Seit Januar 2026 wissen wir: Tutzing kann sich voraussichtlich über 993.875 Euro aus dem Sondervermögen freuen. Angesichts der angespannten Finanzlage und der vielfältigen Aufgaben unserer Gemeinde ist das ein erfreulicher Hoffnungsschimmer – für laufende, geplante oder auch bislang zurückgestellte Projekte. Doch wie gehen wir mit dieser Chance um?
Sowohl nach meinem Beitrag vom September 2025 „Defizite minimieren, Transformation gestalten“ als auch nach meiner Anfrage in vorOrt.news („Sondervermögen der Länder: Was läuft in Tutzing?“) gab es aus dem Rathaus bislang keine weiteren Informationen zur möglichen Verwendung der Mittel. Unser Gemeinderat Dr. Wolfgang Behrens-Ramberg hat daher ein formelles Auskunftsersuchen an den Bürgermeister gerichtet und um eine Behandlung im Gemeinderat oder im im Haupt-, Finanz-, und Werkausschuss (HFWA) gebeten.
Auch wenn die konkreten Vorgaben noch nicht im Detail bekannt sind, dürfen wir davon ausgehen, dass es sich um eine anteilige Förderung ausgewählter Projekte handelt. Doch welche Vorhaben kommen infrage? Verbessert sich dadurch die Finanzierungssituation der Mittelschule? Welche zusätzlichen Maßnahmen aus dem ISEK könnten umgesetzt werden? Welche Umwelt- oder Verkehrsprojekte könnten profitieren? Und was ist mit weiteren dringenden Aufgaben?
Tutzing hat dabei einen klaren Vorteil: Mit dem im IISEK-Prozess verabschiedeten Leitbild verfügt die Gemeinde über ein strategisches Zielbild, definierte Handlungsfelder und eine rollierende Maßnahmenplanung. Innerhalb dieses Rahmens sollte es möglich sein, zeitnah Prioritäten zu setzen, Zeitpläne zu definieren und sowohl den Gemeinderat als auch die Bürgerinnen und Bürger transparent mitzunehmen.
Diese Mittel sind eine Chance – nutzen wir sie klug und nachvollziehbar.