Monat: Januar 2020

  • Was sagen unsere Nachbarn?

    Wir verfolgen die derzeitige Behandlung der Umweltfragen sehr kritisch. Insbesondere im Hinblick darauf, wie unsere derzeit aktiven Politikmacher in Berlin und München mit Umwelt/Klima meinen umgehen zu dürfen und auch müssen (zu Glyphosat demnächst hier auf der Homepage eine Aktualisierung).

    Der Wahlkampf könnte nun so manche Blüten hervorzaubern und zur allg. Erheiterung und massiven Betroffenheit beitragen.  Wir haben mit unserem Vier-Seiten-Papier zur Kommunalwahl 2020 Stellung bezogen und sind fest davon überzeugt, das Rathaus dürfte den notwendigen frischen Wind bringen.

    Wie kontrovers die Dinge plötzlich gesehen werden können, und das  direkt bei unseren Nachbarn in der Schweiz, zeigt ein Auszug aus der dort erscheinenden   Presse. Wir geben ihnen dies zur Kenntnis und sind uns beinahe sicher, dass wir ggü. dieser Art der Sonntagsschreiberei bei uns in Deutschland die Nase besser im Wind haben.

    …Wohingegen etwa die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU), welche die Menschheit vor der «Überlebensfrage» sieht, oder die Schweizer Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga (SP), die in Davos gewarnt hat: «Die Welt brennt!», nur einstimmten in ein trauriges «Panikorchester» in dem «die Lust an der Apokalypse immer grösser» werde. Dabei möchten doch die Menschen dieses «ewige Lamento nicht mehr hören». Zu Recht nicht, verkündet die «SonntagsZeitung». Denn: «Es geht uns so gut wie nie, Wohlstand und Lebenserwartung steigen, Gleichberechtigung und Menschenrechte sind weltweit auf dem Vormarsch, gleichzeitig gehen Krieg, Terror und Armut stetig zurück.» Kurzum: Nicht von Merkel oder von Sommaruga könne die «Welt lernen», sondern von Donald Trump und seinem «ansteckenden Positivismus» und seiner «klugen Zuversicht».

    Quelle: https://www.infosperber.ch/Artikel/Medien/Tagi-jubelt-Trump-hoch–NZZ-zeigt-wie-er-lugt

     

  • Toleranz-Preis an Dunja Hayali!

    Toleranz-Preis an Dunja Hayali!

    Die Journalistin, Moderatorin und Autorin Dunja Hayali ist am 25.01.2020 in Tutzing mit dem Toleranz-Preis der Evangelischen Akademie Tutzing in der Kategorie „Zivilcourage“ ausgezeichnet worden. In seiner Begrüßung würdigte Akademiedirektor Udo Hahn die Zivilcourage, den Bürgermut, wie er es nannte, der Preisträgerin. Der sich wie „Gift“ in der Gesellschaft ausbreitende Rassismus, Antisemitismus, die Hassreden, die Ausgrenzung, könnten nicht zugelassen werden. Hier sei an erster Stelle der Rechtsstaat gefordert, dann die Zivilgesellschaft. Toleranz für Grenzüberschreitungen dürfe es nicht geben, Intoleranz verdiene keine Toleranz. Der Preis, der seit 2012 vergeben wird, sei eine Ermutigung, ein Zeichen der Solidarität: „Machen Sie weiter, es braucht Menschen wie Sie!“

    In ihrer Laudatio begann Shermin Langhoff, Indentandin des Maxim Gorki Theaters, Berlin, mit dem Hinweis auf die Sprache. Hier müssten wir uns entgegenstellen, auf die Begriffe achten, auf der Straße, in den Medien, Unmenschlichkeit beginne mit der Sprache. Sie würdigte die Preisträgerin als mutige Journalistin, die zeige, wie Medien die vierte Gewalt ausüben könnten. Sie verteidige die Würde des Menschen. Es brauche neue Allianzen und Solidaritäten für eine offene Gesellschaft. Letztlich gehe alles zurück auf die Frage: Wie wollen wir zusammenleben?

    Bei der Verleihung der Urkunde an die Preisträgerin würdigte Udo Hahn zusammenfassend ihr  „besonderes Engagement gegen Rassismus, Fremdenhass und Rechtsextremismus. Ihre Haltung, Andersdenkenden mit Respekt und Fairness zu begegnen, ist beispielgebend. Ihr beherztes Eintreten für eine offene Gesellschaft ist eine Ermutigung, dass der Einzelne etwas bewirken kann“, wie es in der offiziellen Begründung heißt. Entsprechend war die Preisverleihung im Tagungsprogram überschrieben mit: Gegenreden, Aufklären, Haltung zeigen.

    Sehr bescheiden bezeichnete Dunja Hayali ihr Verhalten als „eigentlich selbstverständlich und nicht auszeichnungswürdig“. Es sei Zeit, Gesicht zu zeigen und die Stimme zu erheben. Jeder müsse dazu seinen „Kanal“ finden, sich bewegen, um etwas zu bewegen. Sie warnte vor Verallgemeinerungen wie „der Islam, „die Deutschen“, hier müsse differenziert werden. Jeder möchte sich gut behandelt sehen, sie habe keine Gesinnung, sei nicht rechts oder links einzuordnen, sie habe eine Haltung, die zu bewahren zusehends schwerer falle. Es sei aber ihr Land, ihr Leben, und da möchte sie Zivilcourage zeigen. Sie teile den Preis mit vielen anderen, die dazu beitrügen, den zahlreichen Ehrenamtlichen, auf die der Schweinwerfer zu richten und ein Loblied zu singen sei. Ihre Arbeit habe  sie sehr dankbar und sehr demütig werden lassen. Der Preis sei für sie ein Ansporn, weiterzumachen. Wir müssten alle aufpassen, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt nicht abhanden komme!

    Musikalisch umrahmt wurde die Preisverleihung durch Klavierspiel und Gesang von Aeham Ahmad, einem palästinensisch-syrischen Pianisten. Das hat mich zusätzlich beeindruckt. Es schien mir, als wolle der Musiker über seine Sprache und sein Spiel die Zuhörer an seinen vergangenen Erlebnissen als Flüchtling teilhaben lassen. Durch seine öffentlichen Auftritte 2014/2015 im Flüchtlingslager Jarnuk in Syrien erlangte er internationale Bekanntheit.

    Ein Sternstunde an einem Samstag in Tutzing!

    NACHTRAG:

    Zuerst sei der Rechtsstatt gefordert, dann die Zivilgesellschaft (s.o.). Dieser Satz aus der Begrüßung von Akademiedirektor Udo Hahn geht mir im Kopf herum. Es ist zwar zweifellos der Rechtsstaat gefordert, aber wenn dieser sich zu viel Zeit lässt in seiner Bewertung zur Lage, dann steht an allererster Stelle die Zivilgesellschaft, der Lage, die sich offenkundig als sehr kritisch darstellt, unverzüglich entgegenzutreten. Energisch auf den Staat zu warten, das erwies sich bisher nicht als erfolgreich. Wäre hier nicht die EAT gefordert, das Thema in eine der kommenden Kanzelreden aufzunehmen?

     

  • „Umstrittene Demokratie“

    „Demokratie braucht uns, wir brauchen sie“, so eine mehrfach vorgetragenen Aussage von Prof. Dr. Dr. h.c. Heinrich Oberreuter, dem ehemaligen Direktor der Akademie für politische Bildung in Tutzing, bei seinem Vortrag am 22.01.2020 im Roncallihaus auf Einladung von Pfarrer Peter Brummer. Abgeleitet war diese Aussage von Ausführungen des Bundespräsidenten, der von der „Demokratie, die uns braucht“ gesprochen hatte.

    Im ersten Teil seines ca. einstündigen Vortrags unter dem Titel „Umstrittene Demokratie“ vor rd. 80 interessierten Besuchern erinnerte Prof. Oberreuter zunächst an den Optimismus der 1980er und beginnenden 1990er Jahre: Die Wende erschien vielen als Ausgangspunkt für die allgemeine Verbreitung demokratischer Strukturen. Heute allerdings sieht er das demokratische System vielfältig belastet: eine rückwärtsgewandte Orientierung zahlreicher politischer Führer sei zu beobachten, eine weltweite Flut, Religion als exklusives Instrument der Politik zur Geltung zu bringen. Die Mullah-Diktatur im Iran zeige, dass unter Bezugnahme auf Gott Menschen unterdrückt würden. Die Menschen wollten aber keine exklusive Herrschaft über ihre Weltanschauung. Hier müsse es Wettbewerb der Systeme geben und zwar auf der Grundlage der Würde und der Freiheit des Individuums. Das war auch die Grundlage der Aufklärung und des Liberalismus gewesen. Diese Wertgrundlagen gelte es auch bei uns zu bewahren und zu verteidigen, denn eine Demokratie, die nicht wertgebunden sei, sei das Wort nicht wert.

    Ganz aktuell stelle sich die Frage, wie man politisch miteinander umgehe, denn die aggressive Art in Teilen des öffentlichen Diskurses war so nicht erwartet worden. Tatsache sei, das teilweise kein Respekt gegenüber denen vorhanden sei, die uns vertreten. Darunter liege ein Nachlassen des Respekts des einen vor dem anderen. Enttäuscht formulierte Prof. Oberreuter seine Zweifel, ob mit 70 Jahren politischer Bildung etwas verändert werden konnte. Er beobachtet das vermehrte Bezweifeln und Bestreiten des demokratischen Systems, den schleichenden Verlust von Respekt und Toleranz. Daran müsste alle arbeiten, dass dieses Basis nicht schmaler wird.

    Die Herausforderungen durch politische Bewegungen und die angestrebten Systemwandel um uns herum beschrieb er mit Blick auf einige europäische Länder. Er schätzt, dass es einen Anteil von ca. 10-15% Populisten in den europäischen Ländern gibt. Sie akzeptierten im Wesentlichen den Pluralismus und damit die Würde des Individuums nicht, weil sie ja die Wahrheit für sich beanspruchten. Absolutheitsansprüche passten jedoch nicht zur pluralistischen Demokratie, denn das Wesen des Pluralismus sei die freie Entfaltung des Individuums.

    Abschließend erläuterte Prof. Oberreuter zahlreiche grafisch dargestellte Statistiken über das Wählerverhalten bei den letzten Bundestags- und Landtagswahlen.

    Der Titel „Umstrittene Demokratie“, über den gesamten Vortrag hinweg deutlich sichtbar dargestellt, erinnerte an zwei Veranstaltungen beider Tutzinger Akademien, die sowohl das Ansehen der Finanzwelt durch staatlich sanktionierten Betrug als auch das weltpolitische Geschehen durch tiefste Religiosität zum Inhalt hatten. Die Cum-ex-Skandale und der daraus entstandene Vertrauensschaden für die Demokratie (Politik!) hätten durchaus unter dem von Prof. Oberreuter gewählten Titel mitbehandelt werden können. Der Hinweis auf das Wirken der Evangelikalen in USA kam zwar, hätte aber von seiner weltweiten Gefährlichkeit her viel deutlicher angesprochen werden können. Vermutlich hätte es den zeitlichen Rahmen gesprengt, darauf intensiver einzugehen.

    Das gut besuchte Roncalli-Haus zeigt zudem zwei Aspekte: die Themenstellung führte vorwiegend das Publikum ins Haus, das sich schon sehr lange mit der Frage Demokratie beschäftigt. Jüngere Leute, die im Grunde genommen die funktionierende Demokratie verteidigen müssten, waren eindeutig in der Minderzahl. Gewiss eine Frage, die den Veranstalter berühren dürfte.

     

  • 22.01.: Aufgeräumt!

    Nachdem es 70 Bebauungspläne gibt, für die ein Aufstellungsbeschluss gefasst wurde oder die bereits im Verfahren sind, hat Bauamtsleiter Klaus Menzinger aufgeräumt und seitens der Verwaltung vorgeschlagen, die Aufstellungsbeschlüsse für acht Bebauungspläne und einen Flächennutzungsplan aufzuheben. Dies wurde in der Sitzung des Bau- und Ortsplanungsausschuss am 21.01.2020 unter der Leitung der 1. Bürgermeisterin Marlene Greinwald als Empfehlungsbeschluss an den Gemeinderat einstimmig beschlossen. Für die nun aufgehobenen Bebauungspläne und den Flächennutzungsplan waren in der Vergangenheit Aufstellungsbeschlüsse gefasst worden, ohne das konkret daran gearbeitet wurde, wie die Verwaltung einzeln erläuterte. Die Pläne hatten sich erledigt, da die Projekte nicht realisiert wurden oder die Themen anderweitig gelöst wurden. In der zweiten Runde, so Bauamtsleiter Klaus Menzinger, wird es dann um Bebauungspläne gehen, die bereits im Verfahren waren. Auch davon sollen einige zurückgefahren werden. Dies erfordert allerdings ein aufwändiges Rückabwicklungsverfahren mit Stellungnahmen der Beteiligten.

    Weitere Punkte der Sitzung:

    • Der Bau- und Ortsplanungsausschuss empfiehlt dem Gemeinderat, für einen Teilbereich in Monatshausen eine Klarstellungssatzung zu erlassen, um Außen- und Innenbereich baurechtlich festzulegen. Hintergrund ist die Ablehnung eines Bauvorhabens in Monatshausen durch den Bauausschuss. Das Landratsamt betrachtet im Unterschied zur Verwaltung das Bauvorhaben im rechtlichen Außenbereich und somit als nicht genehmigungsfähig, sieht hier aber durch den Erlass Klarstellungssatzung die Möglichkeit, eine Genehmigungsfähigkeit zu erzielen. Das Grundstück ist an drei Seiten von Bebauung umgeben. Spezielle Fragen wird die Verwaltung bis zur Sitzung des Gemeinderats klären.
    • Einstimmig empfahl der Bau- und Ortsplanungsausschuss dem Gemeinderat, (1) den Entwurf für den Bebaungsplan Nr. 84 „Bahnhofsareal, westlich und östlich der Bahn, Teilbereich Heinrich-Vogl-Straße“ in der Fassung vom 21.01.2020 zu billigen, (2) mit der weiteren Ausarbeitung das Büro Büscher Architekten zu beauftragen, (3) die Verwaltung zu beauftragen, mit dem Bauwerber einen Städtebaulichen Vertrag abzuschließen und (4) das gesamte Verfahren einschließlich des Satzungsbeschlusses an den Bau-. und Ortsplanungsausschuss zu übertragen. Es geht um das eingezäunte Grundstück zwischen den Bahngleisen und der Heinrich-Vogl-Straße. Es wird geprüft, inwieweit hier der Grundsatzbeschluss der Gemeinde Tutzing zur Sozialen Bodennutzung (SoBoN) angewendet wird bzw. in dem abzuschließenden Städtebaulichen Vertrag eine Regelung aufgenommen wird, wonach kleinflächige Mietwohnungen zu günstigen Mietpreisen errichtet werden müssen. Gegenüber der Vorversion war der Entwurf teilweise geändert: die Parkdecks im halboffenen Untergeschoss wurden durch eine echte Tiefgarage ersetzt. Das Gebäude wird 1,4 Meter höher als das Hotel Engelhof. Insgesamt sollen rd. 2.260 m² Wohnflächen (geschätzt 30 Wohnungen) und 880 m² Gewerbeflächen entstehen. Dieser – vorläufig angedachte – Umfang korrespondiert natürlich mit der Bereitschaft des Bauwerbers, auf die Vorstellungen der Gemeinde einzugehen. Die Bahn wurde in die Überlegungen einbezogen, die Zufahrt zu deren Parkplätzen ist gesichert.
    • Ebenso einstimmig empfahl der Bau- und Ortsplanungsausschuss dem Gemeinderat, (1) die 9. Änderung des Bebauungsplan Nr. 16 „Schnupfenwiesen“ zu beschließen, (2) mit der Ausarbeitung die Planer Prof. Florian Burgstaller und Monika Treiber zu beauftragen, (3) die Verwaltung zu beauftragen, mit dem Antragsteller einen Städtebaulichen Vertrag zur Übernahme der Planungskosten abzuschließen, (4) die Verwaltung weiter zu beauftragen, das Auslegungsverfahren durchzuführen und (5) das Verfahren an den Bau- und Ortsplanungsausschuss zu übertragen. Hintergrund ist der Antrag auf Bauraumerweiterung zur Realisierung eines Wintergartens.
    • Der Antrag auf Vorbescheid zum Neubau von zwei Einfamilienhäusern mit zwei Garagen in Unterzeismering, Oberanger 9, war in der Ausschusssitzung am 23.07.2019 abgelehnt worden, Gründe waren die vorgesehenen Geländeabgrabungen von 1,2 Meter sowie die Situierung der  Garage mit nur 2 Metern Abstand zur öffentlichen Straße. Nachdem es doch Referenzbeispiele für ähnliche Abgrabungen in unmittelbarer Umgebung  gab, wird dies vom Ausschuss für zulässig gehalten, die entsprechende Frage bejaht. Auf dieser Basis beabsichtigt das Landratsamt die Erteilung des Vorbescheids.
    • Gegen die Stimme einer Ratskollegin wurde dem Antrag auf Baugenehmigung zur Erweiterung des bestehenden Wohngebäudes im Untergeschoss in der Traubinger Straße 41a zugestimmt. Es ging um den Anbau eines Wintergartens. Der „Bebauungsrahmen Traubinger Straße“ wurde allerdings in 2017 dahingehend geändert, dass abhängig von der jeweiligen Grundstücksgröße gestaffelte GR-Erweiterungen im Erdgeschoss über die 200 m² möglich sind: um 30 m² (Grundstück bis 900 m²), 50 m² (Grundstück bis 1.200 m²) und 70 m² (Grundstück größer 1.200 m²). Die relevante Grundstücksgröße beträgt hier 1.066 m², so dass der beantragten Erweiterung um rd. 16 m² gegen die Stimme einer Ratskollegin zugestimmt wurde. Die Diskussion zeigte, dass hier bei der Änderung des Ortsbausatzung genau definiert und formuliert werden muss.

     

  • Kaniber äußert sich kritisch zu Mercosur

    Chapeau!

    Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) macht das, was einem enormen Kraftakt im jetzigen Politikbetrieb gleichkommt. Sie verweist offiziell darauf, über das Freihandelsabkommen Mercosur werden Standards verletzt, die unseren Landwirten nicht nur das Leben immer schwerer machen, sondern auch dazu führen, dass mühsam in Deutschland gehaltene und gewiss nicht immer eingehaltene Standards im Bereich Umwelt und Soziales erneut in die Diskussion gestriger Strategen kommen.

    Vor dem Hintergrund derzeitiger Diskussion um unsere Schlüsselindustrie „Auto“ besonders pikant, weil Brüssel und damit die Berliner Regierung einen seltsamen Tausch anbot: Agrarprodukte Südamerikas in z.B. Deutschland gegen die Öffnung des südamerikanischen KFZ-Marktes für insbes. deutsche Hersteller.

    Agrarprodukte Südamerikas sind nachweislich massiv mit Pflanzengiften (Glyphosat) behandelt, ebenso sind sie genmanipuliert. Gemeint sind Futtermittel und Fleisch. Übrigens unterliegt jedes aus deutschen Werken kommende Auto hiesigen Umwelt- und Sozialstandards.

    Wir verweisen deswegen auf diese Meldung, vermutlich in den nächsten Tagen in allen Zeitungen, weil mit dieser Nachricht durch die CSU-Ministerin gezeigt wird, wie nah mittlerweile die Diskussion der Basis an die Politik herangekommen ist.

    Es kann Frau Kaniber nur ein hohes Durchsetzungsvermögen ggü. der Berliner Landwirtschaftsministerin und dem deutschen Brüsseler Verhandlungsbeauftragten gewünscht werden.

    Wir halten Sie aktuell, denn das Thema berührt alle Wähler, die sich mit der Lage auch unserer Landwirtschaft befassen und täglich deren Produkte kaufen.

    TL-Redaktion

  • Na, was wollen wir mehr?

    Das Füllhorn ist geöffnet. Alle in Richtung Rathaus Strebenden erklärten, warum sie das tun und was sie dort beabsichtigen. Was sie nicht tun werden, das dürfte dann die nächste Periode zeigen. Wie auch die letzte Periode zeigt, zu klare Aussagen haben den enormen Nachteil, dass irgendein Schlaumeier  kommt und vorzurechnen beginnt, was alles auf der Strecke blieb oder gar nicht an der Strecke aufgesammelt wurde. Vielleicht helfen auch politische Mitfahrerbänke, so wie sie jetzt ein zweites Mal als überaus neue Idee vorgeschlagen wurden. In Tutzing wird immer nur kopiert, nicht aber ein Original erfunden. Sollen doch andere Gemeinden die unternehmerischen Fehler machen! Für Risiken hat Tutzing weder Geld noch Zeit, geschweige denn Personal.

    Alle ins Rathaus Drängenden haben einen großen Vorteil. Es gibt bereits eine vor langer Zeit gewählte Bürgermeisterei, daher stehen reine Sachthemen an; die Bürgermeisterei ist nämlich unangefochten und braucht nur noch das künftige Kräftefeld mit ruhiger Hand zu moderieren.

    Eine große Partei hat ganz klare Ziele! Sie hat beschlossen, die Mehrheit im Rathaus zurückzuerlangen. Wirklich ein hehres Ziel, dem sich klare andere Ziele unterzuordnen haben. Die Strategen unter den Lesern derartiger Nachrichten werden sich aber vorsichtig fragen, weswegen der bekannte Clausewitz so eindeutig ausgelegt werden kann. Viele Unternehmensberater, Clausewitz im Gepäck, formulieren vorsichtiger. Vision oder Wunschvorstellung würden sie das nennen, was die CSU als Ziel herauslegt.

    Ziele sind nur dann welche, wenn sie messbar sind. Guter Kunstgriff, wer hat da geholfen? Strategien oder gar Taktiken, ein Ziel zu erreichen, haben im Wahlprogramm nix verloren. Das stört nur die Wähler, die immer noch glauben, eine Kommunalwahl sei eine reine Persönlichkeitswahl. Was stimmen mag, denn eine über eine längere Amtszeit erfolgreiche Person kann durchaus ohne großartige Details das Gros der Wähler für sich gewinnen. Um so etwas zutage fördern zu können, muss in Tutzing aber lange gebohrt werden. Geothermie: Heißes Wasser ist besser als heiße Luft.

    Der Klima-Hype und jede Menge dubiose Vorgehensweisen erzeugten für die Bewerberlager eine Welle, die sie jetzt reiten und auch noch für sich die Entwicklung der Welle beanspruchen. So kommen die Grünen auf die Idee, ihre Basis im Gemeinderat mindestens verdoppeln zu können. Wobei die Farbe Grün nicht immer und bei vielen realisierten Entscheidungen gar nichts mit Grün zu tun hatte. Aber, die Republik war so gut aufgestellt und Brüssel bot derart viele Breitseiten, dass Brüsseler Grüne gemeinsam mit Republiks- und Landesgrünen hervorragend abräumen konnten. Und so kann den Tutzinger Neu-Grünen in der Sprache der Segler nur gewünscht werden, mit derartigem „Wind“ lee-seitig so manchen Großseglern das Wegerecht neu zu schreiben.

    Unbeirrt von Strömungen meinen tapfere TL-Leute, frei von Wertungen nach allen Richtungen, aufgrund ihrer sechsjährigen Erfahrungen jetzt endlich mal so richtig zulangen zu können. Immerhin, liest man deren vor paar Wochen veröffentlichte und die bisherigen Papiere der Grünen, könnte man meinen, beide hätten ein Joint Venture zu Erreichung eines gemeinsamen Verständnisses gegründet. Unparteiische Kenner der Szene melden das aber nicht. Beobachtet werden konnte aber vielfach eine gemeinsame Linie, was die Bewertung des Rathaus-Geschehens angeht. In den Listen beider Gruppen sind nämlich Leute zu sehen, die bei etlichen Veranstaltungen viel Übereinstimmung signalisierten.

    Im TL-Gruppenbild fehlen einige Leute. Das Licht der Öffentlichkeit ist aber dann auf den Einzelfotos zu sehen. Interessant aber: Die nie in Quoten denkende TL übererfüllt diese, nur sieben Herren bei 13 Damen.

    Wieso von den Freien Wählern und der ödp hier nicht die Rede ist, das verstehe ich nicht. Die machen brav ihren Job und erzählen niemandem, was, für wen und warum sie eigentlich etwas tun. Liegt’s vielleicht am Aiwanger, unserem Wirtschaftsminister, zu dessen Freude die CSU alle über die Wirtschaft hinausgehenden Themen abräumt?

    Wollen wir mehr? Ja, wir sollten wollen! Wir müssen wollen!

    Die Art und Weise, wie in Tutzing Fragen behandelt, Entscheidungen vorbereitet, getroffen und diese überhaupt nicht kontrolliert werden, wäre Anlass zu erhellenden Waldspaziergängen mit den Verantwortlichen. War da nicht mal was mit unternehmerischer Führung und so?

    Alle Bewerber um die raren Gemeinderatssessel wollen das schöne Tutzing erhalten und sogar noch mehr daraus machen. Einige schreiben das deutlich in ihre Homepages, andere halten dafür lediglich ihre Gesichter hin und meinen, das sei das gleiche wie den Kopf hinhalten.

    Tutzing will  mehr! Mal sehen, was in den nun folgenden acht Wochen noch hervorgezaubert wird.

    Ihr JB

  • China 2049

    Am 08.10.2018 fand in der Evangelischen Akademie Tutzing (EAT) ein völlig ausgebuchter, vielbeachteter und überaus nachdenklich machender Abendvortrag zum Thema „USA quo vadis?“ statt. Redner waren Stefan Kornelius (SZ) und Dr. Josef Braml (Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik e. V., DGAP). Damals erfolgte bereits der Verweis auf die für Europa sehr gefährliche Lage durch eindeutige Bestrebungen Chinas.

    Die Fortsetzung dieser Reihe, mit der die Rolle Europas beschrieben wird, findet nunmehr am Montag, 03.02.2020, als „Loungegespräche: China 2049- der neue Rivale“ in München, SZ-Hochhaus, statt.

    Wir informieren deswegen darüber, weil wir zum Thema USA viele Rückmeldungen unserer Homepage-Leser erhielten und wir damals zusagten, bei einer Folgeveranstaltung über unsere Homepage zu informieren. Nun ist die Folge-Veranstaltung nicht in Tutzing, sie ist in München. Bedingt durch die beiden Akteure Stefan Kornelius und Martin Winter dürfte ein Anschluss an damalige Tutzinger Veranstaltung überaus interessant sein. Schließlich steht auf mittlerweile nahezu allen Consumer-Produkten PRC und für unsere Landwirte insofern hochinteressant, weil 50% der Agrar-Erzeugnisse nach Asien exportiert werden. Dies aber nicht, weil sie so stark nachgefragt sind, sondern weil die massive europäische Überproduktion dringendst den asiatischen Markt benötigt. Koste es, was es wolle.

    Anmeldung: hier.

    TL-Redaktion

     

  • Schenken und Tauschen

    Am 09.05.2020 findet ein Ökumenischer Schenk- und Tauschmarkt in Tutzing statt. Eine der Initiatorinnen, Gabriele von Brühl-Störlein, hatte im letzten Jahr bei der TUTZINGER LISTE (TL) nachgefragt, ob es denn wieder einen Schenk- und Tauschmarkt geben würde. Einige ihrer Freunde fanden die Idee ebenfalls sehr gut. Selbst Menschen aus Bernried und Feldafinghätten schon gefragt, warum es ganz aufhörte.

    Die Idee dazu wurde in der TL in 2013 diskutiert und am 21.09.2013 auf dem Innenhof des Roncallihauses – neben der kath. Kirche realisiert. Das Motto war: Weitergeben statt Wegwerfen – Umwelt schützen! Dinge, die sonst im Müll landen nach Herzenlust tauschen und verschenken! Im Jahr, zum 2. Schenk- und Tauschmarkt am 26.07.2014, darauf mussten wir auf den Parkplatz/Bushaltestelle der Grund- und Mittelschule in der Traubinger Straße umziehen. Dies wiederholten wir mit dem 3. Tutzinger Schenk- und Tauschmarkt am 09.05.2015 unter dem Motto “Austauschen, was zu schade zum Wegwerfen ist“. Zu allen drei Terminen wurden übrig gebliebene Dinge an die Kleiderstube oder den Trödelladen weitergegeben bzw. beim Wertstoffhof entsorgt, weil auch geringwertige Dinge angeliefert wurden.

    Trotz mehrfacher Anfragen haben wir uns dann entschlossen, den Markt ab 2016 nicht mehr zu veranstalten. Aufgrund der Flüchtlingssituation hielten wir es für angemessener, gut erhaltene Sachen direkt an Hilfsbedürftige zu geben. Auf der Homepage der Gemeinde wurde veröffentlicht, welche Dinge von Kleidung über Haushaltswaren bis zu Einrichtungsgegenständen gerade gesucht wurden. Diese konnten dann im Lager im alten Schwimmbad abgegeben werden.

    Wenn sich jetzt eine ökumenische Initiative bildet, den Schenk- und Tauschmarkt wieder einzuführen und den Innenhof an der Kirche St. Joseph bzw. bei Regen das Roncallihaus zu nutzen, begrüßen wir dies ausdrücklich und wünschen den Initiatoren viel Erfolg! Wir werden kommen!

     

  • Repair Café in Tutzing?

    Repair Café in Tutzing?

    Am Mittwoch, 15.01.2020, findet ein erstes Treffen für die Umsetzung eines Repair Cafés in Tutzing um 19 Uhr im Roncallihaus statt. Die Bürgermeisterin arbeitet an dem Thema, es gab einen Besuch beim Repair Cafè in Herrsching. Ich selbst habe mir im Dezember das Repair Café in Starnberg angeschaut, Peter Koziol hat mir alles gezeigt und erläutert. Dieses ist 2014 mit Unterstützung einiger Tutzinger enstanden und konnte vor kurzem das 5-jährige Bestehen feiern. Reparieren anstatt wegzuwerfen kann und muss auch in Tutzing hoffähig werden. Eine begrüßenswerte Initiative!

    In Starnberg aufgefallen ist mir die Gleichverteilung von Repair und Cafè. Das Café war gefüllt mit zumeist älteren Menschen, die ihren Reparaturwunsch hatten registrieren lassen und nun in der Wartezeit mit Kaffee und Kuchen die Gelegenheit zum Gespräch nutzten. Im Obergeschoss gab es mehrere Räume, in denen alles Mögliche repariert wurde: Mechanik, Elektrik, Elektronik, es gab auch Näharbeiten oder Fahrradreparaturen. Im Keller war ein Abstellraum teilweise nutzbar, um Rollwagen mit Werkzeug und Ersatzteilen zu deponieren. Sein eigenes Werkzeug besitzt jeder Reparateur selbst und nimmt es auch wieder mit. Somit stellen sich bestimmte Anforderungen an die zu suchenden Räumlichkeiten: Empfang zur Registrierung, Cafè, Küchenzeile zur Vorbereitung von Getränken und – gespendetem – Kuchen, Reparaturräume und Lagerraum.

    Unser Mitglied Roberto Mestanza machte mich im Gespräch darauf aufmerksam, dass hier der soziale Austausch sehr wichtig ist und nicht der Eindruck entstehen sollte, man könnte seine Geräte im Internet kaufen und dann nötigenfalls im Repair Café wieder richten lassen. Das würde den stationären Einzelhandel schädigen.

     

     

  • Tausche Umwelt gegen Wachstum!

    Make your region great again… alle Simpel laufen dem Spruch hinterher. Einige Sekretäre haben sich den Zentralismus ferner Nachbarn abgeschaut, lokale Leute machen unreflektiert mit. Will die Zentrale einer Partei einen Zuwachs an Sitzen haben, so ruft sie an und fragt, wie weit denn die Ortsvorsitzenden mit ihren Aktionen seien. Daraufhin sagen die, sie hätten just die Ziele, die die Zentrale gerne gemeldet bekommt. Und wem das nicht passt, zumeist ist’s die wahlbereite Jugend, der bekommt paar hinter die Ohren mit dem Hinweis, ausschließlich marktwirtschaftlich gesteuerte Innovationen lösten die Probleme, keinesfalls aber Verbote oder gar die Freiheit einschränkende Regelwerke. Unsere Zeitungen sind voll mit Hinweisen über die Pirouetten von Teilen unserer Politikergarde. Nahezu nichts von den großen Dingen wird angepackt, die Bäcker-Semmel jedoch erhält einen Thermopapierbeweis dafür, verkauft worden zu sein. Das ist die unverschämte Ablenkung von dreistelligen milliardenschweren Cum-Ex-Skandalen und der kleine Mann staunt über den Mut unserer Politiker.

    Die Basis hat aber eine andere Wahrnehmung; sie hält das Herumgeeiere als Beweis dafür, wie groß mittlerweile der Abstand ist zwischen den Volksvertretern und denen, die sie gewählt haben. EU-Politik und Landwirtschaftspolitik, 60 Mrd./p.a. Subventionen, sind ein Verbrechen an Landwirten, Tieren, Verbrauchern, also der Natur. 1,5% aller Erwerbstätigen arbeiten in der Landwirtschaft; die Kollateralschäden jedoch, zu denen unsere Landwirte aufgrund einer wahnwitzigen Politik gezwungen werden, betreffen 80 Mio. Verbraucher, von denen der Großteil noch nicht verstanden hat, was ihnen von der Politik untergejubelt wird. Zumeist unter der Überschrift, der Verbraucher wolle das so! Niemand, vom Hersteller bis zum Endverbraucher, darf  eine Lebensmittelvernichtung von 40% des hergestellten Volumens akzeptieren!

    Hiesige Wählerbasis erlebt mit Gänsehaut, wie mau der Rückfluss unserer Lokalpolitiker zu deren Zentralen ist. Eine tiefschwarze Regionalzentrale stänkert über das Personaltableau erneut in der großen Politik herum und benennt das anerkannt größte vom gesunden Menschenverstand getriebene Akzeptanzhindernis als Minister, dessen Leistung unentwegt hochgelobt wird. Das ist eine Ablenkung  vom eigenen Versagen. Anstatt die Straße im Sinne des Wortes als den Platz  hochgradiger themenzentrierter Unzufriedenheit zu nutzen, vorbereitet man Lichterketten, zündet Kerzen an, bekleckert sich mit deren Wachs und geht dann zufrieden nachhause. Haben all diese Leute noch nicht gemerkt, um wie viel Längen die städtische Jugend mit ihrem Protest voraus ist? Und dann kommt der permanent sich der Regierung andienende und damit die Regierung rettende liberale Oberschlaumeier mit der Erkenntnis, man solle nur Fachleuten die Klima&Umweltpolitik überlassen. Hat denn Tutzing vergessen, wie ein Harald Lesch, kürzlich mutig nach Tutzing eingeladen, die Welt beschrieb? Heute kann sehr aktuell anhand Australiens und des Abfackelns des Regenwaldes bewiesen werden, mit der Natur ist kein Verhandeln möglich. Über dreißig Jahre hinweg wurden Verhaltenseinstellungen zu Wachstumsschäden ganz einfach negiert und dann sagen diese zum Teil berufsfreien Politiker, man brauche nur den Kräften des Marktes vertrauen. Markt sind wir aber alle und vertrauen können wir nur noch der geschundenen Natur. Das hat mit Grün nichts zu tun, das hat was mit Verstand zu tun! Die Basisorganisation der Volksparteien scheint keinen Mumm mehr zu haben, Berliner und Brüsseler Personal zu bewerten.

    Einzig derzeit anerkanntes Bild in der Öffentlichkeit ist, die Regierung hätte abgewirtschaftet. Das  schludrig zusammengeklebte Klimapaketlein und der überaus arrogante Umgang mit jungen Wählern ist der beste Beweis, gefolgt von der feigen Behandlung der Cum Ex-Skandale. Wieso ist die Basis nicht in der Lage, ebenfalls endlich auf die Straße Richtung Parteizentralen zu gehen und deutlichst zu sagen, „so geht’s nicht mehr!“? Parteiräson nennt man dann das Verhalten mit der Faust in der einen Tasche und der Kerze in der anderen. Unsere Jugend schaut nur noch staunend weg, singt Oma- und Opa-Lieder, signalisiert Handlungsbedarf.

    Marktradikale Umwelt-, Klima- und Wachstumsversteher meinen, es kann zum Zusammenstoß der Titanic mit dem Eisberg gar nicht kommen. Der schmilzt nämlich derzeit weg.

    Fahren Sie zur besten Tageszeit durch die Hauptstraße und fragen Sie sich dann, wie die Ruhezonen und das einvernehmliche Nutzen der Ruhezonen durch Fußgänger, Radfahrer, Schüler-Shuttle und Lieferverkehr sich vertragen.  Wie im Kleinen so auch im Großen, es wird gesponnen, realitätsfern.

    Der Tauschprozess läuft!

    Ihr JB