Schlagwort: Nitrat

  • Neue Bauernregeln?

    Die Zusammenarbeit zwischen Bundesumweltministerium und Landwirtschaftministerium beginnt Formen anzunehmen, die nun Gegenstand von Jahresempfängen und zugleich von Sprachanalytikern der SZ sind (Link).

    Die Umorientierung der Landwirtschaft wird endlich stärker thematisiert. Man versucht es in Prosaform, aber trotzdem gerade heraus in Reimen. Allerdings reimt sich da einiges nicht so recht zusammen. Es ist schön, eine Bestätigung zu einer Berichterstattung zu erfahren, die wir in der Tutzinger Liste bereits seit über zwei Jahren aktiv verfolgen. Eine breite Resonanz blieb aber manchmal aus. Wir taten viel, den Kreislauf im Lebensmittelbereich so zu beschreiben, dass tatsächlich auch für jeden etwas dabei war. Die Belastung der Böden, auf über dreißig Jahre irreparabel. Die überaus kritische Lage zum Wasser (Vorwurf der EU) bis hin zur Frage, wie es denn unsere Wasserwirtschaft mit der Frage zum Nitrat hielte und vor allem der Ursachen hierzu. Nicht zuletzt die undankbare Rolle der Discounter und deren Attraktivität für Preisbewusste.

    Natürlich spielt die Landwirtschaft hierbei eine entscheidende Rolle, es ist auch leicht, mit dem Finger und der Nase auf den Gülle fahrenden Bauern zu zeigen. Viel mehr aber, wenn Sie auf den Finger schauen, der da auf das begüllte Feld zeigt, sind die anderen drei Finger an der Hand. Die zeigen nämlich auf den Verbraucher, was jeder Bauer in seinen Existenzängsten völlig zu recht sagt.

    Der Verbraucher, der Konsument, ist gefragt. Nicht alleine als gern gesehener umsatzbringender Zeitgenosse; auch als sehr kritischer Zeitgenosse. In seiner Hand liegt es, wohin die Reise aller am Lebensmittelgeschäft Beteiligten geht.

    Die Bauerregeln des Umweltministeriums können Sie hier durchklicken.

     

  • Wasserqualität

    Riechen kann man es derzeit nicht, aber erahnen. Es ist nämlich Winter und in der Zeit darf nicht geodelt werden.

    Die Nitratbelastung der Böden ist nachweisbar über das regelmäßig analysierte Trinkwasser. Die Bundesregierung wurde seitens der EU ultimativ aufgefordert, Maßnahmen zu beschleunigen, die der Belastung der Böden entgegenwirken. Was sich so bürokratisch in der überregionalen Presse liest, hat einen realen Hintergrund. Die Schadstoffbelastung der Böden ist in manchen Teilen der Bundesrepublik zu hoch, die Trinkwasserqualität leidet erheblich darunter. Wasserwerke schlugen Alarm. Hauptursache ist das Überdüngen der Felder mit der Gülle aus der Massentierhaltung.

    Schweinehochhäuser und Güllebörsen sind in unserem Landstrich noch nicht „aktenkundig“ geworden; bald aber scheint man sich die Milchwirtschaft anzusehen und dann ist das Thema auch hier bei uns angekommen. Der früher erfolgreiche Versuch, Grenzwerte einfach zu erhöhen, dürfte fehlschlagen. Die Diskussion um die Freihandelsverträge machte die Bevölkerung hellhörig, denn mit dem unglaublich brutalen Druck auf die Landwirtschaft kommt das Thema „Belastung der Böden“ in den Aufmerksamkeitsbereich aller Konsumenten.

    Weitergehende Informationen z.B. vom Boden-Fachzentrum.