GR: Das Museumsschiff als Jugendzentrum am Volksfestplatz?

Ein coole Idee, die in der Sitzungs des Gemeinderats am 17.03.2026 unter der Leitung des 1. Bürgermeisters Ludwig Horn präsentiert wurde: Das Museumsschiff wird aus dem Wasser gehoben, an den Volksfestplatz verbracht und zum Jugendzentrum umgebaut. Dazu gehört auch ein barrierefreier Zugang und ein Sanitärcontainer. Die Kosten vor Abzug von Fördermitteln werden auf rd. 850.000 Euro geschätzt.

Eingereicht und präsentiert wurde der Antrag von Claus Piesch, dem Jugendreferent des Gemeinderats. Viel Arbeit steckte in der Recherche. Die Präsentation kann auf vorort.news studiert werden. Einvertreter des Jugendbeirats begrüßte in seinem persönlichen Statement den Antrag und betonte, wie wichtig ein eigener Platz für die Jugend sei.

Ich empfand das spontan eine coole Idee. Bei näherer Überlegung, so meine Ausführungen im Rat, erschien mir das Thema doch sehr komplex. Ich erinnerte, dass seit Jahren über das Thema immer wieder diskutiert wird. Vorschläge zu Standorten am Tutzinger Keller oder als Leichtbau am Volksfestplatz hatte es schon gegeben. Im ISEK ist das Jugendzentrum aufgenommen worden, für das Freizeitgelände Süd hatte die Stadtplanerin Martina Schneider eine Neuordnung vorgeschlagen, ein Rahmenplan soll in diesem Jahr erarbeitet werden.
Dazu kommen die rechtlichen Voraussetzung auf Bundesebene (Pflichtaufgabe nach § 11 SGB VIII), auf Landesebene („in der Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit“, Art. 30 AGSG) und auch die Empfehlungen des Bayerischen Jugendrings. Dort werden fachliche Grundlagen,  Sozialraumanalyse und Jugendhilfeplanung, Offenheit, Niederschwelligkeit, Prävention, Inklusion, Fachpersonal, finanzielle und bauliche Rahmenbedingungen behandelt. Hinzu kommt seit 01.07.2025 noch die Notwendigkeit, Schutzkonzepte gegen Gewalt für alle Angebote der Jugendhilfe, also auch für die Jugendarbeit, zu entwickeln.
Ferner ist der Bedarf abzuschätzen: in Tutzing gab es 2024 1.021 Kinder und Jugendliche im Alter von 10-20 Jahren (Quelle: Gemeindedaten 2025, Zahlenbasis 2024; Planungsverband). Aus dieser Grundgesamtheit ist mit Annahmen die relevante Gruppe abzuleiten.
Vor diesem Hintergrund schlug ich vor, sehr sorgfältig eine Entscheidungsgrundlage zu erarbeiten. Sie muss dcen Bedar, dien rechtlichen Rahmen, das Konzept der Jugendsabriet in Tutzing sowie mögliche Standorte und Gebäude umfassen. Die Mitglieder des Gemeinderats lobten die Initiative von Claus Piesch. Der Antrag wurde nicht zuletzt auf Initiative des Bürgermeisters in den Prüfpunkten gleichzeitig eingeschränkt (Betriebs- und Trägermodelle) und erweitert (alternative Standorte und Gebäude) und erhielt mehrheitlich die Zustimmung der Ratsmitglieder. Der Bürgermeister betonte, schon wegen der Förderungen müsse das Projekt in den ISEK-Prozess eingebunden werden.

Weitere Punkte der Sitzung:

  • Der Bürgermeister gab den Sachstand zur Sanierung der Mittelschule. Anhand der Präsentation des Bauleiters Christian Wagner erläuerte er den Baufortschritt. Für das alte Schulhaus werde jetzt die Farbgebung innen und außen mit dem Denkmalamt abgestimmt, im neueren Gebäude sei das Flachdach fast fertig abgedichtet, die Innenputzarbeiten beendet und der Maler habe im Obergeschoss begonnen. Die Trockenbauarbeiten verliefen leider schleppend und stellten einen Engpassfaktor für die übrigen Gewerke dar. Der Eisspeicher sei im Plan, beim alten Lehrwohnhaus sei die Dacheindeckung fast fertig, ebenso die Spenglerarabeiten. Offene Ausschreibungen gebe es z.B. für die Planung Innenausstattung, die Objektüberwachung, den Bodenbelag außen und – für den Schluss – die Grob- und Feinreinigung der Gebäude.
    Von den 28 Mio. Euro Baukosten verbliebe nach derzeitigem Stand ein Eigenanteil der Gemeinde von 9,4 Mio. Euro, also nach Abzug von Förderungen und Beiträgen der Nachbargemeinden. Mit den außerhalb der Abrechnung mit dem Projektsteuerer Bayerngrund gezahlten Beträgen (2,6 Mio. Euro) und der Auslagerung des Schulbetriebs (1,6 Mio. Euro nach Anteil der Nachbargemeinden) lägen die Kosten der Gemeinde bei insgesamt 13,6 Mio. Euro. Gezahlt seien bislang 4,5 Mio. Euro.
  • Einstimmig wurde  die Benutzungs- und Gebührensatzung für den Buttlerhof in Traubing erlassen. Hier wurde lediglich die Regelung zum Thelinraum im Betreuten Wohnen an der Bräuhausstraße herausgenommen, nachdem dieser Raum von Seiten der Gemeinde nicht mehr vergeben wird.
  • Die Gemeindeverwaltung hatte festgestellt, dass private Veranstaltungen im Ortsmuseum die Trauungen stören; das waren in erster Linie Finissagen nach Ende der Ausstellungszeit. Diese Veranstaltungen waren nicht mit der Gemeindeverwaltung abgestimmt. Einstimmig wurde beschlossen, dass private Veranstaltungen grundsätzlich nicht vorgesehen sind; Ausnahmen bedürften der schriftlichen Genehmigung.
  • Einstimmig wurde die Jugendbeiratssatzung mit geänderten Stellen neu erlassen. Änderungswünsche waren auf Inititive des Jugendbeirats eingebracht worden, der Jugendreferent Claus Piesch hatte dann dazu einen Antrag im Gemeinderat gestellt, in der Folge legte die Verwaltung die geänderte Satzung vor.
  • Ebenso einstimmig wurde die Feuerwehrgebührensatzung (genau: Satzung über Aufwendungs- und Kostenersatz für Einsätze und andere Leistungen gemeindlicher Feuerwehren) neu erlassen. Insbesondere die Gebühren für den Einsatz der neuen Drehleiter wurden angepasst.

Unter Mitteilungen und Anfragen, Verschiedenes wies der Bürgermeister auf den Termin der nächsten Sitzung des Gemeinderats hin: das ist der 14.04.2026.

Auf Nachfrage erläuterte er, dass in der nichtöffentlichen Sitzung darüber gesprochen wurde, wie der aus dem Sondervermögen zu erwartende Betrag von knapp 1 Mio. Euro verwendet werden könnte. Die Tutzinger Liste hatte dazu in einem Antrag vom 13.02.2026 um Auskunft gebeten. Voraussetzung für die Verwendung der Zuschüsse seien Investitionen in die Infrastruktur mit Projektbeträgen von mindestens 50.000 Euro. Die Mittel sollen, so die Mehrheit im Rat, vorrangig für budgetierte Projekte verwendet werden, also Projekte, die im Vermögenshaushalt 2026 oder der mittelfristigen Finanzplanung enthalten sind. Die dann im Haushalt frei werden Mittel sollen für die Finanzierung des Gemeindeanteils an der Sanierung der Mittelschule verwendet werden. Konkrete Projekte könnten sein z.B. die Dachsanierung der Feuerwehr Traubing, der Austausch der Fenster am Rathaus oder die Dachsanierung des Würmseestadions.

 

Anmerkung: Beitragsbild als Symbolfoto mit KI erstellt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.