Josefa-Platz wird er heißen, der neu entstandene Platz in der Ortsmittel an der Einmündung der Marienstraße in die Hauptstraße. So beschlossen in der Sitzung des Gemeinderats am 14.04.2026 unter der Leitung des 1. Bürgermeisters Ludwig Horn. In der Sitzung des Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschusses am 30.09.2025 war die Verwaltung beauftragt worden, ein Beteiligungsverfahren zur Namensfindung für den neuen Platz im Ortszentrum einzuleiten. Das entsprechende Beteiligungsverfahren war sehr erfolgreich: Insgesamt wurden 80 Namensvorschläge eingereicht, aus denen sich 40 unterschiedliche Platzbezeichnungen ergaben.
Im Vorfeld der Sitzung hatten die Gemeinderatsmitglieder durch Meldung an die Verwaltung daraus eine Auswahl von 14 Platzbezeichnungen ermittelt. Über diese wurde nun einzeln abgestimmt. In die Endauswahl gelangten Hofmarkplatz, Josefa-Platz, Therese-Vogl-Platz und Schwester-Josefa-Platz. Der Josefa-Platz wurde in der endgültigen Abstimmung mit eindeutigem Ergebnis ermittelt. Der Name erinnert an Schwester Josefa Knab, die in der Nachkriegszeit für die Ambulante Krankenpflege Tutzing als „Engel von Tutzing“ täglich mit dem Fahrrad, später mit einem VW-Käfer, im Einsatz war.
Der Gemeinderat beschloss einstimmig, den Platz in der Ortsmitte „Josefa-Platz“ zu nennen und beauftragte die Verwaltung, die weiteren Schritte zur ordnungsgemäßen Umsetzung der Platzbenennung zu veranlassen.
Weitere Punkte der Sitzung:
- Bauamtsleiter Christian Wolfert berichtete über den Stand der 31. Änderung des Flächennutzungsplans für den Bereich des „Bürgersolarkraftwerks am Oberen Hirschberg“. Im Zuge der Auslegung im Februar seien keine Anregungen und Bedenken seitens der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange gekommen, lediglich eine Anregung aus der Landwirtschaft zur Kenntnisnahme. Mehrheitlich gegen die Stimme von Ratsmitglied Christine Nimbach stellte der Gemeinderat die 31. Änderung des Flächennutzungsplans mit Begründung inklusive Umweltbericht in der Fassung vom 14.04.2026 fest. Zur Erinnerung: der Flächennutzungsplan ist das grobe Raster, der Bebauungsplan mit den Details wird in der nächsten Sitzung behandelt.
- Die Fraktion von Bündnis90/Die Grünen hatte einen Antrag zur Energie- und Klimastrategie der Gemeinde Tutzing gestellt. Darin ging es um die konsequente Ausrichtung auf erneuerbare Energien, Effizienz und Speichertechnologien. Die Gemeinde solle sich nicht an Unternehmen, Projekten oder Finanazierungsmodellen für den Bau oder Betrieb kerntechnischer Anlagen beteiligen. Schließlich sollten in der Bauleitplanung keine Flächen für kerntechnische Anlage wie z.B. kleine modulare Reaktoren (SMR) oder Endlagerstätten vorgesehen werden. Ratsmitglied Dr. Thomas von Mitschke-Collande stellte sodann einen Geschäftsordnungsantrag, zum Ende der Amtszeit des aktuellen Gemeinderats keinen Grundsatzbeschluss zu fassen sondern diesen auf die Sitzung im Juli oder Juli zu verschieben, wenn der neugewählte Gemeinderat im Amt sei. Einstimmig so beschlossen.
- Zur der in der Sitzung am 16.09.2025 mehrheitlich auf Antrag des Jugendbeirats beschlossenen Umbenennung der Elly-Ney-Straße führte der Bürgermeister aus, das es im Nachgang einen Gesprächstermin mit den Anlieger gegen und die Rechtsaufsicht Prüfungen vorgenommen hatten. Der Verwaltung lagen einige schriftliche Stellungnahmen zur Abwägung vor, die die Umbenennung ablehnten. Mit den Anliegern habe sich die Verwaltung auf den Straßennamen „Am Seeblick“ geeinigt. Der von Ratsmitglied Stefanie Knittl kurzfristig vorgeschlagene Straßenname „Drei-Mäderl-Straße“ sollte an die Bewohnerinnen einer ehemaligen Villa auf dem Gelände erinnern, wurde aber nicht weiter verfolgt. Die Vergabe des Namens auf für diese Privatstraße sei eindeutig Angelegenheit der Gemeinde. Die Angelegenheit werde vor der Verwaltung von der Prüfung bis zum Abschluss des Vollzugs sorgfältig abgearbeitet. Ratsmitglied Dr. Thomas von Mitschke Collande stellte fest, das sich der Gemeinderat in dieser Angelegenheit „nicht mit Ruhm bekleckert“ habe, man habe sich zu sehr auf den Jugendbeirat verlassen statt sich direkt mit den Betroffenen auseinanderzusetzen. Ratmitglied Caroline Krug sprach sich für eine finanzielle Unterstützung der Anlieger wegen der Umstellungskosten aus; das sei kommunalrechtlich nicht möglich, wie der Geschäftsleiter Marcus Grätz anmerkte. Mehrheitlich wurde beschlossen, (1) die Ausführungen und Abwägungen zur Kenntnis zunehmen, (2) den Beschluss vom 16.09.2025 zur Umbenennung zu bekräftigen, (3) den Straßennamen vom Beschluss abweichend „Am Seeblick“ festzusetzen und (4) die Verwaltung mit der Umsetzung zu beauftragen. Im Nachgang erinnerten die Vertreter des Jugendbeirats an ihre Begehung der Elly-Ney-Straße. Ihre Umfrage bei den Anliegern habe je ein Drittel Zustimmung, Indifferenz und Ablehnung gezeigt. Die nicht angetroffenen Anlieger hätten auf schriftliche Anfrage nicht reagiert.
- Der Antrag des Jugendbeirats, eine Outdoor-Schachspielanlage an der Brahmspromenade in der Nähe des Bouleplatzes zu errichten, fand zunächst breite Zustimmung. Im Detail wie Bedarf, Kosten, Standort oder Schutz vor Vandalismus kamen einigen Ratsmitgliedern allerdings Zweifel. Der Bürgermeister schlug vor, das Vorhaben grundsätzlich zu begrüßen, es in den ISEK-Prozess aufzunehmen und in dessen Rahmen den Standort zu prüfen. Einstimmig beschlossen. Ich erkundigte mich bei der Gelegenheit nach einem anderen Projekt des Jugendbeirats, der Errichtung einer Callestenics-Anlage im Kustermannpark. Hier wollte der Jugendbeirat die Finanzierung über Spenden an den zu gründenden Förderverein mit Unterstützung einer Bank bereitstellen. Dem Förderverein fehle noch die Bescheinigung der Gemeinnützigkeit, die Satzung müsse noch einmal angepasst werden, so die Auskunft des Jugendbeirats.
- Einstimmig wurde auf Vorschlag der Verwaltung beschlossen, das mögliche Gewinne der Betriebs gewerblicher Art Wasserwerk, PV-Anlagen und Südbad für das Jahr 2025 der Rücklage zugeführt werden.
Unter Mitteilungen und Anfragen, Verschiedenes wies der Bürgermeister auf folgende Termine hin:
- 21.04.2026: Sitzung des Bau- und Ortsplanungsausschusses
- 28.04.2026: Sitzung des Gemeinderats
- 06.05.2026: Vernissage der Ausstellung zur Fischerhochzeit im Ortsmuseum
- 12.05.2026: Konstituierende Sitzung des neuen Gemeinderats
Anmerkung: Das Beitragsbild wurde mit Hilfe von KI um den Platznamen ergänzt.