Jahrelang tut sich nichts. Dann meldet sich kühn der Grundstückseigentümer und will auf einem ausgewiesenen Hotelgrundstück Eigentumswohnungen bauen. Mehr als zwanzig Jahre wurde das Grundstück immer weiter gereicht, natürlich immer mit Aufschlag der Kosten und Gewinn für die Verkäufer. Der letzte sitzt nun auf der Brache und will richtig Kohle machen. Oh ja, er hat sich Zeit gelassen, denn je später um so teurer die “Seeblick-Resorts“. Nicht am Bauen gewinnt man, sondern am Abwarten. Jeder weiß das, auch die Münchner Grund. Nur der Gemeinderat nicht?

Er ist müde geworden. Sein Altersdurchschnitt lässt uns das auch verstehen. Aber vertritt er eigentlich noch Tutzing? Die Belange von Tutzing?

Cool beschließt die Gemeinde, nun nach vierundzwanzig Jahren mit der Münchner Grund über die „neue Chance“  zu reden.

Hallo!

Wo sind wir denn? Ach ja, in Wien. Geht man bei der Münchner Grund auf deren Homepage, landet man bei „UBM” in Wien . Nach eigener Aussage der führende Hotelentwickler in Europa. Lacht da nicht die Auster? Ist es da nicht verständlich, dass Gemeinderat Wolfgang Marchner wütend aus einer Gemeinderatssitzung stürmt? Wo er sich so verscheißert fühlt wie alle Tutzinger? Und dann überlegt die Rathausverwaltung noch, wie viel Strafe man ihm für sein Verhalten auferlegen soll?

Was hier läuft, ist ein Skandal. Unsere Gemeinde lässt sich über den Tisch ziehen, sehenden Auges. Wo bleibt – außer von Marchner – der Protest der Tutzinger? Alles Scheiße oder was? Gibt es wirklich in Tutzing keine Bürger, die sich für eine gute Zukunft engagieren? Muss alles dem schnellen Kommerz geopfert werden?

Leider wird erst in zwei Jahren ein neuer Gemeinderat gewählt. Hoffentlich lassen sich dann Bürger aufstellen, die Tutzing als Perle am See erhalten wollen. Nicht preisgeben für Spekulationshaie.

Findet Euer

Josef Bimslechner

3 Antworten zu “Seehof-Monopoly – oder der Dümmste gewinnt!”

  1. Was mit dem Seehof passiert wird das Ortsbild von Tutzing für immer verändern. Ein nettes Hotel in Ortsmitte, vielleicht mit einem guten Restaurant und Cafe, so als Treffpunkt für alle, könnte ganz sicher ein Zugewinn für Tutzing sein. Ein paar Nobelwohnungen für ein paar Priviligierte werden das sicher nicht.

    Die Entscheidung ist aber von solcher Tragweite, die darf und sollte nicht der Gemeinderat allein fällen, der wie es scheint, seine Meinung dazu immer wieder ändert. Die Entscheidung sollten die fällen, die in erster Linie davon betroffen sind. Die Tutzinger Bürger.

    Zum Glück gibt unsere Rechtssystem auch die Mittel dazu.

    Mit einem Ratsbegehren, das die Gemeinde durchführt, könnte man die Bürger fragen und entscheiden zu lassen. Das wäre eine saubere und faire Lösung.

    Sollte das die Gemeinde nicht durchführen wollen. Gut, dann müßte man eben den Weg des Volksbegehrens und Volksentscheides wählen.

    1. Ohne Zweifel hat an derart exponierter Stelle etwas zu sein, was dem gesamten Ort ein Gesicht gibt, natürlich auch einen Nutzen.
      Der Gemeinderat in seiner Gesamtheit hat sich als Vertreter aller Tutzinger zu verstehen und damit das Wohl des gesamten Ortes im Auge zu haben. Übrigens gehört zum Gemeinderat auch die Bürgermeisterei mit angeschlossener Verwaltung. Vielleicht eine gewagte Formulierung, aber beide dürften das Selbstverständnis haben, für nichts anderes da zu sein als für Tutzing.
      Das gelingt dem Organ der Willensbildung Tutzings aber immer weniger. Es wurde vor zwei Jahren die Hauptstraße als Jahrhundertprojekt aufgelegt, jetzt endlich erst kommt das Stichwort ISEK. Wohl wieder einmal der zweite Schritt vor dem ersten gemacht? So reiht sich ein missglückter Vorgang an den anderen.
      Zum Thema Seehof hat der amtierende Gemeinderat in seiner Gesamtheit unter Aufbietung aller Kräfte endlich einmal ein Zahlengerüst vorzustellen und qualitativ nachvollziehbare Aussagen zu machen, die seine politische Willensbildung führen bzw. begründen.
      “Politische Willensbildung”: Was hindert den Gemeinderat in seiner Gesamtheit daran, zu einer fast einvernehmlichen Lösung zu kommen und diese als Gesamtgemeinderat (alle 21 Entscheider haben der Bedeutung des Themas folgend anwesend zu sein) im Roncalli-Haus allen interessierten Tutzingern vorzustellen?
      Ist ein Begehren der letzte Weg: Der Mann dafür, der schon einmal seine Stärke bewiesen hat, wäre Marchner. Vielleicht fände sich auch die Tutzinger Liste bereit, hier aktiv mitzuwirken – und natürlich Sie mit Ihrem Netzwerk. Sehr geehrter Herr Vahsen, ich bewundere erneut Ihre Kooperationsbereitschaft. Was jedoch muss in Tutzing noch alles passieren, bis überhaupt etwas passiert?
      HF

  2. Da hat unser lieber JB vermutlich nicht alle Seiten des Buches zum Seehof aufgeschlagen. Gelesen hat er sie bestimmt, denn die traurigsten Kapitel dieses Buches dürften allenthalben bekannt sein. Zur Erinnerung: Der Seehof diente vorrangig als Vehikel im Gemeinderat verantwortlicher Leute, jeweils amtierenden Bürgermeistern das Leben so schwer zu machen, dass ein Bühnenstück (Drama) nach dem anderen entstand.
    Aus der groß angekündigten unternehmerischen Führung des Gemeinderates und vor allem der Verwaltung wurde dann allerdings auch nix. Gäbe es diese, wäre schon längst eine Revision erfolgt (Untersuchungsausschuss, Management-Audit) mit dem Ergebnis, alle an dem Desaster Beteiligten sofort an die frische Luft zu setzen. Zumindest aber den Tutzingern zu zeigen, welche Koryphäen meinen, ungestraft Ortsentwicklung zu Lasten der Tutzinger betreiben zu können.
    Der Vergleich mit Monopoly ist gut gewählt. In diesem Spiel gibt’s auch das Thema Bahnhof und Bahnhofstraße, ebenso Schlossstraße. Zufall?
    Hut ab vor jenem Gemeinderat Marchner, der den Mut hatte, über Jahre hinweg das Kaschperletheater aktiv zu verfolgen. Tutzings Gemeinderäte schwadronieren häufig vom Wettbewerb, wie vorteilhaft dieser doch sei. Deren Marktkenntnis ist aber auf Zahnpastatuben-Niveau. Wie wär’s denn mal mit mehr und richtigem Wettbewerb in der Hotellerie? Allerdings nicht im deutschen Fünf-Sterne-Bereich.
    Ich hatte mehrfach die Notwendigkeit, eine größere Zahl Gäste zu Tagungen hier im Bereich unterzubringen. Tutzing? Absolute Fehlmeldung!
    Auch in Tutzing gilt mittlerweile der alte Spruch: Alles, was der Mensch aus seinen Fehlern lernt, ist, dass er nichts daraus lernt!

    HF

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