Unerhörtes Schweigen!

Mit der Gemeinderatssitzung am 13.09.2016 war die Sommerpause wieder vorbei. Die Tagesordnung war wie immer gut gefüllt. Auch in den Sitzungen der Ausschüsse. Natürlich gibt es offene Punkte. Hier nachzuhaken gehört zu meinen Aufgaben. Jetzt hat ein Bürger mir seine Liste in die Hand gedrückt mit der Bemerkung, es gehe nichts voran, vom Gemeinderat sei nichts zu hören. Lesen Sie selbst, ich zitiere:

“Nach der Sommerpause können Gemeinderat und Verwaltung erneut in die Tasten greifen und zeigen, was sie können.

  • Die Verkehrssituation in der Lindemannstraße/Zufahrt Einkaufszentren ist seit zwei Jahren als sehr gefährlich bekannt. Vom Gemeinderat hierzu nichts zu hören.
  • Die Hauptstraße entwickelte sich nachts zur hochtourig gefahrenen Rennstrecke, im Krankenhaus alles wunderbar zu hören. Vom Gemeinderat in Sachen Geschwindigkeitskontrolle Hauptstraße nichts zu hören.
  • Der Dritte Aufzug am Bahnhof zieht sich wie ein Roter Faden durch die örtlichen Diskussionen, ebenso wie die klaffende Bauwunde Seehof/Boutiquehotel. Vom Gemeinderat nichts zu hören.
  • Zur Parkerei und  der Jahrhundertidee, mitten im Ort ein Parkhaus zu bauen (für wen eigentlich?), reden viele Anlieger. Vom Gemeinderat nichts zu hören.
  • TTIP/CETA (Bodenvergiftung/Wasserprivatisierung) ist bald ein Dauerbrenner, Thema wird von allen Parteien überregional für deren jeweils eigene Zwecke belegt. Vom Gemeinderat hierzu nichts zu hören.
  • Geschäftsleute fragen sich, wie das nun mit der Sanierung der Hauptstraße weiterginge. Vom Gemeinderat nichts zu hören.

Der Katalog könnte beliebig ergänzt werden, wird auf die jüngste Vergangenheit und die nahe Zukunft geblickt.

Zurück zur Überschrift: Unerhörtes Schweigen! Wieso eigentlich?”

Haben Sie etwas zu ergänzen? Sicher haben wir zahlreiche “Baustellen”, die Würmseehalle gehört dazu. Doch Verwaltung und Gemeinderat bemühen sich um die Abarbeitung der langen Liste – mit allen Kräften, die dafür zur Verfügung stehen.

Einige Gedanken zu “Unerhörtes Schweigen!

  1. Hubertus Fulczyk

    Verwaltung und Gemeinderat bemühen sich mit allen Kräften.

    Steht in einem Zeugnis “Er bemühte sich”, dann weiß der aufmerksame Leser, der “er” hat versagt. Dann braucht gar nicht mehr hinzugefügt zu werden, mit wie viel Kräften er das nicht schaffte.
    Eine interessante Liste, die da der sog. Zuträger angeboten hat. Warum schreibt er das nicht selbst an das offene Rathaus, fehlt ihm der Mut?
    Mir als Außenstehendem fällt nur die Frage ein, wie eigentlich bei derartigem Auftragsbestand an Entscheidungen die Kontrolle von Vorhaben funktioniert. Der Bürger kann’s nicht, also kann nur der Gemeinderat kontrollieren, wie die Dinge vorangebracht werden. Nachdem der Gemeinderat einschl. seiner Ausschüsse lediglich entscheidet, nicht aber arbeitet, sieht es fast so aus, als ob der Link zur Verwaltung nicht so recht funktioniert. Es sei denn, Gemeinderat und Verwaltung sind der Ansicht, die Bürger, in dem Fall dann die Wähler, kontrollieren durch Abgabe ihrer Stimme, inwieweit die Bemühungen mit allen verfügbaren Kräften erneut erfolglos waren. Und so schiebt man einen Auftrag nach dem anderen vor sich her und freut sich über volle Auftragsbücher.
    Das Boutique-Hotel war lediglich eine wahlwirksame Nullnummer mit Luftballonverteilung; warum wird der tote Großvater jetzt schon wieder umgedreht? Die Lindemannstraße ist da schon viel interessanter; dort kann so manch ein Großvater entweder jemanden erwischen oder gar selbst erwischt werden. Thema ewig lange bekannt, Thema war absehbar, Thema hat nix mit Geschossflächenzahl zu tun, also raus aus der Tagesordnung.
    Dritter Aufzug! Das wäre doch eine Sache für einen Untersuchungsausschuss. Gibt es ein derartiges Instrument eigentlich für eine Kommune? Immer nur auf den Bürgermeister einzuschlagen, das ist zu einfach. Der kann und macht das, was seine Kollegen wollen und können und sich bemühen, das eigene Können nicht auffallen zu lassen. Könnten die etwas, gäbe es diese seltsame Liste nicht.
    HF

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