Also: jetzt schmecken die Elisenlebkuchen wirklich am besten! Auch der Dresdner Stollen ist nie mehr so saftig wie im Moment. Wir sollten Weihnachten einfach um ein paar Wochen vorverlegen. Dann könnten wir nächste Woche schon Schoko-Osterhasen und bunte Eier kaufen. Überhaupt: Alle reden sowieso nur noch von 2017. Dieser letzte Monat heuer ist nur noch Stress. Zumindest für viele. Erzählt mir im Tengelmann eine Freundin „Ach! In 14 Tagen ist ja schon Weihnachten!“ Ungefragt antwortete ich“ Ach, wusstest Du das nicht?“ Und meine Klassenkameradin Petra rief mich an. Sie bat um einen Tipp, denn sie wisse nicht, was sie Mann und Kindern schenken solle. Und Oma/Opa. Die hätten doch ja alle alles. Ich fühlte mich ein bisserl überfordert und sagte „schenk’ ihnen Zeit“. Ich meinte das gut. Denn Zeit kostet ja nix und davon gibt es ja auch genug. Doch Petra war empört: „Zeit? Hab’ ich doch selber nie! Friseur, Kosmetikerin, Frauentreff, Yoga, Fitness, Mental-Training, Malkurs und Nachhilfefahrten für die Blagen. ZEIT? Spinnst Du? Kannst mir ja mal welche schenken!“

In den Nachrichten höre und sehe ich, wie die Welt auf das frohe Fest zugeht: Trump, Putin, Aleppo, und Le Pen, Petry usw. Ich mag darüber weder mit meinem Franz noch den Kindern reden. Ich werde immer stiller. Auch wenn die Kinder an jedem Sonntag eine weiter Kerze anzünden: ich sehe schwarz.

Eure wenig festliche Conny

3 Antworten zu “Frohes Fest”

  1. Liabe Leit,
    draussn werd’s staad aba de Zeit rennt, damit boid s’Kerzerl und ned dr Christbaam brennt,
    s’Jahr is scho oid, kriagt Foiltn und Ischias-Weh, im Rathaus werkeln’s in Warteschleifen, oh jemineh,
    bloss des emsige Muckerl muass kritteln und sticheln ohne End, wia mer den TL-Verein hoit so kennt, Tutzing braucht de Schachterlteifin von derer Listn, damit’s öfters rappelt in der Kistn,
    so wünsch i Eich Frohe Festtag, liabe Leit, mit fetziger Gaudi füa de narrische Zeit –
    bleibt’s griabig, gsund und fidel alle miteinand, wenn nötig, zoagts Eiern Grant,
    pfüats Eich und an guadn Rutsch ins Neie Jahr, Ihr macht’s den Job ganz wunderbar

    mit den besten Wünschen OLe

  2. Liebe Conny,
    möchte mich HH’s Appell anschließen – bitte, nicht aufgeben – wir brauchen Sie. Die Zeit, die Sie für das Schreiben Ihrer bittersüssen TL-Beiträge aufwenden, gibt uns Hoffnung, Motivation, auch Zeit zum Nachdenken und die Freude, dass jemand mit Herz und Verstand uns vor Augen führt, auf was es wirklich ankommt. Für geschenkte Zeit gibt es kein Verfalldatum und keine Rabattmarken, aber das Versprechen, ich bin für dich da.
    Melancholische und herzliche Grüsse OLe

  3. Liebe Conny,
    Dein Trübsinn steckt an. Das ist nicht gut. Wir brauchen keine Schwarzseher sondern Hoffnungsträger. Ja, Aleppo: 450 Überlebende wurden gestern von Assads Truppen wahllos aus den zerbombten Häusern getrieben und einfach erschossen. Kinder, Frauen, Alte. Einfach so. Ja, die Welt heute ist blutig und verstörend. Gerade deshalb brauchen wir Menschen mit Hoffnung, Mut, Kraft und Anstand. Gib nicht auf!
    Herzlichst HH

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