Monat: Januar 2017

  • Wissen ist…

    Sorge überall, böse Worte: Brexit, Trump, Le Pen, Volksverräter, TTIP, AfD, Pegida, Reichsbürger, Mord und Todschlag, Syrien und Libanon… Und wir mittendrin. Verwirrend?

    Unsere beiden Akademien sind Orte der Ruhe, der Besinnung, des Blicks auf die Zukunft. Und Stationen des Andockens für besseres Verstehen und Wissen. Wir Tutzinger sollten das Angebot deutlich mehr wahrnehmen als bisher. Deshalb hier ein Hinweis:

    Reservieren Sie sich den 3. – 5. Februar 2017 für die Tagung „Weltwirtschaft nach Brexit und US-Wahl“. Die Kooperationstagung zwischen Evangelischer Akademie Tutzing und dem ifo-Institut analysiert mit Referierenden aus Wissenschaft, Unternehmen, Politik und Journalismus, wie sich die Wahlen in den USA auf die Weltwirtschaft auswirken. Wie sieht der Welthandel der Zukunft aus, auch jenseits von TTIP und CETA? Was bedeutet der anstehende Brexit für Europas wirtschaftliche Rolle in der Welt, und was verschiebt sich dadurch in der europäischen Wirtschaftspolitik? Schwerpunkte sind der Zusammenhang von Populismus und wirtschaftlichen Fragen, sowie die weltwirtschaftliche Krisensicherheit in Hinblick auf globale Finanzmärkte, Wachstumsgrenzen und Klimawandel. UND WAS BEDEUTET DAS  FÜR DICH UND MICH? Spannend heute schon, nach den neuesten Meldungen von Trump? Ja! Deshalb: Nehmen Sie sich die Zeit und melden Sie sich an: Telefon 08158-251-125 oder spehr@ev-akademie-tutzing.de – Tagungsgebühr 80 Euro. Details zur Tagung finden Sie hier.

     

  • Tutzing, eine einzige Baustelle! Tutzing wird aber immer schöner!

    Mit Bagger und ohne Bagger. Mit Bagger, das sind die sichtbaren Dinge. Baggerei aber mit großem Elan aufgeschoben, zumindest bis zum Auslaufen aller Festivitäten kommenden Sommer. Wo kämen wir denn hin, politische Säulenheilige oder deren Freunde stolperten erneut über Bagger.

    Ohne Bagger ist’s aber auch spannend. Zuallererst eine erfreuliche Meldung. Die Bahnhofstoiletten stinken endlich nicht mehr weit sichtbar vor sich hin. Für Tutzing 4.0 ist eine digitale Lösung gefunden,  besucherfreundlich und zugleich altengerecht: Bahnhofstoiletten nämlich seit Monaten geschlossen! Dann: Kreuzung Lindemannstraße/ Bräuhausstraße ist bestens zur Senkung des Altersdurchschnitts geeignet. So manch eine Oma wird erfahren, wie schnell doch der Opa unterwegs sein kann; single or return. Die Toiletten am Seeuferweg sind versperrt; Opa muss daher in die Büsche, Oma muss aufpassen, ob nicht jemand kommt. Im dann Ernstfalle klemmt sich Opa etwas im Reißverschluss ein und Oma hat überall Gesprächsstoff. Man muss die Dinge nur positiv sehen! Die Partei-Schaukästen sind immer noch auf dem topaktuellen Vorvorjahresstand. Die Papierkörbe sind gesteckt voll. Die zumeist überbelegten Anschlagtafeln zeugen von ehemals großer Betriebsamkeit. Das damals nur für den Wahlkrampf erfundene Boutiquehotel am See können wir uns endgültig abschminken, es diente tatsächlich nur der Wählerbelustigung, also reine Nebelkerzen.  Dafür werden an sehenswerte Häuser riesige Bretterkisten angenagelt. Zur Parkplatzsituation ist weit und breit kein Konzept in Sicht. Auf der Hauptstraße wird nicht nur nächtens gerast, vor der Feuerwehreinfahrt aber demonstrativ die Geschwindigkeit gemessen.

    Güllevolumen, Glyphosat, Nitrat im Wasser, Bienensterben, verringerte Vogelpopulation sind für Tutzing kein Thema, desgleichen brennende  Fragen zur möglichen Auswirkung des auf Eis gelegten Freihandels. Ob nun das Wasser in Tutzing privatisiert wird, überlässt man einem Verband. Der verspricht sich gewiss Geschäfte mit dem Verhökern von Wasserrohren. Irgendeine neue Cross-Border-Lösung wird schon noch kommen, dann sind die tollen Finanzhechte Tutzings auch dabei, Abwasserkanäle nach USA zu verkaufen und zurückzuleasen. Dafür gibt es nämlich demnächst über Steuersparmodelle viel Geld. Ob man damit etwa Wohnungen auf sauren Wiesen bauen will?

    Dritter Aufzug am Bahnhof? Scheint endgültig unter der Erde zu sein. Der Andechser Hof dümpelt im Kerzenschein vor sich hin. Die große Räte-Strategie „Schutzstruktur für Discounter und Fachhandel“ wurde vermutlich nun doch als hirn- und sockenschüssig erkannt, daher unauffällig totgeschwiegen. Den Jugendtreff brauchen wir nicht! Denn dann, wenn eine Lösung in Sicht, sind die Jugendlichen erwachsen, haben Familie und sind bereits selbst Mitglied im Gemeinderat. Auf dem Wege dorthin haben sie aber alle Vorsätze vergessen, die sie dazu bewogen, im Gemeinderat mitzutun. Es sitzt sich ja so gemütlich und friedlich im Gemeinderat herum.

    Es kann gewettet werden, das geplante Bürgerforum wird als Beteiligung der Bürger an der Planung der Hauptstraße wegen völlig  falschverstandener Form der Basisdemokratie einen anderen Drall erhalten. Das Rathaus ist schließlich die Stätte, an der die repräsentative Demokratie praktiziert wird! Dort hat der unwissende und im Normalfalle sowieso an allem herumnörgelnde Bürger nun gar nicht herumzufummeln. Er hat ja über mehrere Amtsperioden hinweg bewiesen, dass er zu einfältig ist, das segensreiche Wirken etlicher Gemeinderäte und deren Vollzugsorgan zu verstehen.

    Sagte doch erst jüngst ein hochrangiger weißblauer EU-Politiker in Sachen Freihandelsfragen, es ginge einfach nicht, den Bürger zu komplexen Sachverhalten mitreden zu lassen, wenn er davon nichts verstünde. Dafür hätte man schließlich die repräsentative Demokratie. Diese kompensiere durch Expertenwissen die Uninformiertheit der Bürger.

    Wieso kam eigentlich das Tutzinger Rathaus noch nicht auf die Idee, das dort vorhandene, scharf gebündelte Fachwissen ausschließlich und alleinig zur Lösung Tutzinger Fragen heranzuziehen?

    Aber Halt! Auf unkartographiertem Gelände ist es immer hochgefährlich, herumzusausen ohne Erfahrung, Weitblick, Risikobereitschaft, Augenmaß und Besteck wie Kompass und Zirkel. Auch im Zeitalter des GPS. Insbesondere abends und nachts, wenn alle Leuchten abgeschaltet. Vielleicht liegt es daran, dass deswegen nur noch gebaut wird, der Rest wegen nichtkartographierter Gegebenheiten und damit der Unfähigkeit zu regelbasierter Kommunikation durch die Ritzen fällt.

    Alles Fakten und Annahmen. Alternative Fakten sehen anders aus! Gibt’s bei uns noch nicht!

    Es grüßt – ziemlich angeschnupft – Ihr Josef Bimslechner

  • Messestadt Tutzing

    Regionale Messen sind eine gute Idee, um sich als bodenständiger Unternehmer zu präsentieren. Das gilt auch für die „Bau- und Immobilienmesse Starnberger See“, die erstmals vor zwei Jahren in der Dreifachturnhalle stattfand und von den Ausstellern als erfolgreich beurteilt wurde. Deshalb waren auch 60 Unternehmer bereit, sich am Wochenende 21./22.01.2017 wieder zu präsentieren. Sie alle hatten offenbar nicht bedacht, dass die Supermesse „BAU 2017“ in München gerade an diesem Wochenende ihren Höhepunkt hatte. Architekten, Statiker, Bauunternehmer, Bauleiter – sie alle waren in München. Wer als Neugieriger trotzdem auf die Messe ging, fand nur zwei Tutzinger Unternehmen: die „Bautrockner“ aus Unterzeismering, die die Messe als Flop abschreiben müssen, und den „Pavillon“ von Raumausstatter Thomas Richter, der von den privaten Neugierigen profitierte und viele Kontakte sowie erste Verkäufe am Montag danach sehr positiv bewertete. Der Veranstalter wird sich überlegen müssen, ob er weiter im Schatten der zweijährigen BAU agieren will, oder besser in den Jahren dazwischen.

    Den Tutzinger Besucher aber hat doch erstaunt, dass 58 Firmen „von irgendwo“ und nur zwei aus dem Ort zu sehen waren. Es gibt in Tutzing sicher mehr als 20 Firmen, die im Umfeld von Bau und Immobilien tätig sind. So eine Messe müsste sie interessieren. Und wäre es mit einem Gemeinschaftsstand. Vielleicht aber waren sie auf der BAU? Das Thema Regional-Messe sollten wir aber nicht aus den Augen verlieren.

  • Ein Bus, ein Mann

    Was ist das Geheimnis, das den Traubinger Busfahrer Franz Baumgartner schon zum zweiten Mal auf das Podest „Beliebtester Busfahrer im Landkreis“ gehoben hat? Die Süddeutsche Zeitung schrieb sogar „zum Busfahrer des Jahres“. Im Landkreis gibt es unzählige Buslinien, dreimal so viele Fahrer – und dann eben auch Franz Baumgartner aus Traubing. Was macht ihn zum „Bus-Star“? Man versteht das nur, wenn man ihn erlebt hat: Für den Franz ist jeder Einsteiger ein Gast. Er ist Gastgeber. Er ist verpflichtet, dem Gast seine Heimat zu erklären, ihm Tipps in gastronomischer und kultureller Hinsicht zu geben, ihn über alle Anschlüsse von Bussen und Bahnen zu informieren. Nein: er ist nicht Fuhrwerker sondern Freund seiner Mitreisenden. Deshalb hat er den Preis nicht nur zweimal sondern sein Leben lang verdient. Franz Baumgartner ist noch ein Echter.

    Den Beitrag in der SZ finden Sie hier.

     

  • Update TTIP

    Die Halbwertszeit von Informationen beginnt sich zu ändern. Die US-Wahl und Wahlen in Europa sind der Grund. Zudem sind zwei Faktoren zu berücksichtigen, auf die wir als TUTZINGER LISTE großen Wert legen müssen. Die Verlässlichkeit der Quellen ist von Bedeutung. Ebenso die Bewertung der Informationen.

    Wir stützen uns auf die SZ, die FAZ, DIE ZEIT und den Schweizer infosperber. Wir lassen uns auch nicht mit unserer kritischen Haltung zum jetzigen sog. Freihandel in eine Ecke stellen, in der sich andere Experten bereits heftig um die besten Plätze drängeln.

    Wir wollen Sie mit unserem jeweiligen update (ab jetzt heißt das: Aktualisierung) aktuell halten, da wir weiterhin der immer besser begründbaren Meinung sind, unser direkter Lebensbereich hier in Tutzing wird nachhaltig durch die vielfältigen Überlegungen und sogar Entscheidungen beeinflusst.

    • TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership) Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft
    • CETA (Comprehensive Economic and Trade Agreement, auch: Canada-EU Trade Agreement) Umfassendes Wirtschafts- und Handelsabkommen
    • TISA (Trade in Services Agreement)  Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen

    Allen derzeit in unterschiedlichem Diskussionstand stehenden Vertragsverhandlungen ist gemeinsam, dass sehr genau darauf geachtet werden muss, die Sozial- und Umweltstandards nicht unter die Räder kommen zu lassen. Es ist immer noch das Ziel der Verhandler, ob bilateral oder „europäisch“, für die jeweils eigene Partei das sog. Beste herauszuholen.  Das ist zwar nachvollziehbar, aber vom „Dealen“ alleine wird die Welt nicht besser. Sie wird nur anders und das Ergebnis ist am Beispiel Afrika täglich zu sehen.

    Wir sind mit unserer kritischen Haltung keineswegs gegen Freihandel, was manche Leser uns bereits unterstellten. Die TL bezieht nicht Stellung, die TL klärt Stellung beziehend auf. Wir weisen aber auf bereits versuchte Einflussnahmen hin, die insbesondere im jetzigen Wahljahr auf einseitig oder schlecht informierte Wähler treffen sollen.

    Am Beispiel des Steuerwettbewerbs können Sie selbst erkennen, wie weit entfernt man noch von allgemein akzeptierten Standards ist, die eben durch das Dealen unterlaufen wurden. Die aus den USA kommenden Antworten müssen uns nachdenklich stimmen und handlungsbereit machen, damit dann nicht zu spät gesagt werden kann: „Ach, hätten wir das bloß gewusst!“. Wir müssen wissen, was wir tun, was mit uns getan wird und was wir zu lassen haben.

    In diesem Sinne,

    Wolfgang Behrens-Ramberg

     

  • Oh Welt – was jetzt?

    Verdammt! Das wollte ich eigentlich nicht: Ich werde konservativ. Mein Schwiegervater und sein Bruder sind politisch engagiert. Fand ich immer prima. Mein Franz zuckt da nur mit der Schulter. Er nimmt alles wie es kommt. Und kommt damit irgendwie super klar. Obwohl ich mit den Bimslechners nicht verwandt bin, hat mich das Engagement der beiden Alten doch immer bewegt. Sie sind kluge, beruflich erfolgreiche Männer mit klarem Verstand. Sie sehen die Probleme der Welt, schauen dabei aber immer auch auf ihr Tutzing. Doch: Es sind halt alte Männer. Ich dachte, ich kann mit jungen Ideen dagegenhalten. Mit Frische, Mut, Ideen… doch je mehr ich mich informiere, umschaue, diskutiere, desto mehr Hilflosigkeit verspüre ich. Denn wo in einer Welt, in der ich immer damit rechnen muss, dass selbst die Wahrheit vielleicht nur ein Fake ist – also eine Lüge – wo finde ich Halt, wenn mir schwindlig wird? Mein Urgroßvater, der zwei Weltkriege erlebte, glaubte an nichts Gutes, nur „dass 2 Pfund  Rindfleisch eine gute Suppe geben“. Und er hatte sogar irgendwann seine Meinung verloren: er hatte keine zu nix. Und Gott hielt er für eine Erfindung wie den Kasperl Larifari und bedauerte, dass es nicht so viele Marionettentheater wie Kirchen gab. Was also jetzt? Eben habe ich auf SPIEGEL online gelesen, dass sich jeder jedes Wort überlegen soll, das er spricht, schreibt, postet. Um keinen Unfug zu verbreiten. Eigene Meinung etwa, die ja auf irgendwelchen Erfahrungen und Informationen beruht – die aber gefaked sein könnten. Schon das Wort macht mich wütend. Kann denn keiner mehr ungefaked „gelogen“ sagen? Wird das Wort „Lüge“ nur noch von der AfD gebraucht, wird es sozusagen zu deren Logo?

    Zum Teufel! Ich beginne Uropa zu verstehen und meinen Franz auch. Gestern feierte die Emanzenzeitschrift EMMA vergnügt ihren 40sten Geburtstag, und ICH überlege gerade niedergeschlagen, ob mein Platz vielleicht doch in der Küche ist? Kann doch wohl nicht sein oder? Meine Freundin Claudia – sie hatte gestern auch Geburtstag – sagt, sie habe diese Krise schon hinter sich. Sie bewirbt sich jetzt um einen Platz als „Bürgerkandidatin“ auf der Bundestags-Wahlliste in unserem Wahlkreis. Als einzige Unparteiische unter all den „Parteisoldaten“. Ich soll ihr meine Erststimme geben, sagt sie. Himmel noch mal: die hat vielleicht Mut! Komisch: Wenn ich an sie denke, verblasst mein Trübsinn… sie hat recht: Nicht in die Küche sondern die Zukunft mitgestalten. Ungefaked. Das kann jede/r – glaubt jetzt

    Eure Conny Bimslechner

     

  • Faschingssonntag

    Die Sonne will sich nicht zeigen, trotzdem geh‘ ich mal‘ raus. Mein Franz schaut Fußball, die Große singt im Kirchenchor, der Kleine ist bei einem Spezl und spielt dort Scrabble oder Rummikup. Es ist ruhig im Ort. Ich treffe Melanie, die mir erzählt, dass am letzten Samstag im Tutzinger Hof ein Faschingsball war. 50 Narren seien da gewesen. Bis 3 in der Früh‘. Sie hatte es leider zu spät erfahren. Sie erzählt, dass im Roncallihaus wohl zwei, drei Vereinsbälle sind oder waren. Aha. Und Tschüss.

    Mir fällt plötzlich ein, als ich so zwölf Jahre alt war, ging es im Fasching in Tutzing noch wirklich rund: drei Tage Sportlerfasching in der Turnhalle, Rot-Kreuz-Fasching, Hausfasching beim Bauerngirgl, im Andechser und im Tutzinger Hof, im Tutzinger Keller und eine Redute im Hotel Seehof, dort auch der Ball vom „Tutzinger Stern“, Weiberkranzl, Kirchenfasching, Ball der Arbeiterwohlfahrt, Privatbälle rundherum und natürlich ein zünftiger Faschingszug durchs ganze Dorf. Meine Eltern waren immer dabei, manchmal meine Schwester und ich auch.

    Heute? Alles nur noch „es war einmal“. Keine Pappnasen. Nicht mal die Faschingssendungen im Fernsehen bringen Stimmung in eine Zeit, die uns gut vernetzt aber langweilig gemacht hat.  „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“ haben wir gesungen. Heute ist in den Discos der Fasching immer vorrätig und nix vorbei.

    Ich gehe heim und suche im Programmheft nach Fasching, Karneval, Fastelovend: in ARD „Tatort“, im ZDF „Rosamunde Pilcher“, BR ein „Franken-Schwank“, arte ein „Triller“, 3sat „Kabarett mit Heinz Becker“. Fasching ist nicht mehr.

    Ich vermute, dass die Narren inzwischen ihren Unsinn ganz woanders machen.

    Eure Conny

  • 25.01.: Obwohl…

    25.01.: Obwohl…

    …ich in der Sitzung des Bau- und Ortsplanungsausschuss am 24.10.2017 unter der Leitung von Bürgermeister Rudolf Krug (ödp) nicht anwesend war, möchte ich die gewohnte zeitnahe Berichterstattung über alle öffentlichen Sitzungen aufrechterhalten. Dank eines Protokollanten unter den Gästen ist das – mit kleinen Einschränkungen – möglich. Die Tagesordnung können sie im Ratsinformationssystem einsehen, das sich in der Entwicklung befindet.

    Das Protokoll der Sitzung vom 20.12.2016 wurde genehmigt (TOP 1); aus dem nichtöffentlichen Teil dieser Sitzung war nichts bekanntzugeben (TOP 2).

    • TOP 3: Die 1. Änderung des Bebauungsplans Nr. 23 „Ziegeleistraße /STOV Gelände“ wird unter Einbeziehung der genannten Beschlüsse zur erneuten verkürzten Auslegung einstimmig beschlossen. Hintergrund waren Anmerkungen des Wasserwirtschaftsamts Weilheim hinsichtlich der Begrenzung der Bauräume, um den Unterhalt des Buchengrabens auch in Zukunft zu ermöglichen. Darüberhinaus, hatte der Eigentümer auf die mögliche Weiterentwicklung der Gebäude bis zu einer maximalen Grundfläche von 2.930 m² in zweigeschossiger Bauweise hingewiesen. Die vorgeschlagene Formulierung wird übernommen.
    • TOP 4: Die Auslegungsfrist für die 1. Änderung des Bebauungsplans Nr. 37 „Gewerbegebiet Kampberg“ endet erst am 18.01.2017. Emissions-Kontingentierung wird in Frage gestellt und nach Diskussion einstimmig herausgenommen.
    • TOP 5: Die Behandlung der 1. Änderung des Bebaungsplans Nr. 65 „Hauptstraße /Waldschmidtstraße – Villa Trutz“ wurde wegen kurzfristig eingegangener Stellungnahmen auf die nächste Sitzung vertagt.
    • TOP 6 (neu eingefügt): Der Ausschuss billigte einstimmig die 1. Änderung des Bebauungsplans Nr. 57 „Traubing – Weilheimer Straße / Kriegerdenkmal“.
    • TOP 7 (vorher 6): Der Antrag auf Baugenehmigung zum Neubau eines Wohnhauses mit Garage in der Beiselstraße 35 hält bis auf einen Punkt die Festsetzungen des Bebauungsplans Nr. 46 „Tutzing Nordwest – östlich der Traubinger Straße“, Teilbebauungsplan 8 „Am Höhenrain“ sowie die Vorgaben der Tutzinger Ortsbausatzung ein. Lediglich die eingeräumte Überschreitung der Grundflächenzahl um 50% für bezeichnete Anlagen wie Garagen, Zuwegungen, Zufahrten etc. wird nicht eingehalten. Wegen der besonderen Parkplatzsituation wurde die Befreiung von der entsprechenden Festsetzung des Bebauungsplans einstimmig beschlossen, so dass seine Stellfläche auf dem Grundstück möglich ist.
    • TOP 8 (vorher 7): Die Bauvoranfrage zur Erweiterung des bestehenden Gebäudes in der Hauptstraße 23 wurde nach grundsätzlicher Diskussion einstimmig abgelehnt. Gemäß Tutzinger Ortsbausatzung und wahrscheinlich auch gemäß den Vorgaben des künftigen Bebauungsplans ist der Neubau eines zweiten Gebäudes auf dem Grundstück vo 1.012 m² nicht möglich. Es wären 1.200 m² für zwei Häuser erforderlich! Das beantragte Vorhaben befindet sich im Geltungsbereich des in Aufstellung befindlichen Bebauungsplans Nr. 78 „Ortszentrum Tutzing“  Teilbereich 4, hier Restbereich 4.2 (neben dem Tutzinger Hof = Teilbereich 4.1.).
    • TOP 9 (vorher TOP 8): Im Zuge der Bauvoranfrage zum Neubau eines Wohnhauses im Ried hatte der Bauwerber fünf Fragen gestellt. Nachdem es dort keinen Bebauungsplan gibt, war das Vorhaben nach der Umgebungsbebauung (§ 34 BauGB) und der Tutzinger Ortsbausatzung zu beurteilen. Der fünfteilige Fragenkatalog wurde wie folgt beantwortet:
      1. Teilgrundstück – mindestens 600 m² – kann über öffentlichen Weg erschlossen werden.
      2. Eine Dachneigung mit nur 10° ist nicht zulässig.
      3. Eine Überdeckungspflicht für Stellpätze besteht nicht.
      4. Die Frage nach der Zulässigkeit von eingeschossigen Nebengebäuden kann ohne konkrete Planung nicht beantwortet werden.
      5. Fenster sind verfahrensfrei zu betrachten; ebenso sind Fassadenoberflächen nicht reglementiert, müssen sich aber in die Umgebungsbebauung einfügen.

     

  • „Die Lage der Weltwirtschaft: Worauf sich die Starnberger Unternehmen einstellen müssen!“

    Am Mittwoch, 25. Januar 2017, 19:45 Uhr, findet in der Schlossberghalle Starnberg der im Titel genannte Vortrag statt.

    Der IHK-Regionalausschuss Starnberg lädt zum Jahresempfang 2017 ein. Prof. Dr. Clemens Fuest (Präsident des Ifo-Instituts) wird das Thema aus Sicht des seit Jahren die Dinge analysierenden und europaweit anerkannten Experten behandeln. Mit Professor Fuest konnte der IHK-Regionalverband einen der besten Experten zur Beschreibung der Lage Deutschlands gewinnen. Ein Besuch ist vor dem Hintergrund derzeitiger Geschehnisse nur zu empfehlen. Anmeldung soll telefonisch erfolgen: 089-511 62 012.

    Wir informieren auch deshalb, weil die Tutzinger Liste bereits seit Wochen auf den Stellenwert des genannten Themas und absehbarer Rückwirkungen auf Tutzing hinweist.

  • TTIP & Co.

    Es macht sich recht gut, zum Jahresbeginn ein Zwischenfazit zu den großen, uns aber im Detail nun doch berührenden Themen ziehen zu können.

    TTIP ist angeblich erledigt wegen Trump. Großer Irrtum: TTIP ist gemeinsam mit TTP auf Eis gelegt wegen einer sehr umtriebigen US-amerikanischen Organisation, nämlich „Global Trade Watch“ (https://blog.campact.de; Video ansehen!).

    CETA und TISA werden weiter betrieben; TTIP-Anhänger aus Regierungskreisen sind froh darum, im Windschatten dieser beiden nicht minder aggressiven Handelsverträge ihre Ziele weiterhin unauffällig erreichen zu können. Bis heute jedoch konnte nicht der Nutzen für Europa nachgewiesen werden, kämen denn die beiden gefährlichen Schwestern CETA und TISA über den Atlantik. Unklar ist immer noch, weswegen ausgerechnet Kanada ein derart selbstlos erscheinendes Interesse durchsetzen möchte.

    Der in Deutschland bereits einsetzende Wahlkampf wirft erste Schatten und benötigt das, was viele Politiker dringend brauchen. Nämlich uninformierte Bürger gleich welchen Alters.

    Wer behauptet, alle Vertragsdinge seien nun auf Eis gelegt und wegen des Regierungswechsels in den USA nicht mehr realisierbar, sagt das Gegenteil von dem, was er weiß.

    Ein Wort des jüngst verstorbenen Alt-Bundespräsidenten Roman Herzog (CSU), kann in dem Zusammenhang zitiert werden: „Wir brauchen nicht mehr Abgeordnete, wir brauchen mehr Fachleute.“

    Wir werden Sie weiterhin aktuell halten.