In der Sitzung des Umwelt- Energie- und Verkehrsausschuss (UEVA) am 29.09.2021 unter der Leitung der 1. Bürgermeisterin Marlene Greinwald erläuterte der gemeindliche Verkehrsplaner Benjamin Neudert den aktuellen Stand der Sanierung der Ortsdurchfahrt. Der Bauabschnitt Nord, ab Ringseisweg bis Hans-Albers-Straße, beginnt am kommenden Montag, 04.10.2021. Es beginnt mit der Einrichtung des Baustelle, zwei Baukolonnen werden arbeiten: 1. Abschnitt Ringseisweg bis Mühlfeldstrraße und 2. Abschnitt Klenzestraße Süd bis Klenzestraße Nord. In diesem Jahr wird nur an den Kanälen einschl. Trinkwasser gearbeitet, über den Winter wird eine provisorische Asphaltdecke aufgebracht. Der Straßenbau mit Querungshilfen erfolgt dann im April 2022 (bis November 2022; Zentrum dann im Frühjahr 2023). Die Querungshilfe an der Nordbadstraße wird ausgebaut, eine zusätzliche Querungshilfe wird es nördl. der Akademie für Politische Bildung geben, die Bushaltestelle an der Akademie wird dafür nach Süden verlegt. Die Bushaltestelle Mühlfeldstraße wird zum Knittl-Haus verlegt. Man möchte an dieser Stelle in der Zukunft eine Ampel  einführen (Bushaltestelle, Touristen, Badegäste usw.), daher dient die Baustelle als Testphase: mindestens 50 Querungen/Stunde müssen hier gegenüber dem Landratsamt nachgewiesen werden, um wirklich eine Lichtanlage errichten zu können.

Der Radschutzstreifen (1,25 m) im Süden wird gut angenommen. Im Norden hat die Straße eine Breite von 7,50 m (halber Meter mehr als im Süden). Was passiert mit den 0,50 m? Herr Neudert stellte die Möglichkeiten vor: Man könnte den halben Meter den Fahrradfahrern/Fußgängern/Autos zuschlagen. Ratskollegoin Stefanie Knittl argumentierte: „Wir müssen ein Zeichen setzen und nicht weiter autofreundliche Politik machen, sondern Fußgänger und Fahrrad schützen.“ Andere Ratkollegen wollten den motorisierten Begegnungsverkehr sichern und den halben Meter den Autos zuschlagen. Nach emotionaler Diskussion wird knapp (5:4) für den Radschutzstreifen entschieden, der damit anstatt 1,25 nun beidseitig 1,5 Meter breit werden soll.

Weitere Punkte der Sitzung:

  • Der Ausschuss beschloss, die Flurnummer 1144T zu widmen und der Gemeindeverbindungsstraße Kustermannstraße zuzuschlagen. Die Widmung des Teilstücks dient der Erschließung der anliegenden Hintergrundstücke.
  • Ebenso bschoss der Ausschuss, die Flurnummer 1804/1 T dem Weidenweg in Traubiung zu widmen und der Ortsstraße Weidenweg zuzuschlagen. Es handelt sich um die tatsächliche Verkehrsfläche des Weidenwegs, allerdings nicht öffentlich gewidmet sondern nur durch Dienstbarkeit des Besitzers erschlossen. Die Zustimmung des Eigentümers liegt der Verwaltung vor.
  • Ratskollegin Stefanie Knittl erläutert den Antrag der SPD; ein Parkverbot an der Ostseite der Simone-Fernber-Straße einzurichten: Die kurze Nordbadstraße habe seit einigen Jahren Parkscheinautomaten (Parkgebühren). Die Simone-Ferber-Straße, die am Ende der Nordbadstraße nach rechts abzweigt, sei eine „Anliegerstraße“ und eine Sackgasse. Die Autofahrer hätten diese Straße entdeckt, um unentgeltlich zu parken. Der Parksuchverkehr führe auch zu Lärmbelästigungen. Die Verwaltung erklärte dazu, die Straße habe eine durchgängige Breite von über 6 Metern, so dass der Rettungsweg trotz parkender Autos gegeben ist. Somit darf der ruhende Verkehr nicht ausgeschlossen werden; das einseitige westliche Parkverbot ist zur Begünstigung des Rettungswegs angeordnet worden. Daher schlug die Verwaltung nun vor, einen Parkscheinautomat errichten zu lassen. Der Ausschuss beschloss, in der Simone-Fernber-Straße Parkgebühren einzuführen. Auch die enge Situation durch beidseitiges Parken in der Greinwaldstraße wird von der Arbeitsgruppe Parkleitsystem aufgenommen. Es ist zu beobachten, dass der Parkplatz halb leer steht wegen der Erhebung von Parkgebühren und dafür die Greinwaldstraße bis zur Grundschule auf beiden Seiten voll beparkt wird aufgrund der Möglichkeit, hier kostenlos zu parken.
  • Ratskollege Dr. Thomas von Mitschke-Collande erläuterte den Antrag der CSU-Fraktion, den Gefahrenpunkt an der Kreuzung Lindenallee/Seestraße mittels einer Schwelle sowie einer Rotmarkierung zu entschärfen. Die Verwaltung erläuterte, dass nach der vorliegenden Stellungnahme der Polizei ein neuralgischer Gefahrenpunkt an dieser Stelle nicht vorliege, in den letzten sechs Jahren sei es lediglich zu zwei Unfällen gekommen. Eine Schwelle wäre denkbar. Eine Rotmarkierung über die Seestraße wäre unzulässig, da eine Rotmarkierung lediglich in Einmündungsbereichen von Radwegen aufgebracht werden darf. Es könnten, so die Verwaltung, auf jeder Seite an der Lindenallee in die Einmündung in die Seestraße zur Entschleunigung zwei herausnehmbare Wegsperren (Verschwenkungen) errichtet werden, so dass Radfahrer absteigen müssten, Kinderwagen aber problemlos hindurchgeschoben werden könnten. Dies wurde einstimmig so beschlossen. Er wird geprüft, ob Haushaltsmittel vorhanden sind, andernfalls werden die Kosten in den Haushalt 2022 aufgenommen. Eine „sanfte“ geräuscharme Schwelle muss von Teifbauamt erst geplant werden, dies wird jedoch erst nach erfolgreicher personeller Besetzung des Tiefbauamtes möglich sein.

Unter Mitteilungen und Anfragen, Aktuelles, Verschiedenes teilte die Bürgermeisterin mit, dass an zwei Stellen öffentliche E-Ladestationen (keine Schnellladestellen) eingerichtet werden: zwei am Kino und vier an der Evangelischen Akademie. Zu den zwei Eingaben der Tutzinger Liste e.V. (TL) gab es auf Nachfrage folgende neue Informationen:

  1. Zum Thema „Glasfaser bis ins Haus“ hatte es im August aufgrund der Anregung der TL eine wiederholte Information der Verwaltung an die Anlieger der nördlichen Hauptstraße gegeben. Sie konnten dabei ihr Interesse an einem möglicherweise kostengünstigen Glasfaseranschluss im Zuge der Bauarbeiten bekunden. Das Ergebnis sollte an die Provider weitergegeben werden, damit diese den Eigentümer entsprechende Angebote unterbreiten würden. So der Plan. Dazu hatte Ratskollegin Caroline Krug auf meine Bitte hin die Frage nach dem Rücklauf gestellt. Es gab wohl Rückläufer, aber weniger als die Bürgermeisterin erwartet hätte. Die Zahl könne man im Rathaus erfragen. Die Bürgermeisterin könne sich nicht vorstellen kann, dass der Anbieter damit zufrieden sein werde bzw. dass sich das für die Anlieger rechne.
  2. Ebenso wurde auf meine Bitte nach dem Stand des Antrags der TL zur Verbreiterung des Gehwegs in der Bahnunterführung an der Heinrich-Vogl-Straße gefragt. Wie erinnerlich, haben die Vermessungen stattgefunden. Meinem Vorschlag, das Projekt weiter voran zu bringen und die Planung doch noch in diesem Jahr vorzunehmen, wurde gefolgt: Der gemeindliche Verkehrsplaner hat den Planungsauftrag inzwischen erhalten! Er wird in der Sitzung des Ausschusses im November eine kleine, eine mittlere und eine große Lösung mit Kosten und Platzbedarf (Bahn) vorstellen.

Anmerkung: Da ich an der Teilnahme dieser Sitzung (als Gast) verhindert war, haben mir meine Ratskolleginnen Stefanie Knittl und Caorline Krug sowie mein Ratskollege Joachim Weber-Guskar ihre Notizen zu Verfügung gestellt. Dafür danke ich herzlich, denn daraus ist dieser Bericht entstanden.

Bild: Die Grafik ist dem Flyer entnommen, der an alle Haushalte verteilt wurde. Zur Vergrößerung einfach anklicken.

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