Rebellion in der Tutzinger CSU

Was niemand je zu hoffen wagte, ist eben geschehen: Kurz vor der Landtagswahl drohen allseits bekannte, erfolgreiche Tutzinger CSU-Größen wegen der unmenschlichen Asylpolitik ihrer Partei mit ihrem Austritt aus der Partei. Eine Sensation.

In einem Brief, aus dem die SZ in ihrer Online-Ausgabe vom 11.05.2018 zitiert, verlangen Altbürgermeister Dr. Alfred Leclaire, Vize-Bürgermeisterin Elisabeth Dörrenberg und Gemeinderat Dr. Thomas von Mitschke-Collande das Ende von „aggressiver Rhetorik“ gegenüber und „Ausgrenzung“ von Flüchtlingen durch die Parteiführung.

Mitschke von Collande, der vor sechs Jahren durch sein Buch „Schafft sich die katholische Kirche ab?“ bereits als Mitglied  im Zentralkomitee der deutschen Katholiken europaweit Zustimmung für seine darin vorgelegten Reformvorschläge fand, ist in dieser Gruppe von Revoluzzern absolut der schärfste Pfeffer in der Wunde.

Wer die Strukturen der ländlichen CSU-Organe kennt, ist sich sicher, dass dieser Aufschrei gegen den allgegenwärtigen Verstoß der Parteiführung gegen das C im Parteinamen nicht nur die Meinung dieser drei ist, sondern aus der Tiefe der Basis kommt.

Offener-Brief-an-Horst-Seehofer_30-04-2018 zum Download

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Einige Gedanken zu “Rebellion in der Tutzinger CSU

  1. Hubertus Fulczyk

    Interessant, in welche Nummer die CSU sich begibt. Was bringt es, wenn ein starker Partner der Freien Wähler plötzlich auf größerer Bühne über massive Gehschwierigkeiten klagt, weil er aus dem Tritt kommt? Theaterdonner nennt man das dann herunterspielend in der eigenen Führungsriege! Mit der Bewertung “Theaterdonner” (MM vom 30.05.2018) ist wohl die eh kaum vorhandene Bodenhaftung endgültig verlorengegangen. Oder wird sie jetzt gar massiv gesucht? Ist der CSU der Kompass verlorengegangen, funktioniert der Pressesprecher wieder nicht?
    Was Tutzing von seinen Politikern will, sind Geschlossenheit und auch die Bereitschaft, kritische Themen konsequent erfolgreich zu steuern. Die CSU hingegen schielt irgendwohin und hat mit ihrem Vorgehen vermutlich nicht nur Tutzinger Gegebenheiten auf dem Radarschirm. Es stehen Landtags- und Europawahlen an, die rechte Gesinnung steht hoch im Kurs. Die Entkopplung kommunaler von überregionalen Themen wird versucht. Erstaunlich, dass eine im Strippenziehen hoch erfahrene kleine Gruppierung nicht rechtzeitig an eben diesen Strippen bis in die Staatskanzlei hinein gezogen hat.

    Dem neu strukturierten Vorstand der CSU alles Gute für seine kommende Arbeit. Scheinen nun die Wartungs- und Reparaturarbeiten an der lokalen Führungsstruktur beendet zu sein. Lange genug wurde auf Ersatzteile gewartet.
    HF

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