Einstimmig wurde die Verwaltung beauftragt, ein Beteiligungsverfahren zur Namensfindung für den neuen Platz im Ortszentrum einzuleiten. So geschehen in der Sitzung des Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschusses (UEVA) am 30.09.2025 unter der Leitung des 1. Bürgermeisters Ludwig Horn. Der Platz liegt an der Einmündung der Leidlstraße/Ecke Marienstraße. Ideen zum Namen hat es bereits gegeben, berichtete der Bürgermeister von zahlreichen erhaltenen Zuschriften. Auch eine Diskussion im Tutzinger Ortsportal vorort.news gab es: Marienplatz, Stachus, Vetterlhausplatz und andere Vorschläge. Die Benennung des Platzes sei eher symbolisch, denn es gebe keine Adressen mit Hausnummern, so ein Ausschussmitglied. Die Bezeichnung Vetterlhaus gehe übrigens auf eine Mieterin des Hauses mit diesem Namen zurück. wie der Bürgermeister ergänzte. Den Ausschussmitgliedern war es wichtig, dem Beschluss den Zusatz hinzuzufügen, dass die Entscheidung über den Namen des Platzes im Gemeinderat getroffen wird.
Weitere Punkte der Sitzung:
- Die Verwaltung berichtete auf Nachfrage aus dem Ausschuss über den Winterdienst und das damit verbundene Salzstreuen. Ziel des Winterdienstes sei es, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, also die Straßen, Gehwege und Plätze im Winter befahr- und begehbar zu halten. Ferner solle die Erreichbarkeit von Einrichtungen die Krankenhäusern, Schulen und Geschäften aufrechterhalten werden.
Dabei wird grundsätzlich Salz gestreut, jährlich im Durchschnitt rund 200 Tonnen. Punktuell wird auch Split gestreut, der nach dem Winter wieder entfernt werden muss. Alternative Mittel wie Feuchtsalz, Sole oder organische Mittel kommen nicht zum Einsatz. Obwohl Salz für die Verkehrssicherheit unerlässlich ist, bringt der Einsatz Umweltfolgenmit sich: (1) Schädigung von Pflanzen an den Straßenrändern, (2) Versalzung des Bodens und Eintrag in das Grundwasser und (3) Korrosion an Fahrzeugen, Brücken, Geländern und Pflasterungen. Daher werde in der Gemeinde auf einen gezielten und möglichst sparsamen Einsatz von klassischem Trockensalz geachtet, um Umwelt und Infrastruktur zu schonen, erklärte die Verwaltung. Ratskollegin Caroline Krug bat gleichwohl um eine Kostenvergleichsschätzung von Streusalz gegenüber organischen Streumitteln.
- Die Verwaltung empfiehlt, eine neue Satzung über die Erlaubnisse für Sondernutzungen am öffentlichen Verkehrsraum der Gemeinde Tutzing zu erlassen. Die aktuelle Satzung stamme aus dem Jahr 2015; eine Anpassung der Inhalte sowie der Gebührenstruktur sei inzwischen erforderlich. Sondernutzungen sind z.B. Baustelleneinrichtungen, wie derzeit in der Mitte des Ortes, das Aufstellen von Blumenkübeln, das Aufstellen von Fahrzeugen für Werbe- und Verkaufsveranstaltungen, Filmaufnahmen , das Aufstellen von Tischen und Stühlen zu gewerblichen Zwecken oder Warenauslagen, insgesamt 27 Positionen. Die Satzung regelt die Antragstellung, die Erlaubnis etc. Die Gebühren richten sich nach der eingenommenen Fläche und dem Zeitraum. Die vorgeschlagenen Gebührensätze wurden diskutiert und angepasst; insbesondere die Baustelleneinrichtung wird teurer werden. Die Änderungen werden eingearbeitet, die Satzung mit Gebührenordnung zur nächsten Sitzung noch einmal geladen, danach zur Beschlussfasung dem Gemeinderat vorgelegt. Ziel ist ein geordnetes Ortsbild und Sauberkeit und natürlich eine Handhabe gegenüber denjenigen, die sich nicht daran halten.
- Der Bürgermeister berichtete von einem Gespräch mit Vertretern des Tutzinger Gewerbevereins ATG und deren Wunsch nach einer Aktion zur Belebung der Ortsmitte unter dem Motto „Willkommen auf der neuen Hauptstraße“. Dazu wird vorgeschlagen, die Einführung von Parkgebühren sowie die Installation von Parkscheinautomaten bis ins Frühjahr 2026 zu verschieben. Einige Ausschussmitglieder fanden es mühsam, das Thema Parkraumbewirtschaftung schon wieder zu diskutieren. Es gehe nicht um die Erziehung von Einnahmen sondern darum, eine Fluktuation auf den Parkplätzen zu erzeugen. Mit der sog. „Semmeltaste“ (30 Minuten kosteloses Parken) sowie der Bezahlung per App sei das komfortabel geregelt. Die ATG, so die Empfehlung, möge sich ein anderes Thema zur Belegung der Ortsmitte ausdenken. Ratio stoße hier auf Emotio, so stellvertretendes Ausschussmitglied Dr. Ernst Lindl. Die Sanierung habe lange gedauert und sei beeinträchtigend gewesen, daher solle die Gemeinde mit der Gebührenerhebung warten. Sein Vorschlah war es, die Weihnachtsbeleuchtung im zentralen Bereich stark zu erhöhen. Die wäre es Wert, einen Betrag in die Hand zu nehmen. Die ursprüngliche Beleuchtung geht zurück auf die ATG, danach hat sich der Verschönerungsverein mit Spendern engagiert. Diese Aktion könne man wieder aufleben lassen, so ein Ausschussmitglied. Ein weiterer Vorschlag wäre die Aufstellung einer „Würschtlbude“ wie in Weilheim, die sich dort als wahrer Publikumsmagnet entwickelt habe, so Auschussmitglied Dr. Joachim Weber-Guskar. Als weitere Idee wurde ein verkaufsoffener Sonntag oder Samstag genannt. Als Ergebnis wurde festgehalten, dass es noch einen Gespräch der Verwaltung mit dem Arbeitskreis Mobilität und der ATG über eine Aktion zur Belebung der Ortsmitte geben wird und die Ideen der Erweiterung der Weihnachtsbeleuchtung sowie der Aufstellung einer „Würschtlbude“ weiterverfolgt werden.
- Es wurden erneut TOPO-Boxen aufgestellt, um die Verkehrslage in einzelnen Straßen in Tutzing zu prüfen. Messungen wurden vorgenommen in der (1) Blumenstraße in Kampberg, (2) der Bernriederstraße in Höhe des Bauhofs und (3) in der Bahnhofstraße. Nachdem ich darauf hingewiesen habe, dass in der Bahnhofstraße Tempo 30 und nicht wie dargestellt Tempo 50 gelte, wird der Zweckverband Kommunale Dienste Oberland (KDV) befragt, ob falsch protokolliert wurde oder den Messungen die falsche Höchstgeschwindigkeit zugrundegelegt wurde. In der Blumenstraße in Kampberg (Tempo 30) ergab sich eine nicht geringe Beanstandungsquote von 8,9%. Immerhin 50% der Fahrzeuge waren schneller als 29 km/h unterwegs. Zu Erinnerung: Maßgeblich für die Beurteilung ist die sogenannte Beanstandungsquote bezogen auf die Gesamtzahl der Durchfahrten. Ab 5% sollten Maßnahmen überlegt werden, bei 10% sei die magische Grenze zum Handeln erreicht, so der Bürgermeister. In der Blumenstraße soll ein „Smiley“ aufgehängt werden, anschließend die Messung wiederholt werden. Auch das Aufbrennen eines Piktogramms „Tempo 30“ komme infrage. Das Aufstellen von Blitzern sei das letzte Mittel. Bei den Messungen in der Bernriederstraße gab es eine niedrige Beanstandungsquote von nur 1,3%, das schnellste Fahrzeug war mit 84 km/h unterwegs. Entsprechend der Quote ist hier nichts veranlasst.
- In Zuge der geplanten Sanierung des Pausenhofs der Grundschule Tutzing war angeregt worden, öffentliche Trinkbrunnen über staatliche Fördermittel zu errichten. Die Verwaltung hatte empfohlen, neben der Grundschule Tutzing auch die Grundschule in Traubing in die Maßnahme einzubeziehen. Die Förderung ist beantragt. Ein Trinkbrunnen kostet 15.000 Euro, davon verbleibt ein Eigenanteil von 5.000 Euro bei der Gemeinde. Nicht betrachtet sind die Folgekosten für Reinigung, Wartung, Reparaturen und die Beseitigung von Schäden durch Vandalismus. Mehere Ausschussmitglieder lehnten die Installation von Trinkbrunnen als zu teuer ab, es sei Geldverschwendung, die Schüler könnten ihre Trinkflaschen auffüllen; mehr Eigenverantwortung sei hier das Thema. Der erste Beschluss, das Thema zu vertagen und an den Gemeinderat zu übertragen, fand mit 3 zu 5 Stimmen keine Mehrheit. Der zweite Beschlussvorschlag des Bürgermeisters, grundsätzlich die zwei Brunnen aufzustellen, fand mit 4 zu 4 Stimmen keine Mehrheit und gilt damit als abgelehnt. Der Bürgermeister wird kommunalrechtlich prüfen, ob der zweite Beschluss noch in den Gemeinderat muss. Darüber hinaus will er prüfen lassen, ob das Thema wegen des Antrags der Jugendbeirats, Trinkbrunnen aufzustellen, erneut aufgegriffen werden muss.
Unter Mitteilungen und Anfragen, Verschiedenes gab der Bürgermeister eine Information zur Sanierung der Haupstraße: Sobald die Oskar-Schüler-Straße wieder befahrbar ist, soll ca. Mitte Oktober – wetterabhängig – in Nachtarbeit die Teerfeinschicht auf die Fahrbahn der Hauptstraße aufgebracht werden. Er will darüber hinaus mit dem ausführenden Bauunternehmen Kutter sprechen, ob die Pflasterungen im Bereich des neuen Platzes Marienstraße/Leidlstraße nicht vorgezogen werden. Die Einmündungen der Nebenstraße würden dann erst im Frühjahr folgen. Ausschussmitglieder ergänzten, dass die Warnbaken weggeräumt und Kiesflächen, z.B. an der Einmündung Greinwaldstraße, ggf. provisorisch geteert werden sollten. Halbwegs ordentlich solle es aussehen.
Ausschussmitglied Barbara Doll erkundigte sich nach dem Behindertenparkplatz an der Hauptstraße. Es war besprochen, dass dieser vor der Schlossapotheke errichtet werden soll. Das könnte sie nicht erkennen, obwohl es zahlreiche Gespräche darüber gegeben hatte. Der Bürgermeister bestätigte die Gespräche, berichtete dann von Schwierigkeiten mit den vorgeschriebenen Maßen des Parkplatzes. Daher werde die Errichtung dieses Parkplatzes in der Schlossstraße verfolgt. Er sagte zu, dass das Thema noch einmal besprochen werde.
Eine Antwort
Sehr geehrte Damen und Herren,
mein Namensvorschlag für den Kreuzungspunkt der Hauptstraße mit der Marienstraße ist: Marienplatz.
Der Name bietet sich m.M. nach an und es sind auch keine Probleme zu befürchten, wie bei Namen realer Personen, die dann später evtl. in Ungnade fallen.
Karl Nirschl,
Riedwinkel 23
82327 Tutzing