Also so hat Oma immer gesagt, wenn sie etwas genau wissen wollte. Heute müsste man sagen auf Euro und Cent – aber ich finde, das klingt nicht so gut. Egal: als ich gelesen habe, dass Tutzinger Handwerker – ihrer Meinung nach – von der Gemeinde zu wenig Aufträge bekommen, dachte ich mir: hätten sich halt drum bemühen müssen! Dann stand da, dass einer von den Wichtigeren im Rathaus noch nie was von einer Glaserei in Tutzing gehört hatte. Puh, dachte ich mir, der kann noch nicht lang hier sein. Und eigentlich hab ich auch gedacht, dass mir das wurscht sein kann, denn ich kenn ja die Petra. Heute aber les ich, dass unser Bürgermeister der Zeitung sagte, dass „80% der freien Vergaben an Tutzinger Handwerker gehen“. Super, dachte ich mir, da hat er es denen aber mal richtig gegeben. Doch dann fiel mir Oma ein. Also: was sind „freie“ und was „unfreie“ Vergaben? Da hilft dann Wikipedia: „unfreie“ sind solche, die wegen ihres Umfanges/Kosten-Volumens öffentlich ausgeschrieben werden müssen. Dann sind die „freien“ eben die Kleinaufträge. 80% der Kleinaufträge gehen an das Tutzinger Gewerbe. Ist das super? Und wieviel ist das dann – 80% von der Zahl oder vom Wert aller freien Vergaben? Dazu statt in Prozent auch in Mark und Pfennig!

Als ich beim Abendessen meine Überlegungen vor meiner Familie ausbreitete, gratulierte mir zuerst unser Kleiner: Mama, dass Du das durchschaut hast – toll! Die Große lachte blöd und sagte: Mama, wo immer mit Prozenten gearbeitet wird, wirst Du beschissen. Mein Franz schüttelte nur den Kopf. Lange. Dann sah er mich an und sagte: Schätzchen, Du hast gut gekocht.

Ich glaube, er will mich nicht verstehen.

Eure Conny

One Reply to “Auf Mark und Pfennig”

  1. Dass es innerhalb der Familie Bimslechner zugeht wie im richtigen Leben, ist den jüngsten Beiträgen zu entnehmen. Da bricht sich einer den Federhalter ab und schreibt über das Thema Milch, prompt wird er schief angeschaut. Bloß nicht der Kuh aufs Euter schauen! Es genügt völlig, wenn die Kinderlein in der Stadt wissen, dass Milka ein Milchviehzüchter ist und die Kuh glücklich. Ist die Kuh glücklich, ist’s der Bauer auch.
    Die Behandlung des Phänomens Trump erinnert an Wahlkampfzeiten in Tutzinger Reihen. Da hat doch glatt ein Tutzinger Gemeinderat dröhnend nach der Wahl erklärt, in der Zeit nach der Wahl ist es völlig uninteressant, was vor der Wahl gesagt wurde. Also, was soll’s, was ist für Tutzing neu an Trump? Selbst die gegenseitige Wertschätzung ist vergleichbar und wird ungeschehen gemacht.
    Die größte Lachnummer, allerdings zum Heulen, ist die Erkenntnis, die Verwaltung hätte über die und mit der Zeitung festgestellt, es gäbe Tutzinger Gewerbetreibende. Hoffentlich kommen noch mehr Beiträge hierzu. Dann hat sich bis zur nächsten Wahl das Thema abgelatscht und kann nicht mehr als Munition ins Rohr geschoben werden. Alle an der Lachnummer Auftragsvergabe Beteiligten sollten einen Kurs bei Steinmeier belegen. Selbst den größten Mist kann der noch gesichtswahrend zum Ausdruck bringen.
    Lieferantentag in Tutzing? Das ist ja Planwirtschaft, das ist ja Kungelei, das ist ja schlimmer als Mark Zuckerberg … und so etwas tut man keinesfalls in der Öffentlichkeit.
    TL-Bimslechner, weiter so! Es wird interessant.
    HF

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