HFWA: Der Karibikbaum ist an seinem Lebensende angekommen…

Die Schwarzkiefer zwischen dem Midgardhaus und dem Spielplatz an der Brahmspromenade kann nicht erhalten werden. So die bedauerliche Feststellung in der Sitzung des Haupt-, Finanz- und Werkausschusses (HFW) am 20.01.2026 unter der Leitung des 1. Bürgermeisters Ludwig Horn. Ich selbst erinnere mich daran, bei meiner Ankunft in Tutzing 1995 den Baum mit Strand und See fotografiert zu haben: wie an der französischen Atlantikküste, meinte ich damals, oder eben – wie namensgebend – in der Karibik.
Wegen seines Zwieselwuches, der stark geneigten Wuchsform, seines allgemeinen gesundheitlichen Zustands und des Totholzes stelle er mittelfristig eine potenzielle Gefahr für die Sicherheit der Spaziergänger in seiner unmmitelbaren Umgebung dar. Die genannten Faktoren begünstigten ein Umfallen des Baumes oder ein Abbrechen von Teilen. Den Baum zu retten, würde hohen Aufwand bedeuten: er müsste deutlich zurückgeschnitten werden, dazu kommen Stützen, um die Wahrscheinlichkeit des Umfallens zu minimieren. Diese Stützen erforderten große Betonfundamente. Die Kosten der Maßnahme werden nach Rücksprache mit einem Sachverständigen auf einen Betrag in der Höhe von 10.000 bis 15.000 Euro geschätzt. Dieser Erhaltungsaufwand stehe in keinem Verhältnis zum optisch unbefriedigenden Ergebnis, so die Verwaltung
Dem konnten die Ausschussmitglieder zustimmen. Einstimmig beschloss der Ausschuss den kompletten Rückschnitt und eine ordentliche Nachpflanzung. Diese sollte nicht im Widerspruch zu dem geplanten Vegetationskonzept für die Brahmspromenade stehen.

Die Testphase eines Wochenmarktes in Traubing hat sich als Erfolg herausgestellt. Dieser soll nun dauerhaft etabliert werden, weswegen eine Änderung der Marktsatzung erforderlich wurde. Gleichzeitig schlug die Verwaltung vor, die Marktgebühr um 0,50 Euro je angefangenen laufenden Meter Frontlänge des Marktstandes moderat zu erhöhen. Beides einstimmig beschlossen. Der Bürgermeister ergänzte, die erforderliche Infrastruktur wie Stromanschluss und Toiletten würden nachgezogen.

Kurz vor der Sitzung hatten wir noch eine Mini-Ortsbesichtigung. Vor dem Rathaus besichtigten wir zwei Betonmustersteine für die Gestaltung des Platzes an der Marienstraße mit Palisaden. Wegen der Kälte wurde schnell entschieden, bei den ockerfarbenen Palisaden diejenigen mit schwarzen Einschlüssen zu wählen.

Das war es schon – der öffentliche Teil war heute rasch erledigt…

Foto: Katharina de la Fontaine

Eine Antwort

  1. Verkehrssicherheit hat Vorrang – Entscheidung zum „Karibikbaum“ an der Brahmspromenade _____________________________________________________________________________________
    Die Gemeinde Tutzing informiert in ihrer Pressemitteilung Nr. 009/26 vom 02.202.2026 über die Entscheidung des Haupt-, Finanz- und Werkausschusses zur Zukunft der markanten Schwarz-Kiefer zwischen Midgardhaus und Spielplatz an der Brahmspromenade.

    Schwere Entscheidung nach sorgfältiger Abwägung
    Nach eingehender Prüfung durch Sachkundige und intensiver Beratung hat der Haupt-, Finanz- und Werk-ausschuss der Gemeinde Tutzing schweren Herzens einstimmig beschlossen, den „Karibikbaum“ aus Grün-den der Verkehrssicherheit zu fällen. Diese Entscheidung fiel den Verantwortlichen nicht leicht, da der Baum zweifellos ein charakteristisches Element des Tutzinger Seeufers darstellt und bei vielen Menschen mit schönen Erinnerungen verbunden ist.

    Verkehrssicherheit als oberste Priorität
    Der Zwieselwuchs, die stark geneigte Wuchsform, der allgemeine gesundheitliche Zustand und das vor-handene Totholz stellen nach Expertenmeinung eine zunehmende Gefahr dar. Besonders problematisch ist, dass der Bereich um den Baum im Sommer intensiv als Liege- und Badefläche genutzt wird. Die Gemeinde sieht sich in der Verantwortung, die Sicherheit der Erholungssuchenden zu gewährleisten.

    Alternative Erhaltungsmaßnahmen geprüft
    Die Verwaltung hat verschiedene Erhaltungsoptionen sorgfältig geprüft:

    Stützkonstruktion mit Metallstützen und starker Rückschnitt:
    Diese Lösung würde Kosten von 10.000 bis 15.000 Euro verursachen und große Betonfundamente erfordern. Das optische Ergebnis würde dem charakteristischen Erscheinungsbild des Baumes nicht gerecht werden, da ein drastischer Rückschnitt das markante Erscheinungsbild zerstören würde. Der Baum wäre mit Stützen und nach starkem Rückschnitt kaum wiederzuerkennen und ein Schatten seines früheren Selbst.

    Einfache Stützmaßnahmen:
    Auch weniger aufwendige Abstützungen oder temporäre Lösungen können nach Sachverständigeneinschätzung die Verkehrssicherheit nicht dauerhaft gewährleisten.

    Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen
    Bei aller Wertschätzung für diesen besonderen Baum steht der erforderliche Aufwand in keinem angemessenen Verhältnis zum erzielbaren Ergebnis. Die Gemeinde muss ihre begrenzten finanziellen Mittel verantwortungsvoll einsetzen und dabei die Verkehrssicherheit als oberste Priorität betrachten.

    Fällung am Mittwoch und geplante Neupflanzung
    Die Fällung des Baumes wird am Mittwoch, den 4. Februar 2026, durchgeführt. Die Gemeinde plant eine Ersatzpflanzung unter Berücksichtigung des ISEK-Konzepts (TL: Vegetationskonzept für die Brahmspromenade). Hierfür können die ursprünglich für Stützmaßnahmen vorgesehenen Haushaltsmittel verwendet werden. Eine standortgerechte Neupflanzung wird langfristig wieder einen attraktiven Blickfang am Seeufer schaffen.

    Verständnis für emotionale Verbundenheit
    Die Gemeinde hat großes Verständnis für die emotionale Verbundenheit vieler Bürgerinnen und Bürger mit diesem Baum. Auch Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung bedauern den Verlust dieses Naturjuwels. Die Entscheidung erfolgte jedoch ausschließlich aufgrund der Verkehrssicherheit und der Fürsorgepflicht gegenüber allen Nutzern der Brahmspromenade.

    Die Gemeinde bittet um Verständnis für diese schwierige, aber notwendige Entscheidung.

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