Tutzings ehemaliger Leiter der Akademie für Politische Bildung, Prof. Dr. Heinrich Oberreuter, zugleich bundesweit sehr gern gesehener Gast bei der Durchsprache von Wahlergebnissen, hält heute Abend einen Ausblick.

Zur Erinnerung: Vor einem Jahr nahm sich Prof. Oberreuter einige Kommunalpolitiker vor und gab ihnen den Tipp zu etwas mehr Bürgernähe.

Wir meinen, ein Besuch im Roncallihaus, Beginn 19:30, könnte recht informativ sein. Es stehen Wahlen vor der Tür, deren Ergebnisse vor dem Hintergrund jüngster Ereignisse interessant sein dürften.

 

 

 

One Reply to “„Erlischt die Strahlkraft der Demokratie?“ – Vortrag am 23.01.2019”

  1. „Politik-Analyst Oberreuter in Tutzing“
    Die TL-Information hätte eher und breiter veröffentlicht werden sollen.
    Unter den die Wahlen entscheidenden Jungwählern sprach sich die Veranstaltung (ca. 120 Teilnehmer) vermutlich nicht herum, vielleicht war deshalb der Tln.-Altersschnitt bei gefühlten > 70 Jahren.
    Der Veranstalter dürfte sich nun nach dem sehr aufschlussreichen Vortrag mit der Frage beschäftigen, wie die von Prof. Oberreuter dargestellten Beobachtungen, Analysen und Rückschlüsse zu Europa und damit auch Deutschland möglichst wirksam unter die Wahlberechtigten gebracht werden können.
    Der von Prof. Oberreuter beschriebene rund um Deutschland sich entwickelnde Populismus könnte sich zu einer Gefahr zum Fortbestand der Demokratie entwickeln, wenn nicht rechtzeitig die sehr gefährliche Lage erkannt wird. Wobei in Deutschland zwei verschiedene politische Kulturen erkennbar werden; die westdeutsche und eine etwas weniger westliche. Deutschland dürfte aufgrund seiner Geschichte von 1918 bis 1950 zu den Ländern in Europa gehören, das hinsichtlich der politischen Stabilität und seines Rechtssystems das stabilste System vorweisen kann. Eine Stärke, die Gefahr läuft, verspielt zu werden. Die Fragestellung, inwieweit autoritäre Systeme, die dem Wähler wirtschaftlichen Wohlstand bringen, die Demokratie infrage stellen können, nahm breiten Raum ein. In Europa scheint ein Schlingern zu beginnen, wenn von mehreren Mitgliedsstaaten bewusst demonstrativ die Illiberalität gelebt wird.
    Der gesellschaftliche Spaltungsprozess rechtspopulistischer Art ist nicht nur am Beginn, er ist bereits in vielen Ländern fortgeschritten. An Beispielen wie Brexit, Visegradstaaten, Italien derzeit festgemacht. Ein entscheidender Satz zog sich wie ein Roter Faden durch den gesamten Vortrag: Einfach nur zum Wählen zu gehen, hat wenig mit Demokratie zu tun!
    Jeder kenne die Abkürzung FDGO, der Langtext (freiheitlich demokratische Grundordnung, wehrhafte Demokratie) hingegen wäre wieder einmal einzuüben. Dann wüsste auch jeder, welchen Wert die Demokratie darstellt. Die Kennzeichnung eines Teils des aktiven politischen Personals mit der Abfolge Kreißsaal, Hörsaal, Plenarsaal brachte das Dilemma der Politik auf den Punkt.

    Sofern nun dem Veranstalter Roncallihaus ein Hinweis gegeben werden darf: Viele Elemente des hochinformativen und kurzweiligen Vortrags gehören nicht nur ins Roncallihaus. Wir haben demnächst zwei Wahlen. Die Thematisierung Wahlbeteiligung und Wahlinhalte gehört in einen viel jüngeren Kreis hinein als dem, der sich vermutlich durch die Ausführungen des politischen Urgesteins Oberreuter voll bestätigt sah.
    Von Tutzings Gemeinderäten waren zum Vortrag nur zwei zu sehen. Von beiden weiß man, dass die von Oberreuter gewählte Themenstellung ihnen überhaupt nicht fremd ist. Es waren also 10% des Tutzinger Gemeinderats vertreten. Die Frage ist erlaubt, ob die restlichen 90% die sehr gut dargereichte Oberreutersche Hausmannskost schon kennen und deswegen nicht anwesend waren.
    Die ein- und ausführenden Worte des Herrn Pfarrer Brummer lassen den Vorschlag zu, kurzfristig eine Vortragsreihe aufzulegen, damit viel mehr Tutzinger die Möglichkeit haben, sich vor den Wahlen mit einer politischen Lage zu beschäftigen, die so und in dieser Ausprägung noch nie gegeben war. Wozu haben wir zwei Akademien an Bord, auch dort wäre das Wissen abzuholen.

    Übrigens ist das vom Veranstalter angesprochene Thema so neu auch nicht, es muss nur systematisch in die Wählerschaft hineingebracht werden. Bereits in der Schweiz nimmt die Diskussion ebenfalls breiten Raum ein. Sehr genau wird in der dortigen Diskussion über die Auswirkung des Brexit diskutiert, bis hin zu den Kräften, die konkret die heraufziehende Illiberalität zum Inhalt haben.
    https://www.infosperber.ch/Artikel/Politik/Von-der-Schockwelle-zur-Normalitat
    Wobei hier die Liberalität nicht zu verwechseln ist mit der in Deutschland ins Gespräch kommenden libertären Grundhaltung einzelner Parteigliederungen oder Parteien selbst. Also ein Rückzug des Staates auf die Rolle eines Nachtwächters, der lediglich leuchtende Laternen sicherstellt.
    Vermisst wurden bei Oberreuters Ausführungen Hinweise auf die Rolle des ehemaligen US-Präsidentenberaters, der derzeit in Europa alle national Gesinnten, die Rechten, zur „Ausrufung“ der Postdemokratie (nation first) um sich versammelt. Steve Bannon lässt sich in Europa nieder, um sein in USA erstaunlich erfolgreich betriebenes Handwerk hier fortzusetzen.
    https://www.aargauerzeitung.ch/ausland/populismus-aus-dem-kloster-wie-steve-bannon-europa-erobern-will-133988891
    HF

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