Beispielloses Misstrauensvotum für Bayer-Chef Baumann

Viele Leser unserer Homepage verfolgten unsere nun vermutlich bald endende Informationsreihe zum Thema Glyphosat. Im Gegensatz zu den mit allen Mitteln arbeitenden Befürwortern, die ausschließlich von Pflanzenschutzmitteln sprachen, wir hingegen das Ganze “behördlich genehmigte Umweltvergiftung durch Glyphosat” nannten, dürfte jetzt vorsichtige Ruhe einkehren. Das Beharrungsvermögen vieler Politiker und das Setzen auf das kurze Gedächtnis der Wähler ist enorm, die Grundhaltung “Aussitzen” dürfte daher nach wie vor praktiziert werden. Inwieweit der CSU-Runde Tisch eine spürbare Änderung bringt, wird sich zeigen. Daher werden wir zukünftig den Runden Tisch verfolgen und mithilfe der EU-Grünen darüber berichten. Die Gefahr der nachhaltigen Umweltschädigung durch das immer noch zögerliche Verhalten etlicher Bundes-Politiker und das erneut nachlassende Bürger-Interesse am Fortgang der Dinge besteht nach wie vor. Wir wissen sehr wohl, mit unserer kritischen Haltung nicht jedermanns Grundeinstellung zu treffen; damit müssen wir als parteifreie politisch agierende Gruppierung rechnen. Wir verhalten uns aktiv satzungsgemäß und müssen zwangsläufig dort anstoßen, wo die Welt in Ordnung ist oder aber seitens selbsternannter Experten (CDSU/FDP) mit dem Argument “fehlender Sachverstand, mangelndes Einsichtsvermögen” die partiell uninformierte Bevölkerung zugelullt wird.

Hier ein Auszug aus der Presse, 27.04.2019:

“Wir wollen nicht abhängig sein von Saatgutkonzernen wie Bayer und Monsanto”, sagt Georg Janßen, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft. Wenn Saatgut in den Händen von immer weniger Weltkonzernen sei, hätten Landwirte immer weniger Auswahl an Pflanzensorten, die Preise könnten steigen. Die Übernahme von Monsanto sei ein Ausdruck von Größenwahn, kritisiert Janßen. “Uns als Deutsche hat es noch nie gutgetan, in Größenwahn zu verfallen.”

TL-Redaktion

 

 

2 Gedanken zu “Beispielloses Misstrauensvotum für Bayer-Chef Baumann

  1. Hubertus Fulczyk

    Hut ab vor dem Mut, am Thema Artenschutz und dessen Folgen so dranzubleiben.
    Aber so lange nur paar Hanseln in Tutzing die Brisanz “Glyphosat” verstehen wollen, werden Klöckner und CSU weiterhin ihrem Handwerk des durch keinerlei Fakten trübbaren Verständnisses nachgehen. Würde doch die lokale CSU mit all ihren wichtigen Namen einmal den breiten Aufstand gegen diese unglaubliche Arroganz der Regierungen proben, sie hätte endlich mal wieder Signalkraft. Will sie wohl nicht, sie duckt sich so weg, dass der sagenhafte Christian Schmidt erneut sein seltsames Handwerk als Gewissens-Entscheidungskünstler treiben darf. … es protestiert ja keiner und wenn genügend protestieren, setzt sich der MP einschl. Sozius an die Spitze des Protests und war schon immer dagegen.
    Der letzte Spruch eines US-Gerichts umfasst 2 Mrd $. Es lohnt sich also mittlerweile, auf die Straße zu gehen, liebe CSU!
    https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/bayer-glyphosat-prozess-1.4445523
    Da kann nur noch auf die Jugend geschaut werden in der Hoffnung, dass sie die CSU zum Protestieren gegen eklatante Missstände treibt. Von anderen lokalen Grüppchen ist da nicht mehr viel zu erwarten, denen ist das Thema viel zu heiß, zu groß, zu gefährlich.

  2. GBF - Pressesprecher

    Wir nahmen an, die Sache mit der Vergiftung unserer Lebensmittel, wobei zuallererst natürlich die Arten auf der Strecke bleiben, hätte sich nach der Vorstandsschelte Bayer von der Brisanz her etwas beruhigt. Das ist aber überhaupt nicht so. Die Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) ließ jüngst weitere Pestizide aus dem Stall Glyphosat freigeben, allen Protesten zum Trotz. Sie folgt nahtlos dem Einsichtsvermögen des CSU-Vorgängers Christian Schmidt, der seine Entscheidungskraft nach seinem höchst erfolgreichen Alleingang in Sachen Glyphosat nun als Aufsichtsrat bei der Deutschen Bahn beweist.

    Inwieweit das die demnächst wählenden Gemüter beruhigt, wird man sehen.

    TL-Redaktion

    Der Kommentar in der SZ-online vom 14.05.2019 zum dritten Urteil gegen den Saatguthersteller Monsanto kann hier nachgelesen werden. Das Gericht sprach in erster Instanz einem an Krebs erkrankten Ehepaar in den USA nach jahrelanger Verwendung des Unkrautvernichters Glyphosat (Marke: Roundup), Schadenersatz in Millionenhöhe zu. Bayer hatte für die Übernahme von Monsanto 63 Mrd. US-Dollar bezahlt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Ich akzeptiere

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.