Genug Parkplätze an der Hauptstraße

Es ist zunächst einmal beschlossen, am 15.01.2019 in der Sitzung des Gemeinderats: 57 Parkplätze wird es an der Hauptstraße geben – im Abschnitt zwischen Bahnhofstraße und Neustätterstraße.

Verkehrsplaner Benjamin Neudert erläuterte anhand einer kleinen Präsentation die Parkplatzbilanz:

  • Bestand: 42 Parkplätze auf öffentlichem Grund im Zentrum, weitere 18 Parkplätze zwischen den Einmündungen von Oskar-Schüler-Straße und Neustätterstraße, insgesamt als 60 Parkplätze, standardmäßig gezählt.
  • Projektstand 15.01.2019: 40 Parkplätze im Zentrum, davon 32 baulich hergestellt, 8 auf der Fahrbahn, dazu 17 Parkplätze zwischen den Einmündungen von Oskar-Schüler-Straße und Neustätterstraße, insgesamt als 57 Parkplätze

Die Differenz, also der Wegfall von drei Parkplätzen erklärt sich durch die Anlage einer Querungshilfe an der Hallbergeralle und städtebauliche Gründe.

Der Verkehrsplaner demonstrierte anhand eines Fotos der derzeitigen Straßenbildes und einer Visualisierung einer weitgehend autofreien Hauptstraße die Gegensätze, die eine Abwägung erforderlich machten. Zur Erinnerung: die anfängliche Planung zeigte deutlich weniger Parkplätze bis ein Aktionsbündnis aus Gewerbetreibenden, Händlern, Dienstleistern und Hauseigentümern an der Hauptstraße den Erhalt der derzeitigen Parkplätze forderte. Die genannte Abwägung ist zu dessen Gunsten ausgegangen, auch wenn manche Einzelheiten noch nicht feststehen. So ist nur ein Parkpklatz für Behinderte gekennzeichnet, die Situierung von Fahrradständern ist noch nicht genau festgelegt. Die Parkplätze an der Straße werden für die Zeit von 9-18 Uhr vorgesehen, als Ausnahme vom Halteverbot. Die Parkplätze könnten auch wegfallen, wenn sie sich nicht bewähren. Auf der anderen Seite führen sie automatisch zu einer Verlangsamung des Verkehrs.

Die Entscheidungen reichen aus, um in die Ausschreibungen zu gehen, Anpassungen sollen später noch möglich sein, aus meiner Sicht Anpassungen zugunsten von Fußgängern, Radfahrern und Behinderten.

 

2 Gedanken zu “Genug Parkplätze an der Hauptstraße

  1. Uli Dillmann

    Wenn ich das richtig verstehe, soll sich, was die Parkplätze an der Hauptstraße betrifft, so gut wie nichts ändern. Ich frage mich, ob damit das Ziel, das Zentrum Tutzings für alle Bürger/Verkehrsteilnehmer attraktiver zu machen, vollkommen aus dem Blick geraten ist. Wenn zwischen Oskar-Schüler-Straße und Hallbergerallee praktisch alle Parkplätze beibehalten werden, geht davon das Signal aus, weiterhin mit dem Auto auf die Hauptstraße zu fahren. Wo bleiben denn da die Verbesserungen für diejenigen, die auf der Hauptstraße mit dem Fahrrad und zu Fuß unterwegs sind?
    Eigentlich sollte doch bei der Neugestaltung der Hauptstraße für die kommenden 50 Jahre mehr Aufenthaltsqualität für alle geschaffen werden, so jedenfalls auf den ersten Bürgerforen zu hören und an den Stellwänden zu lesen. Wenn jetzt an den existierenden Parkplätzen festgehalten wird, SZ vom 23.01.2018, bedeutet das eine deutliche Verwässerung des ursprünglichen Konzepts, auch wenn die Bürgermeisterin das nicht ganz so sieht. Immerhin teilte sie der SZ mit,, man könnte später vielleicht doch einige Parkplätze wieder auflösen.
    Uli Dillmann

    Beitrag in der SZ: https://www.sueddeutsche.de/muenchen/starnberg/umbau-der-hauptstrasse-tutzing-haelt-an-parkplaetzen-fest-1.4298450

    1. Hubertus Fulczyk

      Lieber Herr Dillmann,
      ein sehr moderat gebrachter Hinweis Ihrerseits. Werden jedoch Beginn, Fortgang und Status des Projekts Hauptstraße genau betrachtet, fallen viel mehr Ungereimtheiten auf. Die gesamte Informationspolitik folgte zumeist Zufällen; Termine wurden nicht eingehalten, inhaltliche Aussagen so lange verschwurbelt, bis keinerlei roter Faden mehr zu sehen war. Wer darauf hinwies, fiel in Ungnade, wurde bei Hofe nicht mehr zugelassen. Das Projekt erschien nach außen hin immer mehr zufallsgesteuert.
      Zwei sehr wichtige Regulative funktionierten überhaupt nicht. Die Tutzinger Geschäftswelt als Regulativ im laufenden Entscheidungsprozess wachte nach zweimaligem Winterschlaf auf und positionierte sich schaufensterwirksam gegen Rathaus und Planungsbüro Neudert. Wobei Neudert um diese vielen Spagate, die er machen musste, nun wirklich nicht zu beneiden ist. Das zweite Regulativ, die sog. Tutzinger Bürger, schauten dem Treiben zu, ließen sich von einer bis zur nächsten Veranstaltung abspeisen und kommen, so sie denn den Zusammenhang noch verstehen, aus dem Staunen nicht mehr heraus.
      Die Bürgermeisterin hat das Gremium Gemeinderat, das aus seiner Rolle heraus die Schieflage durchaus hätte erkennen können. Warum der Gemeinderat das nicht tat, kann nur er verantworten. Die Verwaltung muss der Bürgermeisterin regelmäßig einen nachvollziehbaren Projektstand einschl. Ausblick und Dokumentation aller notwendigen Abweichungen vorlegen können. Jetzt nun wird die Bürgermeisterin plötzlich ins Feuer geschickt, weil sie mit der Hauptstraße ein bestimmtes Erbe antrat. Das Erbe sah von Anbeginn so aus wie eine geknöpfte Strickjacke, bei der bereits mit dem ersten Knopf das falsche Knopfloch erwischt wurde. Diese Jacke wird nun weiter zugeknöpft und nie passen, es sei denn, der Träger passt sich der Jacke an. Und das sieht dann erst recht sehr komisch aus.
      Die Tutzinger Liste könnte doch die Verwaltung auffordern, ein Projekt-Review vorzulegen.
      Es ist ein öffentlich wirksamer Schaden für Tutzing, wenn die Geschäfts-Lobby Hauptstraße öffentlich gegen die Verwaltung vorgeht. Damit wird die Bürgermeisterin völlig ohne Not demontiert. Noch schlimmer wäre nur, die überregionale Presse hätte mal wieder etwas über Tutzing “Klima am See” zu berichten.
      Die Frage ist jetzt, wann das Rathaus – vorher den Interessenausgleich suchend – belastbar in die Öffentlichkeit geht.
      HF

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