Kaum hatte Pfarrer Peter Seidel den Mitglieder des Gemeinderats im Gottesdienst in St. Joseph Zuversicht für ihre Arbeit im neuen Gemeinderat gewünscht, begann die Sacharbeit in der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats am 12.05.2026 unter der Leitung des 1. Bürgermeisters Ludwig Horn.
Nach der Vereidigung der acht neuen Gemeinderäte wurden mehrheitlich die beiden weiteren ehrenamtlichen Bürgermeister gewählt: Dr. Franz Matheis zum 2. Bürgermeister und Verena von Jordan Marstrander zur 3. Bürgermeisterin. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hatten das Nachsehen: die Kandidaten Bernd Pfitzner und Flora Weichmann unterlagen in der geheimen Abstimmung. Sollten alle drei Bürgermeister ausfallen, bestimmt der Gemeinderat aus seiner Mitte das verfügbare lebensälteste Mitglied als weiteren Stellvertreter oder Stellvertreterin. Aktuell wäre das Ratsmitglied Dr. Thomas von Mitschle-Collande.
Die Geschäftsordnung wird überarbeitet, verschiedene Anregungen liegen dem Bürgermeister bereits vor, darunter die der Tutzinger Liste. Änderungsvorschläge auch der Verwealtung und der Mustergeschäftsordnung des Bayerischen Gemeindetages werden in einer Sitzung der Sprecher der Fraktionen und Ausschussgemeinschaften diskutiert. Bis zum Erlass der neuen Geschäftsführung sollen die Bestimmungen der alten Geschäftsordnugn weiter gelten, so der einstimmige Beschluss.
Zwingend war die Satzung zur Regelung des örtlichen Gemeindeverfassungsrechts zu erlassen. Diese sogenannte Hauptsatzung regelt insbesondere , dass die drei großen Ausschüsse (Bau- und Ortsplanung, Haupt-/Finanz, Umelt/Energie/Verkehr jeweils aus dem Bürgermeister und 10 Mitgliedern bestehen. Ders weitere sind geregelt die Tätigkeit der ehrenamtlichen Gemeinderatsmitglieder (nur der Bürgermeister ist berufsamäßig tätig) und die Entschädigung für die Gemeinderäte. Sie beträgt unverändert aus einem Pauschalbetrag von 100 Euro/Monat und einem Sitzungsgeld von je 30 Euro für die notwendige Teilnahme an Sitzungen des Gemeinderats oder eines Ausschusses. Einstimmig beschlossen.
Vor der Besetzung der Ausschüsses war festzustellen, welche Ausschussgemeinschaften sich gebildeten haben von Mitgliedern des Gemeinderats, deren Partei oder Gruppierung nur einen Sitz errungen haben. So bilden SPD und ödp eine Ausschussgemeinschaft (Christiane Feichtmeier und Caroline Krug) und FDP und Tutzinger Liste eine Ausschussgemeinschaft (Dr. Joachim Weber-Guskar und Dr. Wolfgang Behrens-Ramberg). In dieser Ausschussgemeinschaft ist er der Sprecher, ich entsprechend der Stellvertreter.
- Haupt-, Finanz- und Werkausschuss
von Mitschke-Collande, Bäck, Wegl, Pfänder für die CSU, Herrmann und Pfitzner für Bündnis 90/Die Grünen, von Jordan-Marstrander für die FW, Matheis für die UWG sowie Krug und Behrens-Ramberg für ihre jeweiligen Aussschussgemeinschaften (AG). - Bau- und Ortsplanungsauschuss
Lindl, Parstorfer, Bäck, Pulfer für die CSU, Weichmann und Möller für Bündnis 90/Die Grünen, Greinwald für die FW, Lindner für die UWG sowie Feichtmeier und Weber-Guskar für ihre jeweiligen AG. - Umwelt-, Energie- und Verkehrsauschuss
von Mitschke-Collande, Schotter, Lindl, Parstorfer für die CSU, Weichmann, Möller für Bündnis 90/Die Grünen, Greinwald für die FW, Lindner für die UWG sowie Krug und Weber-Guskar für ihre jeweiligen AG. - Rechnungsprüfungsausschuss
von Mitschke-Collande und Bäck für die CSU sowie Herrmann für Bündnis 90/Die Grünen. Damit waren drei von fünf verfügbaren Sitzen vergeben. Die übrigen zwei Sitze wurden verlost zwischen vier Gruppierungen: FW, UWG, AG aus SPD/ödp und AG aus FDP/TL. Das Los zogen Feichtmeier für die AG aus SPD/ödp und von Jordan-Marstrander für FW. Zum Vorsitzenden des Ausschusses wurde einstimmig Gerald Herrmann bestimmt.
Anschließend wurden die Referate vergeben:
- Soziales und Senioren: Krug
- Umwelt und Energie: Pfitzner
- Schulen und Kindergärten: Pulfer
- Mobilität: Weichmann
- Verkehr: Schotter
- Wirtschaft und Tourismus: Behrens-Ramberg
- Bau- und Ortsplanung: Weber-Guskar
- Jugend: Feichtmeier
- Liegenschaften und Wohnen. Parstorfer
- Kultur: von Jordan-Marstramder
- Vereine und Feuerwehr: Wegl
- Inklusion und Behindertenangelegenheiten: Pfänder
- Fairtrade: Möller
- Gleichstellung: Greinwald
- Städtepartnerschaft: Feichtmeier
Gerald Herrmann von Bündnis 90/Die Grünen schlug für sich selbst das Referat ISEK vor. Ratsmitglied Dr. Thomas von Mitschke-Collande sah das ISEK eher beim Bau- und Ortsplanungsreferenten. Ich selbst erinnerte an den Arbeitskreis ISEK, bei dem das Thema gut aufgehoben sei. Mehrheitlich mit 13 zu 8 Stimmen wurde die Bildung eines Referats ISEK abgelehnt. Einen Rechtsreferenten wird er nicht mehr geben; Ratmitglied Dr. Ernst Lindl wird Rechtsfragen aus dem Rathaus auch ohne den Status des Referenten beantworten.
Weiter wurden die Delegierten für die Entsendung in die Verbände bestimmt. Eine Vielzahl von Positionen war hier zu besetzen, die ich nicht alle mitgeschrieben habe. Hervorzuheben ist, dass die frühere Gemeinderätin Barbara Doll die Gemeinde Tutzing in der Pflegekonferenz Starnberg vertritt. Ich selbst vertrete die Gemeinde neben anderen Ratsmitgliedern im Abwasserverband – wie in den vergangenen 12 Jahren.
Vorerst wurden drei Arbeitskreise und ein Lenkungskreis wieder besetzt:
- Arbeitskreis ISEK: Behrens-Ramberg, Weber-Guskar, Herrmann, von Mitschke-Collande
- Arbeitskreis Mobilität: Weichmann, Schotter, Weber-Guskar, Krug
- Arbeitskreis Verträge (insbesondere städtebauliche): Behrens-Ramberg, Weber-Guskar, Lindl, Pfitzner
- Lenklungskreis Mittelschule: von Mitschke-Collande, Behrens-Ramberg, Pulfer, von Jordan-Marstrander, Pfitzner
Die drei Bürgermeister Horn, Matheis und von Jordan-Marstrander wurden zu Traustandesbeamten bestellt. Ihr Aufgabebereich ist auf die Vornahme von Eheschließungen und Begründungen von Lebenspartnerschaften beschränkt.
Zum Schluss gab es noch einen Tagesordnungspunkt aus dem laufenden Geschäft. An der Deixlfurter Weiherkette (Deixlfurter Damm, Johanna-Damm und Langer Weiher-Damm) müssen Arbeiten zur Verbesserung der Standsicherheit der Dämme vorgenommen werden. In enger Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt Weilheim sollen die erforderlichen Sofortmaßnahmen geplant und umgesetzt werden. Um zeitnah beginnen zu können und den Förderrichtlinien zu entsprechen, ist es erforderlich, einen „vorzeitigen Maßnahmenbeginn“ zu beantragen. Einstimmig so beschlossen. Die benötigten Haushaltsmittel stehen im Haushalt 2026 bereit.