Die ödp – stark in Tutzing?

Wenn man sich so umschaut in Tutzing, wimmelt es hier nur so von ödp-Wählern: 50% aller Tutzinger sind konservativ, 44% grün, 6% blau-äugig. Die Mischung ergibt ganz klar ödp, Also, wie der Satiriker sagen würde: typisch linksrechts oder rechtslinks. Viel ödp-Herz in deren Brust schlägt für den Bauernstand, das Landvolk, den Acker, die Bienen, unsere Waldheimat. Das ödp-Hirn war einmal sehr kreativ: Es erfand den fetten Bayrischen Löwen, der sich gerade auf einen Reißnagel setzt. Die ältlichen ödp-Sympathisanten bekommen heute noch feuchte Augen, wenn sie an früher denken. Die ödp contra CSU. Das hätte ein Hit werden können. Doch es blieb beim großen Traum. In Tutzing schaffte es ein ödp-Mann, Bürgermeister zu werden. In seinem Schleppnetz wurden zwei Nicht-Parteimitglieder ödp-Gemeinderäte. Ja, das machte die CSU in Tutzing übrigens mit einer parteilosen Kulturreferentin auch. Denken Sie an Toyota: nichts ist unmöglich!

Jetzt aber zurück ins Jetzt. Da steht man vor den Plakatwänden, vielleicht unentschieden, und liest: „ödp – Bayerns starke Mitte“. Häh? Dort tummeln sich doch schon CSU und Freie Wähler! Wo ist da noch Platz für eine 3,2%-Partei? Vielleicht rücken die beiden ja ein bisserl zusammen für die ödp? Doch auf dem nächsten Plakat liest der Wähler „Stoppt das Artensterben, schafft blühende Wiesen!“ Wie soll der Wähler jetzt das nun auch noch unter den Hut bekommen? Er hat doch schon gerade den ödp-Befehl gelesen, die Bienen zu retten! Und er fragt sich „wieso ich?“ Wenn es schon all die Parteikoryphäen, Merkel oder Gabriel, Söder oder die Aigner nicht mal ansatzweise versucht haben? Er, der Wähler, soll jetzt also die Maja aus dem Glyphosat ziehen? Verrückt. Wahrscheinlich verlangen sie als nächstes, wir sollen auch all die Dieseltraktoren ihrer bäuerlichen Klientel umrüsten. Wir. Wieso wir? Ja, und weil viele so sind wie der das Plakat Betrachtende, lahmarschig, kein Artensterben stoppen, keine Bienen retten, nicht einmal blühende Wiesen machen, deshalb gibt es da noch ein Plakat: „A Bayer is geduldig, aber irgendwann wählt er ödp!“ Das ist tröstlich. Irgendwann ist immer gut.

Irgendwann wählt der Betrachter vielleicht auch ödp. Vielleicht. Vielleicht ist auch immer gut. Und mit dem Plakattext „Wer seine Heimat liebt, zerstört sie nicht“ kann man sich zurückziehen und denken „wie weise, wie weise“.

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