Schlusswort: Die Wahl-Plakat-Verwirrung

„Die Redaktion der Tutzinger Liste muss viel Zeit haben“, schrieb ein Fan, „um vor der Wahl holterdiepolter den großen Werbeaufwand der Parteien zu sichten und zu kommentieren.“ Ach ja, die Zeit. Wer hat sie schon? Wer sie einteilt, hat mehr als jeder andere glaubt. So hatten wir also Zeit und gaben sie gerne, uns von den plakatierten Angeboten der Parteien überzeugen zu lassen.

Leider, wirklich schade, es ist ihnen kaum gelungen. Dieses ganze bunte Blabla hat uns Redakteure müde gemacht, Wir denken, keiner wählt freiwillig „Zukunft im Kopf, Bayern im Herzen“ oder „Stoppt das Artensterben“. Und wer glaubt „Söder bringt die Vollbeschäftigung“? Jeder weiß, das bringen Industrie, Handel und Dienstleistungsgewerbe. Verblüfft haben uns die Grünen. Wirklich. Auf allen ihren Plakaten stand „Ich will“ und danach irgendwas. Ja, das alles wollen wir vielleicht sogar auch – aber wer setzt es um? Wer schenkt den Grünen in der kommenden Legislaturperiode die Erfüllung all ihrer Wünsche? Der liebe Gott? Freude haben uns die Freien Wähler gemacht. Auf ihren Plakaten steht „Bayerische Lebensfreude“. Nett. Was sagt uns das? Wünschen sie es uns oder sich? Nun kann man ja Lebensfreude nicht kaufen. Also was nun? Abwarten? Die ödp schreibt so lieb „irgendwann wählt der Bayer ödp“ oder so ähnlich. Irgendwann. Abwarten. Vielleicht sollten die FWs und die ÖDPs einfach fusionieren? Zur Not tät die FDP da sogar mitmachen. Letztlich haben uns auch Gerechtigkeit und Anstand nicht mehr vom Stuhl gerissen. Wer noch weiß, wie die SPD mit ihren besten Leuten umgesprungen ist, glaubt an solche Worte im Wahlkampf auch nur noch bedingt. Und dann noch die LINKE: Sie hat uns fast den Verstand geraubt. Wirbt mit Bibelsprüchen. Hochwürden im Sprengel sagte „Da seht ihr den Wolf im Schafspelz“. Ein Kollege war auch im Gottesdienst. Sein Prediger holte weit aus und kam dann zum Schluss, „dass unser Gott auch aus ehemaligen Kommunisten anständige Menschen machen kann. Amen“. Die CSU können wir nach deren jüngsten Ein- und Ausfällen gar nicht mehr beschreiben. Das kann nur der Plakatleser, der zugleich mit den stündlichen Nachrichten aktuell gehalten wird.

Und nun? Wählen Sie, was Sie wollen. Aber verzichten Sie auf eine Alternative.

Herzlichst Ihre TL-Redaktion

 

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