Für, nicht gegen das Gymnasium!

Die Abgabe der Trägerschaft des Gymnasiums an den Landkreis sei eine Entscheidung für das Gymnasium, nicht gegen das Gymnasium, so die 1. Bürgermeisterin Marlene Greinwald (FW) in der Sitzung des Gemeinderats am 06.11.2018.

Was sind die Fakten:

  • Das Gymnasium gehört neben der staatlichen Grund- und Hauptschule sowie der Benedictus-Realschule zur exzellenten Bildungslandschaft der Gemeinde Tutzing!
  • Getragen von der Gemeinde verfügt das Gymnasium über 23 Klassen, in denen ca. 75 Lehrer rd. 750 Schülerinnen und Schüler unterrichten. Die beiden Turnhallen sind zu 90% ausgelastet. Die Verwaltung beziffert den Sanierungsstau in den Gebäuden auf rd. 12 Mio.
  • Lt. Artikel 8 Absatz 1 Ziffer 3 des Bayerischen Schulfinanzierungsgesetzes (BaySchFG) ist der Landkreis als Sachaufwandsträger des Gymnasiums vorgesehen; historisch bedingt werden die Gymnasien in Starnberg, Gauting und Tutzing von den jeweiligen Gemeinde betrieben. Nach den Richtlinien für die Gewährung von Finanzhilfen aus 2015 werden Investitionen grundsätzlich mit 90% bezuschusst. Zahlreiche Vorbehalte und Einschränkungen (keine Planungskosten, Haushaltsvorbehalt, nicht Sanierung sondern Umbau und Ausbau) mindern den Wert der Richtlinie. Die Schulausstattung zahlt der Landkreis, auch mit Einschränkungen.
  • Über den Zeitraum 1984 bis 2017 ist der Gemeinde ein durchschnittliche jährliche Unterdeckung von rd. 250.000 Euro entstanden.

Probleme und dringende Aufgaben:

  • Der Brandschutz ist derzeit nicht auf aktuellem Stand, wie Klaus Hirschvogel von der Verwaltung bei der Ortsbesichtigung erklärte.
  • Die Sanierung der Turnhallen, der Kalle-Villa (mit Dachgeschossausbau) sowie des noch jungen Südbaus (1996) drängt.
  • Die Schulausstattung bedarf der Ergänzung und Erneuerung; die Anschaffung neuer PCs reicht da nicht aus.

Fazit: Die Gemeinde Tutzing ist weder personell noch finanziell in der Lage, das Gymnasium angemessen zu betreuen. Die Gemeinde ist hier überlastet; kurz- und mittelfristig kann sie die Aufgaben nicht bewältigen.

Konsequenz: Übergabe der Trägerschaft des Gymnasiums an den Landkreis Starnberg

  • Damit wird der “Normalzustand hergestellt!
  • Der Standort für das Gymnasium Tutzing bleibt Tutzing, unabhängig von der Trägerschaft. Zur Absicherung wird es eine Rückfallklausel geben, damit das Grundstück bei der Gemeinde verbleibt.
  • Die Kreisverwaltung kann das Gymnasium in allen baulichen Maßnahmen und Ausstattungsfragen schneller und effizienter betreuen.
  • Die Sanierungsplanung kann zügig umgesetzt werden – natürlich vorbehaltlich der Haushaltsplanung des Landkreises.

Insgesamt ist es die richtige Entscheidung für Tutzing!

Einige Gedanken zu “Für, nicht gegen das Gymnasium!

  1. Hubertus Fulczyk

    Wieso wird hinter der Nennung der 1. Bürgermeisterin immer die Parteiherkunft (1.Bürgermeisterin/FW) genannt? Ist es nicht eine Bürgermeisterin für alle Tutzinger oder bezieht sich das auf den Aushang an der Rathausschautafel, derzufolge sich die Bürgermeisterin immer noch oder schon wieder im Wahlkampf befindet?
    Was wurde eigentlich aus der mittlerweile angestaubten Überlegung, mit Tutzinger Schulen auf das Gelände der nunmehr ehemaligen Fernmeldeschule Feldafing zu ziehen?
    HF

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