Es fällt auf, dass der Bahnhof mehr und mehr verfällt, dies aber im Rathaus nicht auffällt – oder nicht interessiert. Die Tutzinger interessiert das Thema sehr wohl. Und sie sehen, wie es dort laufen kann, wo sich Gemeinden um ihr Entree kümmern: in Pöcking, Feldafing, Bernried und Murnau etwa. Am 09.01.2018 veröffentlicht der Starnberger Merkur ein Interview mit der amtierenden 2. Bürgermeisterin Elisabeth Dörrenberg unter dem Titel „Pflichtaufgaben für den Neuen“ – womit der/die Bürgermeister/in gemeint ist, der/die nach dem 14. oder 28. Januar die Geschicke Tutzings leiten soll. Sechs Themen werden genannt, auch „Bahnhofsareal“. Erstaunlich: kein Wort zum fehlenden Aufzug West. Aber wichtig, ob man auf den Parkplätzen abkassieren soll. Aber immerhin: „Die Bahn ist grundsätzlich bereit zu verkaufen“, das alte Gemäuer nämlich. Was aber seit 2014 bekannt ist.

Aha. Und jetzt? Frau Dörrenberg könnte sich nach einem Ankauf durch die Gemeinde dort den Sitz der Gemeindebücherei „vorstellen“.

Vor vier Jahren hat der in Tutzing lebende Soziologe Alexander Dill, Chef des „Basler Institute of Commens and Economics“, dem damals amtierenden ersten Bürgermeister Rudolf Krug den Vorschlag gemacht, mit geringfügiger Beteiligung der Gemeinde eine Bürgergesellschaft zu gründen, die den Bahnhof schnellstens kauft, um ihn vor weiterem Verfall zu retten. Seine Idee: Ein Bürgerzentrum zu schaffen mit Gaststätte, Mini-Brauerei, Saal für Veranstaltungen, Räumen für Vereine, Wohnungen für Wirt und Personal. Dass dies durchaus möglich sei, belegte er gründlich. Und es ist leicht zu belegen, schaut man nach Murnau, wo der verrottete Bahnhof heute als Bürger-Juwel offen steht. Bürgermeister Krug beantwortete den Vorschlag nicht, der jedoch brisante Aktualität dadurch erhält, dass gerade die Diskussion um den „Saal im Andechser Hof“ nur das Vorgeplänkel zu seiner endgültigen Aufgabe ist.

Der/die „Neue“ kann sich der Unterstützung sehr vieler Bürger und der TL sicher sein, wenn er/sie das Thema „Kauf des Bahnhofs“ endlich konstruktiv aufgreift.

3 Antworten zu “ICE-Halt Tutzing”

  1. Sehr geehrte Frau Lechner,
    vielen Dank, dieses leidige Thema erneut aufgenommen zu haben.
    Flurfunker vermitteln, es lägen Informationen seitens der Bahn und der Staatskanzlei zur der Angelegenheit vor. Weiterhin soll die Bahn Bereitschaft signalisiert haben, wie auf kurzem Wege (also unauffällig) aus der Misere herauszukommen sei.
    Die TL hat vor nunmehr etlichen Jahren die Angelegenheit angestoßen, hüllt sich aber seit paar Monaten selbst bei tel. Anfrage völlig in Schweigen. Nicht im Konjunktiv gesprochen: Was verheimlicht die Verwaltung in Sachen Bahnhof und Bahnhofstoiletten?
    Von Gemeinderatsmitgliedern heißt es immer häufiger, es wurde etwas entschieden oder es ginge etwas nicht. Wer so spricht und immer mehr vergisst hinzuzufügen, was die Grundlage einer Entscheidung oder Annahme ist, der initiiert nur weitere Fragen. Jüngste Meisterleistung einer Kandidatin: Das geht in München, aber nicht in Tutzing … Wie selbstverständlich fehlte die Begründung, warum etwas in Tutzing nicht ginge. Wer sich so äußert, der will entweder von irgendetwas ablenken oder ist einfach nicht willens, komplexe Sachverhalte zu durchdringen. Dass die gesamte Bahnhofs-Geschichte nicht breit diskutiert werden kann wie die Trainerleistungen von Fußballvereinen, liegt auf der Hand. Die Tutzinger sind alt genug, den Unterschied zwischen weitergebbarer und verschlossen zu haltender Information zu verstehen. Bahnhofstoiletten sind von öffentlichem Interesse; natürlich nicht bei Tutzingern, das sind Selbstversorger. Leute, die ins schöne Tutzing reisen, um dann mit vollen Hosen am Bahnhof herumzustehen, die haben aber etwas zu erzählen, wenn sie wieder daheim sind. Zwei Kandidaten (Ratsmitglieder) sprachen diese Woche vom schönen und daher für Tagestouristen attraktiven Tutzing, wieso verschwiegen sie die Bahnhofstoiletten? Sie müssten doch um die Bahnhofstoiletten wissen. Seit drei Jahren bekannt!
    Inzwischen sind Lösungen gefragt, nicht mehr nur die Problemdefinitionen und Ursachen. Lösungen über das Rathaus, auch wenn’s denen stinkt, auch noch dafür verantwortlich gemacht zu werden.
    HF

    1. Sehr geehrter Herr Fulczyk,
      bin voll d’accord mit Ihrer Stellungnahme – danke sehr. Habe damit für Sonntag eine Orientierungshilfe erhalten und halte es für wichtiger denn je, Ohren, Augen und gesunden Menschenverstand offen zu halten. Die TL ist dabei unverzichtbar.
      OL

  2. Sehr geehrter Herr Bittl-Fröhlich,
    es ist sehr gut, dass Sie diese “unendliche Geschichte” gerade jetzt wieder zur Diskussion stellen.Das Thema Bahnhof Tutzing/ICE-Haltestelle ist entweder im Dornröschenschlaf oder so dick auf Eis gelegt, dass der vielzitierte Klimawandel keine Rolle spielt, wie die Berliner Lobbyisten jetzt wieder zu meinen glauben. Bereits im vergangenen Jahr wurde mir auf meine Anfrage vom Bayer. Staatsministerium des Inneren/Bereich Verkehr mitgeteilt, dass die Instandhaltung des Bahnhofgebäudes allein in den Zuständigkeitsbereich der Kommune fällt, die DB nur für die Verkehrs-sicherheit/Schienennetz verantwortlich ist. Es ist schon verwunderlich: “Was niemand weiss, macht niemand heiss?” Diese Frage möchte ich gerne noch vor der Wahl an Frau Greinwald und Herrn Pfitzner stellen, die sicherlich über die vom Rathaus mit der DB während ihrer Amtsperiode geführten Gespräche Bescheid wissen. Über Kompetenzen lässt sich streiten, aber über nicht zugängliche Toiletten nicht – basta !!!

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