Die SZ hat am 7. Nov unter dem Titel „Wie Monsanto Wissenschaftler beeinflusst hat“ eine umfassende Dokumentation veröffentlicht, wonach Monsanto, demnächst vielleicht eine Bayer Leverkusen-Tochter, durch „unangemessene Einflussnahme auf Forschung und wissenschaftliche Veröffentlichungen“ die Wahrheit über ihr Glyphosatgift zu unterdrücken versucht. Fachleute sprechen von „Betrug und Verschleierung von Risiken“. Dabei nimmt Monsanto große Geldbeträge in die Hand, um geldgeile Wissenschaftler für entlastende „Studien“ zu gewinnen.

Geld regiert die Welt und scheut weder vor Lug noch Trug zurück. Auch nicht vor Vergiftung von Natur und Mensch.
[mehr: www.sueddeutsche.de/wirtschaft/glyphosat-gekaufte-forschung-wie-monsanto-wissenschaftler-beeinflusst-hat-1.3737130]

Seit Jahren streiten Spezialisten über Glyphosat: Befürworter und Gegner. Die Befürworter sagen, dieses „alles Unkraut vernichtende“ Gift gibt entsprechenden genmanipulierten Pflanzen – Mais, Getreide, Hopfen usw, – mehr ungestörtes Wachstum und mehr Ertrag, um die wachsende Weltbevölkerung satt zu bekommen. Die Gegner aber sagen: Zusammen mit dem „Unkraut“ werden die Insekten vernichtet, die seit Entstehung der Welt dafür sorgen, dass Leben in Vielfalt existiert, Blüten bestäubt werden um Frucht zu tragen und Vögel genug Futter haben, um uns mit ihrem Gesang zu erfreuen. Ja, sogar eine Krebsgefahr sei für Menschen nicht auszuschließen. Dem Produzenten ist das alles egal.

Denn Glyphosat, liest man, ist das verbreitetste „Roundup-Gift“ auf der Welt und spült seinem Hersteller Monsanto Milliarden in die Kassen. Deshalb hat sich Deutschlands potentester Pharmariese Bayer Leverkusen entschlossen, sich Monsanto einzuverleiben. Geld stinkt nicht?

Es hat lange Jahre gebraucht, um dieses Giftthema aus dem Stallgeruch der Landwirtschaft in die Öffentlichkeit zu bringen. Jetzt erst erkennt selbst die EU, dass nicht alles gut ist, was Milliardengewinne abwirft.

Wenn Sie jetzt sagen, das sei ein Thema, das uns hier auf der Tutzinger Insel der Seligen doch nicht betrifft, dann irren Sie. Die Gemeindeverwaltung hat im letzten Jahr beschlossen, auf gemeindlichen Flächen kein Glyphosat mehr auszubringen. Auf dem Golfplatz Feldafing ist Glyphosat jetzt auch verboten. Alles gut – aber warum trauen sich Verwaltung und Gemeinderat nicht, das Gift auf der ganzen Gemeindeflur zu verbieten, egal, wer welchen Acker bestellt? Frankreich traut sich das. Für ganz Frankreich.

Es liegt also am Einzelnen, sich zu wehren. Kommunen und Staat versagen. Das Gefühl, von Konzernen statt von Regierungen regiert zu werden, wird immer mehr zur Gewissheit. Dagegen müssen wir uns wehren! Die TL ist bereit, eine Vortragsreihe zu diesem schmutzigen Thema anzubieten, das defakto nur ein Unterthema des Komplexes Freihandel ist.

Ihre Meinung dazu ist uns wichtig.

 

 

4 Antworten zu “Giftig und verlogen”

  1. http://www.sueddeutsche.de/politik/streit-um-glyphosat-zulassung-schmidt-ich-habe-die-entscheidung-fuer-mich-getroffen-1.3769051

    Ein mehrfaches Hoch auf die CSU. Endlich eine Partei, die völlig unbeirrt durch Fakten oder millionenfache Proteste der zumeist in Unkenntnis sich befindlichen Straße an den Zielen festhält, die sie sich setzte, im Großen wie im Kleinen. Eine Partei mit Gesicht, auf die man sich verlassen kann. Es war überall bekannt, wie die Kanzlerin zum Thema Glyphosat steht; es war bekannt, wie die CSU sich zu kritischen Themen verhalten wird.

    Wer sich jetzt hinstellt und aus dem Staunen nicht mehr herauskommt, hat wohl den Gang der Dinge nicht beobachten können und nichts verstehen wollen. Im Kleinen stehen ebenso Ereignisse an, direkt vor der Haustür. Glyphosat ist tatsächlich ein Musterbeispiel für kalkulierten Vertrauensbruch, praktiziert von einer Partei, die für klare Kante bekannt ist.
    HF

  2. Wer den sehr guten Dokumentarfilm “10 Mrd. – wie werden wir alle satt” gesehen hat, der weiß (!), dass wir bereits jetzt mehr Lebensmittel herstellen, als benötigt wird.
    Es liegt an der Fairteilung, dass viele Hunger leiden müssen; wir in den Industrieländern dagegen Unmengen an noch essbaren Lebensmitteln in die Tonne treten!
    GLYPHOSAT sorgt nur dafür, dass wir vielleicht irgendwann auf NATÜRLICHE Lebensmittel verzichten müssen. Wehret den Anfängen! Weg mit dem Zeug von unseren Böden!!!

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