“Verkehr in Tutzing”

Verkehr in Tutzing heißt die Homepage einer Initiative, die zunächst die Bahnhofstraße im Blick hatte. Unter dem Titel „Retten wir die Bahnhofstraße“ hatte die Initiative, die den erhöhten Verkehr in der Bahnhofstraße für unzumutbar hält, am 12.09.2017 zwei Anträge gestellt, nämlich (1) die Bräuhausstraße für den beidseitigen Verkehr zu öffnen und den lange versprochenenden Ausbau zu beginnen und (2) auf der Bahnhofstraße Tempo 30 anzuordnen und die Straße zurückzubauen.

Diese beiden Anträge wurden in der Sitzung des Umwelt-, Engerie- und Verkehrsaus-schusses am 25.10.2017 unter der Leitung der 2. Bürgermeisterin Elisabeth Dörrenberg (CSU) behandelt. Im Ergebnis wurden beide Anträge abgelehnt. Das Thema Bräuhaus-straße wird mit dem Verkehrsplaner der Gemeinde besprochen; hier sind im Zuge der Neugestaltung der Hauptstraße und dem damit notwendigen Umleitungsverkehr ohnehin Änderungen geplant. Vertreter der Initiative verließen enttäuscht die Sitzung. Daraus, so verstehe ich es, ist die Erweiterung zum “Verkehr in Tutzing” entstanden.

Die neue Initiative im Internet will den “Verkehrswahnsinn in Tutzing” stoppen. Mit allen Mitteln der Streitkunst wird die Verkehrssituation angeprangert und dem Rathaus die “unfähigste Verkehrspolitik Bayerns” bescheinigt; Defizite in Tutzing werden dabei klar angesprochen.

3 Gedanken zu ““Verkehr in Tutzing”

  1. Gerd Vahsen

    Unter der Initiative „Rettet die Bahnhofstrasse“ hatten sich langjährige Anwohner Gedanken darüber gemacht, wie man den täglichen Wahnsinn in unserer Straße minimieren könnte. Einer der Gedanken war die Einführung von Tempo 30, um die Sicherheit der Schulkinder zu verbessen und die Lärmbelästigung der Anlieger zu minimieren. Ein weiterer war die Öffnung der Bräuhausstraße in beide Richtungen. Dies würde dem Tutzinger Verkehr geschätzte 100.000 km Umweg über die Hauptstraße ersparen. Mit einem Halteverbot in der Bräuhausstraße hätte man ohne die parkenden Pendler auch genug Raum. Ein Durchfahrtsverbot für LKWs würde den Baustellenverkehr ausschließen.

    Unser Anlegen wurde dann im Verkehrsausschuss unter der Leitung von Frau Dörrenberg wie folgt behandelt.

    „So ein 30er-Schild brauchen wir nicht, da richtet sich ja sowieso keine Sau danach“. War z.B. ein „stichhaltiges“ Argument eines CSU Gemeinderates.

    Diese und andere Beiträge der Gemeinderäte unter der Moderation Dörrenberg, die solche Beiträge unkommentiert zuließ, erweckte in uns den Eindruck, dass wir mit unseren Anliegen nur stören würden. Wir selbst durften unsere Argumente nicht vortragen. Hatten Redeverbot.

    Als Zuckerl wurden uns dann von Frau Dörrenberg noch kurzfristige verdeckte Geschwindigkeitsmessungen zugesagt. Die wurden natürlich bis heute nicht durchgeführt.

    Für uns Bürger war diese Gemeinderatssitzung wahrlich ein Schlüsselerlebnis.

    Wenn man derartig geringschätzig mit Anliegen der Bürger umgeht, muss man sich nicht wundern, wenn die Politikverdrossenheit zunimmt und immer weniger wählen gehen.
    Für mich die Konsequenz: Konstruktive Vorschläge von Bürgern sind offensichtlich nicht erwünscht.

    1. Hubertus Fulczyk

      Sehr geehrter Herr Vahsen,

      wer so schreibt wie Sie, setzt sich der Verfolgung und des Banns aus.

      Was konstruktiv ist, das legt die Verwaltung fest, kein anderer und keinesfalls der Schreibende. Zumeist in Verbindung mit dem Gemeinderat wird die Entscheidung getroffen, ob da etwas etwa konstruktiv ist oder nicht. Ein Leserbrief-Schreiber oder Beschwerdeführer bzw. Kommentator darf dankbar sein, wird sein Geschreibsel überhaupt angenommen. Die Steigerung ist dann das Lesen und die Krönung besteht darin, dass Gemeinderäte, hoch auf den Ross sitzend (zumeist auch noch falsch herum), sich bei der Rathausinterims-Chefin über den Ton beschweren und sogar Entschuldigungen erwarten. Wobei ich mich gerne entschuldigen würde, das aber nicht geht. Ich müsste nämlich um eine Entschuldigung bitten. Nur, und das geht mir im Kopf um, bei wem eigentlich? Haben wir etwa schon eine Entschuldigungsannahmclearingestelle im Rathaus?

      Ihre Schilderung der Sitzung ist relativierbar. Es gibt viel heißere Sitzungen als die von Ihnen beschriebene. Wobei ich Frau Dörrenberg entlasten möchte. Sie geht häufig davon aus, einer Gruppierung ernstzunehmender Leute ggü. zu sitzen. Das Gespür für den Umgang mit Situationen – wie von Ihnen erlebt – wird sehr häufig vornehm zurückgehalten. Das ist aber Stil des Rathauses, jeden ausreden zu lassen und von jedem zusammenfassen zu lassen, was andere bereits gesagt haben. Ob das nun mit dem Thema etwas zu tun hat oder nicht, sollte auch nicht aus dem Besucherraum heraus beurteilt werden. Im Gemeinderat sitzen genügend des Moderierens Fähige. Wenn die nicht eingreifen, dann hat der Besucherraum überhaupt keinen Grund, die epochemachende Arbeit des Gemeinderats zu bewerten.

      Die Geschwindigkeitsmessungen wurden durchgeführt. Verdeckt, also ohne Anzeige.

      Wählen sollten Sie unbedingt, denn nur über die Wahl können Sie das “Weiter-so” verhindern.
      HF

  2. Hubertus Fulczyk

    Es ist sinnvoll, sich über den Begriff Streitkunst zu verständigen. Die hohe Kunst des Streitens besteht darin, alle Möglichkeiten zur Adressierung einer Wahrheit zu nutzen. Der Gemeinderat hat in seiner Mehrheit über Jahre hinweg bewiesen, wie wenig ihn die Straße interessiert. Straße ist hier auch im übertragenen Sinne gemeint. Abfällig wird über die Straße dann gesprochen, wenn die geistige Unantastbarkeit einzelner Gemeinderäte zu deutlich zutage tritt. Ob das Rathaus die richtige Adresse für vergeigte Verkehrspolitik ist, sei dahingestellt. Das Rathaus macht, was vom Bürgermeister vorgegeben wird, der Bürgermeister macht, was der Gemeinderat beschließt.

    Auffallend ist, dass plötzlich aus allen Ecken Widerstand gegen den Gemeinderat angemeldet wird. Kommt es zum Schwur, sind vermutlich zu hohe Hecken daran hinderlich, Flagge zu zeigen. Der genannten Initiative ist eine hohe Aufmerksamkeit zu wünschen. Verstünde unser Gemeinderat das Wort Streitkunst und sähe darin nicht immer nur billige Polemik, müsste er sich fragen, wieso unbescholtene Bürger zum fast letzten Mittel vor dem Steinwurf greifen.
    HF

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