In seiner Neujahrsmesse hat Papst Franziskus gewarnt, dass Egoismus und Einsamkeit wie Pandemien um sich greifen. Wenige Tage später ging die Nachricht um die Welt, dass hunderttausende Japaner in selbstgewählter Isolation leben: Weil sie dem, was man dort „Leben“ nennt, nicht mehr gewachsen sind. Sie haben Angst vor Ausbeutung, Unsicherheit, Stress, sie haben Angst vor dem Leben. Wir hören Vergleichbares aus den Banlieues, den für prekär bezahlte Arbeiter und Migranten errichteten „Vororten der Vororte“ Frankreichs. Und von Jugend ohne Zukunftschance. Der Papst rief dazu auf, diese Menschen zu unterstützen, „damit sie in der Welt ihre Bestimmung finden.“ Seine Aussage war klar: Egoismus macht alle einsam: die Egoisten selbst und die von den Egoisten Ausgebeuteten. „In einer zersplitterten Kultur und mit dem Verlust der Familienbande werden die Menschen immer einsamer.“

Psychologen warnen auch bei uns vor ähnlichen Entwicklungen und geben vor allem einen Rat: sich ehrenamtlich zu engagieren. Das schafft Kontakte und führt jedem immer aufs Neue vor Augen, dass es ärmere, kränkere, hilfsbedürftigere Menschen gibt. Soziales Engagement vertreibt Egoismus und Einsamkeit. In Tutzing gibt es viele Möglichkeiten: Besuchsdienst im Krankhaus oder Seniorenheim, Mithilfe beim betreuten Wohnen, im Caritas-Trödelladen St. Joseph oder im Dritte-Welt-Laden in der Hauptstraße, im Dorfmuseum oder Tourismus-Büro, im Umfeld der Kirchen und in vielen Vereinen. Einsamkeit ist traurig, gemeinsames Engagement macht Spaß!

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