Aus aktuellem Anlass: “USA – quo vadis?”

Unsere beiden Akademien (APB und EAT) nehmen in regelmäßiger Abfolge das Geschehen in den USA (Trump und die Folgen) und EU (Brexit) zum Anlass, in Form von Abendveranstaltungen hierzu einzuladen.

Diese Veranstaltungen erfreuen sich hoher Resonanz und sind in der Regel sehr schnell “ausverkauft”. Daher, und damit möglichst viele Tutzinger die Gelegenheit haben teilzunehmen, informieren wir Sie rechtzeitig. Nutzen Sie die Möglichkeit der Voranmeldung, damit “Veranstaltung ist bereits ausgebucht” Sie nicht mehr betreffen kann.

Ein guter Grund, die Veranstaltung am 8. Oktober 2018 in der EAT zu besuchen, sind auch die bevorstehenden zwei Wahlen; Landtags- und EU-Wahlen. Die USA werfen Schatten, ob wir es dieser Tage nun wollen oder nicht.

Die EAT weist mit den beiden Referenten darauf hin. Hier der Link zum Programm. Einlass 18 Uhr, Beginn 19 Uhr.

5 Gedanken zu “Aus aktuellem Anlass: “USA – quo vadis?”

  1. Hubertus Fulczyk

    … ergänzend ein ebenfalls aktuelles Update aus der SZ 07.11.18 (Stefan Kornelius)
    https://www.sueddeutsche.de/politik/trump-nach-midterms-der-mann-der-nur-vernichtung-kennt-1.4200302
    Der Artikel ist die konsequente Fortsetzung der überaus stark besuchten EAT-Veranstaltung “USA-quo vadis”. Für die begonnene EU-Wahlzeit vermutlich von hoher Bedeutung. Teile unsere Politiker spielen eine seltsame Rolle im Verbund mit den Visegrad-Staaten, dem immer noch bewussten Ziehen der nationalen Karte und zugleich der stillen Bewunderung Trumpscher Grundhaltung. Hiesiger Kommunalpolitik sind Giebelhöhen, Traufmaße und seit Jahren defekte Brücken wichtiger als die Überlegung, was auf die Kommunen durch Brexit und erfolgreiche Hass-Programme zukommen wird. Trumps Gefolgsleute treiben z.B. die Privatisierung der Schulen; Tutzing hingegen unterhält sich lediglich über die Grundfarbe anzustreichender Fensterrahmen heruntergekommener Schulgebäude.
    Autor Kornelius sollte vom Gesamtgemeinderat einmal eingeladen werden zur Fragestellung, was seine USA-Expertise für eine obb. Kommune bedeuten wird.
    HF

  2. Hubertus Fulczyk

    Ergänzend ein Aspekt, den beide Akteure deutlich herausgearbeitet haben: Die Trump-Administration hat das klar kommunizierte Ziel, den jetzigen Staat in seinen Leistungen massiv zurückzuführen. Damit bliebe das übrig, was wir hier in Deutschland einen Nachtwächter- oder Suppenkasperstaat nennen. Im Klartext heißt das im Wissen der mittlerweile vielen rechten Politikerreisen ins gelobte Land der Freien Marktwirtschaft, die endgültige Demontage der sog. Sozialen Marktwirtschaft kann beginnen. Wer sich die USA zum Vorbild nimmt, verabschiedet sich vom Prinzip der Solidarität, vom Prinzip der staatlichen Daseinsvorsorge. Die kommenden bilateralen Freihandelsdiskussionen (Trump: DEALS) hinter verschlossenen Türen lassen Schlimmstes in Sachen Umweltschutz, Sozialstandards und Normung erahnen.

    Der Vortragende der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik verwies deutlich auf den von Trump gepflegten Merkantilismus neuester Prägung. Neolibs und Neocons lassen also grüßen; der Markt wird endgültig freigeschossen für den ungehinderten angelsächsischen Kapitalismus. Trump, getrieben von den Republikanern und finanzstarken Gönnern, will und muss einen Keil zwischen die Europäer treiben. Mit “Steuern runter” und der Uraltformel “nation first” hat er hier in Europa die ersten Anhänger gefunden. Leute wie der Gesundheitsminister holen sich gedankliche Anleihen ausgerechnet aus USA. Übrigens stört dabei die Bundeskanzlerin, eine anerkannte Freundin Trumps. Der Gesundheitsminister weiß das. Andere die nationale Karte ziehende Wahlkämpfer auch.

    Tutzing ist natürlich von nichts betroffen, daher war auch nur ein einziges Mitglied des Gemeinderats zu sichten. Die Jugend war bei der Abendveranstaltung fast gar nicht vertreten. Schade, denn wer Grün wählt, sollte sich einmal ansehen, welch geringen bis gar keinen Stellenwert in USA die Anliegen der Grünen haben. Tun wir das, was Trump der Welt aufzwingt, können auch wir von ihm eines nahen Tages “shithole country” genannt werden. Der EU und insbesondere Deutschland will Trump ganz klar an den Kragen, unsere Rechten helfen ihm bereits dabei.

    Die EAT muss unterstützt werden, zukünftig ganz laut und damit unüberhörbar zu trommeln. Die Botschaften der EAT gehören gehört! Von der Jugend, denn die muss mit den Trump- Verehrern aus CSU/FDP/CDU zurechtkommen.
    HF

  3. Die TL Redaktion

    Zwischen Gott und den USA gibt es keine Instanz …

    Dieser Satz prägte den Abend! Die in Deutschland vorherrschende Annahme, die derzeitige Situation in den USA sei nur eine vorübergehende Erscheinung, ist unzutreffend. Es sei das erklärte Ziel des amerikanischen Präsidenten, sämtliche Institutionen auszuschalten, die seine Grundeinstellung “America first” stören. Hierzu gehören z.B. die Uno, Unctad, UNCAC, WTO, Internationaler Gerichtshof, Freihandelsverträge, IWF. Getrieben werden die Grundeinstellungen des Weißen Hauses vorwiegend durch stark religiös ausgerichtete Gruppen, insbes. die Evangelikalen. Selbst ein Impeachment-Verfahren würde die Entwicklung nicht anhalten. Europäische Rechtspopulisten, z.T. bereits in Regierungen vertreten, stellten sich bereits auf den sichtbar anhaltenden Erfolg des Präsidenten und seiner Administration ein.

    Beide Referenten empfahlen anhand von Beispielen, die Geschichte der USA sehr genau zu analysieren. Nur mit diesem Wissen um die Geschichte und damit Rollen völlig verfeindeter Gruppierungen (Stämme!) ist nachvollziehbar, weshalb der Präsident systematisch seine vor der Wahl klar benannten Ziele mit nun sichtbarem Erfolg und ungestört abarbeitet, besser: 1:1 realisiert! Die jüngst erfolgte Besetzung des Supreme Court sei das Paradebeispiel für die Durchsetzungskraft eines Präsidenten, unbeirrt immer auf Kante fahrend und alle internationalen Regelwerke vorsätzlich zerstören zu wollen.

    Europa solle sich darauf einstellen, dass die Vorstellungswelt des Präsidenten und z.T. seiner Administration auch ein ganz klares Ziel vor Augen hat: Europa sei eindeutig ein Feind, keineswegs ein Verbündeter. Ein “starkes Europa” müsse Trump zufolge unbedingt verhindert werden. Europa würde jedoch von seiner Grundeinstellung her derzeit noch anders ticken, sollte sich aber unbedingt auf eine unumkehrbare Entwicklung in den USA einstellen. Auf die Rolle Steve Bannons, alle Rechten Europas zur Durchsetzung nationaler Interessen zu vereinen, wurde hingewiesen.

    Diese Abendveranstaltung, bis auf den letzten Platz belegt, war in der Tat hochinteressant. Es kann natürlich sein, dass einige Teilnehmer die Sichtweise der Referenten oder gar der Diskutanten nicht teilten. Der größte Teil der Zuhörerschaft folgte jedoch sichtbar betroffen den Ausführungen. Beide Referenten waren legitimiert; beide kennen die Verhältnisse durch eigene Arbeit vor Ort in den USA und in dortiger Administration.

    Vor dem Hintergrund der Entwicklungen werden EAT und APB vermutlich weiterhin situativ über England und USA in Form von kurzfristig angesetzten Veranstaltungen informieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Ich akzeptiere

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.