Monat: April 2023

  • Beachtliches Ergebnis des Aktionstags „Minigolfplatz“

    Beachtliches Ergebnis des Aktionstags „Minigolfplatz“

    Gestern fand der erste Aktionstag „Minigolfplatz“ statt, zu dem Ludwig Horn und mehrere Ratskollegen eingeladen hatten. Das Ergebnis des ersten Rama dama ist beachtlich. Gratulation an die Initiatoren!

    Nutzen Sie das lange Wochenende und spazieren hin. Der Platz und insbesondere die Bahnen wurden ehrenamtlich entrümpelt, der Zaun repariert. So schön anzusehen. Bitte unterstützen auch Sie die Wiedereröffnung des Minigolfplatzes durch Ihre Arbeit und/oder Spenden. Informationen unter: https://www.minigolf-tutzing.de/.

    Das Ergebnis der Freiwilligenaktion als Bildstrecke:

  • DAY OF HOPE in München, Werksviertel 4.05.2023

    DAY OF HOPE in München, Werksviertel 4.05.2023

    Hoffnung für Natur, Umwelt & Klima

    Der 4. Mai 2023 wird zum Tag der Hoffnung für München.

    An diesem Tag besucht Jane Goodall, UN-Friedensbotschafterin, Biologin und aktive Naturschützerin das Werksviertel in München. Mit ihren Forschungen über das Verhalten der Menschenaffen hat sie uns die Augen für eine neue Sicht auf unsere Mitgeschöpfe geöffnet. Wir kommen mit ihr ins Gespräch und lernen von ihr.

    Eine Gelegenheit gemeinsam mit vielen engagierten Akteur:innen aufzeigen, welchen Beitrag jede:r von uns leisten kann, um nachhaltiger zu handeln und zu leben.

    Das Werksviertel kann von Tutzing aus per S-Bahn zum Ostbahnhof, autofrei erreicht werden. Die Veranstaltung orientiert sich an den 17 Zielen der Vereinten Nationen und alle, die sich für Klima und das Weiterleben auf unserem Planeten, sowie soziale Dringlichkeiten und Lösungen interessieren, sind ebenso willkommen wie auch Aktivisten fürs Klima für einen Austausch.

    Alle weiteren Informationen findet Ihr hier.

    Gerd Bittl-Fröhlich wird  mit sportsella vor Ort sein und über Nachhaltigkeit zu Sportartikeln informieren. Er stellt  am Stand B13 zusammen mit dem Hohenstein Institut aus. Kommt vorbei und stellt Eure Fragen zu Sportatikeln, Siegeln und Lieferketten – wir haben den Experten vor Ort.

  • BOA: Viel Arbeit für ein Grundstück!

    Viel Arbeit macht ein Bebauungsplan für ein Grundstück bzw. ein einziges Gebäude an der Schulstraße in Traubing. In der Sitzung des Bau- und Ortsplanungsausschusses (BOA) am 25.04.2023 unter der Leitung des 3. Bürgermeisters Dr. Franz Matheis präsentierte die Verwaltung die Abwägung der eingegangenen Stellungnahmen, meist redaktionelle Hinweise, aber auch solche zu Artenschutz und Vogelschutz. Es ist der allererste SoBoN-Fall in Tutzing (SoBoN = Soziale Bodennutzung). Der Sohn des Grundstückseigentümers wird sich verpflichten, das Haus selbst zu bewohnen und für die Einliegerwohnung wird eine langjährige Mietpreisbindung gelten. Damit das alles rechtens funktioniert, also Wohnbaurecht sicher geschaffen wird, muss aus dem einfachen ein qualifizierter Bebauungsplan mit weiteren Festsetzungen werden, so die Forderung des Kreisbauamts. Für das nochmals verkleinerte Gebiet wurde Wohnen und nicht störendes Gewerbe festgesetzt; es gilt eine Grundfläche GR von 180 m² und eine Wandhöhe von 6,50 Metern. Unter Einbeziehung der Beschlüsse billigte der BOA einstimmig den Entwurf des Bebauungsplans Nr. 104 „Schulstraße im Bereich der Fl. Nrn. 39 und 37/2, Gemarkung Traubing“ in der Fassung vom 25. April 2023 und beauftragt die Verwaltung das weitere Auslegungsverfahren gem. § 3 Abs. 2 und § 4 Abs. 2 durchzuführen. Übrigens: Die Kosten der Bauleitplanung werden vom Bauwerber getragen.

    Weitere Punkte der Sitzung:

    • Schon seit Jahren befasst sich der Ausschuss mit dem Bebauungsplan Nr. 84 „Westlich und östlich der Bahn“. Der gemeindliche Rechtsanwalt Dr. Volker Gronefeld sowie der gemeindliche Planer Martin Büscher erläuterten die Situation. Ein vorhabensbezogener Bebauungsplan mit dem Eigentümer sei daran gescheitert, das keine Einigung über Größe und Umfang der sozialen Wohnungsbindung mit vergünstigten Mieten gefunden werden konnte. Die Verwaltung schlug nun vor, das Bebauungsplanverfahren eigenständig weiterzuführen. So wurde einstimmig beschlossen, das Grundstück als Teilbebauungsplan 1 herauszuteilen und diesen isoliert weiterzuführen. Das Gebiet sei das wichtigste Areal im Umkreis des Bahnhofs. Weiter wurden Planer und Rechtsanwalt beauftragt, die Sozialbindung zu prüfen. Das Ergebnis dieser Prüfung soll zusammen mit dem festzulegenden Verhältnis von Gewerbe zu Wohnung sowie die Kubatur der Gebäude in einer der nächsten Sitzungen diskutiert und entschieden werden; Vorarbeiten dazu sind bereits geleistet worden.
    • Der beauftragte Architekt und Stadtplaner Manfred Steininger fasst die Stellungnahmen zum Bebauungsplan Nr. 101 „Herrestraße Nord“ nach der letzten Auslegung zusammen. Es seien keine wesentlichen Kommentare; Hinweise zum Schutzbereich für Kabel, zum Artenschutz, kleinere Korrekturen wurden aufgenommen. Eine Eigentümerin wollte mehr Baurecht erreichen. Ihr wurde entgegengehalten, dass bei den zahlreichen Restriktionen der Abstandsflächen eine komplette Nutzung des Baurechts in einzelnen Fällen nicht zu 100% möglich ist. Eine Erschließung eines bislang unbebauten Grundstücks wurde planerisch vorgesehen. Einstimmig wurde unter Einbeziehung der gefassten Beschlüsse der Bebauungsplan Nr. 101 „Herrestraße Nord“ mit Begründung in der Fassung vom 25.04.2023 als Satzung beschlossen.
    • Die Bauvoranfrage für die Errichtung eines Einfamilienhauses Am Höhenrain 1a wurde einstimmig positiv beantwortet. Die Anfrage sah den Neubau eines Einfamilienhauses mit Flachdach und Garage vor. Der hier anwendbare Bebauungsplan Nr. 46 Tutzing Nordwest – Östlich der Traubinger Straße, 1. Änderung Teilbebauungsplan 8 „Am Höhenrain“ schließt zwar den Neubau von Flachdächern nicht aus. Gemeinderat (2014) und Bauauschuss (2019) hatten sich jedoch dafür ausgesprochen, nur geneigte Dächer in der Form von Sattel- oder Walmdächern zuzulassen. Diese Absichtserklärungen haben jedoch, wie Bauamtsleiter Christian Wolfert feststellte, keinerlei Außenwirkung. Bezugsfälle mit Flachdächern gibt es in der Umgebung, wie die Ausschussmitglieder bei der Ortsbesichtigung feststellen konnten. Die Lösung: Der Bauwerber errichtet ein Gebäude mit Erd- und Obergeschoss mit Flachdach, verzichtet aber auf die Dachterrasse und errichtet eine von außen nicht sichtbare Fotovoltaikanlage. Sobald die Festsetzung für geneigte Dächer in den Bebauungsplan aufgenommen wurde, kann eine Aufstockung des Gebäudes mit Satteldach erfolgen.
    • Nicht einfach war der Antrag auf Baugenehmigung zum Umbau und Erweiterung eines bestehenden Einfamilienhauses mit Errichtung einer Garage in der Neustätter Straße 10a zu beurteilen. Denn das kleine Grundstück (527 m²) liegt im Geltungsbereich des Babauungsplans Nr. 106 „Waldschmidtstraße/Neustätterstraße“, für den kürzlich der Aufstellungsbeschluss gefasst wurde. Somit war dieses Bauvorhaben nach Maßgabe des § 34 BauGB (Umgebungsbebauung) zu betrachten. Die Mindestgrundstücksgrößenregelung von 600 m² für freistehende Einfamilienhäuser gilt hier bei Umbau und Erweiterung nicht. Es sind auch in der näheren Umgebung mehrere Gebäude vorhanden, die der beantragten Kubatur entsprechen bzw. diese sogar überragen. Unzweifelhaft ist die Bebauung im Verhältnis zur Grundstücksgröße groß. Gegenüber einem vorhergehenden Entwurf sei der Bauwerber der Gemeinde etwas entgegengekommen, wie die Ausschussmitglieder anhand vergleichender Planzeichungen feststellen konnten. Krankheitshalber konnte die gemeindliche Planerin Lydia Knözinger-Ehrl nicht an der Sitzung teilnehmen. Sie begleitet fachkundig das Bebaungsplanverfahren. Ihre Beurteilung soll nun eingeholt werden, ob die geplante Bebauung mit den Zielen des zukünftigen Bebauungsplans vereinbar ist. Der Ausschuss ermächtigte einstimmig die 1. Bürgermeisterin, nach der eingegangenen Stellungnahme zu entscheiden.
    • Der Antrag auf Baugenehmigung zur Anpassung des bestehenden Geländes und Einbau einer Tiefgarage Am Höhenberg 8a war vergangenheitsbezogen. Der neue Eigentümer des Hauses wollte unzulässige Abgrabungen und eine „Tiefgarage“, die eher einem Nebenbau gleicht, nachträglich legalisieren. Wie Bauamtsleiter Christian Wolfert ausführte, sei die materielle Rechtmäßigkeit gegeben, die Maßnahmen seien jedoch formal bisher nicht genehmigt. Dies wurde mehrheitlich gegen die Stimme der Ausschusskollegin Christine Nimbach nachgeholt.

     

     

     

     

     

  • GR: Rathaus informiert am 22. Mai zur Hauptstraße

    Die Informationsveranstaltung  zur Sanierung und Neugestaltung der Hauptstraße soll am 22.05.2023, voraussichtlich um 18:30 Uhr im Rathaus stattfinden, so die 1. Bürgermeisterin Marlene Greinwald in der Sitzung des Gemeinderats am 18.04.2023. Der Abwasserverband wird vertreten sein, ebenso der Verkehrsplaner Benjamin Neudert, der einen Rückblick und eine Vorausschau auf die Arbeiten geben wird. Die vollständige Einladung wird noch bekanntgemacht.

    Weitere Punkte der Sitzung:

    • Nachdem aus der Fusion der beiden Volkshochschulen Herrsching und Starnberger See die neue Volkhochschule Starnberger/Ammersee e.V. entstanden ist, waren z.T. neue Delegierte und deren Vertreter zu benennen. Delegierte sind nun Caroline Krug, Christine Nimbach, Flora Weichmann, Ludwig Horn und Claus Piesch. Vertreter sind, in dieser Reihenfolge den Delegierten zugeordnet, Stefanie Knittl, Bernd Pfitzner, Michael Ehgartner, Elisabeth Dörrenberg und Stefan Feldhütter.
    • Nach mehreren Gesprächen zwischen dem Sprecher für die Gemeinden, Herrn Bürgermeister Rainer Schnitzler, und dem Tierheim Starnberg liegt inzwischen ein Fundtiervertrag vor, dessen Konditionen lt. Verwaltung so akzeptiert werden können. Die Fundtierpauschale steigt von ursprünglich 0,60 Euro/Einwohner/Jahr auf 1,60 Euro/Einwohner/Jahr. Von diesem Betrag werden als Sonderregelung für Tutzing 0,30 Euro/Einwohner/Jahr an den Tierschutzverein Tutzing gezahlt. Die Bürgermeisterin lobt die gute Arbeit des Tierheims Starnberg in schwierigen Zeiten und stellte gleichzeitig fest, dass Wildtiere nicht durch die Gemeinde unterstützt werden. Auf die Frage nach sozialer Unterstützung für Tierhalter verwies die Bürgermeisterin auf das gesamtgesellschaftliche Engagement, diese Unterstützung sei keine kommunale Aufgabe. Diese Unterstützung gebe es schon, so Ratskollegin Caroline Krug, mit der Tiertafel, die Tierfutter bereitstelle. Einstimmig wurde der Fundtiervertrag beschlossen.

    Unter Mitteilungen und Anfragen, Verschiedenes gab die 2. Bürgermeisterin Elisabeth Dörrenberg bekannt, dass am 20.04.2023 um 19:00 Uhr im Rathaus eine Ausstellung der Künstlergruppe KulturArt am See eröffnet werde. Geschäftsleiter Marcus Grätz warb um Verständnis für die Absage der Sitzung des Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschusses. Die Verkehrsstelle sei unbesetzt, die neuen Mitarbeiter würden in einem bzw. drei Monaten beginnen. Daher konnte nichts vorbereitet werden. Dies gelte wegen der Osterfeiertage auch für die kurze Tagesordnung des Sitzung des Gemeinderats. Auf die Frage nach den Arbeiten an den Beeten in der Brahmspromande erklärte die Bürgermeisterin, die Beete würden einzeilig mit Granitwürfeln eingefasst, um die Wiese besser mähen zu können. Gepflanzt würden mehrjährige Stauden.

     

     

     

     

     

  • Osterpost hoch drei!

    Osterpost hoch drei!

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  • BürgerVereinsTreff: Hürden politischer Machtinteressen überwinden

    BürgerVereinsTreff: Hürden politischer Machtinteressen überwinden

    Acht Vertreter der Tutzinger Liste e.V. diskutierten beim BürgerVereinsTreff am Mittwoch, 29.03.2023, im Lobster mit den eingeladenen Bürgern, wie der Verein im Rathaus mehr Akzeptanz für seine Initiativen erlangen könnte. Trotz wesentlicher Erfolge, die der Bürgerverein inzwischen vorweisen kann (z.B. ISEK, Zweitwohnungssteuer, Gehweg Bahnunterführung, Sanierung Hauptstraße), begegnet den Ehrenamtlern eine eher ablehnende Haltung seitens der Bürgermeisterin aber auch Teilen des Gemeinderats. Der Verein gelangt mit seinen Initiativen zwar meist ans Ziel, der Weg dahin ist jedoch voller politischer Hürden. So stellten sich die Mitglieder, die Frage, ob der Tutzinger Liste e.V. ihr Sitz im Gemeinderat nutzt, oder doch eher schadet. So wurde mit den anwesenden Bürgern diskutiert, ob der Bürgerverein künftig auf die Teilnahme an den Kommunalwahlen verzichten und „nur“ als Bürgerinitiative auf die Gemeindepolitik Einfluß nehmen sollte. Was spräche dafür, was dagegen?

    Jahreshauptversammlung gibt Anstoß zur Diskussion:
    Wie die politischen Hürden für bürgerschaftliches Gestaltungsengagements überwinden?

    Die Mitglieder der Tutzinger Liste e.V. hielten am Mittwoch vor Beginn des BürgerVereinTreffs erst noch die Jahreshauptversammlung für 2022 ab. Neben den gewöhnlichen Regularien – Bericht des Vorstands, Vorlage der Jahresrechnung 2022 und Bericht der Kassenprüfer – brachte Schatzmeisterin Lucie Vorlíčková den Tagesordnungspunkt „Kommunalwahlen 2026 – Kandidaten“ ein. Sie analysierte in einem Grundlagenpapier die externen und internen Hürden, mit denen der Bürgerverein trotz seiner beachtlichen Arbeit für Tutzing zu kämpfen hat. Sie regte an zu diskutieren, ob der Bürgerverein ab 2026 mit oder ohne Vertretung im Gemeinderat weiterarbeiten sollte. Diese Diskussion wurde im anschließenden BürgerVereinsTreff mit den anwesenden Gästen intensiv fortgeführt.

    Bürgerverein sei „nicht Fisch, nicht Fleisch“ – stimmt, er ist 100% bürgerschaftliches Engagement

    Ein Teilnehmer merkte an, dass ihm nicht klar sei, ob die Tutzinger Liste e.V. eine Partei sei oder nicht. Sie sei „nicht Fisch, nicht Fleisch“. Dazu erklärte Vorlíčková, dass der Verein in den letzten drei Jahren hier viel Öffentlichkeitsarbeit geleistet habe. Er ist bewusst keine Partei mit den üblichen Parteistrukturen und machtpolitischen Interessen sondern pures bürgerschaftliches Engagement. An der Entwicklung Tutzings interessierte Bürger haben sich 2014 in einem Verein zusammengeschlossen, um insbesondere Transparenz in die Gemeindepolitik zu bringen (Berichte von Gemeinderatsmitglied Behrens-Ramberg) und durch die Aufdeckung von Defiziten aber auch Einbringung neuer Konzepte die künftige Ortsentwicklung zum Wohle aller Tutzinger zu beeinflussen (Initiativen des Bürgervereins im Liveticker). Sie führte weiter aus, dass diese Art des bürgerschaftlichen Engagements zwar bekannt aber noch nicht oft in den Kommunen vertreten sei. Es bedürfe der Zeit, bis Rathaus und Bürger die Vorteile aber auch – und dies gilt besonders für den ländlichen Raum – die Notwendigkeit dieser basisdemokratischen Arbeit (wieder) erkennen und schätzen lernten. Beirat Gerd Bittl-Fröhlich erläuterte am Beispiel der Gemeinde Oberammergau, wo es drei Wahlperioden bedurfte, um diese basisdemokratische Bürgerbeteiligung in der kommunalen Selbstverwaltung zu etablieren. Zu den Hürden dieser „Gestalter“ im ländlichen Raum siehe auch unseren Beitrag unter https://www.vorort.news/tutzing/kommunalpolitik/2023/2/7/tutzinger-liste-stellt-keinen-buergermeisterkandidaten/.

    Sollte der Bürgerverein ein reiner „Bürger-Kummerkasten“ werden – ohne eigenen Sitz im Gemeinderat?

    Einige Bürger begründeten die ablehnende Haltung seitens der Bürgermeisterin und einem Teil des Gemeinderats „logisch“ damit, dass die Tutzinger Liste e.V. immer auch eine Wettbewerberin bei den Wählerstimmen ist. Es sei daher besser, nicht mehr an den Kommunalwahlen teilzunehmen und keinen Gemeinderat mehr zu stellen. Der Bürgerverein solle als  „Bürger-Kummerkasten“ fungieren. Die eingereichten Themen müsse er dann versuchen, über möglichst viele Gemeinderäte im Gemeinderat zu befördern und Anträge durchzusetzen. Der Verweis auf politisches Wettbewerbsdenken bei Wählerstimmen, hat sicher den Kern getroffen. Parteipolitik habe zwar in einer Kommune absolut nichts zu suchen, darüber waren sich alle Teilnehmer einig, die Realität sei aber leider eine andere. So bestätigte auch Dr. Behrens-Ramberg: „Sobald ein Stern heller als der eigene leuchtet, machen sich machtpolitische Interessen breit, die rationale Handlungen für das Gemeinwesen oft in den Hintergrund treten lassen.“

    Es folgten mehrere Wortmeldungen, die dennoch dafür plädierten, dass die Tutzinger Liste e.V. bei den Kommunalwahlen antreten solle. Es wäre „sehr schade“, wenn der Bürgerverein nicht mehr im Gemeinderat vertreten wäre. Zwei Teilnehmer ermutigten die Vereinsmitglieder sogar, sich zur reinen politischen Arbeit zu bekennen, denn schon jetzt arbeite der Verein ja „politisch“, da er das Gemeinwesen beeinflusse.

    Präsenz der Tutzinger Liste e.V. sei im Gemeinderat für Transparenz und nachhaltige Ortsentwicklung unerlässlich – aber auch als Opposition

    Die Mehrheit der Anwesenden sah die Vertretung der Tutzinger Liste e.V., also parteiloser Bürger, im Gemeinderat als erforderlich. Zum Einen gäbe es in Tutzing kein anderes Medium, dass über die Sitzungen in dieser Qualität, was Inhalt, Form und Schnelligkeit angehe, die Bürger informiere und so für Transparenz in der Rathauspolitik sorge. Zum Anderen sei es gerade der Bürgerverein, der Defizite aufdecke und immer wieder engagiert Konzepte einbringe, was für die nachhaltige Ortsentwicklung für die kommenden Genrationen von großer Bedeutung sei.

    Ein Gast, Mitglied des Gemeinderats, wies daraufhin, dass die dem Gemeinderat zur Abstimmung vorgelegten Themen, oft im Voraus entschieden seien – der Gemeinderat fungiere daher meist nur als „Abnickaugust“. Vorlíčková wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der Bürgerverien, zwar unbeabsichtigt, aber inzwischen tatsächlich eine  „oppositionelle Funktion“ wahrnehme. Dies sei eine extrem wichtige Aufgabe, denn ohne fundierte Opposition funktionierten Demokratien nicht und es gäbe keinen Wettbewerb um die jeweils bessere Lösung.

    Bittl-Fröhlich ging nochmals auf die reine Bürgerinitiative ein und gab zu bedenken, dass es an ehrenamtlich engagierten Bürgern fehle. Auch bei der Tutzinger Liste e.V. würden mehr „Mitmacher“ dringend benötigt, denn die umfangreiche Arbeit verteile sich nur auf wenige Schultern. Ein Gast, der extra aus München angereist war, da ihn das Konzept des bürgerschaftlichen Gestaltungsengagements interessierte, bekräftigte, dass eine reine Bürgerinitiative nur Erfolg hätte, wenn es ein „großer, gewichtiger Verein“ wäre, mit dem sich die etablierten Parteien regelmäßig eng abstimmen (müssten). Vorlíčková ergänzte, dass eine reine Bürgerinitiative nicht automatisch zu mehr Unterstützung im Rathaus führen würde. Jede Initiative, die den Fokus der erforderlichen Handlungen und Entscheidungen auf das Rathaus richte (wie z.B. Leitziele 2030) und nicht auf die Bürger selbst (wie z.B. Klimaneutral 2035) würde sich ebenfalls schwer tun, „offene Rathaustüren einzurennen“.

    Bürgerverein muss wichtige Entscheidung treffen – die Tutzinger aber auch

    Vorlíčková fasste die Diskussion am Ende pragmatisch zusammen: „Wir müssen uns klar werden, ob wir wieder in den politischen Ring steigen und bei der Kommunalwahl 2026 die Wähler um mindestes 3 Sitze im Gemeinderat bitten oder aus dem Gemeinderat ausscheiden und ein reiner Bürgerverein werden.“

    Leider gehört Tutzing nicht zu den Gemeinden, wo Amtsbürgermeister und Gemeinderat Potential und Chance bürgerschaftlichen Gestaltungsengagements erkennen (wollen). Obwohl inzwischen auch Staatsministerien drauf hinweisen, dass die enormen kommunalen Herausforderungen (Finanzen, Klima, Demografische Entwicklung) ohne die Mithilfe der Bürger nicht zu stemmen sind. Würde das Tutzinger Rathaus politisches Ehrenamt fördern, gäbe es diese Diskussion bei der Tutzinger Liste e.V. nicht. Denn sie könnte sich als reiner Bürgerverein beratend einbringen. Eine Änderung der Rathauspolitik zu mehr Hinwendung zum Bürger und dessen Einbeziehung bei wichtigen Themen, wird es unter der Amtsführung von Marlene Greinwald aber nicht geben. Selbst das Schicksal unseres Kustermann-Areals, der Tutzinger Bürgerangelegenheit schlechthin, wird hinter verschlossenen Türen in nicht-öffentlicher Sitzung behandelt.

    Darum müssen sich die Tutzinger Bürger klar darüber werden, wen sie in 2026 in ihren Gemeinderat wählen. Der Bürgerverein hat bewiesen, dass er Tutzinger Sachinteressen in den Vordergrund stellt und eben nicht parteipolitische Machtinteressen. Er bringt selbstbewusst Gegenmeinungen und neue Ideen mittels ausgearbeiteten Konzepten für Tutzing in die Diskussionen ein. Die Tutzinger Liste e.V. bedeutet anpackende Veränderung für Tutzing.  

     

    Presse:
    Merkur: Tutzinger Liste will mehr Mandate
    vorOrt.news: Pro und contra Gemeinderats-Kandidatur

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    INFOKASTEN:

    Bericht des Vorstands für 2022:

    Gemeinderatsmitglied Dr. Behrens-Ramberg berichtete über seine und die Arbeiten des Bürgervereins in 2022. Er erläuterte insbesondere, dass die drei in 2020 und 2021 gestarteten Initiativen des Vereins (ISEK/GEK, vollständige und fristgerechte Erhebung der Zweitwohnungssteuer und Erweiterung des Gehwegs an der Bahnunterführung Heinrich- Vogl-Straße) in 2022 erfolgreich durch die zuständigen Gremien im Gemeinderat zum Abschluss gebracht wurden (außer dem GEK, dessen Realisierung noch im Rahmen des ISEK diskutiert wird). Details aller Arbeiten, Handlungen und Berichte aus der Tätigkeit des Vereins in 2022 können Sie hier nachlesen: https://www.tutzinger-liste.de/ueber-uns/was-wir-tun/