Bewerbungsunterlagen zur Anerkennung von Tutzing als Fair Trade-Gemeinde

Nun ist also der Verwaltungsakt am Laufen und man kann sich stolz zurücklehnen!

Mitnichten ist das so. Mit der Anerkennung wird kein einziger Afrikaner oder Bangladeshi satt und es wird weiterhin Ware eingekauft, mit deren Herstellung und Vertrieb  massiv z.B. Sozialstandards, Umweltstandards  verletzt werden. Fairtrade ist nicht nur Kaffee-, Schokolade- oder Hirse-Laden in repräsentativer Lage!

Zu Fairtrade gehört zu wissen, woher kommen die Produkte und unter welchen Bedingungen wurden sie hergestellt. Bis hin zu dem Punkt, worin bestand die Wertschöpfung, bis das Zeug auf dem Teller oder im Schrank liegt.

Hier in Rechenbeispiel, das der SZ am 11.05.2019 (Papier-Ausgabe) eine komplette Seite wert war.

Wenn die Stoffkosten für ein Schweineschnitzel um den Faktor 2,5 (von € 1,40 auf € 3,58) steigen, dann steigt der Preis auf dem Teller einer Kantine von € 4,94 konventionell auf  € 12,54 bio. Also das 2,5-fache des Preises von konventionell auf bio!  Es wird ein Gegensatzpaar Konventionell/Bio aufgebaut, mit dem niemandem geholfen ist.

Eine höchst angreifbare beispielhafte Rechnung der SZ, die eindeutig zeigt, wie wenig hingeschaut wird bei der Preisgestaltung und dem Finden von Argumenten für eine Änderung des Kaufverhaltens.

Fairtrade heißt demnach auch, immer und überall genau auf die Standards zu achten, unter denen Kleidung, iPhones, Lebensmittel  und andere Verbrauchsprodukte hergestellt und vertrieben werden.

So lange unsere Umwelt-, Wirtschafts-  und Landwirtschaftsminister sich gegenseitig bewusst massiv und wählerwirksam blockieren, das als Gipfel ihrer schwachen Kompetenz auch noch nach Brüssel delegieren (wir wollen ja, nur die anderen sind die Bösen!), so lange wird jetzige Politikergeneration von der Jungwählerschaft getrieben, endlich zu begreifen, mit dem Handeln nicht mehr  warten zu können.

Wer sich jetzt fragt, was denn das mit der Schulschwänzerei zu tun habe, der braucht nicht mehr weiterzulesen. Der hat nicht verstanden, was warum jeden Freitagvormittag los ist und weswegen die Politikverdrossenheit ein Stadium annimmt, worüber sich die freuen, die sich über Mitnahmeeffekte ins rechte Fäustchen lachen.

Es ist empfehlenswert, möglichst bald die sich massiv blockierenden Begriffe Fairtrade und Freihandel so aufzugreifen, dass deren Bedeutung für die Kommunen erkannt wird.

TL-Redaktion

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