Die Verkehrsbehörde lässt Ortsschilder nur beim ersten Haus an der Straße zu! Das Ortsschild bleibt also erst einmal an seinem jetzigen Standort. Man müsse also warten, bis oben am Kallerbach gebaut werde. Die von der TUTZINGER LISTE nach der Fertigstellung des Radwegs Tutzing-Kampberg erneut beantragte Versetzung des Ortseingangs-schildes in Richtung Diemendorf fand im Umwelt-, Energie- und Verkehrsaus-schuss (UEVA) am 16.02.2016 mit 5:5 Stimmen keine Mehrheit. So berichtete mir mein Ausschusskollege Dr. Hellmut Kirchner, der mich in der Sitzung vertrat.

Der neue Verkehrsplaner der Gemeinde ist Herr M.Eng. Benjamin Neudert. Er stellte sich begleitet von zwei Mitarbeitern in einer überzeugend visualisierenden Präsentation vor. Aus Herrsching kommend, verfügt er über Referenzprojekte in Erling und Herrsching. Dort wurde barrierefrei gebaut, sowohl für Sehbehinderte als auch für Rollstuhlfahrer. Bei der Sanierung der Hauptstraße  wird Herr Neudert mit seinen Mitarbeitern als “Leitbild Straßenraum Ortsdurchfahrt” vorschlagen, den MIV (mobilen Individualverkehr) von über 75% nach starker Reduzierung der Parkmöglichkeiten an der Straße auf 50% zu reduzieren zugunsten von Radfahrern, Fußgängern, Rollstuhlfahrer und dem ÖPNV (Öffentlicher Personennahverkehr). Die Planung benötigt ca. 6 Monate, wird also wie gefordert vor Jahresende fertiggestellt. Die Vorschläge der TUTZINGER LISTE werden einbezogen, so der Bürgermeister. Auch die Kosten der Sanierung für die Gemeinde werden Ende 2016 feststehen. Das Baubeginn erfolgt nach der Fischerhochzeit in 2017. Die Maßnahme wird insgesamt drei Jahre benötigen, weil alle Sparten (Gas, Wasser, Strom, Abwasser) mitbetroffen sind und koordiniert werden müssen. Herr Neudert berichtete von unterschiedlichen Erfahrungen mit Arbeitskreisen. Bürgermeister Rudolf Krug wird die Bürger wie bisher mittels des Bürgerforums einbeziehen. Darüber hinaus hatte ich in der Sitzung am 27.01.2016 den Wunsch geäußert, dass hier der Verkehrsaussschuss stark einbezogen wird, was nun auch wohl geschieht. Der Bürgermeister wird sich mit Planer und Straßenbauamt am 19.02.2016 zum Kick-off treffen.

Den Ausschussmitgliedern wurde klar, was diese Großmaßnahme bedeutet: die Schaffung zentrumsnaher Parkmöglichkeiten und damit Planung eines Parkhauses in der Nähe der Hauptstraße muss schnellstens angegangen werden. Wie bekannt, wird dabei das Gelände der ehemaligen TSV-Halle sowie der Pausenhof der Grundschule ins Auge gefasst.

Des weiteren wurde Herr Dipl-Ing. Harry Dobrzanski, Penzberg, als neuer Landschaftsplaner der Gemeinde vorgestellt, der dem Landschaftsarchitekten Christoph Goslich nachfolgt. Bachgräben seien für ihn als Grünzüge ortsprägend, aber nicht überall müssten Bäume stehen. Neben der Konzentration von Grünzonen, z.B. bei alten Villen, müsse es Durchblicke geben, die ggf. neu zu schaffen seien. Selbst Landschaftsarchitekt sei er der Gestalter, sein Kollege Hannes Krauss der Planer.

Von den vorgestellten Herren erwartet der Bürgermeister einen “neuen Blick” – gegen mögliche “Betriebsblindheit” von uns allen.

Zum Schuss wurde der Antrag bzw. die Anfrage vom Bündnis 90/Die Grünen behandelt. Dabei ging es um das Verbot des Pestizideinsatzes auf Flächen, die von der Gemeinde verpachtet werden, und um den Verzicht auf Torfeinsatz. Hierzu wurde festgestellt, dass es kaum Flächen gebe, die die Gemeinde verpachte, wo sie also Einfluss auf die Nutzer nehmen könne.

Anmerkung: Neben den Aufzeichnungen meines Ausschusskollegen Dr. Hellmut Kirchner habe ich vom Pressesprecher der TUTZINGER LISTE, Gerd-Bittl-Fröhlich, sowie von Ulrich Dillmann, dem 1. Vorsitzenden, auch deren Mitschrift der Sitzung zur Verfügung gestellt bekommen, damit ich diesen Beitrag für Sie verfassen konnte.

2 Antworten zu “17.02.: Ortseingangsschild bleibt vorerst”

  1. Braucht man dazu eigentlich 10 Leute, die sich abends heftig damit beschäftigen? Wäre so ein Thema nicht seitens der Verwaltung auf dem kleinen Dienstweg vorklärbar und dann nur noch als Empfehlung ja/nein durchnickbar gewesen?
    In der gleichen Zeit wurde dann anschließend ein Parkhaus am Filetstück des Ortes gebaut; auch nicht schlecht.
    HF

  2. Wenn der Amtsschimmel wiehert, kostet das Zeit und Geld – manchmal auch Leben. Der von der TUTZINGER LISTE gestellte Antrag, das Ortsschild an der Lindemannstraße nach Süden bis zum Ende des Radwegs Kamberg-Tutzing zu verlegen, war gut begründet mit der Gefahr, die erlaubterweise schnell fahrende Autos an dieser Stelle für die Radfahrer bedeuten. Die Ablehnung erfolgte aus rein formalistischen Gründen: Ortsschilder nicht da, wo man sie braucht, sondern da, wo das erste Haus des Ortes steht. Also wird das Ortsschild irgendwann doch nach Süden verschoben, wenn am Kellerbach, wie geplant, neu (und an der Straße) gebaut wird. Zweimal hat der Gemeinderat Zeit verschwendet, zweimal das Landratsamt seinen Senf dazu gegeben, zweimal abgelehnt. Zeit ist Geld, sagt man. Und die Radfahrer sind selber schuld, wenn ihnen was passiert. Dumm gelaufen. Alles wegen einer Formalie.
    HH

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