Der Jugendbeirat Tutzing plant die Errichtung einer Calisthenics-Anlage im Kustermannpark. Vorgestellt wurde das Vorhaben in der Sitzung des Haupt-, Finanz- und Werkausschusses (HFWA) am 08.07.2025 unter der Leitung des 1. Bürgermeisters Ludwig Horn. Ziel des Projekts ist es, ein öffentlich zugängliches und kostenlos nutzbares Sportangebot zu schaffen, das insbesondere Jugendlichen, aber auch allen anderen Altersgruppen, die Möglichkeit zur körperlichen Betätigung im Freien bietet.
Calisthenics bedeutete Training mit dem eigenen Körpergewicht. Dazu gehören Klimmzüge, Liegestütze, Kniebeugen und Vieles mehr. Das Training fördert Kraft, Beweglichkeit und Körperkontrolle.
Die von den Jugendlichen ausgewählte Anlage, eine Kombination verschiedener „Turngeräte“ wie ich es nennen würde, bietet 10 Workout-Stationen für vielseitige Übungen. Die Übungsfläche beträgt ca. 7 X 4 Meter, die Aufstellfläche 7 X 10 Meter. Mit einem Preis von 8.190 Euro werden viele Übungsmöglichkeiten für einen verhältnismäßig geringen Preis geboten, so die Vertreter des Jugendbeirats. Die Jugendlichen beabsichtigen, das Projekt u.a. mit einer Spendensammlung über das Portal „Viele schaffen mehr“ der VR-Bank zu finanzieren. Zusätzlich sollen weitere private Spenden, auch von Stiftungen, und Fördermittel gesucht werden.
Die Fragen des Ausschusses bezogen sich auf die Vorbereitung des Untergrunds, die Fundamente, die Montage, sowie die Instandhaltung einschließlich vorgegebener Prüfungen und natürlich die Kosten. Der Bürgermeister ergänzte, dass nach dem fast fertiggestellten ISEK (Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept) für die Sportmöglichkeiten das Gelände am Südbad vorgesehen sei. Genauso aber stehe im ISEK, so mein Hinweis, dass die Sportmöglichkeiten erweitert werden sollen, insbesondere das Angebot für Jugendliche. Der Ausschuss stimmte dem Vorschlag grundsätzlich zu und beauftragte die Verwaltung, die beiden Standorte (Kustermannpark und Südbadgelände), die Gesamtkosten der Errichtung sowie die Unterhaltskosten zu prüfen und das Ergebnis dem Jugendbeirat mitzuteilen. Sodann wird der Vorschlag dem Ausschuss wieder vorgelegt.
Der Zensus 2022 hat festgestellt, dass zum 15.05.2022 in der Gemeinde Tutzing weiterhin mehr katholische (3.877) als evangelische (1.601) Einwohner ihren Wohnsitz haben. Damit bleibt Mariä Himmelfahrt (15.08.) auch ab dem Jahr 2025 ein gesetzlicher Feiertag in Tutzing. Das dies nach mehr als zwei Jahre festgestellt wird, wunderte die Ausschussmitglieder sehr.
Unter Mitteilungen und Anfragen, Verschiedenes bat der Bürgermeister um weitere Bewerbungen für den Seniorenbeirat. Bis zum 18.07.2025 bestehe noch die Gelegenheit dazu. Der Bürgermeister berichtete dann von dem extrem hohen Wasserverbrauch während der Trockenheit. Durchschnittlich werden in Tutzing täglich rd. 1.300 m³ Trinkwasser verbraucht. Während der Trockenheit schnellte der Verbrauch auf täglich 2.100 m³ hoch, beim anschließenden Regen sank er wieder auf 1.460 m³. Die Differenz entspreche rd. 3.000 Badewannenfüllungen, so der Bürgermeister bildlich. Hintergrund seien die Gartenbewässerung sowie die Befüllung privater Swimmingpools. Offiziell seien nur drei gemeldet… Er bittet die Bevölkerung darum, vermehrt auf Wasser aus Zisternen und Regentonnen zurückzugreifen. Bei dem extrem hohen Verbrauch könne es bei Bränden zu einer gefährlichen Verknappung von Löschwasser kommen.
2 Antworten
Ein toller Vorschlag des Jugendbeirats. Die Abgelegenheit am Südbadgelände könnte sowohl die Nutzung der Anlage verringern, als auch Vandalismus fördern. Eine zentrale Position macht aus vielerlei Hinsicht Sinn. Für Menschen jeden Alters. Ob sich alle Angebote auf den Kustermannpark zentrieren sollten ist abzuwägen.
Tutzings Antwort auf den längst spürbaren Klimawandel. Wir bauen private Outdoorpools, die mind. 98% der Zeit im Jahr nicht genutzt werden (Nutzung Juni-September im Mittel 1,5h TÄGLICH = (122×1,5h) / (365×24h) und in Notzeiten wertvolle Wasserressourcen verschwenden. Das, obwohl einer der schönsten und größten OUTDOOR-Pools Deutschlands (= „Starnberger See“) unmittelbar vor der Haustüre liegt. Alleine in Zugspitz- und Bockmayrstraße besitzen 3 von 5 Neubauten aus jüngster Zeit einen OUTDOOR-Pool. Eine Anmeldung ist den Zahlen des BMs zufolge wohl nicht notwendig oder wird von der Gemeinde nicht gefordert (Oder es handelt sich um genau diese drei. Dann würden aber einige Pools im Bereich Bergwiesenstr. / Beiselestr. / Höhenrain fehlen.)
Ich frage mich, wann eine Kommune zum Wohle aller (begrenzte Wasserressourcen) eingreifen kann und muss. Ab wann wird baurechtlich eingegriffen? Wieder handeln einige wenige Akteure auf Kosten vieler und insbesondere der kommenden Generationen. Wasserverteilung und Wasserknappheit werden uns auch in Tutzing in diesem Jahrhundert mit großer Wahrscheinlichkeit noch beschäftigen. (Viele der derzeit handelnden Akteure natürlich weniger stark als deren Kinder). Das Beispiel Bad Königshofen zeigt eindringlich was passiert, wenn die Lage ernst wird. Wann schafft es unsere hiesige Politik vorausschauend zu agieren?
Eher wird in der Krise REagiert.
Langfristig denken, verantwortungsvoll Handeln, steuernd wirken. Das klingt im Zusammenhang mit Tutzings Ortspolitik in vielerlei Bereichen wie zwei sich abstoßende Pole. Ob sich daran durch das ISEK endlich etwas verändern wird? Zu glauben – NEIN. Zu hoffen – JA.
Der Vorschlag vom Jugendbeirat ist gut. Ich bezweifle aber sehr, dass diese Anlage Jugendliche anziehen wird. Als Älterer würde ich mich aber darauf freuen. Ich habe solche in einigen Orten gesehehen und finde sie äußerst sinnvoll, um ohne Aufwand einmal etwas für die Gesundheit zu tun. Aber eigentlich wäre es Aufgabe der Gemeinde, diese wirklich gute Idee für alle umzusetzen.