Monat: April 2016

  • Schmutzfinken, Ferkel und Wildschweine

    Tutzing ist ja voller Menschen von überall. Einer, schon ziemlich alt und grau und – glaube ich – aus München, hat mir erzählt, dass in seiner Heimatstadt vor Jahrzehnten ein, nennen wir es mal „Verschmutzungsverbot“, galt. Ja, ehrlich, wer dabei erwischt wurde, dass er etwas auf der Straße oder im Park fallen ließ, einen Zigarettenstummel zum Beispiel,  musste Strafe zahlen. Fünf Mark, glaube ich, sagte er. Und das sei damals viel Geld gewesen. Etwa der Gegenwert von 90 Semmeln.

    Wir beide warteten auf die S-Bahn und ich – oder er? sagte plötzlich gedankenverloren: „…was hier alles an Müll rumfliegt“. Und er – oder ich? antwortete „wie überall.“ Ja, so kamen wir ins Gespräch. Erzählten uns von den kleinen Schmutzfinken, die ihre Bonbon-Papierl einfach fallen lassen – und die Schmutzfink-Mama schaut weg. Von den Ferkeln, die aus der Schule kommend einfach alles über den Nachbarzaun werfen, was eigentlich in den Mülleimer gehört: Colabüchsen, Brotzeitpapier, Pizzaschachten, Coffee-to-go-Becher.

    „Aber“, sagte der Alte, „am schlimmsten sind die Wildschweine: ganze Familienhorden, die ihren Wohlstandsmüll wie einen Schleier bei jedem Ausflug um sich her und hinter sich verteilen. An welchem Vorbild sollen sich da die Schmutzfinken orientieren?“ Ja, an welchem?

    Ich musste aussteigen und fand, dass Starnberg genauso vermüllt ist. Auch an der See-Promenade, wie bei uns im Kustermannpark. Am Sonntag danach machten wir einen Spaziergang über die Ilkahöhe zum Gut Kerschlach: wohin du schaust Abfall. Ich fragte die Kinder, ob ihnen das schon aufgefallen sei. Ein dreistimmiges fröhliches NEIN erklang. Sie haben sich also schon daran gewöhnt, dachte ich.

    Und plötzlich fand ich ein „Verschmutzungsverbot“ überhaupt nicht mehr komisch. 90 Semmeln… das wären heute 35 Euro. Mit nur 10 „Verschmutzungs-Beobachtungs-Beauftragten“, ausgestattet mit Strafzetteln, würde eine Gemeinde wie Tutzing zehnmal mehr Geld einnehmen, als mit der Hundesteuer.

    Wie komme ich jetzt auf Hunde?

    Ihre Conny Bimslechner

  • Ja, was denn nun?

    Da steht seit Wochen eine interessante Überschrift mit dem Hinweis auf den Seehof. Kein Kommentar weit und breit! Ist die Angelegenheit so verfahren, dass niemand sich traut, zur Feder zu greifen? Durch den gesamten Auftritt der Internetseite Tutzinger Liste zieht sich wie ein Roter Faden auch die Nennung aktueller Themen. Sogar ausgewogen in der Formulierung und daher keineswegs aggressiv. Das Aufgreifen alleine aber bringt herzlich wenig und scheint tatenlos abzuperlen, wenn nur gelesen und hinter vorgehaltener Hand darüber gesprochen wird.

    Was ist in Tutzing eigentlich los, was muss noch passieren, bis beispielsweise die Dauerbaustellen wie Seehof und Andechser Hof Lösungen zugeführt sind, auf die der Ort von seiner grundsätzlichen Lösungskompetenz her in der Lage sein müsste. Zu glauben, Lösungen seien absehbar, ist trügerisch. Vom geplanten Boutique-Hotel ist weit und breit nichts zu lesen und zum Andechser Hof steht eine Überlegung in der Öffentlichkeit, doch zuerst mit den Reihenhäusern auf dem Grund des Andechser Hofes zu beginnen. Es gehört nicht viel Phantasie dazu, anzunehmen, hier seien wieder einmal Nebelkerzen unterwegs. Wo sind die vielen Zustimmungen zum Vorgehen des BM, der in dem Fall nun wirklich keinen leichten Job hat? Einzelne Gemeinderäte lesen die Internetseite der Tutzinger Liste; ist deren Blick und damit Reaktion nur auf die eigene Homepage und deren Inhalte gerichtet? Warum beziehen diese Gemeinderäte nicht in der Internetseite der Tutzinger Liste Stellung? Ist der Unterschied zwischen gesprochenem Wort und geschriebenem Wort so wichtig, dass jeder glaubt, auch für ihn gälte der §103 GG (Böhmermann)?

    Hubertus Fulczyk

  • 27.04.: Tiefgarage Greinwaldstraße?

    Eine Tiefgarage in der Greinwaldstraße? auf dem ehemaligen TSV-Gelände? Unter dem Tagesordnungspunkt „Mitteilungen und Anfragen, Aktuelles, Verschiedenes“ der Sitzung des Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschusses am 26.04.2016 stellte ich dem Bürgermeister Rudolf Krug die Frage, wann die Ausschussmitglieder den ersten Entwurf des Konzept für die Sanierung der Hauptstraße ab 2017 erhalten würden. Wie berichtet, sollte der beauftragte Verkehrsplaner, Herr Benjamin Neudert aus Herrsching, hier den ersten Aufschlag haben. Der Bürgermeister führte aus, dass der Entwurf fast fertig sei und in der Verwaltung beraten werde. Eine Bürgerbeteiligung sei vorgesehen, über die Finanzierung müsse ebenfalls beraten werden. Die Sparten werden einbezogen, von ihnen hinge auch der Zeitplan ab. In diesem Zusammenhang brachte mein Gemeinderatskollege Dr. von Mitschke-Collande die Frage nach der Tiefgarage in der Greinwaldstraße auf. Der Bürgermeister will hier in der nächsten Sitzung ein Finanzierungskonzept vorstellen. Es sei wichtig, bei einer Verknappung der Parkplätze in der Hauptstraße, alternative Parkmöglichkeiten zu bieten. Wie erinnerlich, hatten sich die Teilnehmer des Bürgerforums für eine Reduzierung auch des ruhenden Verkehrs auf der Hauptstraße ausgesprochen. Kritisch würden die Verkehrsumleitungen während der Bauarbeiten, dies sei das schwierigste Thema, so der Bürgermeister. Gemeinderatskollege Dr. Toni Aigner schlug dann vor, das komplexe Thema in einer Sondersitzung zu behandeln.

    Weitere Themen der Ausschusssitzung:

    • Dem Antrag auf Aufstellung von Verkehrsspiegeln in Kampberg wurde zugestimmt, die Kosten muss jedoch der Antragsteller tragen. Die Verwaltung lehnte bisher die Aufstellung von Verkehrsspiegeln ab, was auf eine entsprechende Stellungnahme der Polizei zurückgeht. Die Ausfahrt aus der Tiefgarage der betreffenden Wohnanlage sei jedoch wegen der Sichthindernisse ausgesprochen schwierig, so dass die Aufstellung von zwei Verkehrsspiegeln seitens der Verwaltung befürwortet werde.
    • Mit dem Bund Naturschutz wird die Verwaltung über den Johannishügel sprechen. Dieses Naturdenkmal, um das sich der Bund Naturschutz kümmert,  droht zu verbuschen.
    • Die Verwaltung wird prüfen, ob die Fortsetzung der Lindenallee nach Norden, der Georg-Roth-Weg, nicht auch aufgearbeitet bzw. befestigt wird.

     

  • Veranstaltungshinweis: Politik verstehen. Mitdenken – Mitreden – Mitgestalten

    In der politischen Akademie Tutzing findet ein Seminar für Interessierte (mit oder ohne Vorkenntnisse)vom 07.05.2016 – 08.05.2016 statt mit dem Thema Politik verstehen. Mitdenken – Mitreden – Mitgestalten. Aktuelle Politik anschaulich erklärt und kontrovers diskutiert.

    Leitung: Barbara Weishaupt

  • Rama Dama!

    Die Gemeinde Tutzing lädt ein zum diesjährigen Rama Dama – am 7. Mai 2016. Treffpunkt ist das Feuerwehrhaus in Tutzing um 9 Uhr.

    Alle Tutzingerinnen und Tutzinger sind herzlich dazu eingeladen. Gemeinsam wird, aufgeteilt in kleine Gruppen, das Gemeindegebiet nach Müllschwerpunkten abgegangen. Ratsam sind feste Schuhe oder Gummistiefel sowie Arbeitshandschuhe. Im Anschluss an die Aktion (ca. 12 Uhr) lädt die Gemeinde zu einer verdienten Brotzeit in die Gaststätte Tutzinger Keller ein.

    Aus organsiatorischen Gründen wird um Anmeldung gebeten: Monika Söllner, Telefon 08158/2502-21 oder email monika.soellner@tutzing.de.

  • 24.04.: Nottreppe ist okay!

    Der Bau- und Ortsplanungsausschuss genehmigte in seiner Sitzung am 19.04.2016 unter der Leitung der 3. Bürgermeisterin Marlene Greinwald den Anbau einer Nottreppe an der Nordfassade eines Hauses in der Bergwiesenstraße. Ursprünglich hatte sich der Ausschuss dagegen ausgesprochen mit der Begründung, die beantragte Treppe sei für die beschriebenen Zwecke nicht notwendig. Außerdem wurde die Gefahr einer Präzedenz gesehen. Die Ausschussmitglieder schlossen sich nun der Auffassung des Kreisbauamts an, dass die Nottreppe ein untergeordnetes Bauteil sei, das sich in die Eigenart der umgebenenden Bebauung einfüge.

    Weitere Punkte der Sitzung waren:

    • Selten, aber es kommt vor: Das Protokoll der Niederschrift der Sitzung vom 16.03.2016 wurde geändert. Mir war aufgefallen, dass in der Begründung des Beschlusses zum Neubau eines Betriebsleiterhauses in Unterzeismering eine Drehung des Gebäudes um 180° niedergeschrieben war. Es mussten aber 90° sein, denn das Gebäude sollte parallel zur Staatsstraße situiert werden. Das ist nun korrigiert worden.
    • Die Erarbeitung von Möglichkeiten zur Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit in Bezug auf die öffentliche Auslegung von Bauleitplanverfahren wurde in der nicht öffentlichen Sitzung am 16.03.2016 besprochen, was nun veröffentlicht wurde. Das Thema ist seitens der Verwaltung in der Diskussion.
    • Die 7. Änderung des Bebauungsplans Nr. 16 „Schupfenwiesen“ samt Begründung wurde als Satzung beschlossen. Klargestellt wurde, dass die zulässigen Überschreitungen der Grundflächen (für Kellereingangstreppen, Balkone etc. ) entweder 10% der GR oder 15m² betragen darf, nicht jedoch kumulativ.
    • Für den Bebauungsplan Nr. 78 „Ortszentrum Tutzing“, Teilbebauungsplan 8.1 (Mittelschule) haben wir nach Behandlung der eingegangenen Stellungnahmen bzw. unter Einarbeitung der entsprechenden Beschlüsse mehrheitlich die Auslegung beschlossen. Das Verfahren verläuft etwas „holprig“, wie Prof. Burgstaller als Planer der Gemeinde ausführte, weil der Gebäudeplan bereits fertiggestellt ist und der Bebauungsplan diesem nachfolgt.
    • Der Entwurf des Bebauungsplan Nr. 45 „Tutzung Nordwest – westlich der Traubinger Straße“, Teilbebauungsplan 4 „Zwischen Benediktenweg und Boeckelerstraße“ wurde gebilligt. Ein Grundeigentümer wollte bereits beschlossene Festlegungen auf einem Teilgrundstück vermeiden, der Ausschuss stimmte mehrheitlich dagegen, so dass der Bebauungsplan hier wie vorgesehen, also auch im nörlichen Teil des Grundstücks, beschlossen wurde.
    • Die 5. Änderung des Bebauungsplans Nr. 52 „Klenzestraße“ wurde samt Begründung in der Fassung vom 19. April 2016 gebilligt. Der Gemeinderat hatte am 01.03.2016 einen Beschluss gefasst und das Verfahren samt Beschluss an den Bau- und Ortsplanungsausschuss delegiert. Wie erinnerlich und hier berichtet, werden bei der Festlegung der Grünordnung neben Verkehrsflächen nun auch Stellplätze aufgenommen.
    • Nachdem der Bauwerber für seinen Antrag auf Baugenehmigung zum Neubau eines Einfamilienhauses mit Garage in der Kustermannstraße beim Landratsamt Starnberg einen Planaustausch vorgenommen hat, sah die Verwaltung den geänderten Plan als zustimmungsfähig an. Die in der Sitzung vom 23.02.2016 abgelehnten Abgrabungen des Geländes wurden deutlich reduziert und die Nordfassade durch zusätzliche Fenster aufgelockert, wie vom Ausschuss gewünscht worden war. Damit fügt sich das Gebäude in die Eigenart der umgebenden Bebauung ein. Die Problematik der Entwässerung in Bezug auf die Kustermannstraße wird gemäß Bauwerber und Abwasserverband Starnberger See mit Dienstbarkeiten über Privatgrund geregelt. Damit konnte der Ausschuss dem Antrag auf Baugenehmigung – vorbehaltlich der der nachzuweisenden gesicherten Erschließung – das gemeindliche Einvernehmen erteilen.
    • Die Shell-Tankstelle darf einen Backofen installieren – der entsprechende Antrag auf Nutzungsänderung des bestehenden Verkaufsraumes in Backshop mit Integrierung eines Backofens erhielt mehrheitlich das gemeindliche Einvernehmen.
    • Beim Antrag auf Vorbescheid zum Neubau eines Einfamilienhauses mit Einliegerwohnung und Garage im Weidenweg in in Traubing wurden die fünf gestellten Fragen mit JA beantwortet (Grundfläche, Dachneigung, zwei Wohneinheiten, Garage, Abbruch Nebengebäude u.a.). Es gab bereits einen positiven Vorbescheid aus 1987; der aktuell vorgelegte Antrag entsprach dem damaligen Antrag in Kubatur und Situierung gänzlich. Lediglich die Garage wünschte der Bauwerber nach Süden zu versetzen.

     

  • Familienangelegenheiten

    Hatten wir doch jüngst ein schon lange überfälliges Familientreffen. Folglich gab’s das übliche große Familienessen mit dazugehörigem Familienkrach. Unsere Konstanze meinte wie üblich, Onkel Josef täte nur rummeckern, der Onkel Franz hingegen bemühe sich manches mal sogar, die Dinge besser auf den Punkt bringen. Jedoch auch zumeist ergebnislos. Aber was hilft der Punkt, auf den gebracht wird, wenn just der Punkt als „so isses nun mal, auch noch unabänderlich!“ hingestellt wird. Auch eine Aneinanderreihung der Punkte bringt wenig, weil zwar für jeden was drin ist, aber der Leser doch nur müde weglächelt. Ist doch alles in absoluter Ordnung.

    Auf dem Tisch beste Ware, natürlich eingekauft von Gourmands in Tutzings Gourmet-Hallen. Fleisch-Hopping ist möglich in fünf Märkten. Und gentechnikfreie Bergbauernmilch; ich will aber Kuhmilch von freien Kühen auf mit Gift unbelasteten Böden!

    Wie lange das noch gutgeht mit dem Überangebot an Waren seltsamer Herkunft und Bezeichnung, weiß vermutlich nur der Gemeinderat. Flächen für einen weiteren Lebensmittelgroßmarkt wären vorhanden. Hat er doch nun vor, den jetzigen großen Drogeriemarkt durch einen weiteren Drogeriemarkt unterstützen zu wollen.

    Fast alles auf dem Tisch und Haus anlässlich des Familientreffens stammt aus Unternehmen, die Tutzing als Markt der alten Leute und auch noch Besserverdienenden erkannten und auf Teufel komm raus mit allerbesten Preisen sich selbst anbieten. Ob das nicht auch zu Lasten des dort arbeitenden Personals geht? Sofern überhaupt noch Personal zu sichten ist.
    Konstanze hatte Glück, dass wir beim Essen nicht auch noch die komplette Lebensmittelvergiftung bis hin zu den seltsamen Arbeitsbedingungen in neuerdings privat geführten Sozialeinrichtungen (demnächst Gesundheitshäuser anstatt Krankenhäuser) auf dem Programm hatten.

    Dass allerdings Konstanze mit ihren Erkenntnissen gleich in die Öffentlichkeit geht, hatte ich nicht erwartet. Da war sie wohl sehr verschnupft ob meiner rüden Behandlung ihrer doch recht nachvollziehbaren Einlassungen. Innerfamiliäre Erkenntnisse haben nämlich auf dem Markt der Eitelkeiten nix verloren. Da ist mir tatsächlich die bekannt staatstragende Partei ein Vorbild, ebenso deren andersfarbige Brüder und Schwestern im Geiste. Nach außen hin friedlich, nach innen hin erst recht auch und bewegen tut sich daher gar nix mehr.

    Wo werden wohl beim nächsten Familientreffen in größerem Kreis die einzelnen Familienmitglieder übernachten? Etwa im Boutique-Hotel neben dem Schloss, im wieder eröffneten Luftkurort?

    Es grüßt ein Mitglied einer recht amüsanten Großfamilie. Bin ja gespannt, wer noch in der Mischpoke auftauchen und sich zu Wort melden wird.
    Ihr JB

  • Mama, uns schmeckt’s nicht

    Mein lieber Schwan, war das ein mieses Wochenende! Plötzlich waren wir am Verhungern. Nur weil ich dummerweise mal Zeitung gelesen habe und da schrieb ein Herr Hulverscheidt, dass amerikanische Hühner inzwischen vom Schlupf aus dem Ei bis zum Schlachtgewicht von 5 Kilo nur noch 17 Tage brauchen: „dank Selektion der Küken, Kreuzung, genmanipuliertem Futter und Antibiotika“.

    Wenn ich früher Oma und Opa besuchte, wog so ein bayerisches Suppenhuhn mal gerade zwei Pfund. Ohne Federn. Ja, und das habe ich dann am Samstagmittag erzählt, als es Chickenwings mit Sojasoße gab. Zugegeben: es war der falsche Zeitpunkt.

    Der Jüngste spukte gleich am Tisch den dritten Bissen wieder aus, die beiden Mädels hatten plötzlich keinen Hunger mehr und fragten gallig, ob es zur Sojasoße etwa eine ähnlich unappetitliche Story gebe. Dumm, wie Männer manchmal sind, erklärte Franz, der mal Biochemie studiert hatte, dass früher gemahlene und geröstete Sojabohnen mit Salz und Wasser in Japan wie Bier nach dem Reinheitgebot gebraut und wochenlang zur Reife gebracht wurden. Als Zugabe zu Reis, weil der sonst so trocken schmeckt. Heute geht das flotter. „Ausgangsprodukt“, sagte er, ist jetzt Sojaprotein, das mit Wasser aus Sojamehl gelöst wurde. Dieses Sojaprotein wird mit SALZSÄURE hydrolisiert. Anschließend werden Milchsäurebakterien und Hefen zugegeben. Auf diese Weise kann der gesamte Herstellungsprozess von Monaten und Jahren – wie traditionell üblich – auf wenige Tage reduziert werden, da die ursprüngliche Fermentation entfällt…

    Da also waren wir wieder bei den 17-Tages-Hühnern. Und keiner wollte noch wissen, was „hydrolisieren“ heißt. Ich schlug vor, zum Abendessen als Ausgleich zu unserem Italiener zu gehen. Da wurde mir erst bewusst, was ich angestellt hatte: die Pizza schmecke nach Pappe, die Salami sei vergiftet, der Wein sicher gespritzt, die Cola hat 14 Stück Würfelzucker usw usw.

    Ich prüfte meine Vorräte für Sonntag und beschloss dann für alle einen totalen Fastentag. Denn im Brot ist zu viel Salz, habe ich gelesen.

    Ihre Conny Bimslechner

  • 13.04.: Noch einmal: Sozialraum

    In der Sitzung des Haupt-, Finanz- und Werkausschusses am 12.04.2016 berichtete der Ausschusskollege Bernd Pfitzner, dass er sich über den geplanten Sozialraum für Asylsuchende auf dem alten Festplatz informiert habe. Ihn beschäftige sehr das Thema Folgenutzung, das er ungeklärt sieht. Einer der Initiatoren, der Architekt Dieter Mruck, sei gerne bereit, die Gemeinderäte oder einige davon, in einer anzusetzenden Veranstaltung exklusiv zu informieren. Dies wurde von Bürgermeister Rudolf Krug abgelehnt mit dem Hinweis auf die bereits erfolgten Informationen in den Haushaltsberatungen und im Gemeinderat. Der Rat sei auch das richtige Gremium. Bislang sei nur der Bauantrag auf den Weg gebracht. Dieser formale Schritt bedeutet übrigens nicht den Beschluss über die Realisierung. Eine Festlegung auf die Folgenutzung Jugendtreff sollte, so der Bürgermeister, vermieden werden, der Rat sollte das eine Projekt nicht gegen das andere ausspielen. Bekanntermaßen sind für beide Projekte jeweils 50.000 Euro im Haushalt 2016 eingeplant. Für eine Diskussion über die Realisierung fühle ich mich gut informiert. Wie bereits am 10.04.2016 hier berichtet, haben wir Gemeinderäte neben der Information durch die Verwaltung das Holzmodell des Sozialraums gesehen, es gibt Pläne und Zeichnungen und wir sahen ein Video über die Erstellung des Modells.

    Über die Tagesordnungspunkte der nichtöffentlichen Sitzung werde ich erst dann berichten, wenn der Bürgermeister sie zur Veröffentlichung geeignet bekanntgibt. Dies ist regelmäßig der zweite Punkt einer jeden Tagesordnung.

  • 10.04.: Think big!

    Zahlreiche Gäste und das aufgebaute Modell deuteten auf den Tagesordnungspunkt 9 der Sitzung des Gemeinderats am 05.04.2016 hin:

    Antrag auf Baugenehmigung zum Neubau eines ortsgebundenen sozialen Raums für Asylsuchende mit provisorischem Bauzelt und überdachten Fahrradabstellplatz. Die Abkürzung „BIG“ steht hier für „Building Integration in Germany“. Es wurde ein Video über die Phase des Modellbaus mit den Asylbewerbern gezeigt, das Modell war im Zuhörerraum ausgestellt und zusätzlich wurden Folien präsentiert. Hier soll zusammen  ein Gemeinschaftsraum geschaffen werden, um Versammlungen, Unterricht, Gespräche Begegnungen und Freizeitaktivitäten zu ermöglichen. Lt. Arbeitspapier der Initiatoren wird „ein temporärer Bau als sozialer Raum in Holzbauweise in Zusammenarbeit mit den Zeltbewohnern unter Aufsicht und Betreuung von qualifizierten Fachkräften weitestgehend in Eigenleistung erstellt“.

    Bürgermeister Rudolf Krug wies darauf hin, dass es hier formal um einen Bauantrag (der Gemeinde selbst) ginge, nicht um eine Diskussion und einen Beschluss über das Projekt an sich. Es fällt manchen Kollegen schwer, inhaltliche von prozessualen Fragen trennen.  Fragen des Baustandards oder der Nachfolgenutzung waren nicht das Thema, ebensowenig die energetische Ausstattung, die Nachrüstung mit Toiletten oder die Frage, wie lange die Zeltstadt am alten Volksfestplatz überhaupt bestehen bleibt.Der Bauantrag (befristet bis 31.03.2017) wurde mehrheitlich gegen eine Stimme befürwortet. Nach einer weiteren Beratung wird der Gemeinderat die endgültige Entscheidung über die Realisierung des Projekts treffen; neben den genannten Fragen wird es auch um die Finanzierung gehen. Die Gemeinde hat im Haushalt 50.000 Euro dafür eingestellt, die Kosten liegen voraussichtlich darüber.

    Begonnen hatte die Sitzung bereits um 18 Uhr auf der Rathaustenne mit der Ehrung von Frau Angelika Pfaffendorf (Tutzinger Helferkreis) und Herrn Rainer Haack (Sektion Tutzing des Alpenvereins sowie Tutzinger Helferkreis). Beide erhielten für ihre Verdienste den Ehrenbrief der Gemeinde Tutzing. Weiterhin wurden die verdienten Sportler des Deutschen Touring-Yacht-Clubs sowie des Tutzinger Kampfsportclubs für ihre besonderen Leistungen geehrt.

    Weitere Punkte der Sitzung waren:

    • Volkshochschule Starnberger See e.V. – als eine der Facheinrichtungen, die die Gemeinde Tutzing zur Erfüllung ihres Kultur- und Bildungsauftrags unterhält. Die neue Leiterin, Frau Christian Liobl,  stellte die geplanten Angebote und Leistungen inden sechs Programmbereichen Gesellschaft, Beruf, Sprachen, Gesundheit, Kultur und Grundbildung anschaulch in einer Präsentation vor. Insgesamt gibt es 400 Kursangebote. Die VHS sieht sich als Partner der Integration und fördert Sprache, Alphabetisierung, interkulturelle Begegnung und den Erwerb interkultureller Kompetenz. Damit kann die VHS zu einer schnellen und wirkungsvollen Intergration der Flüchtlinge beitragen und darin Partner der Gemeinde Tutzing und des Tutzing Helferkreises sein.
    • Der Gemeindertat beschloss einstimmig, an der Zweitwohnungsteuersatzung 2004 und dem bisherigen Satzungsvollzug festzuhalten, bis die obergerichtliche Klärung der Rechtslage feststeht. Hier läuft ein Verfahren  zwischen dem Bayerischen Gemeindetag und dem Verwaltungsgericht München vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof, dessen Ausgang abgewartet werden soll.
    • Der Gemeinderatskollege Peter Stich hat aus gesundheitlichen Gründen um Enbindung vom Amts des Vorsitzenden des Prüfungsausschusses gebeten.Dem wurde zugestimmt, ebenso der Nachwahl von Dr. Ernst Lindl als Nachfolger, den die CSU-Fraktion vorgeschlagen hatte.
    • Auf Initiative der beiden Kollegen von Bündnis 90/Die Grünen hilt Frau Barbara Schärfl einen kompakten Vortrag zum „Handlungspapier zur Energieffizienten Bauleitplanung„. Ziel ist der Klimaschutz, die Nutzung erneuerbarer Energien und die sparsame und effiziente Nutzung von Energie. Zahlreiche Vorgaben, z.T. fertig formuliert als Festsetzungen, wurden erarbeitet, die in die Bebauungspläne übernommen werden könnten. Die Mitglieder des Gemeinderats reagierten verhalten. So widersprächen größere Abstände zwischen Gebäuden, um Verschattungen zu vermeiden, der verfolgten Idee, mit Grundflächen durch maßvolle Verdichtung der Bebauung sparsam umzugehen.
    • Der Gemeindrats beschloss einstimmig die 1. Änderung des Babauungsplanes Nr. 65 „Hauptstraße/Waldschmidtstraße – Villa Trutz“. Hintergrund war, dass der Bau- und Ortsplanungsausschuss den Antrag auf Baugenehmigung für ein Bauvorhaben an der Waldschmidtstraße genehmigt und zahlreiche Befreiungen erteilt hatte. Dabei geht es um den Neubau von 4 Wohnhäusern mit 13 Wohneinheiten einschl. Tiefgarage und Doppelgarage. Das Landratsamt sieht durch die Abweichungen die Grundzüge der Planung berührt und verlangt eine Änderung des Bebauungsplans.
    • Der Bebauungsplan Nr. 10 „Unterzeismering I“ vom 18.07.1973 wurde aufgehoben, weil er nach Überprüfung von Anfang an als fehlerhaft und funktionslos zu betrachten war. Hier handelt es sich um eine verfüllte Kiesgrube mit Altlasten. Es wird als erheblicher Abwägungsmangel gesehen, dass hier dennoch eine Wohnbebauung ohne vorherige Behebung der Altlastenproblematik vorgesehen war.
    • Der Tagesordnungspunkt 12 mit der 5.Änderung des Bebauungsplans Nr. 62 „Fabrikgelände Lindemannstraße – ehem. Bayerische Textilwerke“ wurde zurückgenommen. Hier geht es um die Verkaufsflächenerweiterung im 1. Obergeschoss für den geplanten Drogeriemarkt.
    • Für die Neustrukturierung der Straßenbeleuchtung in Tutzing wurde ein Ausschuss aus vier Gemeinderäten gebildet. Durch den Auslauf des Versorgungs-vertrags mit EON ergeben sich demnächst neue Möglichkeiten.
    • Zum Kinderhaus in der Traubinger Straße gab der Bürgermeister einen Sachstandsbericht. Der Waldorfkindergarten sei eingezgen, der Kindergarten des BRK stehe kurz davor. Anschließend wird der Altbestand eingerissen. Finanziell habe man mit dem Bau eine „Punktlandung“ erreicht – nicht zuletzt mit Hilfe der laufenden Überwachung durch die Verwaltung, einen beauftragten Bauingenieur und den Kindergartenausschuss. Es sei ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis erreicht worden.