Monat: Oktober 2019

  • 16.10.: Neugestaltung Midgardhaus

    Wie bekannt, möchten sich die derzeitigen Wirtsleute des Midgardhauses, Fritz und Marlies Häring, zurückziehen. Die Münchner Augustiner-Brauerei möchte das Midgardhaus in Erbpacht von der Gemeinde übernehmen und Alexander Urban (früher Wirt des Klostergasthofs in Andechs) als neuen Wirt einsetzen. Davor sollen das Midgardhaus und die beiden Nebengebäude umfangreich saniert und teilweise neugestaltet werden. Dazu wurden in der Sitzung des Bau- und Ortsplanungsausschusses am 15.10.2019 unter der Leitung der Bürgermeisterin Marlene Greinwald (FW) zwei Bauanträgen einstimmig das gemeindliche Einvernehmen erteilt:

    • Umbau der Biergartenausgabe im ehem. Dienstbotenhaus und Nutzungsänderung Garage zu WC-Anlage und Lager (Stufe 1)
    • Errichtung eines Festsaals mit Unterkellerung und Verbindungsfoyer (Stufe 2)

    Christian Wolfert vom Bauamt erklärte, dass diese beiden Anträge unter Beteiligung von Behörden „aller Art“ vorbereitet wurden, schließlich liege das Midgardhaus im planungsrechtlichen Außenbereich. Insbesondere war der Denkmalschutz einbezogen. Anregungen und Ergänzungen der Fachbehörden wurden eingearbeitet. Weiterhin wurde die Verwaltung beauftragt, eine Stellplatzsatzung für den Betrieb der Gaststätte im Midgardhaus vorzubereiten, die in der Gemeinderatssitzung am 05.11.2019 erlasen werden könnte. Die Bürgermeisterin betonte, die Realisierung der Nachfolge im Midgardhaus verbunden mit den geplanten Investitionen bedeute einen großen Gewinn für Tutzing, für die Bürger – eine Begegnungsstätte in bester Lage.

    Weitere Punkte der Sitzung:

    • Der Entwurf (mit Möglichkeiten und Varianten) zur 2. Änderung des Bebauungsplans Nr. 45 „Tutzing Nordwest, Bereich westlich der Taubinger Straße“, Teilbebauungsplan 2, Alpspitzstraße, wurde mehrheitlich samt Begründung in der Fassung vom 15.10.2019 gebilligt. Es hatte eine Ortsbesichtigung stattgefunden. Die Verwaltung wurde beauftragt, das Auslegungsverfahren durchzuführen. Der gemeindliche Planer Prof. Burgstaller erläuterte mit zahlreichen Visualisierungen die Möglichkeit des Aufstockens für das letzte Haus mit stark abfallendem Grundstück. Der westliche Nachbar hatte hier Einschränkungen für sich gesehen. Prof. Burgstaller schlug einen Kompromiss vor, eine zurückgerückter Baukörper, der zwei Geschosse und Souterrain ermöglicht, flaches Dach mit einer Neigung von 15-18°. Alternativ ließe sich der Bau auf 16 Meter Länge verkürzen, was halbe Abstandsflächen bedeute. Die Firsthöhe bleibt unter den Festsetzungen des Bebauungsplans, in etwa auf der Traufhöhe des Nachbarn. Offensichtlich gab es bereits Streitigkeiten, denn die Bürgermeisterin appellierte an die beiden Eigentümer, sich nicht wegen dieser Sache zu zerstreiten.
    • Zur 6. Änderung des Bebauungsplans Nr. 52 „Klenzestraße“ gab es eine Tischvorlage mit der Abwägung der eingegangenen Stellungnahmen. Der Leiter des Bauamts Klaus Menzinger erläuterte die Stellungnahmen, im Wesentlichen redaktionelle Änderungen. So wollte die Bahn ein in ihrem Eigentum befindliches Grundstück im Umgriff des Bebauungsplans als Bahnfläche dargestellt wissen. Einstimmig beschloss der Ausschuss die 6. Änderung des Bebauungsplans samt Begründung in der Fassung vom 15.10.12019 als Satzung.
    • Mit knapper Mehrheit, 5 zu 4 Stimmen, billigte der Ausschuss den Bebauungsplan Nr. 78 „Ortszentrum Tutzing“, Teilbebauungsplan 2, samt Begründung in der Fassung vom 15.10.2019 als Satzung. Es geht um die Hauptstraße 56/58. In diesem Gebäude war früher eine Filiale der Bäckerei Meier untergebracht. In der Sitzung am 26.03.2019 hatte der Ausschuss den Entwurf des Bebauungsplans  samt Begründung in der Fassung vom  26.03.2019 als Satzung beschlossen. Darin sollte die Grünfläche eines anderen Eigentümers mit Obstbäumen in Nord-Süd-Ausrichtung erhalten bleiben, das derzeit zweigeschossige Gebäude desselben Eigentümers in deren Süden konnte um ein Geschoss aufgestockt werden. Offensichtlich hatte der Eigentümer der Obstbaumwiese interveniert. Viele Gespräche hätten stattgefunden, erklärte die Bürgermeisterin. Zusätzlich kamen Bedenken des gemeindlichen Rechtsanwalts, die Obstbaumwiese könne rechtlich wohl nicht von Bebauung freigehalten werden. Schließlich sah die Landschaftsarchitektin der Gemeinde diese Obstbaumwiese als nicht unbedingt erhaltenswert an. Mit einem eingefügten Gebäude auf der Obstbaumwiese ginge, so Prof. Burgstaller, die zunächst gewährte Aufstockung des südlichen Gebäudes wieder verloren. Nach Diskussion sollen hier die Wandhöhe und Firsthöhe aber nun so festgesetzt werden, dass ein Dachausbau möglich ist. Der anschließende Versuch einiger Ausschusskollegen, das mittlere Gebäude zu verkleinern, wurde abgelehnt. Die Dimension des Gebäudes war ja gerade im Zusammenhang mit der deutlichen Verkleinerung des straßenseitigen Gebäudes entstanden. Hier wieder nachzusetzen und das nun mittlere Gebäude in der Länge zu verringern, erschien der Mehrheit im Ausschuss unzulässig.
    • Der noch nicht fertiggestellte Entwurf des Bebaungsplans Nr. 78 „Ortszentrum Tutzing“, Teilbebauungsplan 3.1, wurde von Prof. Burgstaller vorgestellt. Hier sind mehrere Vorhaben in der Nähe der Hallbergerallee und der Greinwaldstraße geplant, auch der Umgriff des Bebauungsplans soll erweitert werden. Die Ausschussmitglieder nahmen die Information zur Kenntnis, Prof. Burgstaller wird den Entwurf weiterentwickeln.
    • Für ein im Bau befindliches Haus an der Nordbadstraße 2 wurde festgestellt, dass die genehmigte Terrasse unterkellert wurde. Diese Fundamentierung war in den vorgelegten Plänen für das Untergeschoss nicht enthalten gewesen. Gemeinsam mit dem gemeindlichen Architekten Martin Büscher, dem Eigentümer und der Gemeinde wurden zwei Varianten der Terrasse entwickelt. Mit 6 zu 3 Stimmen angenommen wurde die Variante 1 mit einer Anböschung von ca. 1 Meter. Dies müsse ggf. den Eigentümern der beiden südlichen  Gründstücke auch gewährt werden.
    • Einstimmig wurde dem Antrag auf Baugenehmigung des Supermarkts Lidl zur Umnutzung der bestehenden Bäckerei zum Pfandlager und Anbau einer Backnische und eines Technikraums das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Die fünf wegfallenden Parkplätze an der Südostseite des Gebäudes müssen nicht weiter betrachtet werden, weil der Stellplatzschlüssel auch ohne diese eingehalten bleibt.
    • Mehrheitlich wurde dem Antrag auf Baugenehmigung zum Neubau eines Zweifamilienhauses mit Garage, Im Ried 29, in Traubing zugestimmt. Der ursprüngliche Plan war abgelehnt, nun aber verändert eingereicht worden. Die Ost- und Westfassaden erhielten Holzverschalungen sowie französische Balkone, so dass die optische Wirkung insgesamt filigraner erscheint. Die Kubatur wurde nicht geändert. Für die geplante Firsthöhe von 10 Metern gab es wenige Bezugspunkte, aber nach Wegfall der alten Bahnstromleitung über den Häusern wird es hier in die Höhe gehen. Ebenso mehrheitlich erhielt das geplante Pultdach auf der Garage eine Befreiung von der Ortsbausatzung, die eigentlich ein Satteldach wie das Haupthaus verlangt.
    • Der Antrag auf Vorbescheid zur Errichtung eines Einfamilienhauses mit Garagen in der Blumenstraße in Kampberg enthielt je zwei Fragen zur Situierung und Planung von Haus und Garagen. Sie wurden vom Ausschuss positiv votiert. Dazu ist die Verwaltung der Ansicht, dass sich Gebäude und Garagen im planungsrechtlichen Innenbereich befinden, was nun durch das Landratsamt überprüft werden wird. Eine vorherige Klärung war vom Landratsamt abgelehnt worden.
    • Einstimmig wurde dem Antrag auf isolierte Befreiung für die temporäre Errichtung und Verlegung von Ersatzeinstellplätzen für den Neubau des Gewerbegebäudes an der Bräuhausstraße 1 stattgegeben. Das klang alles ziemlich aufwändig. Die neun Parkplätze gegenüber dem FourSite sollen während der Bauphase verlegt werden. Dazu wurden zwei Varianten vorbereitet, nachdem das Kreisbauamt für die erste Variante ein immissionsschutzrechtliches Gutachten verlangt.  In der zweiten Variante sind zwar keine Verkehrsflächen angesetzt, aber das Gutachten entfiele. Die isolierte Befreiung vom Bebauungsplan für diese Variante wurde erteilt.

    Unter Mitteilungen und Anfragen, Verschiedenes verkündete die Bürgermeisterin schlechte Nachrichten für die Breitbandversorgung im Ortszentum: das ausführende Unternehmen hat den Auftrag wegen Kommunikationsproblemen mit der Telekom gekündigt, die Telekom selbst habe auf Anfrage der Verwaltung keine Auskunft gegeben. Damit rückt die bis Jahresende geplante Realisierung von „schnellem Internet“ auch im Ortszentrum in weite Ferne.

     

  • Tutzing – behindertengerecht?

    Im Zusammenhang mit der Frage, was Behindertengerechtigkeit in Tutzing eigentlich bedeuten könne und wo man mit entsprechenden Projekten stehe, lud die FDP zu einer Informationsveranstaltung am 09.10.2019 ins Roncallihaus ein. Eine sehr informative Veranstaltung, saßen doch 2. Bürgermeisterin Elisabeth Dörrenberg als mit der Sache Beauftragte und der Gast, Bürgermeister Peter Münsten aus Eichenau, Landkreis Fürstenfeldbruck, am Tisch. Unter der zielgerichteten Führung des einladenden Tutzinger FDP-Ortsvorsitzenden Michael Klein ging es verbal durch Tutzing. Ein Aspekt schimmerte mehrfach unterschiedlich stark durch, nämlich die Frage, wie es denn mit dem Bahnhof und dessen Umfeld weitergehen könnte. Das Thema sei derart komplex und dringend, dass es auf jeden Fall überparteilich gelöst werden solle. Hierzu böte sich ein Runder Tisch an.

    Wir greifen den von der FDP favorisierten Gedanken sehr gerne auf. Wir haben vor über sechs Jahren die Angelegenheit mit dem dritten Aufzug am Bahnhof „ausgegraben“ und stellten dann über Unterschriftensammlung und unterschiedlich umfangreiche Beiträge auf unserer Homepage die massiven Schwierigkeiten bei der Lösung von Fragen im und rund um den Bahnhof fest.

    Das von uns vorbereitete und noch in der Schublade liegende erneute Vorgehen zum Finden einer Lösung macht uns insofern mutig, indem wir sehr gerne dem Gedanken der FDP folgen möchten, tatsächlich einen Runden Tisch aufzubauen. Dabei kann dann mit großer Sicherheit gesagt werden, wie zukünftig überparteilich vorgegangen werden kann, damit auch die Bahn endlich Ansatzpunkte sieht, wie das für unsere Gemeinde unendliche Thema nun endlich Formen annimmt und einer sowohl der Bahn als auch Tutzing gerechten Lösung zugeführt werden kann.

    Wir freuen uns, dass wir nicht erneut alleine das Thema stemmen müssen.

    In der Annahme, dass eine Zusammenfassung des Informationsabends durch den Veranstalter über dessen Homepage noch erfolgen wird, bitten wir Sie, alle am Bahnhof beteiligten Akteure zu unterstützen. Indem Sie regelmäßig nach dem Stand der Dinge fragen. Auch nach dem Runden Tisch.

  • 09.10.: Die Löwen sind eingemeindet!

    Die Löwen sind eingemeindet – so kommentierte ein Ratskollege den einstimmigen Beschluss zur Eingliederung eines schmalen Uferstreifens am Midgardhaus in das Gemeindegebiet Tutzing. Letztlich ging es in der Sitzung des Gemeinderats am 08.10.2019 unter der Leitung der 1. Bürgermeisterin Marlene Greinwald (FW) um eine Formalie: Das kleine Flurstück wurde im Jahr 1925 durch Seegrundaufschüttung gebildet und nicht, wie es bei anderen solchen Flächen nach Erwerb durch den Eigentümer des Landflurstücks üblich war, in die Ufergemeinde eingegliedert. Für die Eingliederung ist ein deutliches öffentliches Interesse gegeben. Damit soll auch die gegenwärtige Situation in naturfachlicher, städteplanerischer und touristischer Sicht festgeschrieben werden.

    Weitere Punkte der Sitzung waren:

    • Einstimmig wurde der Neuerlass der Verordnung über die Erhebung von Parkgebühren auf öffentlichen Verkehrsflächen der Gemeinde Tutzing beschlossen. Die Neufassung der Parkgebührenordnung war wegen zweier Beanstandungen des Landratsamts Starnberg erforderlich: (1) die Ermächtigungsgrundlage muss geändert und (2) die Lagepläne müssen hinreichend mit Bildunterschriften versehen werden. Die ausgewiesenen Flächen sowie die Gebühren an sich blieben unverändert.
    • Ebenso einstimmig wurde der Neuerlass der Satzung über die Gebühren für die Benutzung der Bestattungseinrichtungen der Gemeinde Tutzing beschlossen. Auf den Friedhöfen ist es so wie beim Wasser: die Gebühreneinnahmen müssen die Kosten decken. Das hat die letzten Jahre nicht geklappt, so dass eine Unterdeckung von rd. 314.000 Euro aufgelaufen ist. Es gab weniger Beerdigungen, dazu ein Trend weg von der Sarg- und hin zur – günstigeren – Urnenbestattung. Nun gibt es regelmäßig die verpflichtende Kalkulation des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbands. Der hat eine Nachkalkualtion 2012-2017 und eine Vorkalkulation 2019-2022 erstellt. Auf der Basis ergibt sich die neue Gebührenordnung. Die Gebühren steigen zum Teil deutlich, ein Vergleich mit anderen Gemeinden ist nicht möglich. Wegen der unterschiedlichen örtlichen Verhältnisse sind die Gebühren auch je Friedhof separat kalkuliert worden. In diesem Zusammenhang bestätigte die Bürgermeisterin noch einmal, dass es am Waldfriedhof und in Traubing je ein Urnenfeld mit Namensschild an zentraler Stelle geben wird.
    • Gegen eine Stimme wurde beschlossen, Defibrillatoren an ausgewählten gemeindlichen Gebäuden in Tutzing und den Ortsteilen zu installieren. Ein Defibrillator, auch Schockgeber, im Fachjargon kurz Defi genannt, ist ein medizinisches Gerät zur Defibrillation, das durch gezielte Stromstöße Herzrhythmusstörungen beenden kann. Das Thema hatten wir im Haupt-, Finanz- und Werkausschuss am 17.09.2019 bereits besprochen und gutgeheißen. Inzwischen hatte die Kämmerin bestätigt, dass die überplanmäßigen Ausgaben von ca. 22.000 Euro für die Anschaffung, die von der Björn-Steiger-Stiftung gefördert wird, aus Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer gedeckt werden können. Das ist insgesamt eine gute Sache, die Standorte wurden sorgfältig untersucht und dokumentiert. Die Installation muss anschließend gut kommuniziert werden, damit jeder Helfende weiß, wo die Defis zu finden sind.
    • Die Aufstellungsfrist für die Funkübertragungsstelle, also das mobile Provisorium des Mobilfunkmastes am Waldfriedhof, wurde einstimmig um weitere drei Monate bis zum 30.01.2020 verlängert. Dies war erforderlich, nachdem die beiden Bauanträge für ein stationäres Provisorium noch nicht genehmigt sind. Der Bauantrag für die Errichtung auf Privatgrund wird einstimmig nicht mehr weiter verfolgt, nachdem der Eigentümer nicht in der Lage war, innerhalb von drei Monaten eine abschließende Antwort zu geben, ob er die Errichtung des Mobilfunkmasten auf seinem Grundstück gestattet oder nicht. Der stationäre Mobilfunkmast, auch ein temporäres Provisorium, soll nun auf gemeindlichem Grundstück am Waldfriedhof errichtet werden, sobald die entsprechende Baugenehmigung vorliegt. Der Mast soll auch etwas höher werden, weil die Mobilfunkversorgung im Ortszentrum immer noch schwach ist.

    Unter Mitteilungen und Anfragen, Verschiedenes gab die Bürgermeisterin bekannt, dass wegen der Kostenpflicht der Bahnhofsparkplätze seit dem 01.10.2019 ein reger Parkfluchtverkehr eingesetzt habe. Dabei würden auch Rettungswege zugeparkt. Daher wird hier die Parkraumüberwachung verstärkt. Am 18. Oktober findet wieder die Kulturnacht statt! Die Bürgermeisterin dankte der verantwortlichen Kulturreferentin und Gemeinderatskollegin Brigitte Grande, der Verwaltung und den zahlreichen Ehrenamtlichen, die zu diesem Kulturereignis beitragen!

     

  • „Die wohlgeordnete Demokratie und ihre Grenzen“

    Kurzfristig für den kommenden Donnerstag, 10.10.2019, hat mich eine Einladung der Akademie für Politische Bildung Tutzing (APB) erreicht, die ich gerne weitergebe:

    Paul Nolte, deutscher Historiker, Publizist und Professor am Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin, wird auf Einladung der APB in Kooperation mit der Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus sprechen zum Thema

    Die wohlgeordnete Demokratie und ihre Grenzen.
    Gesellschaftliche und politische Transformationen seit den 1940er Jahren

    In der Einladung steht dazu:

    „Entgegen allen triumphalistischen Prognosen nach Ende des Kalten Krieges hat sich die liberale Demokratie nicht als alternativlos erwiesen. Im Gegenteil: Nicht nur schwindet das Vertrauen eines Teils der Bürgerschaft in die Grundlagen liberal-demokratischer Systeme. Vielmehr kommen mitunter Fragen nach der tatsächlichen Reichweite und den Grenzen der Demokratisierungs- und Liberalisierungsprozesse auf. Diese Entwicklungen wird Paul Nolte in seinem Vortrag analysieren.

    Die Veranstaltung beginnt um 19:30 Uhr. Der Eintritt ist frei. Wie immer wird um Anmeldung gebeten: v.aratsch@apb-tutzing.de.

  • Wer zitiert, beweist zuallererst sein Gedächtnis, dann seine Intelligenz!

    Wir möchten gerne aus der „DIE ZEIT“ (Nr.41, 02.10.2019) zitieren. Der stellvertretende ZEIT-Chefredakteur Bernd Ulrich, häufiger Podiumsteilnehmer auch in der APB Tutzing, wies in seinem Artikel „Grün ist schön, macht aber viel Arbeit“ auch auf jene Akteure hin, die sich derzeit mit Klimafragen beschäftigen. Einen Auszug aus dessen 12 Thesen geben wir Ihnen mit der Anlage (siehe unten), These 11.

    Warum? Die Vorbereitungen zur Wahl im März laufen, jeder reklamiert für seine Richtung das aus seiner Sicht in sich schlüssige Konzept. Dabei stößt er an Grenzverläufe, die nicht ganz klar erscheinen. Aussagen zur Kommunalwahl reichen von „es werden Personen gewählt, Parteipolitik ist auf Kommunalebene nicht von Bedeutung“ bis „wir als Partei haben ein klares Programm und daran orientieren wir uns“.

    Jetzt kann nur gehofft werden, die Grenzverläufe werden kaum sichtbar, denn in den Vorbereitungen zur Wahl haben Grundsatzthemen nichts verloren. Die Wählerin oder den Wähler von Gemeinderäten dürfte kaum interessieren, wann welcher Kapitalismus zugunsten welcher Strömung untergehen wird und ob wir den Postmateralismus schon lange hinter uns haben oder erst vor uns. Mittendrin ist dann die Frage, was eigentlich aus dem Liberalismus geworden ist, dessen mittlerweile überaus wacklige Architektur ebenfalls überall zu besichtigen ist. Auch zweifelhafte Gesellschaftsmodelle und finstere Prognosen hierzu, wer z.B. warum wie reich und der Andere zwangsläufig sehr arm wird, sind viel besser woanders aufgehoben. Nämlich bei den Ministerpräsidenten und deren Rolle im Bundesrat. Bekanntlich ist der Bundesrat derjenige, der Fehlentwicklungen einen Riegel vorschieben kann, so er denn will und das nicht wieder der Regierung überlässt, die unentwegt auf Kommunalwahlen schielt.

    Der alten CSU/FW-Regel folgend, es werden Personen gewählt, die für etwas stehen und das auch klar verbindlich zum Ausdruck bringen, wäre unsererseits nichts hinzuzufügen. Wir sehen es ebenso. Daher These 11!

    TL-Redaktion

     

  • Alles regelt sich ein, mann/frau muss nur den richtigen Zeitpunkt abwarten können.

    Jüngere Verantwortliche kündigen sich an, die Kommunalwahlen helfen dabei. Da zeigten unsere politischen Würden- und Verantwortungsträger schon immer das richtige Gespür. Lasst doch die Gretas laufen, die werden sich schon noch einen Wolf laufen; lasst doch das Dreigestirn der CSU laufen; zwei davon in Berlin. Beginnen wir mit denen und enden wir mit denen, die dem Dreigestirn am meisten weh tun. Rezo brachte viel Schrecken und Unruhe rein, so wusste man bei Dreigestirns nicht, wer nun auf diesen ach so kindischen und völlig vernachlässigbaren Rezo reagieren soll. Der Konservative Revoluzzer aus Berlin, bestens verwurzelt in seiner alten Heimat, nahm doch glatt an, mit Armin könne er sofort einen wunderbaren Flop landen. Hat er auch, denn sein General pfiff ihn sofort medienwirksam zurück. Weil der General eine bessere Waffe hatte, die aber noch in der Waffenkammer schlummert. Ladehemmung? Kakophonie kündigt sich innerhalb der CSU an, einer der drei Exponenten erledigt inzwischen plötzlich das Geschäft der Grünen, der andere labert populistisches Zeug von Cozwei. Mittlerweile vermittelt er überall sein überschaubares Wissen.

    So richtig scheint Greta in Tutzing nicht angekommen; ob da wohl der Kultuspiazola seine empfehlenden Finger drin hatte? Da hat‘s hiesige CSU richtig gemacht, sie hielt still, wollte auf den Zug nicht aufspringen. Sie weiß ja immer noch nicht, wohin der Zug fährt und wer in der Lok drin sitzt. Immerhin ist das Kontrollpersonal unterwegs und stellt sicher, dass sich keiner zu weit aus dem Fenster lehnt. Ich kann mich noch gut an die Emailschilder in den Bundesbahn-Personenwagen erinnern: Aus dem Fenster lehnen verboten! Weil, wer in Fahrtrichtung schaut, der bekommt rote Augen, wird grün vor Ärger wg. lauter Dampf, der ihm die Sicht versperrt. Schaut er hingegen zurück, weiß er ja gar nicht, wohin er fährt. Also schaut er weg und darin hat er ein gerüttelt Maß an Erfahrung! „Weiter so“ lässt grüßen. Nur die Junge Union, verwandt mit der Werte-Union, die meint, ein „Weiter so“ ginge nicht.

    Da haben es  die Liberalen besser. Bei denen gibt’s nur einen voll im prallen Leben stehenden Lautsprecher und der verkündet unbeirrt durch Fakten, Klimafragen gab es schon immer und man solle intern lieb untereinander sein und dem bewährten Prinzip folgen: Verbote und Einschränkungen behinderten die Kreativität und auch die einzige Partei der Freiheit (Die Freiheit, die sie meinen… steht auch so bei Nachdenkseiten im Internet). Da regelt der Markt wieder einmal alles. Hat genau jener Markt doch der Natur gezeigt, was er alles kann.  Vor Wahlen, da regelt der Markt sowieso alles. Ladenhüter anderer Läden werden herausgeholt und im Schaufenster des eigenen Ladens als Innovation verkauft. Der Bahnhof brauche einen dritten Aufzug! Nanu, hat da jemand etwa etwas gelesen, was jeder Rollstuhlfahrer kennt? Ein ehemaliger Rollstuhlfahrer aus Grünwald meinte 2017 mal so treffend, diese Gemeindeverwaltung hier müsse doch wissen, was im Gesetz steht. Zum Klagen kam er aber nicht mehr. Müssen jetzt andere tun. Aber richtig, nicht nur meckern!

    Leistungsträger, Fleißige, Anständige und Frühaufsteher ausbremsen und nicht zum Flughafen fahren zu lassen, das wäre der Beginn aller Rückschritte und Ende der Besserverdienenden. Damit das nicht passiert, wird die einzige Partei der Freiheit (das ist deren Selbstdarstellung!) weiterhin den Mut haben, alle Gretas zu fragen, woher sie eigentlich die Expertise haben, mit der sie auf die Straße geschickt werden. Das machen die Liberalen richtig gut, die Straße mit sehr konkreten Sachfragen und dem Hinweis auf den unaufhaltsamen Techno-Fortschritt aus den Latschen zu kippen. Denn lediglich die Liberalen wissen, welche Fragen zu ihren bereits vorhandenen liberalen Antworten gehören. Über allem und Allen steht der Markt! Merkt Euch das! Und wenn der Markt das nicht hergibt, dann kucken wir halt vor den Wahlen nach, was es so alles auf dem Markt geben könnte. Ladenhüter, diesmal magenta angestrichen.

    Nachdem der Markt alles regelt, was dampft und segelt, bin ich ja gespannt, was auf dem Tutzinger Samstagsmarkt und den kleinen Infoständen mit den verkniffenen Gesichtern davor angeboten wird. Zur Regelung vitaler Fragen Tutzings natürlich.

    Von den Grünen Eigengewächsen höre und sehe ich nichts, deren Sonnenblumen strahlen lediglich aus dem Landtag heraus. Die SPD kuckt noch in ihre Geschichtsbücher, um daraus zu lernen, dass sie bisher überhaupt nichts gelernt hat. Und von der Partei, vor der das Dreigestirn die größte Angst hat, ist hier gar nichts zu sehen. Hui, das ist ein Anlass zum Nachdenken! Warum hat man Angst vor einem Gegner, der gar nicht in Erscheinung tritt? Zumindest hier im Landkreis. Erledigt man etwa bereits dessen Geschäft?

    Nun bin ich gespannt, was am Markt geregelt wird und ob die Börse dreht oder nicht. Immerhin werden auf dem Tutzinger Markt nicht nur Gewürze, Fische mit und ohne Köpfe angeboten. Es werden auch Rezepte verteilt, deren Haltbarkeit und Wirkungsbereich begrenzt ist. Man muss nur abwarten, genau hinsehen, auf die Lautsprecher und aufs Haltbarkeitsdatum achten können. Alter Käse, neu verpackt mit neuer Mindesthaltbarkeit … das können wir nicht brauchen.

    Meint Ihr JB

  • Wer, wenn nicht die Basis, kann da helfen?

    Sowohl im Radio als auch den Printmedien, erstaunlicherweise nicht im Fernsehen, nimmt die Diskussion um Mercosur und Ceta Fahrt auf.

    Wir berichteten vor Monaten (Link) über die Angelegenheit und verwiesen auf die Rolle von Brüssel und dessen Haltung. Es war absehbar, dass die Diskussion Autos gegen Rindfleisch/Vernichtung des Regenwaldes höchst unerfreuliche Züge annehmen wird. Nun bahnt sich ein Kräftemessen Berlin gegen Frankreich, Österreich, Irland an. Dortige Landwirtschaft verweist auf die enormen Folgen durch Mercosur/Ceta für die eigenen Hersteller landwirtschaftlicher Produkte. Befürworter, in Brüssel und Berlin sitzend, argumentieren mit angeblich kleinsten und damit vernachlässigbaren Mengen an Fleisch. NGOs weisen immer stärker auf in den Verträgen fehlende Sozial- und Umweltstandards hin. Sie befürchten, ebenso wie hiesige Bauern, ein Überrollen des bereits gesättigten Fleischmarktes z.B. auch in Deutschland.

    Die Entfernung Berlins von den durch die Bauernverbände genannten Gefahren für deren Existenz ist beachtlich. Erst nachträglich beginnt man zur Kenntnis zu nehmen, dass sowohl in den Mercosur-Ländern als auch Deutschland die kleinbäuerliche Struktur hinsichtlich ihres Überlebens im Markt erheblich belastet wird.

    Berlin sollte wissen, dass hiesige lokal agierende Parteien über deren Basis Druck auf Berlin machen können, doch endlich die gesamte Tragweite der mit heißer Nadel genähten Verträge und deren Folgen für die hiesige Landwirtschaft zu erkennen. Dann kann nicht ein erneutes „ja, so isser halt, der Glyphosat-Schmidt (CSU)“ passieren.

    Frankreichs Bauern schließen sich letzten Meldungen zufolge zusammen und verbieten bereits aus den eigenen Reihen heraus entgegen der Empfehlung dortigen Ministeriums die Anwendung des höchstgefährlichen Umweltgifts Glyphosat.

    Berlin entfernt sich immer mehr von der Basis.

     

  • „Kultur bewegt“ – Tutzinger Kulturnacht

    „Kultur bewegt“ – Tutzinger Kulturnacht

    Die Gemeinde Tutzing feiert am 18. Oktober ihre 16. Kulturnacht. Das diesjährige Motto heißt „Kultur bewegt“. An 11 verschiedenen Spielorten mit 22 Programmangeboten wird gesungen, getanzt, gespielt, vorgetragen, präsentiert und gefeiert, wie immer bei freiem Eintritt für das Publikum.

    Eröffnet wird die Kulturnacht um 17.30 Uhr in der Grund- und Mittelschule, wo ganz junge Künstlerinnen und Künstler die Schule zum Klingen bringen. Danach trifft man sich im Ortsmuseum zur neuen Ausstellung oder schwingt im Roncallihaus das Tanzbein. Man verabredet sich zum Orgelkonzert in St. Joseph oder besucht das Bistro im Gymnasium und genießt die Kulturpräsentationen der Schülerinnen und Schüler. Die beiden Akademien laden zu ambitionierten Abendprogrammen ein, Fotofreunde und Geschichtsinteressierte freuen sich auf das Programm im Rathaus. Die Freunde der klassischen Musik kommen in der Galerie am Rathaus oder im Gymnasium auf ihre Kosten, im Roncallihaus spielt das Akkordeonorchester auf und spät am Abend erklingt dort Bluegrass und Country. In der Christuskirche singt der Kirchenchor und mit Liedern aus Taizé kann man dort zu später Stunde „aus der Bewegung zur Ruhe“ kommen. Cineasten hingegen lassen den Abend beim Nachtfilm im KurTheater ausklingen und ganz Unentwegte „rocken“ bis spät in die Nacht die Tenne.

    Organisiert und präsentiert wird das Programm in bewährter Tradition von kulturbegeisterten Bürgern und Vereinen, von engagierten Schülern und der Gemeinde verbundenen Künstlern, den beiden Akademien, den Kirchengemeinden, der Musikschule, der Volkshochschule und dem Ortsmuseum. „Tutzings Kulturnacht ist ein Projekt von Bürgern für Bürger und seit 16 Jahren erfolgreich, weil die Beteiligten einander inspirieren, und unterstützen. Die Kulturnacht sorgt für Begegnungen, ermutigt Menschen zur Eigeninitiative und motiviert zur Mitwirkung am kommunalen Leben. Deshalb bewegt unsere Kulturnacht Viele und Vieles“, erklärt Kulturreferentin Brigitte Grande das diesjährige Motto.

    Das Programm zur 16. Kulturnacht ist an allen Veranstaltungsorten erhältlich (Akademie für Politische Bildung, Evangelische Akademie Tutzing, Rathaus, Ortsmuseum, Roncallihaus, Evangelisches Gemeindehaus, Grund- und Mittelschule, Gymnasium, KurTheater Tutzing, Galerie am Rathaus), in  Tutzinger Geschäften und in der Gästeinformation im Vetterlhaus.

    Den Flyer mit dem Programmm finden Sie hier. Fragen zum Programm beantwortet Roswitha Duensing (08158-250222).