Monat: September 2018

  • FDP … und nun?

    Die im Landkreis recht gut bekannte FDP hat trotz laufender Alleswisserei ihres dreitagebärtigen Fähnleinführers hier einen guten Stand. Vermutlich ist das die Verzinsung des ehemals im Landkreis recht gut angelegten Kapitals. Wer kennt ihn nicht, das Tutzinger Urgestein „… Ich will, dass es Ihnen gut geht „? Wäre es nicht informativer, der gut bekannte Kandidat täte klar dazu sagen, er kandidiere für den Bezirkstag? Dann verstünde der durchschnittlich informierte Leser, weswegen er, der Kandidat, mit dem sehr persönlichen Hinweis arbeitet. So aber läuft der Kandidat Gefahr, nicht richtig oder gar missverstanden zu werden.

    Die Kandidatin neben ihm ist mutig, sie bleibt im Ungefähren und verwendet eine Formulierung, die gewiss alle ihrer Kollegen verwenden. Beim Betrachten des Bildes und des vielsagenden Textes  (zuerst verändern wir die Schulen!) kommt dem informierten Betrachter allerdings sofort ein Artikel in den Sinn, der vor einigen Tagen erst das gesamte Dilemma unserer Schulen zum Inhalt hatte.

    Die gewiss nicht linker Umtriebe verdächtige NZZ bringt es auf den Punkt:

    Das Beratungsunternehmen McKinsey weist darauf hin, es habe 220 Transformationsprojekte seit 2010 in nationalen und regionalen Bildungssystemen durchgeführt. Bildung sei ein riesiger Wachstumsmarkt mit vielen Investitionsmöglichkeiten für Private! Der umfangreiche und sehr informative Artikel endet mit der Aussicht, Charter Schools als Modell zu nehmen. Charter Schools, öffentlich finanziert, privat geleitet. USA ist Vorreiter. Die Megareform beginnt, im digitalisierten Unterricht kann eine Lehrkraft nicht mehr nur 20, sondern 250 Schüler betreuen!

    Gehen Sie zu einer Wahlveranstaltung der Kandidatin und fragen Sie diese, was sie eigentlich mit ihrer Plakataussage meine. Und was sie von der NZZ-Meldung halte; schließlich schielt die FDP von ihrer Grundhaltung her immer mehr über den Atlantik als in die eigenen Reihen.

  • Glyphosat – Update

    Drei Gründe, Sie unverzüglich zum jüngsten Stand der Themen Glyphosat/Bienensterben/Artenschutz zu informieren:

    1. Es ist nicht dem Wahlkampf geschuldet, erneut auf das Bienensterben hinzuweisen. Lokale ödp-Leute und Grüne entdeckten zwar den Dauerbrenner Glyphosat als Vehikel, anlässlich der Wahl auf sich aufmerksam zu machen. Die Möglichkeit, unabhängig von einer Wahl darauf zu verweisen, ließen sie über Jahre verstreichen. Wir als TL haben das Thema seit unserer Gründung 2013 im Fokus und berichteten darüber.
    2. Es ist eine unglaublich gute Gelegenheit, die Aufmerksamkeit aller Bürger, also nicht nur der Wähler, über die Landtagswahl und auch EU-Wahl auf die Versäumnisse der Regierung in Sachen Artenschutz und Nahrungsmittelvergiftung zu lenken.
    3. Deutschland hat eine Landwirtschaftsministerin, deren Fokus eben nicht auf den Themenpaketen Artenschutz und Massentierhaltung liegt.

    Die systematische Arbeit des Grünen EU-Abgeordneten Sven Giegold ist es wert, genau verfolgt zu werden. Dessen Engagement in Brüssel und dessen Bereitschaft, sich mit den schweigenden politischen Mehrheiten auseinanderzusetzen, ist vorbildhaft. Unsere Kinder werden es merken, was heute durch Wegducken und Negieren von Fakten durch unsere Generation verursacht wird, bleiben Handlungen aus. Hier der Auszug aus dem am 26.09.2018 veröffentlichten Aufruf der Brüsseler Grünen:

    „Das Bienensterben ist eines der drängendsten Umweltprobleme unserer Zeit. Glyphosat war dabei schon länger im Verdacht, aber es fehlten die Beweise. Aber jetzt ist klar: Glyphosat schädigt und tötet Bienen.

    Jahrzehntelang wollte uns Monsanto weismachen, dass Glyphosat für Menschen und Tiere ungefährlich sei. Eine jetzt veröffentlichte Studie im renommierten Fachjournal PNAS zeigt jetzt aber deutlich: Glyphosat wirkt direkt auf die Bakterien im Darm der Bienen und verändert deren genau balancierte Zusammensetzung. Diese bakterielle “Mikroflora” ist entscheidend für die Gesundheit der Bienen, sie hilft u.a. Infektionen abzuwehren und Nahrung zu verdauen. Bienen, die mit realistischen Mengen von Glyphosat gefüttert werden, denen sie auch auf den Feldern ausgesetzt sind, sterben viermal häufiger an einer Infektion als unbehandelte Bienen. Ähnliche Effekte sind auch für Säugetiere und den Menschen zu befürchten.

    In der letzten Risikobewertung für Glyphosat wurden solche Effekte nicht berücksichtigt und Glyphosat als ungefährlich für Bienen eingestuft. … Deshalb ist unsere Hauptforderung an Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner und die EU-Kommission: Holt das Herbizid jetzt vom Acker!…“.

     

     

  • 27.09.: Parkpflege im Süden Tutzings

    Das im Kustermannpark begonnene Parkpflegekonzept wird weitergeführt! Nach Ortsbesichtigung auf dem Johannishügel fasste der Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss in seiner Sitzung am 26.09.2018 unter der Leitung der 1. Bürgermeisterin Marlene Greinwald (FW) einstimmig einen dreiteiligen Beschluss: (1) Kranke und abgestorbene Bäume werden entfernt, (2) von zu entwickelnden Vorschlägen für die Einrichtung von Sichtschneisen wird mindestens einer umgesetzt und (3) wird die Verwaltung die vier, fünf markanten Punkte in Tutzing aufzeigen, bei denen auch landschaftspflegerische Maßnahmen erforderlich sind. Es handelt sich also nicht um einen Eingriff in unberührte Natur, wie manche Kritiker vorschnell einwenden würden, sondern die gestaltete Natur wird gepflegt, ursprüngliche Zustände wiederhergestellt. Dazu gehört auch, das Unterholz entsprechend zu lichten. Der fortwirtschaftliche Experte im Gemeinderat, Peter Stich, wies darauf hin, die entsprechenden Bäume jetzt – noch laubtragend – zu markieren und die Maßnahme im Winter zu vollziehen. Klaus Hirschvogel von der Verwaltung erinnerte an den Denkmalschutz, der auch bei diesen Maßnahmen zu beachten sei.

    Weitere Punkte der Sitzung:

    • Die Überwachung des fließenden Verkehrs wird von 10 auf 6 Monatsstunden reduziert; die Überwachung der Umleitungsstrecken während der Sanierung und Neugestaltung der Hauptstraße wird spontan entschieden. Tutzing ist Mitglied im Zweckverband Kommunale Verkehrsüberwachung Oberland und kann die Messung jederzeit wieder intensivieren. In 2017 wurden 41 Messungen vorgenommen. Dabei sind 17.376 Fahrzeuge überprüft und 665 Verstöße registriert worden.
    • In der Erlenstraße in Unterzeismering wurde nach Grundstücksveränderungen die öffentliche Widmung korrigiert.
    • Ebenso stimmte der Ausschuss der öffentlichen Widmung von zwei Flächen als Ortsstraße „Tulpenweg“ in Kampberg zu. Ergebnisse von Vermessungen machten die Bereinigung erforderlich.

    Unter Mitteilungen und Anfragen, Verschiedens gab es seitens der Bürgermeisterin zahlreiche Bekanntmachungen:

    • Der im Gemeinderat am 08.05.2018 gefasste Beschluss zur Nutzung des Wegs „Himmelsleiter“ an der Traubinger Straße kann nunmehr umgesetzt werden. Das Landratsamt hat seine eigene Stellungnahme noch einmal bestätigt. Die Eigentümer der Grundstücke Traubinger Straße 27 und 29 können den beschränkt-öffentlichen Weg “Himmelsleiter” befahren, eine entsprechende Beschilderung wird angebracht.
    • Inzwischen gibt es einen Parkscheinautomat an der Seestraße (vorher stand der Automat am Midgardhaus) Dort ist tagsüber ein Ticket zu lösen, nachts kann kostenlos geparkt werden. Sonderausweise für Anwohner gibt es nicht.
    • In einer der nächsten Sitzungen des Gemeinderats soll diskutiert werden, ob Tutzing dem Klimapakt Landkreis Starnberg beitritt.
    • Im Rahmen der Überprüfung der Brückenbauwerke in Tutzing erläuterte Gabriela Sperduto, Sachgebietsleiterin Tiefbau in der Verwaltung, dass die beschädigte Brücke in Unterzeismerung provisorisch verstärkt werde. Schon jetzt gebe es eine Beschränkung auf 2,5 Tonnen. Die Brücke bzw. der Durchlass an der Monatshauser Straße wird ebenfalls auf 2,5 Tonnen beschränkt und gleichzeitig auf 2,2 Meter eingeengt. Hier gibt es die Überlegung, das Straßenstück im Winter zu sperren.
    • Zur verkehrsrechtlichen Anordnung von Tempo 30 an den Schulen sei eindeutig das Straßenbauamt zuständig. Das gelte nach der Schnittstellenregelung auch für die fehlenden Hinweise an Fahrzeuge, die von der Bahnhofstraße in die Hauptstraße einbiegen. Die Gemeinde unterstütze aber das Straßenbauamt. Zu den seitens eines Bürgers vorgeschlagenen Zebrastreifen ergänzte die Bürgermeisterin, diese Art der Querungshilfen könnten jetzt überlegt werden und fänden auch Eingang in die Planung der Hauptstraße. Auf meine Frage zum aktuellen Stand der Planung gab es die Aussage, dass es wieder eine Information vor der nächsten Sitzung des Ausschusses gebe. Der Baubeginn im April 2019 wurde von der Bürgermeisterin auf Anfrage bestätigt, insbesondere seien die Kanaluntersuchungen abgeschlossen. Probleme bereite noch das Tagwasser*. Hier ginge es – ohne Erläuterung weiterer Details – um Zuständigkeiten, die noch diskutiert und verhandelt, ggf. auch politisch auf höherer Ebene entschieden werden müssten.

    *) Definition aus Wikipedia: Mit Tagwasser wird dabei das unmittelbar von den atmosphärischen Niederschlägen herrührende und an der Oberfläche stehenbleibende, versickernde oder frei abfließende Oberflächenwasser sowie zu Tage tretendes Grundwasser bezeichnet.

     

  • CSU – Aufstand der Zwerge, Antwort der Riesen

    So schwarz angestrichen kann man gar nicht sein, dass man heute noch „einfach so“ sein Kreuzl bei den schwarzen Zwergen macht. Zwergenhaft ist diese Partei als Koalitionspartner in Berlin: In der großen Koalition haben sie gerade mal 11,43 % der Sitze. Eine andere Rechnung sagt, sie stellten lediglich 6% dar. Aber diese weiß-blau bekappten Schlümpfe unter ihrem Ingolstädter Oberschlumpf Seehofer, ferngesteuert von einem äh-äh Stoiber, umschmeichelt von etlichen Dobrindts und Scheuers und Blumes, zwangsgeduldet von einem Franken namens Söder, sie machen in Berlin einen Wirbel, als wäre ganz Deutschland Schlumpfland. So KLEIN, so hinter die Fichte geführt, stand eine GROSSE Koalition noch nie da wie nach Seehofers Maaßen-Coup. Eine Mini-Partei, die glaubt, wenn sie schon bei dene Preiß‘n da oben versagt, bei uns reüssieren zu können? Gut, aus der Tradition heraus und dank aller des Lesens und Schreibens nicht so Kundigen, die ihr Kreuzl immer ganz oben machen, werden sie hierzulande auch die nächsten paar Jahre noch die Klappe aufreißen, aber nur noch halb so groß wie unter unserem Franz Josef – Gott hab ihn selig.

    Da ist es ja dann auch schon wurscht, was auf den Plakaten steht.  Dass Söder uns die Vollbeschäftigung bringt, dass CSU und Söder das Beste für Bayern sind – ja, schreibt er so auf Plakate. Ich schlage vor: lassen wir das! Man kann auch Loser wählen, um ihnen einen Anreiz zur Besserung zu geben. Man kann auch Nazis wählen, um einer sogenannten christlich-sozialen Partei eine auszuwischen. Aber der Verdacht liegt nahe, dass unter den Losern viele sind, die Nazis wählen. Wer versteht denn sowas? …

  • DIE GRÜNE – sie will ja…

    Nichts gegen Katharina Schulze. Seit 10 Jahren aktiv in der Partei und noch immer „eine weiße Weste“. Sie lacht und freut sich über gute Prophezeiungen – und will vieles, was auf den Plakaten zu lesen ist. Sie will „kein Bienensterben“ mehr, sie will „Mut geben statt Angst machen“ und „ein menschliches Bayern in unserem Europa“. Dann auch „Gleichberechtigung und Selbstbestimmung“, sogar „Betonflut eindämmen“ und „Mobil sein in Bayern“. Das und noch viel mehr will sie, die fleckenlose Grüne, mit ihrer Partei erreichen. Klingt gut. Deswegen wollen es auch die anderen. Fast alle. Irgendwie. Und wir wollen das auch. Irgendwie. Doch wir glauben nicht daran, dass plötzlich nach dem 14. Oktober der Wille Berge versetzt, die die Erfüllung dieser alten Wünsche bisher blockierten.

    Die Grünen wollen, aber können nicht. Denn was auch immer geschieht: mehr als Juniorpartner der schwarzen Blockadeberge können sie nicht werden. Das wissen sie. Also was wollen sie wirklich? Einen Zipfel der Macht. Ein bisserl mitregieren. Was das in der Praxis bedeutet, können sie an der SPD studieren: Frust – und zerrieben werden.

    Dafür ist diese Partei zu schade. Sie wird eine umso stärkere, saubere, klare, interessante Oppositionspartei sein, je mehr Stimmen sie bekommt. Der bayerische Löwe braucht keinen grünen Schwanz, sondern eine grüne Kraft, die ihm kräftig auf die Pfoten haut. Auf den Plakaten steht, dass es genug Anlass dafür gibt. Den Grünen wäre zu wünschen, sich ihrer Wurzeln zu besinnen. Den Wettbewerb mit der FDP sollten sie gar nicht erst beginnen. Es sieht so aus, als wüssten sie es. Der böse Spruch, die Grünen seien häufig nichts anderes als eine FDP auf dem Fahrrad, wird am 14.10.2018 so manchem ins Kreuz gehen. Weswegen die Grünen nicht den derzeit an jeder Ampel hängenden Slogan verwenden „Grün, der Kinder wegen“, bleibt deren Geheimnis.

  • Die ödp – stark in Tutzing?

    Wenn man sich so umschaut in Tutzing, wimmelt es hier nur so von ödp-Wählern: 50% aller Tutzinger sind konservativ, 44% grün, 6% blau-äugig. Die Mischung ergibt ganz klar ödp, Also, wie der Satiriker sagen würde: typisch linksrechts oder rechtslinks. Viel ödp-Herz in deren Brust schlägt für den Bauernstand, das Landvolk, den Acker, die Bienen, unsere Waldheimat. Das ödp-Hirn war einmal sehr kreativ: Es erfand den fetten Bayrischen Löwen, der sich gerade auf einen Reißnagel setzt. Die ältlichen ödp-Sympathisanten bekommen heute noch feuchte Augen, wenn sie an früher denken. Die ödp contra CSU. Das hätte ein Hit werden können. Doch es blieb beim großen Traum. In Tutzing schaffte es ein ödp-Mann, Bürgermeister zu werden. In seinem Schleppnetz wurden zwei Nicht-Parteimitglieder ödp-Gemeinderäte. Ja, das machte die CSU in Tutzing übrigens mit einer parteilosen Kulturreferentin auch. Denken Sie an Toyota: nichts ist unmöglich!

    Jetzt aber zurück ins Jetzt. Da steht man vor den Plakatwänden, vielleicht unentschieden, und liest: „ödp – Bayerns starke Mitte“. Häh? Dort tummeln sich doch schon CSU und Freie Wähler! Wo ist da noch Platz für eine 3,2%-Partei? Vielleicht rücken die beiden ja ein bisserl zusammen für die ödp? Doch auf dem nächsten Plakat liest der Wähler „Stoppt das Artensterben, schafft blühende Wiesen!“ Wie soll der Wähler jetzt das nun auch noch unter den Hut bekommen? Er hat doch schon gerade den ödp-Befehl gelesen, die Bienen zu retten! Und er fragt sich „wieso ich?“ Wenn es schon all die Parteikoryphäen, Merkel oder Gabriel, Söder oder die Aigner nicht mal ansatzweise versucht haben? Er, der Wähler, soll jetzt also die Maja aus dem Glyphosat ziehen? Verrückt. Wahrscheinlich verlangen sie als nächstes, wir sollen auch all die Dieseltraktoren ihrer bäuerlichen Klientel umrüsten. Wir. Wieso wir? Ja, und weil viele so sind wie der das Plakat Betrachtende, lahmarschig, kein Artensterben stoppen, keine Bienen retten, nicht einmal blühende Wiesen machen, deshalb gibt es da noch ein Plakat: „A Bayer is geduldig, aber irgendwann wählt er ödp!“ Das ist tröstlich. Irgendwann ist immer gut.

    Irgendwann wählt der Betrachter vielleicht auch ödp. Vielleicht. Vielleicht ist auch immer gut. Und mit dem Plakattext „Wer seine Heimat liebt, zerstört sie nicht“ kann man sich zurückziehen und denken „wie weise, wie weise“.

  • SPD -SPiel mir das Lied vom ToD

    Nein, es soll nicht gespottet werden. Es kann ans Herz gehen. Deutschlands älteste Partei, die nach dem Krieg nicht den Namen ändern musste, einst von Millionen Arbeitern und Angestellten gewählt, von Beamten bei Post und Bahn und den Soldaten im Nachkriegsdeutschland, der Hoffnungsträger dreier, vierer Generationen. Und nun das: 10% sagen die Propheten voraus. Echte 10%. Aber vielleicht 20% für eine Nazi-Partei, 73 Jahre nach dem Hitler-Krieg. In dem tausende Sozialdemokraten wegen ihres Glaubens an Anstand und Gerechtigkeit ermordet wurden. Steht der Betrachter in München nun vor den Großplakaten einer heute so gering geschätzten Partei. Sympathisch ist sie, die Kohnen. Sie lacht den Wähler an, obwohl sie gar nichts zu lachen hat. Und sie schleudert ihm in gewaltigen Lettern ihren Aufruf entgegen: Anstand steht auf dem einen, Gerechtigkeit auf dem anderen. Als wäre die Nazizeit auch nach 73 Jahren nicht vorbei. Man kann denken: ist sie denn vorbei? Hatten sich die braunen Ratten in der dunklen Kanalisation unserer Gesellschaft lange ein gemütliches Plätzchen eingerichtet, um jetzt den nächsten Angriff auf Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit zu starten?

    Fast flehentlich die zweite Zeile auf dem Plakat: „Unsere Politik braucht keine Egoisten sondern Zusammenhalt und Menschlichkeit“. Ja, wohl wahr, aber woher nehmen und nicht stehlen?  Auf den kleinen Plakaten der Kandidaten hätte es wohl genügt, vier fünf Worte zu deren Qualifikation zu sagen. Hat man leider nicht. Dafür steht überall „Zukunft im Kopf, Bayern im Herzen“. Schade. Noch nichtssagender kann eine abstürzende Partei wohl nicht beschrieben werden.

  • Freie Wähler!

    So frei, dass sie in der Mitte keinen Platz mehr lassen wollen für die, die ebenfalls die Mitte in Anspruch nehmen.

    Es gehört viel Mut dazu, hier nicht hinzuschreiben, dass Freiheit und Mitte noch keine Aussage sind, die mit Überzeugung gemacht wird und noch weniger mit Überzeugung mit einem Kreuz versehen werden kann. Trotzdem, wir schreiben es mal hin!

    Verdienste, weswegen dieser ehemals unzufriedene CSU-Flügel gewählt werden könnte, werden nirgendwo sichtbar herausgearbeitet. Alleine der Begriff „Freie Wähler“ lässt nachdenken. Ist der Rest etwa „Unfreie Wähler“? Was machen die Freien Wähler eigentlich mit diesem in die Irre führenden Begriff? Was wählen die eigentlich? Immerhin weiß man über sie, woher sie kommen; sie sind der Flügel, der der CSU abgeschnitten wurde und die CSU deshalb ins Trudeln kam; schon immer.

    Sie wollen mitregieren und die CSU vor sich hertreiben. Was aber im Detail sie legitimiert, Regierungsverantwortung zu übernehmen, das wird mit „Bayerns starke Mitte“ begründet. Soso, aus dem Fleisch der CSU geschnitten und dann bestimmte Muskeln bei denen wieder angenäht und schon klappt das Regieren besser. Ist das die Wahl? Dächten die Freien Wähler im Kopf der eigentlichen Wähler, so müssten sie, die Freien Wähler, sich mit der Frage beschäftigen, weswegen eigentlich sie und nicht gleich die CSU gewählt werden sollte. Auch bei diesen Leuten, in Tutzing aus welchen Gründen auch immer gut vertreten, hilft ein Blick ins Internet weiter. Auch die Tutzinger Freien Wähler sind nicht auf der Höhe der Zeit und dem Landtagspersonal bleibt nix anderes übrig, als in der Mitte stark zu sein.

    Die Revoluzzer der CSU können jetzt zeigen, was sie drauf haben, derartige Mittenkämpfer dorthin zu verweisen, wo sie hingehören. Auf die Ersatzbank. Aber, die Hoffnung stirbt zuletzt: Vielleicht sind die jetzt verfügbaren Plakate demnächst überklebt mit konkreten Aussagen. Eventuell sind jetzige Plakate nur Überschriften, mit denen mögliche Wähler vorbereitet werden auf glasklare Aussagen, warum ausgerechnet FW und nix anderes. Zu sagen, man sei besser als der Andere und spreche auch für die Mitte, ist etwas dünn. Die CSU ist vielen zu recht ein Vorbild, aber muss das auch gleich in die Mitte führen? Eine Mitte, in der sich alle drängeln und der Wähler nur noch betroffen wegschaut? Freiheit und Mitte, ein interessantes Gegensatzpaar.

  • 26.09.: Konsolidierung der Spielplätze

    Es geht um eine Konsolidierung gemeindlicher Spielplätze, nicht um eine Auflösung! Die Überschrift zu diesem Tagesordnungspunkt in der Sitzung des Haupt-, Finanz- und Werkausschusses unter der Leitung der 1. Bürgermeisterin Marlene Greinwand (FW) erschien mir etwas unglücklich. Es geht um benachbarte Spielplätze am Schorn und in Traubing. Aus je zwei Plätzen in mäßigem bis schlechten Zustand wir nun je einer instandgesetzt und mit Geräten ergänzt. Der jeweils zweite Spielplatz wird entfernt.

    Weitere Punkte der Sitzung waren:

    • Wie bereits in der Sitzung vom 10.07.2018 angemerkt, habe ich meinen Vorschlag wiederholt, für die offenen Punkte aus den Rechnungsprüfungsberichten 2014 – 2016 ein Wiedervorlagesystem einzuführen, damit der Ausschuss das Abarbeiten der Beanstandungen bzw. Empfehlungen des Rechnungsprüfungsausschusses nachhalten kann. Die Punkte sind wichtig, es geht fast immer um das Geld der Bürgerinnen und Bürger und die Kollegen im RP-Ausschuss haben sich die Arbeit gemacht, die Punkte herauszuarbeiten. Wegen enthaltener Namen habe ich den Vorschlag in der nichtöffentlichen Sitzung in einer vorbereiteten Liste der unerledigten Punkte konkretisiert.
    • Aus der nichtöffentlichen Sitzung am 10.07.2018 gab die Bürgermeisterin folgende Punkte bekannt: Die den Eltern berechneten Kosten für die Schülerbeförderung in die Grundschule Traubing werden ab dem Schuljahr 2018/2019 von 25 auf 50 Euro/Monat/Kind erhöht. Dieser Punkt war in dem Rechnungsprüfungsbericht 2015 enthalten. Die Eltern zahlen zukünftig 1/4 der Kosten. Der Realschule werden für die Nutzung der Würmseehalle die tatsächlichen Gebühren berechnet (aktuell 22,49 Euro/Stunde, nicht 15 Euro/Stunde), Schließlich wird im Haushalt 2019 vorgesehen, dass der Zuschuss für die Musikschule auf 99.000 Euro erhöht wird. Die Erhöhung beruht auf einem ausgearbeiteten Antrag der Musikschule, der auch die Verstärkung der musikalischen Förderung in der Breite enthält.
    • Nachdem bei der Verwaltung zahlreiche Beschwerden von Tutzinger Bürgerinnen und Bürgern über den Zustand der Parkanlagen eingegangen sind, wird der Einsatz eines Sicherheitsdienstes erwogen. Die Verwaltung wird entsprechende Angebote einholen. Anlass der Beschwerden waren „Nacktbader“, freilaufende Hunde, herumliegender Müll, rücksichtslose Radfahrer sowie Trinkgelage von Jugendlichen in den Abendstunden. Die Polizei sei aus personellen Gründen nicht in der Lage, die Parkanlagen regelmäßig zu kontrollieren, so die Verwaltung. Die Alternative einer Sicherheitswacht durch ehrenamtlich tätige Bürger wurde abgelehnt.
    • Zur Kenntnis genommen wurde die beauftragte Übersicht über die Nutzung gemeindlicher Einrichtungen durch Vereine. Dabei ging es um jährliche Zuschüsse, die teilentgeltliche oder unentgeltliche Nutzung von gemeindlichen Räumen, Hallen oder Grundstücken sowie um wiederkehrende Arbeitsleistungen des Bauhofs. Die Übersicht dokumentiert die umfangreiche Unterstützung der Vereine durch die Gemeinde. Das heterogene Bild ist historisch gewachsen, die Vergleichbarkeit eingeschränkt und somit der betriebswirtschaftlichen Analyse nur sehr begrenz zugänglich.
    • Unter Mitteilungen und Anfragen, Verschiedenes informierte die Bürgermeisterin, dass von den gemeindlichen Anschlagtafeln wegen des wilden Plakatierens und des ungepflegten Zustandes drei entfernt wurden und zwei repariert werden. Diese werden beim Andechser Hof und am Dampfersteg wieder aufgestellt. Zur Pflege der Anschlagtafeln werden Paten aus der Tutzinger Bürgerschaft gesucht, die sich um je eine Tafel kümmern. Das könne die Verwaltung nicht leisten. Schließlich wurde noch ein Brief des Landrats erwähnt, der die Anregung enthielt, die Einrichtung eines Seniorenbeirats zu prüfen. Die Seniorenreferentin Elisabeth Dörrenberg (CSU) wird sich der Sache annehmen.
  • DIE LINKE – in Tutzing?

    Oh ja, diese von allen Konservativen noch immer als Kommunisten verleumdete Partei traut sich, in Tutzing zu werben. Das mit den Kommunisten war mal. Seit Lafontaine, dem einmal ganz, ganz großen Mann der SPD, ist DIE LINKE eine seriöse sozialdemokratische Partei geworden, die den Pfeffer früherer Sozis hat, aber nicht in Koalitionen verschlissen wurde. Man muss mal den Thüringer Linken-Boss Ramelow hören: In nur zwanzig Minuten zitiert er sieben Mal das Neue Testament. Fromme Rote? Ja, das hatte einmal auch in der SPD Tradition.

    Und die Werbung? Umwelt schützen, nicht die Kommunen, die Konzerne. Das mag manchen Bürgermeister ärgern. Das Großplakat sagt „Mehr Teilen. Mehr Freiheit. Mehr Nächstenliebe“. Das wird viele Pfarrer freuen. Dann steht da noch auf den Plakaten auch „Höhere Renten statt höheres Rentenalter“ oder „Wohnungen sind zum Wohnen da, nicht zum Spekulieren“. Das versteht jeder Depp – aber natürlich kein Rentensachverständiger und schon gar kein Immobilienhai.

    Wählen wir lieber Immobilienhaie und gekaufte Sachverständige oder eine Partei, die „Liebe Deinen Nächsten“ auf ihr Plakat schreibt?

    Warum eigentlich die Linke so wenig Zuspruch findet? „Aufstehen“ alleine genügt nicht; ein Blick über die Grenze nach Frankreich aber schon. Etliches, was dort passiert, könnte Vorbild sein. Die Franzosen hatten halt mal eine Revolution; Deutschland schaffte so etwas nie und jetzt probiert Deutschland das mit der Konservativen Revolution. Ausgerufen von einem einzelnen Herrn, der sich derzeit TV-wirksam einen Bart wachsen lässt. Aber, lieber Revoluzzer Dobrindt, der Bart ist ab! Der stand vielleicht Marx recht gut, der jedoch ist mausetot, aber nur biologisch. In vielen Köpfen lebt er plötzlich auf. Warum wohl?

    Darüber könnte man ja mal in aller Ruhe nachdenken, wenn man nicht von Natur aus oder Herkunft nicht nachdenken kann.