Monat: Januar 2016

  • Heute auf der Hauptstraße…

    Am Samstagvormittag, 30.01.2016, standen Vertreter der TUTZINGER LISTE an der Hauptstraße, um Anregungen der Bürger zur Gestaltung der Hauptstraße entgegenzunehmen. Wie bereits seit einiger Zeit bekannt, plant das Straßenbauamt in Weilheim die Sanierung der Hauptstraße ab 2017. Das bedeutet, dass die Gemeinde ein Konzept zur Verkehrs-, Park-, Radfahr- und Gehwegsituation bis zum Jahresende erarbeiten muss (vgl. Beitrag vom 28.01.2016 im meinem Blog). Der Antrag war am 27.01.2016 im Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss beraten worden.

    Am Bistrotisch konnten interessierte Bürger die bislang gesammelten Ideen und Vorschläge einsehen und durch eigene Beobachtungen und Anregungen ergänzen. Folgendes wurde festgehalten:

    • Reduzierung der Parkplätze auf der Hauptstraße
    • Tiefgarage an der Greinwaldstraße (ehem. TSV-Gelände) sehr wünschenswert
    • Platz an der Marienstraße vergrößern und verschönern; Einzelparkplatz am Brunnen beseitigen
    • Sicherheitsvorkehrungen am Gymnasium wegen des Zusammentreffens von Schülern zu Fuß, per Rad und per Bus sowie Autofahrern
    • Hauptstraße als Einbahnstraße von Bahnhofstraße bis Oskar-Schüler-Straße (Mittelstück) nach Norden prüfen; Verkehr nach Süden über Oskar-Schüler-, Kirchen-, Bahnhof- und Bräuhausstraße
    • Maßnahmen zur Reduzierung der Geschwindigkeit in der Hauptsraße (wechselseitige Parkplätze, Verschenkung der Straße)

    Es gab aber auch andere Stimmen, die ein zügige Durchfahren der Hauptstraße gesichert sehen wollen.

    Nutzen Sie die Kommentarfunktion, wenn Ihnen dazu etwas einfällt (die volle Präsentation kann hier eingesehen werden). Das Leitbild der TUTZINGER LISTE enthält die Selbstverpflichtung, Anregungen der Bürger, wenn sie nicht einzelwirtschaftlich bezogen sind sondern dem Allgemeinwohl dienen sollen, aufzunehmen und weiterzutragen. Daran halten wir weiterhin fest.

     

  • 2016! Das Neue Jahr begann ja gut!

    Rechts und links tut sich etwas, ein Neujahrsempfang jagt den anderen. Gründe zum Feiern gibt es jede Menge. Man kann weit zurückschauen, hat doch jeder Politikverein eine lange Geschichte. Die einzige Partei, die SPD, die nach dem Krieg ihren Namen nicht ändern musste, lässt nicht von sich lesen. Die anderen Tutzinger Parteien wollen auffallen, schaffen es aber kaum.

    Mein lieber Bruder im Geiste, der Franz, hat den Versuch des Auffallens jüngst beschrieben. Allerdings hatte er vorwiegend die Methode des Kommunizierens der Parteien mit dem Wähler im Blick. Worüber hingegen die mit neuesten technischen Gerätschaften ausgerüsteten Politiker sich überhaupt austauschen, also inhaltlich, das hat er nicht erwähnt.

    Mir fiel da sofort ein etwas älteres Erlebnis ein: Auf eine schriftliche Frage an eine Kandidatin vor deren Inthronisation erhielt ich die Antwort, sie könne die Frage erst beantworten, wenn sie gewählt sei. Aha, war wohl meine Frage einfach zu dusslig formuliert.

    Das Lesen heutiger Zeitungen bringt häufig zutage, wo der Schuh drückt. In Tutzing scheint das Gesamt-Gehwerk völlig in Ordnung zu sein. Laufen die dort alle etwa barfuß? Täten sie das, dürfte so manch ein Stein nämlich kräftig drücken. Tut er aber nicht, die Welt ist in Ordnung! Man baut so einfach vor sich hin und wundert sich, wenn die Klötze dann plötzlich rumstehen. Keiner war’s.

    Parkplätze am Bahnhof sind von hoher Bedeutung, die Umgebung von Parkbänken soll von Unkraut freigehalten werden und Laubbläser machen zu viel Krach. Und nun kommt’s! Da greift doch tatsächlich eine dörfliche Gruppierung in die Kiste der zurückgelegten Überraschungen. Wagt es doch diese Gruppierung, die Dinge beim Namen zu nennen. Ich muss aber vorsichtig sein, noch darf ich ja über deren Kanal an Sie, lieber Leser*in, schreiben. Da ist die Rede vom Bienensterben, vom Zumüllen der auch Tutzinger Welt mit Plastik. Die wagen es sogar, auf TTIP hinzuweisen. Immerhin haben diese dörflichen Politik-Eleven das Tor für Netz-Beiträge geöffnet, die nun aber gar nicht zu Parkplatzproblemen und Laubbläsern passen.

    Fehlt nur noch, dass sie in ihrem Mut und damit ihrer Frechheit erneut darauf hinweisen, wie doch die Tutzinger durch Skandale gebeutelt wurden. Der Radweg nach Kampberg, nun steht er, wird von den Parteien gelobt. Das Durchstechen vertraulichster Unterlagen an die Presse und jeden, der es wissen wollte … alles vergessen. Man hat gefälligst freudig nach vorne zu blicken.

    Böse Zungen könnten sogar meinen, man sei ganz kurz vor’m Populismus. Lichterketten, seit wann haben die die Welt verändert?
    Populismus lebt jedoch nur von den Missständen, gute Politik aber von deren Beseitigung.
    Bienensterben und Glyphosat. Da bin ich nun gespannt, wie die Tutzinger Liste mit dem von ihr so plötzlich geöffneten Fass umgehen wird.
    Denn sie, die Tutzinger Liste, trat ja mit dem Anspruch an, gute Politik zu machen.
    Tutzing braucht das. Aber nicht mit und durch drei Hanseln.

    Wo bleibt die konzertierte Aktion? Quer durch die Parteien, die immer behaupten, Kommunalpolitik hätte nichts mit Parteipolitik zu tun!
    Einzig der Bürgermeister kann kraft ideologischer Fachheimat ödp jetzt etwas bewegen, indem er die Front der Verweigerer mit der der Möchtegerns zusammenbringt. Hierzu muss er sich jedoch hinstellen und deutlich sagen, die hässlichen Folgen des Neoliberalismus seien jetzt auch bei uns angekommen. Im Landkreis, in Tutzing, im Rathaus.

    Der Populismus lebt von den Missständen, gute Politik von deren Beseitigung.

    Zum bereits begonnenen 2016 alles Gute wünscht Ihnen

    Josef Bimslechner

  • Hurra, wir sind vernetzt

    Politisch interessiert wie ich bin, lese ich die SZ (obwohl der MM oft die besseren Karikaturen hat) immer so: Politik in Tutzing, dann Landkreis, dann Bayern, dann Deutschland und die Welt. Anstrengend. Kürzlich las ich, dass in Starnberg ein Drittel der Gemeinderäte „virtuell kommuniziert“: davon (so ganz genau erinnere ich mich nicht mehr an die Zahlen) etwa 4 gelegentlich noch heute, die anderen 6 bis 2014. Nach der Wahl fiel ihnen nichts mehr ein. Zumindest nicht auf Facebook. Was ihnen und den 20 Offlinern sonst so einfiel, plagt die Starnberger gewaltig, wie man in SZ und MM lesen kann.

    Da Tutzing seit zwei Jahren kommunikativ in der Presse nicht mehr so auffällig ist wie zuvor, dachte ich, dass sich in einem Ort mit 3 Akademien (politi-sche, evangeli-sche, corporate-film-ische) jetzt vielleicht auch das sich-gegenseitig-Informieren virtuell erfolgt. Alle aktiven Gruppierungen haben ja einen Internetauftritt, also klickte ich mich ein und fand: CSU –Ortsverband: nix. Absolut nix; SPD-Ortsverband: 4.10.15 „Eine Million Flüchtlinge…was tun“ von Ernst von der Locht. Gute Frage, lieber Ernst; FDP-Ortverband: Termine 2016: Null. Neueste Veröffentlichung 2014 „Ehrenmitglied Peter Gsinn“; Grünen-Ortsverband: Einladung zum Sommerfest des Kreisverbandes am 25.7.2015 (…auch hier komme ich zu spät!); ödp (die Partei unseres Bürgermeisters): am 25.2.14 spricht sich „die ÖDP“ gegen die Sperrung eines Fußweges aus, der nie gesperrt werden sollte. Und da meckere ich über Starnberg?

    Die Penner sind überall. Internet und Facebook sind offenbar nur gut, um Randale zu verabreden – oder einfach nur dumm daher zu labern. Da wundert es mich schon, dass eine kaum zur Kenntnis genommene politische Dorfgruppierung unter „tutzinger-liste.de“ eine fast immer aktuelle Home anbietet. Mit monatlich 4 – 6 Berichten aus dem Rathaus und Kommentaren dazu. Super – aber wer liest das? Die haben wohl noch nicht begriffen, dass diese von ihnen so liebevoll gepflegte virtuelle Blase, selbst wenn sie sich entleert, keinen warmen Regen bedeutet.

    Oder? Wer sieht das anders?

    Ihr Franz Bimslechner

  • Künstler kümmern sich um Senioren

    Seit 26 Jahren finden im BRK Schloss Garatshausen Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Theater und wöchentliche Singstunden mit den Senioren statt. Die von der Feldafinger Mäzenatin Rita Enzinger gegründete und bis heute begleitete Initiative „Künstler für Senioren“ bringt durch ihr Wirken auch an trüben Tagen Sonne ins Haus. Eine 92-jährige Dame hat folgende Dankesworte gefunden: „Wir können nun nicht mehr in die weite Welt hinaus. Wie schön, dass uns nun die Künstler die weite Welt ins Haus bringen.“

    Derzeit freuensich die Senioren ober das Projekt „Anwesend“: Jede Woche stellt Rita Enzinger eine Künstlerin oder einen Künstler aus der Region „mit Werk und Wort“ vor, die/der dann 8 Tage lang im EG aktuelle Werke ausstellt. Im Februar sind dies am 2.2. Hannerose Mattes, 9.2. Peter Schaller und Bettina Tratzmüller, 16.2. Roswitha Lagleder, 23.2. Ina Kolschovsky und Johannes Hofbauer. Die Vorstellung findet jeweils um 16 Uhr an den oben genannten Dienstagen statt, umrahmt von Lied. Lyrik und Musik. Eine schöne Gelegenheit, Angehörige, Freunde und Bekannte, die ihren Lebensabend in Garatshausen verbringen, mal wieder zu besuchen.

    HH

  • 28.01.: Mehr Parkplätze am Bahnhof?

    Im November hatte die Gemeindeverwaltung den Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) gebeten,  eine P+R und B+R Bedarfsprüfung für den S-Bahnhof Tutzing zu erstellen. Die zur Sitzung des Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschusses am 27.01.2016 vorliegende Antwort kommt im Vergleich zur Untersuchung aus Dezember 2008 zu keinen grundlegend neuen Erkenntnissen. Die Auswertungen des Einzugsgebietes zeigen, dass der Großteil der P+R-Nutzer aus der eigenen Umgebung stammt. Im Einzelnen kommen:

    • ca. 45% der Nutzer aus dem Gemeindegebiet Tutzing,
    • weitere 23% aus Weilheim, Bernried und Seeshaupt (kumuliert 68%),
    • weitere 16% aus Wielenbach, Raisting und Fischen (kumuliert 84%) und
    • lediglich 16% aus weiter entfernt liegenden Gemeinden.

    Zwar bestehe keine zwingende Notwendigkeit für eine P+R-Erweiterung für die Kunden aus dem Oberland, denn ihnen stehe über den MVV-Endhaltepunkt hinaus Schienenpersonennahverkehr zu Verfügung. Kunden aus diesen Bereichen führten zu Mehrverkehr im Ortsbereich von Tutzing, ohne dass die wohnortnächste Parkanlage angefahren wird. Dies liegt, so vermuteten wir im Ausschuss, wahrscheinlich an den Fahrtkosten bzw. den Tarifen. Der MMV ermittelt dann eine rechnerische P+R-Nachfrage von rund 550 Stellplätzen, also 150 – 200 zusätzliche Stellplätze,. hält die Erweiterung der P+R-Kapazitäten aber derzeit nicht für vordringlich.

    Ein anderes Bild ergibt sich bei der Einschätzung zu B+R. hier stehen 176 Stellpätze einer feststellbaren Nachfrage von rund 200-250 abgestellten Rädern gegenüber. Dieses Ergebnis, so der MVV, sollte im Frühsommer 2016 noch einmal überprüft werden. Zur Sicherung der langfristigen Attraktivität empfiehlt der MVV, das aktuelle B+R-Angebot – ggf. stufenweise – zu verdoppeln.

    Die P+R- und die B+R-Anlage in Tutzing stehen im Eigentum der Bahn. Es besteht ein langfristiger Vertrag mit der Gemeinde, der zahlreiche Verpflichtungen zu Lasten der Gemeinde enthält. Es ist zu hören, dass die Anlagen demnächst von der DB BahnPark GmbH betreut werden. Die DB Bahnpark ist eine Managementgesellschaft zum Betrieb und zur Entwicklung von Parkeinrichtungen am Bahnhof, aufgestellt als Gemeinschaftsunternehmen zwischen der Deutschen Bahn und dem Parkhausbetreiber Contipark. Sie bewirtschaftet und entwickelt bahnhofsnahe Parkeinrichtungen verschiedener Eigentümer: Private, Kommunen und Deutsche Bahn. Der Vertrag zwischen Bahn und Gemeinde läuft auch in diesem oder im nächsten Jahr aus; zudem könnte es Änderungen beim MVV hinsichtlich Tarifgebiet und Tarifstruktur geben. Aus beiden Entwicklungen wird sich für die Betrachtung aus Sicht der Gemeinde eine neue Ausgangslage ergeben.

     

     

     

     

  • 28.01.: Sanierung der Hauptstraße

    Endlich, nach knapp 10 Wochen stand der am 19.11.2015 eingereichte Antrag der TUTZINGER LISTE zur Sanierung der Hauptstraße ab 2017 auf der Tagesordnung der Sitzung des Umwelt-, Energie- und Verkehrsaussschusses am 27.01.2016. Zunächst wurden in Abänderung der Tagesordnung die Anträge zu den Laubbläserarbeiten und zum Verzicht auf den Einsatz glyphosathaltiger Pflanzenschutzmittel vorgezogen. Darüber habe ich separat berichtet.

    Bürgermeister Rudolf Krug äußerte zunächst seine „Verwunderung“ über den Antrag. Deutlich an die Vertreter der Presse gerichtet wies er darauf hin, dass das Thema nicht neu, der Verkehrsplaner seit sechs Monaten tätig sei, dessen Honorar im Haushalt 2016 eingeplant werde und eine laufende Abstimung mit dem Straßenbauamt erfolge. Diese Punkte sind an sich nicht neu, sie stehen auf den Seiten 4, 5 und 69 meiner Präsentation, die nach meinem Eindruck zum Teil auch gelesen worden war. Über den Zeitablauf hatte sich ergeben, dass Mittel für den Verkehrsplaner im Haushalt 2016 – nicht in der mittelfristigen Finanzplanung – eingeplant werden. Das war im November nicht bekannt, denn der Haushalt wird nichtöffentlich beraten und zwar seit Beginn des Jahres 2016. Zur vorgesehenen Vorstellung des neuen Verkehrsplaners, Herrn Benjamin Neudert aus Herrsching, konnte es wegen Terminproblemen nicht kommen. Dass Herr Neudert bereits an dem Thema arbeitet, war zumindest mir nicht bekannt. Trotzdem gab es Neues, nämlich ein altes Gutachten über den südlichen Teil der Hauptstraße einschl. der Überlegungen zu einem Kreisel an der Lindemannstraße. Davon wusste einer meiner Ausschusskollegen; ich werde versuchen, dieses Gutachten einzusehen. Dass Vorarbeiten soweit möglich berücksichtigt werden, worauf einige Kollegen hinwiesen, ist logisch und steht auf S. 69 meiner Präsentation.

    Nach diesem Austausch wurde es harmonischer und die Diskussion konzentrierte sich auf die Frage der Vorgehensweise. Während ich einen vom Verkehrsplaner zu moderierenden Arbeitskreis vorgeschlagen hatte, plädierte der Bürgermeister dafür, erst einen Expertenvorschlag erarbeiten zu lassen und diesen dann ins das Bürgerforum einzubringen.  Darauf ging ich ein und interpretierte den Ausschuss als Arbeitskreis, in dem der Verkehrsplaner berichten und Anregungen entgegennehmen würde; auf diese Weise könnte es einem iterativen Prozess kommen. Schließlich müssten wir, so hatte der Bürgermeister erklärt, am Ende des Jahres ein Konzept erstellt haben. Herr Krug meinte dann auch, es würden zukünftig auch keine Sitzungen dieses Ausschusses mehr ausfallen.

    Nach dieser Diskussion und den Aussagen des Bürgermeisters konnte der Status meines Antrags wie folgt beschrieben werden:

    1. Start eines Prozesses zur Erarbeitung eines Konzepts der Verkehrs-, Park-, Radfahr- und Gehwegsituation – ist erfolgt
    2. Beauftragung eines Verkehrsplaners – ist erfolgt
    3. Gründung eines Arbeitskreis – wird nicht erfolgen, Verkehrsauschuss erhält direkt laufende Informationen, die Bürger über ein Forum; Interessenvertreter werden bei Bedarf hinzugezogen
    4. Einplanung Finanzmittel – Planungskosten im Haushalt 2016 vorgesehen; in der mittelfristigen Finanzplanung noch keine Ansätze

    Entsprechend habe ich nicht auf einer Abstimmung über den Antrag bestanden sondern diesen zurückgezogen; im Protokoll wird der Zusatz erscheinen „nach ausführlicher Diskussion“, über deren Inhalte Sie sich hier informiert haben.

    Am Samstag, 30. Januar 2016, stehen meine Mitstreiter und ich vormittags an der Hauptstraße, um Anregungen von Ihnen aufzunehmen und sie zu informieren. Die Präsentation wird zu Einsicht ausliegen.

     

  • 28.01.: Bitte leise!

    Bitte leise – so ließe sich der Antrag ver Freien Wähler auf Einstellung der Laubbläserarbeiten umschreiben, der in der Sitzung des Umwelt-, Energie- und Verlehrsauschsusses am 27.01.2016 behandelt wurde. Unser wortgewaltiger Ausschusskollege Wolfgang Marchner sprach von Laubbläsern als Geräten, die „zum Schaden aller“ erfunden worden seien. Herr Menzinger vom gemeindlichen Bauhof erläuterte, dass es ganz ohne Laubbläser nicht gehe. Sie seinen zwar laut, aber effektiv. In manchen Situaton seit der Menge an Laub, insbesondere auf den freizuhaltenen Wegen, auch nicht anders Herr zu werden. Einem allgemeinen Verzicht auf Laubbläserarbeiten konte sich der Ausschuss nicht anschließen. Bürgermeister Rudolf Krug erhielt das einstimmige Votum der Ausschussmitglieder für seine Zusicherung, dass die Mitarbeiter des Bauhofs die Laubbläser nur überlegt, möglichst wenig, punktuell und aufwandsbezogen einsetzen werden.

    Ebenfalls behandelt wurde der Antrag der Fraktion der Bündnis 90/DIE GRÜNEN, auf den Einsatz glyphosathaltiger Pflanzenschutzmittel und anderer Pestizide auf gemeindlichen Flächen zu verzichten. Herr Menzinger vom Bauhof berichtete, dass die Gemeinde bereits seit zwei Jahren keine glyphosathaltiger Pflanzenschutzmittel mehr einsetze, sie hätten sich bei der Unkautbekämfung nicht bewährt. Frau Thüring von der Gemeindeverwalte ergänzte, dass der Einsatz von Pestiziden lt. Friedhofsordnung verboten sei. Faktisch ist damit die Gemeinde weiter als der Antrag, man sei hier, so der Bürgermeister, „ökologisch gut unterwegs, wie es sich für einen ÖDP-Bürgermeister auch gehöre“. Der Bauhof setze dagegen auf die umweltfreundliche Methode mit Wasserdampf. Die Ausschussmitglieder waren nicht bereit, den Antrag in der gestellten Form mit 14 Unterpunkten ohne weitere Aufbereitung derselben abzustimmen. Herr Pulfer wies darauf hin, dass es unmöglich sei, die Pächter gemeindlicher Flächen zu verpflichten. In der in hohem Maße regulierten Landwirtschaften gelten unabhängig vom Wettbewerb der Landwirte untereinander andere Regeln, hier sei oft die Gemeinde gar nicht zuständig. Er empfahl ein sehr gezieltes Vorgehen, möglichweise durch finanzielle Anreize für den Verzicht auf den Einsatz von Pestiziden, also durch Pachtreduzierung. Als gemeinsame Linie gilt nun eine Selbstverpflichtung der Gemeinde, auf den Einsatz glyphosathaltiger Pflanzenschutzmittel (weiterhin ) zu verzichten und damit Vorbild für die Tutzinger Bürger zu sein. Darüber hinaus ist daran gedacht, den Bürgern Informationen und Tipps für Hobbygärtner zur Verfügung zu stellen.

  • 27.01.: Kleinigkeiten

    Neben den beiden 5:5-Abstimmungen hat es in der Sitzung des Bau- und Ortsplanungsausschusses am 26.01.2016 eher Kleinigkeiten gegeben:

    • Der Antrag auf Baugenehmigung zum Neubau eines Doppelhauses mit Carport/Garage in der Hauptstraße wurde einstimmig abgelehnt, d.h. die beantragte Befreiung von der Festsetzung des Bebauungsplanes wurde nicht erteilt. Der Blick von der Hauptstraße auf zwei Garagenrolltore überzeugte die Ausschussmitglieder nicht. Der ebensfalls vorliegende „Plan B“, der statt einer Garage von 6 Metern Länge einen Carport von 4,50 Metern vorsieht, ist genehmigungsfrei; der Bürgermeister kann den entsprechenden Bescheid allein erteilen.
    • Der Antrag auf Baugenehmigung zum Neubau eines Einfamilienhauses mit Garage in der Kustermannstraße wird erst in der nächsten Sitzung behandelt.
    • Die nachträgliche Genehmigung einer Nottreppe auf ein Flachdach in der Bergwiesenstraße wurde einstimmig nicht erteilt. Eine bereits errichtete Brüstung wird wieder abgebaut. Der Bauwerber hatte vom Kreisbauamt den Hinweis erhalten, diese Maßnahmen über einen nachträglichen sog. Tekturantrag zu legalisieren.
    • Die Bauvoranfrage zur Änderung des bestehenden Pultdaches in ein Staffelgeschoss im Rahmen des Umbau eines Einfamilienhauses in der Traubinger Straße wurde einstimmig abgelehnt. Das beantragte Staffelgeschoss wurde nicht, wie im Bebauungsrahmen (nicht Bebauungsplan) verlangt, im Bereich der öffentlichen Wahrnehmung zurückgesetzt. Damit würde die Wandhöhe die festgesetzten 7 Meter übersteigen.
  • 27.01.: Unentschieden ist abgelehnt!

    Das Abstimmungsergebnis von 5:5 Stimmen in der Sitzung des Bau- und Ortsplanungsausschusses am 26.01.2016 bedeutet, dass dem Antrag auf Baugenehmigung zum Neubau einer Wohnanlage in zwei Gebäuden mit 19 Wohneinheiten und Tiefgarage am Beringerweg 36 das gemeindlichen Einvernehmen zunächst nicht erteilt wurde.Tutzing Beringerweg Plan

    Den ersten Antrag hatten Ausschuss und Gemeinderat bereits am 20.10.2015 bzw. 03.11.2015 abgelehnt. Anschließend war der Bauwerber in Gesprächen mit der Verwaltung, unterstützt vom Planer der Gemeinde, Prof Burgstaller, auf die städtebaulichen Vorstellungen der Gemeinde eingegangen und hatte eine angepasste Planung eingereicht.

    Dabei wurde der untere und straßenseitig sichtbare Gebäudekörper verkürzt und leicht gedreht, die Balkone verkleinert, die Balkonüberdachung entfernt sowie die Tiefgarage verkleinert und verschoben. Der obere Gebäudekörper blieb unverändert.

    Die Reduzierungen in Gebäudebreite, Geschossfläche und Wohnfläche liegen zwischen rd. 12% und 18%. Die Zahl der Wohneinheiten blieb, sie sind nun im vorderen Haus nur kleiner. Der Bauwerber ist in den Verhandlungen auf die Verwaltung zugegangen, die ihrerseits die zweite Planung als guten Kompromiss sieht. Tutzing Beringerweg PerspektiveAls optische Hilfe hatte der Bauwerber eine Fotomontage zur Verfügung gestellt, die die Situierung aus der Persepktive der Unterführung an der Lindemannstraße zeigt.

    Die intensive Diskussion fokussierte sich im Ergebnis darauf, ob sich die beiden beantragten Gebäude  in Grundfläche und Höhe in die Eigenart der umgebenden Bebauung einfügen oder nicht. Ich habe dafür gestimmt, nicht zuletzt weil sich im Ost und Westen auch großvolumige Gebäude befinden.

    Für die Darstellung der Fotomontage sowie der Planzeichnng habe ich die Freigabe des Bauwerbers erhalten.

     

    Ebenso mit 5:5 Stimmen wurde eine Bauvoranfrage zum Anbau an das bestehende Einfamilienhaus in der Traubinger Straße abgelehnt. Das Vorhaben wird prinzipiell nach der Umgebungsbebauung (§34 BauGB) beurteilt, allerdings hatte der Ausschuss im Jahr 2008 einen „Bebauungsrahmen Traubinger Straße“ festgelegt, eine Art Selbstverpflichtung. Nach diesem Bebauungsrahmen war eine Erweiterung der Grundfläche von 200m² nicht möglich. Misslich für den Bauwerber, weil er den erdgeschossigen Bau wegen einer zugunsten des Hinterliegers eingetragenen Grunddienstbarkeit nicht aufstocken kann. Andererseits sind Größe, Lage, die Belastung mit einer Dienstbarkeit und am Ende zusammenfassend der Preis besondere Eigenschaften des Grundstücks, die der Privatshäre des Eigentümers zuzuordnen sind; er hat es mit diesen Eigenschaften erworben, die für die Entscheidung des Ausschusses keine Rolle spielen dürfen.

    Während sich einige Ausschussmitglieder hier großzügig zeigen und die Überschreitung der Grundfläche von rd. 20% akzeptieren wollten, gab es andere Mitglieder, darunter der Bürgermeister und auch ich, die sich an diesen Rahmen gebunden sehen und eine klare Linie fahren wollten. Es war eine schwierige Entscheidung, die alle nicht glücklich machte. So waren die Ausschussmitglieder dann auch einer Meinung, dass dieser Bebauungsrahmen überprüft werden müsse.

  • Glyphosat und Gartenpflege

    Für die kommende Sitzung des Umwelt, Energie- und Verkehrsausschusses (kurz: UEVA) am 27.01.2016 erreichte die Ausschussmitglieder der Antrag meines Kollegen Bernd Pfitzner (Bündnis 90/DIE GRÜNEN) zum Thema Glyphosat und einer ökologischen Grünflächenpflege in Tutzing. In Kurzform lautet der Antrag: Kein Einsatz glyphosathaltiger Pflanzenschutzmittel und anderer Pestizide auf gemeindlichen Flächen. Dazu wird verlangt, die Bürgerinnen und Bürger über pestizidfreien ökologischen Gartenbau zu informieren.

    Was ist Glyphosat?

    Glyphosat ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Phosphate. Es ist eine biologisch wirksame Hauptkomponente einiger Breitbandherbizide und wird seit der zweiten Hälfte der 1970er Jahre weltweit zur Unkrautbekämpfung in Landwirtschaft, Gartenbau, Industrie und Privathaushalten eingesetzt. Glyphosat wirkt unselektiv gegen Pflanzen; Nutzpflanzen können mittels Gentechnik ein Resistenz gegen Glyphosat erhalten. Glyphosat ist weltweit seit Jahren der mengenmäßig bedeutendste Inhaltsstoff von Herbiziden.

    Im Vergleich mit anderen Herbiziden weist Glyphosat meist eine geringere Mobilität, Lebensdauer und eine geringere Toxizität gegenüber Tieren auf. Dies sind für landwirtschaftlich verwendete Herbizide in der Regel wünschenswerte Eigenschaften. Über Medienberichte und wissenschaftliche Studien, die Gesundheitsgefahren von Glyphosat darlegten, findet seit Jahren eine intensive öffentliche, wissenschaftliche und zunehmend auch regulatorische Auseinandersetzung statt.

    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Glyphosat

    Übrigens: Hamburg hat den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln mit dem umstittenen Wirkstoff Glyphosat an öffentlichen Orten, wie Straßen, Wegen oder Friedhöfen vorläufig gestoppt. Das teilte die Wirtschaftsbehörde, die den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln außerhalb der Landwirtschaft genehmigen muss, am Montag (18.01.2016) in der Hansstadt mit (Bild-Quelle: http://www.welt.de/regionales/hamburg/article151152853/Hamburg-stoppt-Einsatz-von-Glyphosat.html).