Das betrifft auch Tutzing …

vorher aber eine Anmerkung, damit das “Warumbesser herauskommt.

Es gibt in Nachbarlandkreisen etliche Skandale, die dem Ruf der Landwirtschaft erheblich schaden. Beim Kauf von  Fleisch oder Molkereiprodukten ist häufig die Frage zu hören „Wo kommt denn das her?“.  Auf vielen Wochenmärkten wird das direkt gefragt und bei den Supermärkten stellt man sich zumeist selbst die Frage, vor dem Regal stehend.

Seit einigen Tagen gibt es erheblichen Streit um die Arbeit der Lebensmittelkontrolleure; die Rechtsgrundlage der „Kontrollbehörde für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen“ (KBLV) wird vom Verwaltungsgerichtshof für nichtig erklärt. Nun werden die Landratsämter wieder mit den Kontrollen beauftragt, die der Bayer. Oberste Rechnungshof als Ursache der Lebensmittelskandale ausmachte. Wer sich jetzt die Hände reibt, dürfte klar sein. Der Verbraucher jedenfalls nicht!

Hinzu kommt KULAP (Kulturlandschaftsprogramm), das Förderungsprogramm des Landwirtschaftsministeriums für umweltfreundliches Wirtschaften scheint im Widerspruch zu den Zielen des Volksbegehrens zu stehen.

Was hat das mit Tutzing zu tun? Würde sich jeder Besucher am Markt oder bei den Großmärkten/Facheinzelhändlern nach der Herkunft der Ware erkundigen und damit auch die Qualitätsstandards erfragen, gäbe das nicht nur mehr Information über das Dauerthema Lebensmittelher-  und –zukunft. Es würde auch auf jene Leute massiv Druck ausüben, die immer noch glauben, das Thema Lebensmittelpreise und Lebensmittelqualität zu Lasten der Erzeuger und Verbraucher herunterspielen zu können. Zudem würden die den Schwarzen Peter laufend herumschiebenden  Politiker erkennen, wie dringend notwendig Lösungen sind.

Noch einfacher: Fragen Sie am Gemüsestand, egal wer dahinter steht, oder an der Fleischtheke nach Herkunft des glücklichen Schweins, der zufriedenen Gurke oder Kaffeebohne.

Warum wohl haben die bekannten Großeinkäufer und Großanbieter einen Fleisch- oder Molkereiprodukte-Skandal nach dem anderen? Der Verbraucher fragt gar nicht oder zu wenig und nimmt alles in Kauf, angeblich will er nur billige Ware. Zugleich beteiligt er sich am Stammtisch an den weltweiten Lieferketten-Diskussionen der  Billiganbieter.

In Tutzing könnte begonnen werden, sich über die Her- und Zukunft der Lebensmittel zu informieren und über das eigene Kaufverhalten den Anbietern zu zeigen, wie sehr sich der  Verbraucher bereits mit der Lage beschäftigt.

Die Verbraucher, also die Haushalte, würden mit dieser Haltung, genauestens auf die Produktherkunft zu schauen, der derzeitigen Staatsministerin das überaus komplexe Handwerk, es den Landwirten und Konsumenten recht zu machen, erheblich erleichtern.

Die durchsichtige Erklärung der Billig- und Noch-Billiger-Anbieter, der Verbraucher wolle das so, kann nur über den Verbraucher selbst aufgebrochen werden. Tutzing hat genügend Märkte, in denen das kritische Verhalten zugunsten seriöser Erzeuger und Einzelhändler praktiziert werden kann.

Davon haben alle etwas: Politiker, Hersteller, Anbieter und der Verbraucher.

Der Verbraucher wird immer häufiger als uninformiert und manipulierbar hingestellt, die zahlreichen Werbeprospekte (4 Kg pro Monat) im Briefkasten sind ein Beweis.

Zusammengefasst, liebe Tutzinger Leser: Landwirtschaftsministerin und hiesige Erzeuger einschl. Handel tun sich leichter, flankiert der Verbraucher mit verändertem Kaufverhalten die nunmehr sich verschärfende Diskussion, die auch ein Ergebnis der kritischen Klimalage ist.

Die gegenseitigen Schuldzuweisungen und absichtlichen Missverständnisse nehmen zu, der Verbraucher kann einen guten Beitrag zur Stärkung der mittelständischen Landwirtschaft und des Lebensmittel-Fachhandels leisten. Mit Verstand und eigenem Geldbeutel. „Geiz ist Geil“ hat genügend Schaden angerichtet, wir können uns das nicht mehr leisten.

Zugleich sieht sich das Landwirtschaftsministerium nicht allein gelassen, der Verbraucher stünde hinter ihm.

TL-Redaktion

Einige Gedanken zu “Das betrifft auch Tutzing …

  1. Fulczyk

    Zwei Zeilen spendiert die TL-Redaktion für 4 Kg/Monat Abfall im Briefkasten.
    Ist das nicht etwas wenig an Zeilen für die Papierflut, mit der auch für Billigstfleisch, Billigstlebensmittel, Billigsttextilien geworben wird? Warum wird nicht der unglaubliche Zynismus aufgegriffen, mit dem die vier größten Handelsketten (80% Marktabdeckung) der Bundeskanzlerin als oberste Marktforscherin ggü. die prohibitiven Preise als nötig und sozialkompatibel hinstellen? Und folgerichtig zum Erzeuger/Verbraucher zurückgeschickt werden.
    Die Niederlande, denen ein unverkrampftes Verhältnis zu notwendigen Problemlösungen nachgesagt wird, gehen wieder einmal voran und machen etwas, worauf man in Tutzing noch nicht kam. Papiermüll im Briefkasten nur, wenn ausdrücklich zugestimmt wird. Ausdrücklich!
    Ab und zu verweist die Tutzinger Liste in ihren Beiträgen auf den Link Infosperber. Den Link https://www.infosperber.ch/Artikel/Umwelt/Mullvermeidung-wie-Amsterdam-mit-unerwunschter-Reklame-umgeht
    sollte sie verwenden, wollte sie schlauen Erkenntnissen in Beiträgen und Kommentaren auch Handlungen folgen lassen.
    Ein gewiss undankbares Thema, müssten doch neue Wege gegangen werden, die noch nicht im Handbuch wählerwirksamer Gemeindepolitik enthalten sind. Wäre das nicht auch eine inhaltlich interessante Frage für die Wahlkämpfer?
    HF

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