Das gab der 1. Bürgermeister in der Sitzung des Gemeinderats (GR) am 07.10.2025 unter Mitteilungen bekannt. Der Mastwagen stehe bereits auf dem Grundstück der Telekom in der Kirchenstraße 6. Die Antenne werde hydraulisch hochgefahren und soll eine Höhe von 25,97 Metern erreichen.  Anschließend werde der Mast mit Stahlseilen abgespannt. Die Errichtung des temporären Mobilfunkmastes sei wegen Kapazitätsengpässen und Versorgungslücken im Mobilfunkverkehr erforderlich. Die Anlage, offiziell befristet auf 24 Monate, ist genehmigungsfrei und wurde beim Landratsamt angezeigt. Nach wie vor sucht die Telekom einen finalen Standort, um dort eine feste Mobilfunkantenne zu errichten. Der Bürgermeister ergänzte, dass die mobile Antenne am Waldfriedhof wohl für eine dauerhafte Nutzung vorbereitet werde (Ertüchtigung oder dauerhafter Mast).

Weitere Punkte der Sitzung:

  • Der Bürgermeister gab einen Statusbericht zur Sanierung der Mittelschule. Neben einer Vertreterin von Bayerngrund, die temporäre Bauleitung, war Architekt Klaus Zeiler von bioplan Architekten, Weilheim, anwesend.  Bayerngrund konnte keine aktuellen Zahlen vorlegen, weil aktuell noch Nachträge geprüft und eingearbeitet werden müssten. Architekt Klaus Zeiler berichtete über die Arbeiten auf der Baustelle. Leider werde es Verzögerungen geben, weil nicht alle Handwerker zuverlässig Hand in Hand arbeiteten. Ziel war die Fertigstellung des Hauptgebäudes vor Weihnachten. Durch die Bauzeitverlängerung werde die Übergabe des großen Schulbaus erst Ende März 2026 erfolgen. Die Fertigstellung des Alten Schulhauses werde sich bis Dezember/Januar verzögern; geplant war hier der 19.09.2025. Die Verkündung der Bauzeitverlängerung fiel dem Architekten merklich schwer, wie sein Mienenspiel verriet. Ich versuchte, ihm Mut zumachen, denn schließlich sei er doch gut aufgestellt: es gebe mit Herrn Maurer Unterstützung bei der Qualitätssicherung, Herr Wagner sei zusätzlicher Bauleiter neu dabei und auch bei Bayerngrund habe die zuständige Frau Issig Verstärkung bekommen. Ich wünschte mir, dass dieser Kreis sich gegenseitig auf die Übergabe Ende März 2026 verpflichte, sozusagen sich in die Hand verspreche, es gemeinsam zu schaffen.
  • Seeforellen und Mairenken sollen ungehindert den Rötlbach zur ihren Laichplätzen aufsteigen können, so ließe sich das Gewässerentwicklungskonzept zur Erreichung der Fischdurchgängigkeit am Rötlbach umschreiben. Das Projekt hatte den Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss (UEVA) bereits mehrfach beschäftigt. In der Sitzung am 28.02.2023 stellte Christine Philipp, Beauftragte für Umwelt/Energie der Gemeinde Bernried, das Biodiversitätsprojekt vor, die Wiederansiedlung der Mairenke (auch „Lauge“ genannt) und Seeforelle am Rötlbach; zur nachfolgenden Sitzung am 28.03.2023 wurde Dr. Michael Schubert, Leiter des Arbeitsbereichs Fluss- und Seenfischerei und Fischökologie der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) eingeladen. Der Referent erläuterte die Verbreitung von Seeforelle und Mairenke und die Probleme der Fische, aus dem See in die Laichgewässer aufzusteigen. Sechs relevante Querbauwerke auf 1.540 Metern verhinderten den Aufstieg der Fische. Am 25.06.2024 wurde die Verwaltung einstimmig beauftragt, die Wiederherstellung der Durchgängigkeit des Rötlbachs voranzubringen, einen Biberberater einzubinden und von einem geeigneten Planungsbüro ein Angebot einzuholen. Inzwischen wurde das Planungsbüro Terrabiota aus Starnberg beauftragt.
    Im Mai 2025 fand ein Abstimmungstermin mit dem Planer, Vertretern des Wasserwirtschaftsamts und des Bayerischen Landamts für Umwelt sowie der Gemeinde statt, um die geplanten Maßnahmen an den Wanderhindernissen ffestzulegen. Bemessungsart ist die Seeforelle mit 70 cm Länge, dadurch sind auch kleinere Fischarten abgedeckt.
    Nach einer Begehung berichtete der geschäftsführende Gesellschafter von Terrabiota, Christian Ufer, dass eine Genehmigungsplanung wasserrechtlicher Art vorbereitet sei. Sohlabstürze und Schwellen würden zurückgebaut. Der Bach werde im bestehenden Bett bleiben. Es werden versetzte Durchlässe, sogenannte Schlitzschwellen, gesetzt, durch die die Fische auch bei Niedrigwasser durchkommen. Die Kosten der Maßnahme werden auf rd. 105.000 Euro geschätzt, die zu 90% förderfähig seien. Die Planungskosten sind bis zu 15% der Maßnahmekosten förderfähig, werden aber auf rd. 30.000 Euro geschätzt. Die Umsetzung solle im Spätsommer 2026 erfolgen, nachdem der Genehmigungsbescheid und der Förderbescheid vorliegen.
    Nach meiner Erinnerung war das Projekt ursprünglich als interkommunales Vorhaben der Gemeinden Bernried und Tutzing gedacht (s.o.), so dass ich nach der Einbeziehung der Nachbargemeinde fragte.  Die Verwaltung bestätigte den Ansatz als interkommunales Projekt. Die Einbeziehung der Gemeinde Bernried habe sich aber erübrigt, nachdem die Maßnahmen ausschließlich auf Tutzinger Flur stattfinden werden.
    Einstimmig wurden die Planungen zur Herstellung der Durchgängigkeit am Rötlbach zur Kenntnis genommen; die Umsetzung der Maßnahmen wird vorbehaltlich der Förderzusage angestrebt. Die Verwaltung wurde beauftragt, einen entsprechenden Förderantrag gemäß den Richtlinien für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben (RZWas 2025) einzureichen. Die benötigten Haushaltsmittel sind im Haushalt 2026 bereitzustellen.
  • Das geplante Bürgersolarkraftwerk am Oberen Hirschberg macht die Änderung des Flächennutzungsplans sowie einen Bebauungsplan erforderlich. Nach einer Einleitung durch Bauamtsleiter Christian Wolfert, stellte der geschäftsführende Gesellschafter des Planungsbüros Terrabiota aus Starnberg, Christian Ufer, die Planung vor. Kern ist der Ausweis eines Sondergebiets „AgriPV-Anlage mit Energiespeicher, Umspannwerk und Ladeinfrastruktur“. Das Gebiet bleibe aber Landschaftschutzgebiet. Durch das Gebiet verlaufen zwei Hochspannungsleitungen; entsprechend werden Flächen ausgespart, die nicht mit Modulen belegt werden. Auch ein möglicher Ausbau der Bundesstraße 2 ist berücksichtigt, insbesondere durch eine Radwegunterführung unter der B2. Mehrheitlich gegen die Stimme der Ratskollegin Christine Nimbach billigte der Gemeinderat den Entwurf der 31. Änderung des Flächennutzungsplans und beauftragte die Verwaltung mit der frühzeitigen Beteilung der Öffentlichkeit und der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange.
  • Mehrheitlich gegen die Stimme der Ratskollegin Christine Nimbach billigte der Gemeinderat die Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 110 „Bürgersolarkraftwerk am Oberen Hirschberg“. Im Entwurf sind im Südosten des Umgriffs zusätzlich die Flächen für den Energiespeicher und das Umspannwerk festgesetzt. Letztes werde im 2. Bauabschnitt (geplant für 2027/2028) erforderlich, um die Anlage an die 220-KV-Leitung des Bayernwerks anzubinden. Im Nordwesten gibt es eine Fläche für eine Schnellladestation für 10 PKW und 10 LKW/Busse, auch für den ÖPNV. Diese wurde vom Ratskollegen Stefan Feldhütter infrage gestellt. Der Vorstand der Bürgerenergie Tutzing eG, Dr. Marco Lorenz, bestätigte, dass es hierzu noch keine Gespräche mit der MVG gegeben hätte, ebenso wenig eine Zusage des Bayernwerks zur Einspeisung in die Hochspannungsleitung. Ratmitglied Dr. Ernst Lindl sprach von Eventualitäten, die unabhängig von ihrer späteren Ralisierung mit gedacht und mitgeplant würden. Hier, so Planer Christian Ufer, könne in der nächsten Runde die Fläche der Ladestation überlagernd festgesetzt werden, so dass Module möglich sind, sollte die Ladestation nicht realisiert werden. Die Verwaltung wurde beauftragt, die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange durchzuführen.
  • Nach Ablehnung durch die Fachbehörden wird nach einstimmigem Beschluss des Gemeinderats das Bauleitplanverfahren für ein Grundstück zwischen Blumenstraße und Bahngleisen in Kampberg eingestellt. Hier sollte ursprünglich eine PV-Anlage errichtet werden. Die Verwaltung hatte die Beendigung des Verfahrens empfohlen, weil (1) der erforderliche Mindestabstand zur Bahn (40 Meter) nicht eingehalten werden kann, (2) eine erhöhte Gefahr durch umstürzende Bäume bestehe (Abstandsflächen zum Wald nicht realisierbar) und (3) die Herausnahme der Fläche aus dem Landschaftschutzgebiet abgelehnt worden war.
  • Entsprechend wurde einstimmig auch die Aufhebung des am 13.11.2011 gefassten Aufstellungsbeschlusses für den Bebauungsplan Nr. 77 „Blumenstraße-Photovoltaikanlage in Kampberg“ beschlossen und damit die Einstellung des anhängigen Bauleitplanverfahrens. Durch den Verfahrensabschluss kann die Verwaltung ihre Ressourcen effizienter einsetzen und die Liste offener Verfahren reduzieren.
  • Der Bürgermeister informierte über den Stand der Vorbereitungen zur Festwoche anlässlich der Fischerhochzeit 2026. Der Festzelt werde im Eigenbetrieb ohne Festwirt betrieben. Der Veranstaltungsverein wird einen Caterer einsetzen. Die Herausforderung umfasse Zelt, Instrastruktur, Ausschank und Speisen. Das Festzelt werde auf dem Seehofgrundstück aufgestellt, nachdem sich der Eigentümer wohlwollend dazu bereiterklärt habe. Die Schirmherrschaft werde der Bayerische Ministerpräsident übernehmen. Die Verkündung des Brautpaares finde beim Wintersonnwendfeuer statt. Der Bürgermeister rief dazu auf, den Termin selbst einzuspeichern, weiterzusagen und vielleicht Karten für die Veranstaltungen im Festzelt zu verschenken. Ziel sei eine gut besuchte Festwoche und Lebensfreude im Ort.

Unter Mitteilungen und Anfragen, Verschiedenes gab der Bürgermeister  zusätzlich zum oben erwähnten Funkmast bekannt, dass sich bei den weiteren Ausbauarbeiten in der Hauptstraße die Reihung der Maßnahmen ändern werde. Die Festigstellung des „Vetterlhausplatzes“ und der Leidlstraße werde vorgezogen, die Fertigstellung der Einmündungen der Nebenstraßen werde nachgezogen, wohlmöglich erst im Frühjahr 2026. Es werde auch noch eine Pressemitteilung dazu geben.

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