Monat: August 2018

  • Tutzing platt gemacht

    Es hilft ja nix: wir sind doch alle scharf auf Publicity! Unsere Politiker twittern, was der Vogel aushält in der Hoffnung, wir nähmen das Gezwitscher ernst. Oder geben Pressestatements. Egal zu was, Hauptsache daß! Und dann liegt da plötzlich im ganzen Oberland ein Flyer rum, der für ein MuSeenland wirbt und die Expressionisten-Museen in Bernried, Penzberg, Kochel und Murnau vorstellt. Eine tolle Sache. Tutzings Ortsmuseum wird nicht erwähnt, denn bei 3 Euro Eintritt zeigt es auch nur den vergangenen armseligen Realismus des einstigen Fischerdorfes. Auch schön, aber „na ja“ halt. Uns Tutzingern aber stinkt der Flyer trotzdem. Jedes Kaff ist auf der erklärenden Landkarte zu sehen, nur Tutzing nicht. Tutzing? Am Starnberger See? Gibt es nicht. Das wird sich bei der Wahl im Oktober aber für die CSU als zusätzliches Problem erweisen. Hatte man da doch immer so an die 60 Prozent inklusive der braunen Schläfer, die aber jetzt sowieso AfD wählen werden. Und gleich drauf die nächste saftige Ohrfeige von starker Hand für den einst von Bürgermeister Leclaire noch so genannten „Ort der Seligen“: Die Süddeutsche schreibt am 29. August 2018 über die miese Lage am Immobilienmarkt rund um unseren See. Sie zeigt Mitleid mit den Immobilien-Maklern, die wegen des ausgezuzelten Marktes nichts mehr zu schachern haben und hungern müssen, aber nicht über die in Tutzing. Denn auch die SZ führt in ihrer Horror-Preisliste Tutzing gleich mal überhaupt nicht auf. Ja wo samma denn? Ist so viel Ignoranz erlaubt, wo wir jetzt endlich doch auch wie Starnberg eine echte Bürgermeisterin haben und nicht irgendeinen Kerl? Oder ist das vielleicht das Ergebnis der bösen Unterstellung, dass an diesem ICE-Halt immer noch siebenhundert Urige den immer gleichen Tanz aufführen, für und gegen alles, ohne je zu einem Erfolg zu kommen? Und die restlichen 9286 Bürger Zuagroaste sind, die nur hier wohnen aber eigentlich nicht dazugehören? Die ihr Grundstück zwar von den „üblen Siebenhundert“ teuer verkauft bekamen, aber seither als Nutznießer gnädiger Willkür doch besser das Maul halten sollen?

    Tutzing ist out, das steht jetzt fest. Das kann dann auch eine gut gemachte Tutzinger Kulturnacht nicht wettmachen. In anderen Orten gibt es jede Nacht Kultur. Dort ist sie zuhause. Und wir? Wir sind also jetzt in No-name zuhause. Da brauchen wir auch kein Seehofhotel mehr. Und die mit ihrem Simson-Building sind bald so blutarm wie der Four-Site-Kasten daneben. Tutzing, noch als Bahnstation erwähnt, wird mehr und mehr zum Spielplatz von – nein: nicht Murmeltieren und Siebenschläfern – Investoren. Wenn sie nur endlich Kompetenz investieren würden…

    Der Winter kommt ganz gewiss!

    Euer Franz Bimslechner

     

     

  • Auch die GRÜNEN am Stammtisch…

    Jetzt geht`s weiter! Die GRÜNEN am Stammtisch – mit dem Maßkrug in der Hand und draufhau’n wie einst Franz Josef? Da muss man hin! Auch wenn das Museumsschiff dann am 30. August 2018 um 19.30 Uhr vielleicht ganz schön in Turbulenzen kommt. Denn die Kabarettisten Anke Foyle, Rolf Gottstein und Erika Schalper wollen am „Stammtisch“ so richtig die Sau rauslassen – halt wie im echten Leben. Hemmschwellen? Gibt es seit Trump nicht mehr! „Political Correctness“ haben die Brüder im Geiste, also Pegida und AfD, längst abgeschafft. Also los geht’s!

    Tutzings GRÜNE sollen lernen, wie man zukünftig Wahlkampf macht. Deshalb werden die Landtagsabgeordnete Gisela Sengl und die Kandidatin Anne Franke als Moderatorinnen mit ihrer Ethik, Moral und grünen Gefälligkeit reichlich viel zu tun bekommen. Die Gastgeber Christine Nimbach und Bernd Pfitzner aber hoffen, dass die Tutzinger das auch richtig verstehen, was da abläuft.

     

  • Verfilmte Zeit

    Es ist wieder soweit: Die APB Tutzing lädt zum 5. Filmgespräch am See:

    Sonntag. 09. September, 14:00 Uhr, Tutzing.

    Wir Tutzinger haben den Vorteil, das Filmgespräch bei schönem Wetter im Rosengarten der Akademie zu erleben, bei schlechtem Wetter im Foyer A. Zu Fuß ist die Akademie bestens erreichbar.

    Besonders hervorhebenswert: Josef Bierbichler ist Teilnehmer des Filmgesprächs am See. Vielen, gerade den Älteren unter uns, dürfte Bierbichler noch als Autor des Buches „Mittelreich“ und Mitwirkender in etlichen gesellschaftskritischen Filmen bekannt sein. Sein jüngstes Werk ist der Film „Zwei Herren im Anzug“.

    Begrüßen Sie in der APB Ihren Nachbarn von der anderen Seeseite, dem Wirtshaus Fischmeister. Bierbichler ist für sehr deutliche Anmerkungen zur Lage bekannt, Stoff dürfte es beim Seegespräch zur Genüge geben.

    Die APB bittet Interessenten um eine Anmeldung, da die Platzzahl begrenzt ist.Hier der Link zur Seite, wo auch das Programm hinterlegt ist. Zwar ist dort angezeigt, dass die Tagung ausgebucht ist, aber vielleicht klappt es trotzdem.

  • Seehof, was und wie und warum überhaupt?

    Also, da hat die CSU sich ja eine feine Sache ans Bein gebunden. Seit mehreren Jahrzehnten war der Seehof die ideale Gelegenheit, den jeweiligen Bürgermeistern höchst unruhige Zeiten zu garantieren. Man(n) nutzte es auch weidlich aus, man weidete sich an dem Gang der Dinge, erfand eine dusslige Lösung nach der anderen. Ganz Tutzing wurde aufgefordert, am Monopoly teilzunehmen, halb Tutzing entwickelte sich zu Hotelsachverständigen. Jeder verteilte Sterne, manche sahen nur noch Sterne. Und jeder brachte seine Erfahrung mit Sternen ein, angebracht an Hotelschildern der jeweiligen Urlaubsdomizile. Sogar überzeugte Wohnmobil- und Campingurlauber mit dem Bett auf dem Autodach redeten in Tutzing mit und schwafelten von einem Boutique-Hotel. Sie, die Freien Wähler und Denker, blieben allerdings bis heute den Beweis schuldig, wie das eigentlich gehen könnte.

    Inzwischen sind die Bürger aus dem dummen Spiel längst raus. Angelegenheiten, die Bürger betreffend, die Bürger auch einzubeziehen, wurden im April 2017 in der Sitzung des Umwelt-Energie- und Verkehrs-Ausschusses als basisdemokratisch und daher als absolut abzulehnen betrachtet. Wortführerin war die CSU-Fraktionsvorsitzende, sichtbar dankbar folgten ihr die Kollegen aus FW, ödp, Grüne.

    Wobei bis heute niemand weiß, was mit Basisdemokratie bei der CSU eigentlich gemeint ist. Jedenfalls zeigte ein dieser Tage öffentlich nachlesbares Interview mit derselben CSU-Dame, dass sie heute, August 2018, völlig anders spricht als im April 2017. Der alte Bimslechner, der Tutzing seit fast fünfzig Jahren kennt, weiß: In 14 Monaten kann man viel vergessen…

    Nun also wird der Seehof auf Wunsch der Tutzinger CSU Gegenstand einer Parteimitglieder-Befragung. Hoffentlich nur in der Tutzinger CSU. Und hoffentlich nur hinter verschlossenen Türen, damit niemand sieht, welche Meinungsvielfalt in der CSU zugelassen ist. Und dass die CSU überhaupt nicht in der Lage ist, zu einer einheitlichen Meinung zu kommen.

    Die ganze Sache wird nicht leichter dadurch, in Zeitung und Internet veröffentlichte Kritik und Vorschläge zu lesen und zu hören. Das reicht von „herrlich, die unbebaute Blickachse zum See runter“ bis „sollen die Zocker doch sehen, wie sie zu ihrem Geld kommen; ein Zocker wüsste schließlich aus Erfahrung, was Zocken bedeute“.

    Wer mit spitzem Stift an die Sache herangeht, wird zu dem Ergebnis kommen – so auch die Fachkreise – mit einer vermutet sieben Millionen schweren Belastung alleine für das Grundstück durch die über Jahre erfolgte Zockerei mit dem Grund ist kein Hotel unter 200 Betten zu  realisieren. Tutzinger Kosmopoliten, weit herumgereist und wohl eher in 40-Betten-Hotels erfahren, sind da nun anderer Ansicht. Am besten: boutiquig soll es sein.

    Und diese Koryphäen wollen sich treffen, um zu einer Meinung zu kommen? Das wird lustig … und die Blickachse, die vermutlich teuerste im gesamten Vierseengebiet, bleibt uns erhalten. Wir brauchen nicht die Fremden oder Touris, die laut CSU-Tutzing-Originalton  auch gar nicht so sehr erwünscht sind, weil sie Unruhe ins Dorf bringen. Denjenigen, die trotzdem kommen, kann man ja sagen, die Blickachse sei ein Produkt absoluter Unfähigkeit und damit verbundener Zockerei, aber doch bitte ganz in dren Sinne. Und nicht ohne Grund sei die Maria goldig angestrichen!

    Jetzt bin ich ja gespannt, wie der Wettstreit um die besten Ideen zwischen Betriebswirten, Finanzjongleuren, Basisdemokraten, richtigen und selbst ernannten Ortsentwicklern und Ohnemichels ausgehen wird. Nicht nur der Sommer war heiß, der Herbst wird es auch werden. Und die CSU wird das, was da abgeht, uns als die Reibungshitze verkaufen, die dabei entsteht, wenn eine ganze Bürgerschaft zu Gunsten kaltblütiger Zocker über den Tisch gezogen wird. Ich wette, die Fortsetzung der gesamten Story kommt im Herbst, dem Heißen. Denkt daran: 14. Oktober. Landtagswahl.

    Ihr Josef Bimslechner

  • Seehofer-Gate

    Warum hat Frau Merkel den Horsti zum Innenminister gemacht? Der seit Jahren beim Starkbieranstich am Nockherberg von der Mutter Bavaria zum Deppen gemacht wurde? War es Merkels Rache an der CSU, die wir erst langsam begreifen? Ihn in seiner Unfähigkeit weltweit vorzuführen, um ihn dann in der Versenkung verschwinden zu lassen?  Als klare Vorwarnung an den Kreuzbuben Söder?

    Die Vorwürfe gegen den Innenminister sind kaum noch zählbar. Mist im Bamf, Mist bei der Abschiebung von integrierten Flüchtlingen, alle plötzlich Mist für die Wahlen in Bayern… wobei man nicht vergessen darf, dass unser Nernberscher Würschtla Markus den Alten genau in diese Situation gebracht hat.

    Wie regelt Deutschland in Zukunft den Zuzug von Arbeitskräften aus dem Ausland? ist eine Frage, die gerade gestellt wird. Die Antwort ist eindeutig: von Industrie und Handel ausgebildete Flüchtlinge lässt er gnadenlos abschieben, erste Entwürfe für ein Einwanderungsgesetz sind immer noch nicht spruchreif, aber „Eckpunkte“ hat der Meister bereits festgelegt, und schau: jetzt plötzlich will er auch das „Fachkräftekonzept der Bundesregierung“ neu ausrichten. Gab es da je eins?

    Wie in Bayern gut bekannt: Du musst ihm nur ein neues Stichwort hinwerfen, schon ist er auch da dabei. Führungsschwäche? Altersschwäche? Wie lange wird sich das Angela noch gefallen lassen.

    Wär‘ ja dumm, wenn man sagen würde, sie merkt es nicht. Aus Führungsschwäche? Altersschwäche?

    Ach… und was ist eigentlich aus der Tutzinger Revolution geworden? Von Dobrindts Fußtruppen konservativ niedergeknüppelt?

    Ihr Franz Bimslechner

  • SPD-OV Tutzing und die Polizei

    Das neue bayerische Polizeigesetz, Volks-Züchtigungs-Programm des CSU-Kreuzritters Söder, ist aller Opposition ein Gräuel. Aber da die Opposition in Bayern nichts zu sagen hat, geht sie nun aufs Land und an den Biertisch. Der Tutzinger Ortsverein ist Gastgeber im Tutzinger Hof, wenn am Freitag, 24. August 2018, um 19 Uhr das scheinbar unverfängliche Thema „Polizei am Limit“ diskutiert werden soll. Warum am Limit? Söder vergrößert die Truppen doch? Ist da noch was im Argen? Die Runde der Vortragenden ist prominent besetzt: Uli Grötsch, Generalsekretär der bayrischen SPD, Christiane Kern, Personalrätin der Polizei, Vertreter des Polizeipräsidiums und der Polizeigewerkschaft sitzen gemeinsam auf dem Podium, um das politische Gezerre um die neue bayerische Grenzpolizei zu durchleuchten. Sie sehen die Sicherheit der Bürger ebenso gefährdet, wie die Gesundheit der Polizisten. Es dürfte ein spannender Abend werden.

     

  • Seehof-Monopoly – oder der Dümmste gewinnt!

    Jahrelang tut sich nichts. Dann meldet sich kühn der Grundstückseigentümer und will auf einem ausgewiesenen Hotelgrundstück Eigentumswohnungen bauen. Mehr als zwanzig Jahre wurde das Grundstück immer weiter gereicht, natürlich immer mit Aufschlag der Kosten und Gewinn für die Verkäufer. Der letzte sitzt nun auf der Brache und will richtig Kohle machen. Oh ja, er hat sich Zeit gelassen, denn je später um so teurer die „Seeblick-Resorts“. Nicht am Bauen gewinnt man, sondern am Abwarten. Jeder weiß das, auch die Münchner Grund. Nur der Gemeinderat nicht?

    Er ist müde geworden. Sein Altersdurchschnitt lässt uns das auch verstehen. Aber vertritt er eigentlich noch Tutzing? Die Belange von Tutzing?

    Cool beschließt die Gemeinde, nun nach vierundzwanzig Jahren mit der Münchner Grund über die „neue Chance“  zu reden.

    Hallo!

    Wo sind wir denn? Ach ja, in Wien. Geht man bei der Münchner Grund auf deren Homepage, landet man bei „UBM“ in Wien . Nach eigener Aussage der führende Hotelentwickler in Europa. Lacht da nicht die Auster? Ist es da nicht verständlich, dass Gemeinderat Wolfgang Marchner wütend aus einer Gemeinderatssitzung stürmt? Wo er sich so verscheißert fühlt wie alle Tutzinger? Und dann überlegt die Rathausverwaltung noch, wie viel Strafe man ihm für sein Verhalten auferlegen soll?

    Was hier läuft, ist ein Skandal. Unsere Gemeinde lässt sich über den Tisch ziehen, sehenden Auges. Wo bleibt – außer von Marchner – der Protest der Tutzinger? Alles Scheiße oder was? Gibt es wirklich in Tutzing keine Bürger, die sich für eine gute Zukunft engagieren? Muss alles dem schnellen Kommerz geopfert werden?

    Leider wird erst in zwei Jahren ein neuer Gemeinderat gewählt. Hoffentlich lassen sich dann Bürger aufstellen, die Tutzing als Perle am See erhalten wollen. Nicht preisgeben für Spekulationshaie.

    Findet Euer

    Josef Bimslechner

  • Da duat si wos

    August. Da duat si nix, sagen die Leit. Urlaub. Alle weg. Die Bürgermeisterin kann in Ruhe verhandeln. Mit der Bahn, weil sie für Tutzing den Bahnhof kaufen will. Mit der Münchner Grund, weil sie der goldenen Maria am See keine Eigentumswohnungen ins Kreuz stellen sollen. Blöd: die Gesprächspartner sind auch im Urlaub. Die Gespräche „laufen zäh“, stand in der Zeitung. Kein Wunder bei der Hitz! Da freut sich der Franz um so mehr, dass außerhalb von Tutzing das Leben weitergeht. Die Deutschen erkennen plötzlich, dass die sogenannten Roten auch nicht blöder als die Schwarzen sind. Deshalb werden sie in Scharen SPD-Mitglieder. Und lassen damit CDU/CSU dumm aussehen. Die will momentan keiner, denn hier hängt auch keiner gern am Kreuz. In Tutzing ist das noch nicht ausgekartet. Unsere Träger des Himmels an Fronleichnam haben gerade von einem Herrn Blume aus der CSU-Zentrale einen Maulkorb verpasst bekommen, weil sie Seehofer und Söder so gesehen haben, wie es der Menschenverstand halt kann. Nix da! Aber ob das Soziale beim aktuellen Niedergang des Christlichen in Tutzing ein Comeback feiert? Wohl kaum. Der Brunnen ist ausgetrocknet, würde der Chef von Nestle sagen. Machen sie sich den Spaß und besuchen Sie eine Veranstaltung der SPD im Tutzinger Hof. Sie werden sich danach fragen, warum das Trauerspiel nicht im Altenheim von Garatshausen stattgefunden hat.

    Im Oktober müssen wir den bayrischen Landtag wählen. Haben wir denn eine Alternative? Nein, genau die nicht. Also was dann? Doch BucusU? Die „Bayrische unchristliche unsoziale Union“? Schon wieder den schimmeligen Hubert Aiwanger? Oder diese verdammten Sozis? Vielleicht die Uschi Maxim von den bayrischen linken Linken? Man sollte vielleicht, um die Qual der Wahl zu vermeiden, erst im Oktober in Urlaub gehen.

    Doch Vorsicht: 2020 müssen wir in Tutzing schon wieder wählen. Den Gemeinderat. Wer ist würdig? Wer tritt ab? Wer kann mit 80 immer noch nicht aufhören? Wer wird der Pferdewirtin weiterhin die Steigbügel halten? Alles egal? Die jüngste Meldung aus Köln lässt das vermuten: et kütt wie et kütt.

    Na dann: gute Zukunft wünscht Ihr

    Franz Bimslechner

  • Welcome to Sodom

    Welcome to Sodom

    Bereits mit den Gründungspapieren der Tutzinger Liste und mit den ersten Schritten online wiesen wir auf ein Thema hin, von dessen Bedeutung wir überzeugt waren. Der Film hieß „Let’s make money“, er hatte die Rolle der Europäer in Afrika zum Inhalt.

    Es war die Vorankündigung der afrikanischen Abstimmung mit den Füßen. Heute bittere Realität, sogar von der CSU als solche erkannt. Die Erkenntnis führte zu den Antworten, die Sie kennen und die keineswegs als Antwort verstanden werden kann. Daher auch das gesamtdeutsche Dilemma.

    Nun wird erneut ein Streifen angekündigt, der von libertären Kräften vermutlich heftig angegriffen wird. Beide Filme, der erstgenannte und jetzt  „Welcome to Sodom“, kommen aus Österreich. Ein Land, in dem der Widerstand gegen ein „Weiter So!“ zumindest durch den Film sichtbar wird. Zugleich das Land aber zu sog. pragmatischen Lösungen greift und in den Grenzgebieten Nachahmer findet.

    Wir müssen davon ausgehen können, dass diesmal die Brutalität, die unsere Wegwerfgesellschaft kennzeichnet, nicht mehr so einfach vom Tisch zu wischen ist. Mit Wegschauen ist es nicht mehr getan.

    Wir weisen aus zwei Gründen auf den Film hin. Erstens trifft der Inhalt mit der Botschaft voll ins Schwarze! Zweitens finden wir es bestürzend, dass sich zwei der ökologisch ausgerichteten Parteien immer noch mit der derzeitigen Tagesordnung, nämlich nichts zu tun, beschäftigen.

    Zum Schluss: Leider ist mit den libertären Wegen, es regele sich alles von alleine, die Hand des Staates habe unsichtbar zu bleiben, nichts mehr zu erreichen. Hier ist der Staat tatsächlich in seiner grundsätzlichen Rolle gefragt. Oder sollen noch mehr Augenzeugen einer verbrecherischen Ausbeutung der Welt (am Beispiel Afrika) ins ebenso bald völlig defekte Europa kommen?

    Der Film läuft gerade erst an. Wer da meint, die Botschaft des Filmes beträfe Tutzing nicht, dem zahlen wir gerne die Kinokarte.

    SZ zum Film: https://www.sueddeutsche.de/kultur/welcome-to-sodom-kritik-1.4077539

  • 03.08.: Erholungsort Tutzing

    Tutzing bewirbt sich um das Prädikat „Erholungsort“! Einstimmig beschloss der Gemeinderat in seiner Sondersitzung am 31.07.2018 unter der Leitung der 1. Bürgermeisterin Marlene Greinwald (FW), dass die Verwaltung den Prozess in Gang setzt, um das Prädikat „Erholungsort“ zu erlangen. Damit wurde dem Antrag vom 14.05.2018, den Dr. Toni Aigner und ich eingebracht haben (nicht die Fraktionen), voll entsprochen. Der Antrag geht auf die Initiative der 1. Vorsitzenden des Tutzinger Fördervereins für Tourismus, Kristina Danschacher zurück, die parallel meinen Ratskollegen und mich angesprochen hatte. Sie dankte uns in der Sitzung, dass wir ihr Anliegen befördert hätten. Ein gutes Beispiel, bei dem es nicht um Bauvorhaben geht: ein Anliegen zum Wohl der Gemeinde wird von einer Bürgerin bzw. durch eine Vereinsvorsitzende persönlich an zwei Gemeinderäte herangetragen. Die nehmen das Thema auf, bereiten es durch Gespräche vor, hier mit der gwt und dem Bernrieder Bürgermeister,  formulieren den Antrag und reichen diesen ein. Dies entspricht meiner Einstellung zur Gemeinderatsarbeit. Dazu gesondert hier.

    Weitere Punkte der Sitzung:

    • Zum Bebauungsplan Nr. 78 „Ortszentrum Tutzing“, Teilbebauungsplan 7 (Seehof) stellte der gemeindliche Planer Prof. Florian Burgstaller alternative Bebauungen in der Größenordnung von 2.000 m², 2.500 m² und 3.000 m² vor. Anlass war die Einsicht im Gemeinderat, hier eigene Vorstellungen zu entwickeln und nicht auf immer neue Anträge des Grundstückseigentümers zu warten. In zahlreichen Visualisierungen konnten die Ratsmitglieder einen guten Eindruck gewinnen. Es geht um die Anbindung zum See, darum, die derzeit freie Sicht auf den See bestmöglichst zu erhalten, also See und Ort optisch nicht zu trennen und auch um das Interesse der Gemeinde, das Erdgeschoss des oder der Gebäude zu beleben. Am besten gefiel die Alterative von vier gegliederten Baukörpern im Norden des Grundstücks, leicht verschwenkt, dreigeschossig mit rd. 2.600 m² Nutzfläche. Der Blick auf den See bliebe erhalten, die Schlossstraße erscheint optisch erheblich breiter, es könnte eine neue Aufenthaltsqualität entstehen. Nachdem eine Hotelnutzung auf dem Grundstück zwar wünschenswert, aber nach den Erfahrungen nicht länger realistisch ist, könnte, dies ein Weg sein, über alternative Nutzungen nachzudenken. Entsprechend wurde die Bürgermeisterin beauftragt, Verhandlungen über die Bebauung aufzunehmen. Vorschläge einiger Räte, ein Solitärgebäude mit nur 2.000 m² Nutzfläche vorzuschlagen, erscheinen unrealistisch.
    • Einstimmig folgte der Gemeinderat dem Empfehlungsbeschluss des Bau- und Ortsplanungsausschusses vom 19.06.2018: Die Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 78 „Ortszentrum Tutzing“, Teilbebauungsplan 9 (Kloster und Krankenhaus) wird beschlossen, die ARGE Büscher Burgstaller mit der Ausarbeitung beauftragt, entsprechende städtebauliche Verträge sind abzuschließen und schließlich wird das Verfahren einschl. des Satzungsbeschlusses an den Bau- und Ortsplanungsausschuss übertragen. Die Fläche gehört zum Rahmenplan „vom Bahnhof zum See“, das war hier noch zu ergänzen.
    • Zum Bahnhofsareal Tutzing zwischen Bahnhof und Martelsgraben stellte der gemeindliche Planer Martin Büscher eine mögliche Entwurfsplanung vor. Die Bebauung ist kleinteiliger geplant, auch niedriger als Four Site. Die Erdgeschosse sehen gewerbliche Nutzung vor, dazu auch spezielle Formen des Wohnens, wie z.B. Wohnen auf Zeit, Schwesternwohnheim o.ä.. Der Gemeinderat nahm einstimmig den Vorschlag an, den vorlegten Rahmenplan weiter zu verfolgen. Anlass für diesen Rahmenplan ist eine Antrag auf Bebauung auf dem ehemaligen Bahngelände an der Heinrich-Vogl-Straße. Ich empfahl, übrigens zum zweiten Mal, unbedingt die Westseite des Bahnhofgeländes ebenfalls in die Rahmenplanung einzubeziehen, von der Unterführung über das Gelände mit dem Bahnwärterhaus , Behringerweg bis zu den Parkplätzen. Hier könnte im Westen ein Parkdeck entstehen, mit zwei Ebenen, ähnlich dem in Percha. In diesem Zusammenhang berichtete die 1. Bürgermeisterin von Gesprächen mit Vertretern der Bahn, die wohl am Tag zuvor (30.08.2018?) stattgefunden hatten. Die Bahn hatte dabei geäußert, dass sie weder den dritten Aufzug auf der Westseite noch ein Servicegebäude bauen wollten; letzteres wollen sie mieten, wenn es ein Investor errichtet. Kein gutes Zwischenergebnis!
    • Der Gemeinderat billigte mehrheitlich gegen eine Stimme den Bebauungsplanentwurf Nr. 84 „Ehemaliges Bahngelände an der Heinrich-Vogl-Straße in Tutzing“ in der Fassung vom 31.07.2018 mit zwei Maßgaben zur Überarbeitung: das nördliche Gebäude soll niedriger festgelegt und die Tiefgarageneinfahrt nach Süden verlegt werden. Die Verwaltung wurde beauftragt, das Auslegungsverfahren durchzuführen. Als Nutzung wird festgelegt: Sondergebiet Betreutes Wohnen. Bei 950 m² Grundfläche können in dreigeschossige Bauweise eine Nutzfläche von 2.950 m² entstehen. Die Wandhöhe wurde auf 9,5 Meter festgelegt. Es handelt sich um drei Gebäude mit Zwischenverbindungen, die allerdings niedriger sind. Die Bürgermeisterin sah in dem Entwurf ein gutes Kompromissangebot, nach § 34 BauGB wäre eine umfangreicher Bebauung möglich, was aber nicht gewollt sei.
    • Gegen zwei Stimmen wurde der vorgelegten Tektur zum Antrag auf Baugenehmigung zum Neubau eines Wohnhauses am Sprungleitenweg 4 das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Die Baugenehmigung lag bereits vor. Die Bürgermeisterin präsentierte den Kompromiss, ein Turm auf dem Gebäude wurde bereits abgelehnt, die nun gefundene Lösung, eher wie eine große Gaube, ist auf eine Firsthöhe von 10,2 Meter begrenzt.
    • Das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK), das am bereits 08.12.2016 beschlossen wurde, wird benötigt, um Mittel der Städtebauförderung zu erlangen. Dafür wurde das Sanierungsgebiet „Zentrum Tutzing im Verlauf der Hauptstraße vom Bahnhof bis zum See mit besonderem Hinblick auf Denkmalpflege“ definiert. Vom 19.06.2018 gibt es dazu einen mehrteiligen Empfehlungsbeschluss des Bau- und Ortsplanungsausschusses. der einstimmig im Gemeinderat gefasst wurde:
      • Der Beginn der vorbereitenden Untersuchungen im räumlich umgrenzten Bereich des Ortszentrums
      • Ortsübliche Bekanntmachung mit dem Hinweis auf Auskunftspflichten
      • Beauftragung eines Fachbüros mit Ausschreibung durch die ARGE Prof Burgstaller/Büscher (das entsprechende Leistungsbild wurde vorgestellt)
      • Ermächtigung der Bürgermeisterin, erforderliche Gutachten zu beauftragen mit der Maßgabe, dem Gemeinderat regelmäßig zu berichten
    • Einstimmig folgte der Gemeinderat dem Empfehlungsbeschluss des Bau- und Ortsplanungsausschuss vom 24.07.2018 zur Aufstellung einer Einbeziehungssatzung, so dass zwei Grundstücke in Traubing zukünftig zum baurechtlichen Innenbereich gehören werden. Es wurde das Architekturbüros Dietmar Hörner in Schongau beauftragt, ein neuer Planer, den die Gemeinde für die Ortsteile einsetzten möchte. Mit dem Bauwerber soll ein städtebaulicher Vertrag unter Berücksichtigung von SoBoN abgeschlossen werden, um Wohnraum für die Familie und Einheimische zu sichern. Schließlich wurde das Verfahrens an den Bau- und Ortsplanungsausschuss übertragen. Die Erschließung des Gebietes muss im Laufe des Verfahrens untersucht werden (Schulstraße/Weidenweg), wie überhaupt die Erweiterung des Gebietes planerisch im Auge behalten werden soll. Hier ist also das erste Beispiel für die Anwendung des Grundsatzbeschlusses der Gemeinde zur Sozialgerechten Boden-Nutzung. Die Details, insbesondere die Auswahl des Instruments zur Erreichung des Ziels, werden vertraglich festgelegt.
    • Ebenso einstimmig folgte der Gemeinderat dem Empfehlungsbeschloss des Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschusses vom 26.06.2018, einer Verlängerung des Dampferstegs zuzustimmen.  Dazu der ausführliche Beitrag zur Ausschusssitzung .
    • Zwei Maßnahmen zur Dorferneuerung in Traubing wurden einstimmig beschlossen. Dabei ging es um Bodenuntersuchungen für die große Brücke Ecke Weilheimer Straße / Tutzinger Straße sowie die Planung für einen neue Steg über den Bach.
    • Nachdem der Parkscheinautomat am Midgardhaus entfernt wurde und stattdessen entlang der Nordseite der Seestraße aufgestellt werden soll, war die Verordnung über die Erhebung von Parkgebühren neu zu fassen. Ferner wurde darin ergänzt, dass die Gültigkeit des Saisonparktickets von fünf auf sechs Monate ausgedehnt wird (Mai – Oktober).
    • Wie vom Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss empfohlen, fasste der Gemeinderat einstimmig folgenden Beschluss: Der Weg im Kustermannpark wird nach der ungarischen Partnerstadt Balatonkenese als „Balatonkenese-Weg“ benannt und entsprechend beschildert.
    • Ergänzend wurde zu Beginn der Sitzung der Punkt „Beratung über die Veräußerung des Mayr-Hauses“ aus dem nichtöffentlichen Teil in den öffentlichen Teil verlegt. Angesichts der fortgeschritten Zeit wurde der Punkt nicht behandelt und auf die Sitzung im September vorgetragen. Meine Meinung: Verkaufen, denn auch der Erwerber unterliegt den Einschränkungen und Auflagen des Denkmalschutzes. Die Gemeinde kann und sollte sich verwaltungstechnisch und finanziell damit nicht weiter beschäftigen. Zur Sicherung eiens guten Verkaufpreises kann ein Bieterfahren gewählt werden.

    Unter Mitteilungen, Anfragen und Verschiedenes, berichtete die Verwaltung, dass ein Bauwerber an der Heinrich-Vogl-Straße eine Ausnahme von der Veränderungssperre von Geltungsbreich des einschlägigen Bebauungsplans Nr. 84 beantragt hatte, diese aber abgelehnt wurde. Derzeit gibt es Gespräche über einen Kompromiss. Die Bürgermeisterin gab bekannt, dass am 04-09.2018 eine Sondersitzung des Bau- und Ortsplanungsausschusses angesetzt wird.