Die letzten Monate waren irgendwie schwer: Plötzlich lastete die ganze Weltpolitik samt dem ordinären USA-Lügner auf mir. Blöd. Dabei kann ich da ja gar nix ändern, ausrichten, bessern. Endlich bin ich zurück im Leben. Ärgere mich wieder über den Verkehrsverhau in der Lindemannstraße vor Aldi/Post/Tengelmann und über die Schlaglöcher in der Bräuhausstraße. Und über das Geschrei um die öffentlichen Toiletten. Ist doch irgendwie nur stinkig! Wie schön waren die Zeiten, als von Münchens Schwulen noch eine Fahne auf dem Toilettentempel am Max-Weber-Platz gehisst wurde, wenn der Krupp-Erbe Arndt von Bohlen und Halbach in seine Villa nach Bogenhausen kam. Das war noch echte „Münchner Toiletten-Kultur“, erzählte mir Opa. Und er hatte noch einen schönen Spruch: Ein eigenes Klo ist Zivilisation – wie es drinnen aussieht, zeugt von der Kultur der Benutzer. Wir in Tutzing haben nach allgemeiner Erkenntnis in dieser Hinsicht wenig gemeindliche Kultur, aber dank vieler freundlicher Gastronomen ein elegantes Gegenprogramm zum Toilettendesaster, das der „Bürger für Tutzing“ Wolfgang Marchner als „Dritte Welt Standard“ bezeichnet. Denn 15 Wirte bieten ihre sauberen Toiletten jedem an, den es drückt. Ohne Verzehrzwang. Ehrenamtliche Sozialleistung also, initiiert vom Tourismusverein Tutzing. Womit wir wieder beim Thema sind: Ohne die Ehrenamtlichen sähe es in Deutschland trübe aus. Auch in Tutzing. Beschissen, sozusagen. Deshalb hier ein HOCH auf alle Ehrenamtlichen und die Tutzinger Wirte! Jetzt könnte die Gemeinde ja vielleicht am Bahnhof für kleines Geld vor der dort versperrten Toilette endlich ein Schild aufstellen mit folgendem Text: Scheißfreundliches Tutzing: Bei 15 Wirten erwartet Sie eine „Freundliche Toilette“. Mit den Logos der Gaststätten. Das müsste im Rathausetat doch noch drin sein, glaubt

Eure Conny

 

2 Antworten zu “Freunde: es gibt sie!”

  1. Hallo Conny,
    schön dass Du wieder “bei Dir” bist! Du hast völlig Recht: Egal was auf der Welt passiert, es liegt immer an uns, was wir daraus machen. Und wir können nur dort was machen, wo wir zuhause sind. Lass nicht locker: es lohnt sich!
    HH

  2. Die Donaldisierung und damit die Wertschätzung des Staates und seiner Organe macht nicht einmal vor Tutzing einen Halt.
    Dort, wo der Staat seine Geschäfte nicht kundennah und trotzdem weitblickend erfüllen kann, heißt der völlig selbstverständliche Heilsbringer: Privatisierung! Soll heißen, Rückführung des Staates auf die Rolle eines Nachtwächters. Konstanze B. hätte ihren gelungenen Beitrag auch überschreiben können mit: Erfolgreiche Privatisierung, Verwaltung kann sich den ureigensten Aufgaben wieder zuwenden.
    Völlig übersehen wird die erforderliche Regelung, wie denn nun der sich in Nöten befindliche Opa rechtzeitig weiß, wo die der Brahmspromenade naheliegenden Örtchen sich befinden.
    Um in der überall verständlichen Sprache von Konstanze zu bleiben: Wo ist das Faltblatt “Scheißhausführer” zu erhalten?
    Zu einer vernünftigen Privatisierung gehört nicht nur die Abgabe von Verantwortlichkeiten, auch der Übergang von der öffentlichen Verantwortung in die private Verantwortung ist zu regeln. Immerhin, der Weg zur Wasserwirtschaft und das sich Beschäftigen damit ist begonnen. Herrn Marchner sei Dank. Hoffentlich hält er durch und das Ding geht nicht in die Hose und wird rekommunalisiert.
    HF

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