Die Parkraumbewirtschaftung im Innenbereich der Ortsdurchfahrt Tutzing stand auf der Tagesordnung der Sitzung des Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschusses (UEVA) am 28.10.2025 unter der Leitung des 1. Bürgermeisters Ludwig Horn. Die Verwaltung hatte bereits in der Sitzung am 22.07.2025 vorgeschlagen, die Hauptstraße sowie die beiden angrenzenden Parkzonen zu einer einheitlichen Parkzone zusammenzuführen. Eine Variante 2 ist die Beibehaltung der bisherigen Aufteilung in einzelne Parkzonen in den Nebenstraßen sowie die Einrichtung einer neuen Parkzone für die Hauptstraße. Auch wenn die Verwaltung Einzelkosten zu Schildern und Markierungen sowie das Mengengerüst zusammengetragen hatte, fehlte eine übersichtliche Kostenvergleichsrechnung als Entscheidungsvorlage, wie ich anmerkte. Es wurde trotzdem rasch klar, dass die Variante 1 einer einheitlichen Parkzone wegen der geringeren Zahl der aufzustellenden Schilder günstiger werden würde. Weil Parken nur in gekennzeichneten Flächen möglich sei, müssten entsprechende Markierungen aufgebracht werden – außer bei Parkbuchten. Die Kosten der Markierung (Lebensdauer vier Jahre) wurden gedanklich gegengerechnet. Aus dem Ausschuss wurde angeregt, die Einbeziehung der Hallbergerallee, der Hörmann- und der Marienstraße zu prüfen. Ebenso soll geprüft werden, ob innnerhalb der einheitlichen Parkzone mit differenzierten Gebühren feingesteuert werden könnte. Ziel ist es, Dauerparken zu verhindern und eine hohe Fluktuation auf den Stellplätzen zu erreichen. Wiedervorlage nach Bearbeitung der vorgenannten Themen.

Weitere Punkte der Sitzung:

  • Die Situation auf dem Parkplatz am Würmseestadion wurde ebenso bereits in der Sitzung am 22.07.2025 besprochen. Der Parkplatz wird regelmäßig und über längere Zeiträume hinweg durch Besucherinnen und Besucher des nahegelegenen Südbads oder von Dauerparkern genutzt. Die Parkplätze sollen aber den Sportlern zustehen. Daher hatte die Verwaltung vorgeschlagen, dass ein Parken mit Parkscheibe in der Zeit von 8-20 Uhr für vier Stunden möglich sein soll.  Die Ausschussmitglieder baten den Bürgermeister mit Vertretern des TSV, der Schützen und der Kickboxer zu sprechen und dabei auch Tagesveranstaltungen anzusprechen. Die inzwischen vorliegenden Rückmeldungen der Vereine waren sehr unterschiedlich; entsprechend hatte es von der Verwaltung keine Beschlussempfehlung gegeben. Einstimmig beschlosssen wurde das vierstündige Parken mit der Parkscheibe; zusätzlich soll geprüft werden, ob mit klappbaren Schildern Ausnahmen je nach Saison (z.B. im Winter) und bei Veranstaltungen im Sommer möglich sind.
  • In der Sitzung des UEVA am 30.09.2025 hatte die Verwaltung empfohlen, eine neue Satzung über die Erlaubnisse für Sondernutzungen am öffentlichen Verkehrsraum der Gemeinde Tutzing zu erlassen. Die aktuelle Satzung stamme aus dem Jahr 2015; eine Anpassung der Inhalte sowie der Gebührenstruktur sei inzwischen erforderlich. Einige der vorgeschlagenen und bereits einmal überarbeiteten Gebührensätze wurden noch einmal diskutiert und angepasst. Einstimmig wurde beschlossen, die geringfügig geänderte Satzung dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorzulegen.
  • Der Bürgermeister gab nachrichtlich eine Zusammenfassung „Aktuelle Energiedaten der Gemeinde Tutzing“ mit Stand Juli 2025 (Verbrauchszahlen bis 2023). So sinkt der Gasverbrauch in Tutzing seit 2020 kontinuierlich und deutlich, der Stromverbrauch aus dem Netz sinkt dagegen nur leicht. Der Stromverbrauch je Einwohner beträgt in Tutzing 2.608 kWh, nur Gauting liegt etwas niedriger. Der Anteil der privaten Haushalte am Stromverbrauchj lag in Tutzing bei 45% und damit über dem Landkreisschnitt. Zum Stichtag 01.07.2025 waren in Tutzing 489 PV-Anlagen installiert (ohne Balkon-PV). Die installierte Leitung beträgt 7.962 kWp (einschl. Balkon-PV), davon 79,8% von PV-Dachanlagen und 19,4% von PV-Freiflächenanlagen. Der Anteil der erneuerbaren Energien in Tutzing (nur PV) am Stromverbrauch lag 2024 bei 20,2%. Das werde sich ändern, wenn die geplante Agri-Pv-Anlage am Oberen Hirschberg in Betrieb gehe. Perspektivisch werde der Anteil durch den gegenläufigen Effekt des höheren Stromverbrauchs in den kommenden Jahren relativ sinken.
  • Die MVV-Bushaltestelle „Traubing Maibaum Steig 1“ an der Starnberger Straße wird verlegt, um eine unübersichtliche und potenziell gefährliche Verkehrssituation zu vermeiden. Die zuständigen Fachbehörden haben der Verlagerung bereits zugestimmt, die Umsetzung erfolgt durch den gemeindlichen Bauhof. Angeregt wurde die Versetzung durch die Gemeinderatsfraktion Bündnis 90/Die Grünen sowie die ÖDP.

Unter Mitteilungen und Anfragen, Verschiedenes gab der Bürgermeister bekannt, dass in der kommenden Ferienwoche die Feinasphaltschicht in der Hauptstraße aufgebracht werde. Genauere Informationen über nächtliche Sperrungen werden noch kommen. In der Oskar-Schüler-Straße werden die Höhen der Kanaldeckel angeglichen; auch dort soll die abschließende Asphaltierung erfolgen, so dass die Straße wieder in beide Richtungen befahrbar wird, wie sich viele wünschen. In der Leidlstraße sei der alte Teerbelag entfernt und die Pflasterung vorbereitet worden. Danach kommen die Arbeiten an der Marienstraße. Er werde sich noch herausstellen, ob in diesem Jahr an den Einmündungen der Seitenstraßen in die Hauptstraße gearbeitet werde. Wenn ja, dann betreffe dies die Waldschmidt- und die Neustätterstraße. Es wurde auch inzwischen eine Fläche für einen Behindertenstellplatz an der Hauptstraße gefunden – vor dem Kebabhaus, also Hauptstraße 58. Zwei weitere Behindertenstellplätze werde es in der Schlossstraße geben.

Ferner berichtete der Bürgermeister von einem Treffen mit Vertretern der ATG und des Arbeitskreises Mobilität des Gemeinderats. Dabei ging es um die Enttäuschung mehrerer Tutzinger Geschäftsleuten, dass die sogenannte „Semmeltaste“ an Parkautomaten nicht die gewünschten 60 Minuten sondern nur 30 Minuten gebührenfreies Parken erlauben werde. Es sei ein Komprommiss in der Weise gefunden worden, dass die „Semmeltaste“ an den beiden Parkplätzen in der Greinwaldstrraße und am Kulturtheater für eine Stunde kostenloses Parken erlauben werde.

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