Über den Zaun zum Nachbarn Feldafing geschaut…

Der Blick ist interessant! Auch der Blick zurück. Seit 1992 ist unterschiedlich gut bekannt, was Konversion bedeuten kann. Feldafings Altvordere (Politiker, ansässige Firmen, über den Landkreis hinaus bekannte Bürger) beschäftigten sich damit. Klare und mitteilbare Formen nahm das aber nicht an. Sicher war nur, irgendwann stehe die Umwandlung des über 50 Hektar großen Geländes der Fernmeldeschule an. Aus Bonn, später dann Berlin, kamen unterschiedlich präzise Signale; der Bund beauftragte Externe mit der Überlegung, wie militärisch genutztes Gelände umgewandelt werden könnte. Bisher hat es den Anschein, das Gesamtgelände der Fernmeldeschule Feldafing wird nicht auf dem Markt des immer am meisten Zahlenden angeboten.

Es ist unnötig, die Lage des Geländes hier den Tutzingern zu beschreiben. Viele der hier Wohnenden kennen  Feldafing noch als Fernmeldeschule, sie arbeiteten dort. Die Verbindung zu Feldafing war in jeder Beziehung gut, beide Orte kamen gut miteinander zurecht. Beide Orte sind, das ist nicht hochtrabend gemeint, weltbekannt.

Das führte bereits vor nahezu 30 Jahren zur Frage, ob es nicht Gemeinsamkeiten gäbe, nutzbar von beiden Gemeinden. In der Diskussion war auch einmal die Überlegung, einen gemeinsamen Schulkomplex im Falle einer Konversion zu überlegen; vielleicht auch andere Einrichtungen, die von beiden Gemeinden gemeinsam genutzt werden könnten. Das war die Zeit, als von “shared experience” gesprochen wurde. Inzwischen weiß man eines ziemlich sicher: Feldafing könnte es sich leisten, das Gelände zu kaufen, bereits 7 Mio. Euro liegen auf dem Sparkonto; Tutzing könnte es sich nur leisten, wehmütig zuzuschauen.

Trotz des Gedankens und des Wissens, keine Wohnungen und kein Geld in der Kasse zu haben, ist aber schon die Frage erlaubt, weswegen nicht ein Ansatz verfolgt werden kann, beide Gemeinden enger zusammenrücken zu lassen und die Gemeindegrenzen so zu verstehen, dass nach machbaren Gemeinsamkeiten gesucht werden kann. Das Gelände ist für den, der es nutzen kann und will, ein Geschenk derzeitiger Entwicklung.

Der Gedanke setzt aber voraus, nicht zuallererst danach zu suchen, warum das nicht ginge. Dafür gäbe es bei unserer in Tutzing leider häufig praktizierten Haltung genug Gründe. Darin, warum etwas nicht geht, ist Tutzing erfahren genug. Wie jedoch etwas gehen könnte, lässt man alle Gründe, warum es eben nicht geht, völlig außen vor, kann sehr interessant werden.

Ist jemals (ausg. Krankenhauskomplex) darüber nachgedacht worden, was beiden Gemeinden guttun würde, täten sie es denn gemeinsam?

Wir hörten von Entwicklungsplanern an den Hochschulen, es wird an überregionalen Konzepten gearbeitet, mit denen die langfristige Zukunft vieler Gemeinden sichergestellt werden kann. Für derartige Überlegungen gibt es sogar beachtliche Mittel.

Gingen beide Gemeinden zur TUM* und zu dem noch amtierenden Präsidenten mit der Frage, ob es möglich wäre, zwei Vorzeige-Gemeinden des Münchener Südwestens in deren Entwicklung zu begleiten, dann können zu recht unsere Kinder einmal sagen, hier wurde mit Weitblick etwas gemacht, was unter konventionellen Rahmenbedingungen nie möglich gewesen wäre.

Konventionell ist, erst einmal herauszufinden, warum etwas nicht geht und daher auch keinerlei Chance hat.

Die Chance aufgrund der Konversion ist einmalig, sie sollte genutzt werden. Auch dann, wenn der arme Verwandte beim reichen Verwandten anklopft und Ausschau hält, wie  eventuell gemeinsame Sache gemacht werden könnte.

Dazu gibt es einen ausführlichen Beitrag in der SZ.

*Technische Universität München

 

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