen.

Die Behandlung des TOP 7 am 11.07. zeigte aber, dass innerhalb der drei Monate keinerlei Vorbereitung seitens der Verwaltung erfolgte. Jedenfalls setzte die Diskussion offenkundig auf dem unveränderten Wissensstand der Räte vom 19.04.2017 auf, erstmals dargestellt am 26.04.2017.

Ein Abwägen von Vor- und Nachteilen verschiedener Varianten erfolgte nicht. War niemandem der anwesenden Räte bewusst, welchen Inhalt der Antrag hatte und welchem Ziel er diente? Immerhin ging es um die Klärung eines Sachverhaltes, der frühestens in 50 Jahren – nach in Betriebnahme der neuen Hauptstraße – im Dorf wieder zur Diskussion stehen darf.

Zugleich zeigte die gesamte Diskussion, wie unterschiedlich gut die Diskussionsbasis war. Kannten die Teilnehmer die Fakten? Es kann sich nur so erklären, wie es zu Aussagen kam, die nicht ein einziges Mal mit belastbarem Material unterfüttert wurden. Die Schlussaussagen der an der Entscheidung Beteiligten waren wie die gesamte Diskussion. Hier ein Auszug aus der Mitschrift eines Zuhörers aus den hinteren Rängen:

  • Kosten stehen immer im Vordergrund, ich muss solide planen, ich bin das Tutzing schuldig
  • habe meine Zweifel am Antrag, es fehlt die Gefahrenanalyse, Zeitpunkt des Antrags völlig falsch, Kosten immer im Vordergrund
  • ich weiß nicht, was mit dem Antrag gewonnen ist, es gibt keine Belege für die Verkehrsreduzierung, Tutzing ist und bleibt ein Straßendorf, das ist von mir auch so gewollt, man hat Vorteile gegen Nachteile abzuwägen, aber nicht jetzt, dafür sind wir schon zu weit
  • Herabstufung bringt keine Entlastung
  • ich will nicht ins Schwarzbuch der Steuersünder, Antrag ist Populismus, Antrag ist Schildbürgerstreich
  • viel zu hohe Kosten, Gefahren werden heraufbeschworen, wir müssen kämpfen für die Beibehaltung der Staatsstraße, Schuld an der Situation ist der Vorgänger-BM, 50-30-50-30 ist keinem Verkehrsteilnehmer zuzumuten, Antrag ist Populismus
  • jedes Navi wird dem Antrag widersprechen, die Sinnhaftigkeit des Antrags ist nicht gegeben, die Öffnung der Traubinger Straße wird niemand verstehen, die Sanierung wird gestoppt und wir haben nur noch Baustellen, Wahlkampf ist erst in zwei Jahren
  • die Antragstellung vergiftet die Atmosphäre, Verzögerungen kann ich dem Bürger nicht zumuten
  • Gigaliner meiden Tutzing, keine Gefahr
  • Antrag völlig unnötig, passt jetzt überhaupt nicht, jetzt mit Bauen beginnen und nach Fertigstellung vielleicht den Antrag diskutieren
  • Antrag ist Wahnsinn
  • wir planen jetzt und nicht neu, flankierende Maßnahmen möglich, aber keinesfalls den Antrag behandeln
  • nach der Sanierung können wir über die Herabstufung sprechen
  • total dagegen, bringt nichts
  • Anlieger müssen zahlen, Tutzing muss 8 Mio. zahlen
  • ÖPNV gehört eingebunden
  • Pflastersteine machen nur Lärm
  • was bringt die Abstufung? Nichts! Dem Bürger überhaupt nichts. Wir stimmen jetzt ab!

Wir schlagen vor, dass zukünftig Sitzungen besser vorbereitet werden, damit sie einem inhaltlich abstimmungsfähigen Ergebnis zuzuführen sind. Und: Weiterhin alles unternehmen, dass Tutzing nicht das Straßendorf am schwarzen Band wird.

2 Gedanken zu “SEVEN-ELEVEN!

  1. Hubertus Fulczyk

    Seven-Eleven scheint nicht verstanden worden zu sein.
    Wie wäre es denn, einfach zu sagen „Jetzt schlägts aber dreizehn!“?
    Da erscheint am 06.10. nachts auf dem SZ-Ticker, im Roncalli-Haus fände am 10.10. eine öffentliche Veranstaltung zur Hauptstraße statt. Eingeladen sind: Polizei, Landratsamt und Straßenbauamt.
    Drei Tage zuvor aber fand auf dem Hoheitsgebiet der Verwaltung, also im Rathaus, eine fast konstituierende Sitzung statt. Mit am Tisch Polizei, LRA, Bauamt, beide Bürgermeister, interessierte Gemeinderäte und Gäste. Mit dem Ergebnis, dass in Tutzing tatsächlich noch Meinungen möglich und sogar auch vertretbar sind. Zugleich mit dem Ziel, einen Prozess begonnen zu haben, der dem Planungsbüro endlich die Grundlage zur intensiven schrittweisen Weiterarbeit gibt. Es wurde sogar sofort ein Follow Up (alle Teilnehmer 04.10.) für den 08.11. vereinbart. Mit dem Kernpunkt, LRA, Polizei und Straßenbauamt hätten bis dahin noch entscheidende Fragen zu klären.
    Alles schön und gut, die Presse war am 04.10. vermutlich verhindert, da der 04.10. öffentlich und bekannt.
    Warum nun diese Vorrede? Die Sache wird ärgerlich! Wäre ich zum 10.10. Geladener, könnte ich mit Recht die Frage stellen, wer hat hier in Tutzing eigentlich in Sachen Hauptstraße das Sagen? Es entwickeln sich endlich Betroffenheiten, die Leute beginnen aufzuwachen. Schön und gut. Eines aber sollte nicht passieren, dass der Eindruck entsteht, an jeder Ecke könne nun ein Feuerchen gemacht werden. Wenn Tutzing ggü. Polizei, LRA und Straßenbauamt nicht mit einer Stimme spricht und damit deutlichst sein ureigenstes Interesse verschläft, machen die genannten Behörden das, was sie wollen und am besten können: Den Weg des geringsten Widerstands gehen und somit ihre zum großen Teil schwer vermittelbaren Vorstellungen zum schnellen Verkehrsfluss ohne Rücksicht auf Menschenleben durchsetzen. Die SZ-Ankündigung beinhaltet etwas versteckt den Hinweis eines amtlichen Verwaltungsmannes, die Sache sei wohl nicht ganz so synchronisiert angekurbelt wie im Sinne des Erfinders eines gedeihlichen Abstimmprozesses.
    Wenn das Rathaus so etwas feststellt, ist es gut beraten, ganz schnell Ordnung in eine Situation zu bringen, deren unkontrollierte Verselbständigung nur das schafft, was niemand will. Nämlich Unfrieden!
    Die Sitzung im Rathaus am 04.10. war ein sehr gut gelungener erneuter Auftakt eines in der Tat komplexen Planungsprozesses. Es wäre unschön, nach dem mühsamen Trittfassen der Monate seit dem Frühjahr jetzt erneut Störungen zu erleben. Es ist an der Zeit, ins Rathaus reinzuhören und deren Aufgabe ist es, kontinuierlich in die Bevölkerung hinauszuhören. Dieses Meisterstück Hauptstraße darf nicht zur Beute amtlicher Beobachter oder gar hiesiger Wahlkämpfer werden.
    Deutlicher: Das Rathaus möge endlich kontinuierlich Flagge zeigen; am Setzen einzelner Begleitfahnen aber aktiv die Tutzinger beteiligen. Und nicht jeden Tag neue Hearings mit Polizei, LRA und Bauamt erleben. Bei so vielen Hearings kommen die gar nicht zum Abarbeiten bisher gestellter Fragen. Bewegt sich Tutzing nicht, wird Tutzing bewegt. Wer will das?
    HF

  2. Hubertus Fulczyk

    Die Sitzung war unstrukturiert, substanzlos und gefährlich oberflächlich.
    Sind die roten Würfel im Artikel-Bild ein Hinweis auf gefallene Würfel im Monat 07?
    Danke für Ihren Beitrag Seven-Eleven.
    HF

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