Monat: Januar 2018

  • Bimslechners Streit

    Früher war unsere Familie ein Hort der Glückseligkeit. Opa Bimslechner genoss See und Berge, die Fische und auch den Beifang. Mein Bruder Franz wusste schon immer alles besser und kam mit Opa häufig über kreuz. Opa war nämlich Spiegelleser. In Tutzing gab es früher, als noch Feldafingsche Ordnung im Ort herrschte, viele Spiegelleser. Das lag wohl an der Kaserne, vornehm: Fernmeldeschule. Dortige Lehrgangsteilnehmer wechselten häufig in der Republik herum, um sich dann in Tutzing niederzulassen. Das war eine hervorragende Werbung für den Luftkurort.

    Aus der damaligen Zeit noch gab es im Spiegel mal eine Schlagzeile vom alten Augstein: Er kann es einfach nicht! Augstein meinte den damaligen Kohl. Diese Schlagzeile ließ Opa einfach nicht los. Immer, wenn ihm die Hutschnur platzte, kam der Spruch: Er kann es einfach nicht! Neulich fauchte er in seinen Bart rein: Er kann es einfach nicht! Franz, wie üblich alleswissend, fauchte zurück, der Kohl sei doch schon längst nicht mehr da, wen er denn nun wiedermeine, meine er etwa den Gemeinderat?

    Und schon war der Teufel los, weil früher alles anders. Und er schimpfte über die Wähler; die Frauen täten das Gegenteil der Männer wählen. Wählt er CSU, dann rächt sie sich mit den Grünen; wählt sie FDP, ist der Familienfrieden völlig im Eimer und er trotzt mit den Grünen herum. Komischerweise ist nix mehr von der SPD zu hören. Macht dem Opa nix, die Sozis hatten eh keine Ahnung vom Geld.

    Und dann faucht er wieder rum, immer den Blick nach hinten und auf jetzt: Er kann es einfach nicht! 21 Hanseln können doch nicht ernsthaft glauben Tutzing zu sein; und die Verwaltung kann doch nicht ganz Tutzing durchschlafen lassen… Wer sind eigentlich die Tutzinger, wer ist denn eigentlich der Gemeinderat! Die Krönung war, dass er auch noch meinte, hier würde niemand Ross und Reiter nennen, obwohl jeder doch wüsste, wer Ross und Reiter sei. Und warum nix mehr voranginge.

    Meine einzige Antwort war, um mich nicht erneut mit der ganzen Familie anzulegen, ich räche mich auf meine Art. Meine Mutter saß völlig verdutzt herum. Meine Schwester überlegte leise: Und wenn wir die „Mutti“ nehmen, die’s schön anrichtet?

    … Raus hier – ich brauchte frische Luft!!

    Ich traf im Ort den Tratzinger und seinen Spezl, die zwei und ich kennen das Ross und den Reiter.

  • 24.01.: Aber nicht mit Turm!

    Für das Bauvorhaben liegt bereits eine Genehmigung vor, der nun vorgelegten Tektur zum Antrag auf Baugenehmigung zum Neubau eines Wohnhauses mit Garage, Anbau eines Turmes, im Sprungleitenweg 4 wurde in der Sitzung des Bau- und Ortsplanungsausschusses am 23.01.2018 unter der Leitung der 2. Bürgermeisterin Elisabeth Dörrenberg (CSU) das gemeindliche Einvernehmen einstimmig nicht erteilt.  Dem ursprünglichen Antrag hatte der Ausschuss am 18.10.2016 das gemeindliche Einvernehmen erteilt – ohne Turm. Gegen den allerersten Entwurf – mit Turm – hatte das Landratsamt Einspruch erhoben. Nun also ein neuer Antrag mit Turm, der erst über den in Arbeit befindlichen Bebauungsplan Genehmigungsfähigkeit erhalten würde. Das war nicht gewollt.

    Weitere Punkte der Sitzung waren:

    • Hinsichtlich der Vorschläge zur Bebauung der Flurstücke 684/2 und 698/9 im Bereich Lindemannstraße / Pischetsriederstraße durch die Münchener Kindl Wohnungsbau GmbH bestehen grundsätzlich keine Bedenken; lediglich der Lauf des Staudergrabens, der durch die südöstliche Ecke der beiden Grundstücke verläuft, bereitet Sorgen. Der Bach, teils verrohrt, teils offenliegend, muss saniert werden, ein Entwicklungskonzept für den Bachlauf bis zum See muss lt. Wasserwirtschaftsamt erarbeitet werden. Es bestand im Ausschuss Einigkeit, dass der das Grundstück betreffenden Teil des Bachlaufes vor der Baumaßnahme saniert werden müsste, was zu prüfen sei. Ebenso sollte geprüft werden, ob der Bach und damit die Sanierung nicht dem Abwasserverband als Regenwasserkanal übergeben werden sollte. Die gegenüber einer früheren Planung reduzierte Bebauung mit zwei Gebäuden für 4-5 Wohnungen könnte evtl. nach § 34 BauGB im Vorgriff zum Bebauungsplan beurteilt werden. Die Planung wurde von der Verwaltung und dem gemeindliche Planer, Prof. Burgstaller, positiv beurteilt; sie füge sich in die Umgebung ein.
    • Unter Einbeziehung des redaktionellen Hinweises zur Schreibweise beschloss der Bau- und Ortsplanungsausschuss einstimmig die Änderung des Bebauungsplans Nr. 5 „Obere Kellerwiese – Fischerbuchet“ samt Begründung in der Fassung vom 23.01.2018 als Satzung.
    • Einstimmig blieb der Ausschuss dabei, den nachträglich vergrößerten Dachterrassen auf dem Einfamilienhaus am Von-Hillern-Weg 1 das gemeindliche Einvernehmen nach der Ablehnung am 18.10.2016 erneut nicht zu erteilen. In der Sitzung wurde von einem Schwarzbau gesprochen. Das Landratsamt hatte jedoch seine Zustimmung signalisiert und wird die Dachterrassen unter Ersetzung des gemeindlichen Einvernehmens die Genehmigung erteilen. Das Landratsamt nannte in ihrer Begründung dazu zwei Bezugsfälle.
    • Beim Antrag auf Baugenehmigung zum Neubau eines Doppelhauses mit drei Wohneinheiten und zwei Doppelcarports in der Cäsar-von-Hofacker-Straße störte den Ausschuss, dass auf den außenliegenden Carports Dachterrassen platziert werden sollten. Der Bauwerber zog auf Vorschlag der Bürgermeisterin den Antrag zurück und erklärte die Bereitschaft, auf die Dachterrassen zu verzichten. Der Ausschuss ermächtigte die Bürgermeisterin, dem Antrag zuzustimmen, sobald die Dachterrassen aus der Planung entfernt sind.
    • Dem Antrag auf Vorbescheid zur Errichtung eines Wohnhauses mit Einliegerwohnung und Doppelgarage in der Schulstraße in Traubing wurde das gemeindliche Einvernehmen nicht erteilt: das Grundstück liegt teilweise im Außenbereich. Der erste Antrag für zwei Gebäude als Ortsabrundung datiert von 2009, damals zurückgestellt wegen des sog. „Münchner Wegs“ zur sozialgerechten Bodennutzung (1994 von der Landeshauptstadt beschlossen). Bekanntlich wurde ein Bebauungsplanverfahren (Nr. 95!) für das anstehende Gewerbegebiet mit Fortführung der Wohnbebauung begonnen, auch für das fragliche Grundstück. Dieser Bebauungsplan ist wegen problematischer Erschließung des Gewerbegebiets gestoppt worden. Das Gebiet zwischen Schulstraße, Weidenweg und B 2 sollte nun mit einem Bebauungsplan entwickelt werden.
    • Der Antrag auf Vorbescheid zum Umbau und Sanierung des bestehenden Wohngebäudes im Unteren Vocherl 2 wurde einstimmig abgelehnt. Maßgeblich sind die Festsetzungen des Bebauungsplans Nr. 32 „Mitterfeld“ aus 1984. Die geplanten Anbauten von Balkonen, Treppenanlage und Aufzug überschreiten den Bauraum, der entlang des Bestandes, also der Grundfläche des Hauses, festgelegt wurde. Die beantragten Änderungen können erfahrungsgemäß in diesem Umfang nicht über Befreiungen von den Festsetzungen gelöst werden, sondern erfordern – insofern ein Signal an die Bauwerberin – einen Antrag auf Änderung des Bebauungsplans.
    • Die Bauvoranfrage zur Errichtung einer Gewerbehalle mit Bürofläche an der Feldafinger Straße in Traubing wurde aufgrund der Außenbereichslage und der Gefahr der Verfestigung der Splittersiedlung im Bereich Gartenstraße / Feldafinger Straße abgelehnt. Das Ergebnis ist rechtens, aber unbefriedigend. In der Vergangenheit sind bereits mehrere Anträge für Bauvorhaben mit der immer gleichen Begründung abgelehnt worden. Das kann kein Dauerzustand sein, zumal das involvierte Verwaltungsgericht in 2015 darauf hingewiesen hatte, dass aufgrund der vorhandenen genehmigten Bebauung in diesem Bereich über eine künftige Außenbereichssatzung nachgedacht werden sollte. Ratskollege Dr. Reiter ergänzte, dass in der vorhergehenden Amtsperiode des Gemeinderats im Zusammenhang mit einem Einheimischenmodell eine Außenbereichssatzung erwogen worden sei. Tatsächlich ist hier also nichts passiert. Unbefriedigend ist aber auch, dass hier die wirtschaftlichen Implikationen nicht gewürdigt worden sind. Hinter dem Antrag zur Errichtung einer Gewerbehalle ist ein gewerblicher Interessent bzw. Mieter zu vermuten. Neben der Erhöhung der Grundsteuer auf das dann bebaute Grundstück stehen also auch mögliche Gewerbesteuereinnahmen im Raum.  Ich plädierte dann sehr dafür, dieses Dreieck von Feldafinger Straße, Gartenstraße und B 2 zu entwickeln, d.h. zum Innenbereich erklären zu lassen. Dies sei, so Ratskollege Peter Stich, schon früher einmal vergeblich versucht worden. Kein Grund, das nicht erneut anzufassen.
  • Interview mit Florian Schotter

    Im Vorfeld der Stichwahl hat die TUTZINGER LISTE den Kandidaten für das Bürgermeisteramt, Herrn Florian Schotter, zu einem Interview gebeten. Aus Sicht der TUTZINGER LISTE ist Florian Schotter der uns noch unbekanntere der beiden Kandidaten. Zu Beginn unserer Fragen an Hernn Schotter baten wir ihn um die Bewertung seiner Lage in drei Sätzen.

    Florian Schotter (FS) … Mein Wissen, meine Einschätzung beziehe ich aus den Zeitungen, der Internetseite der Tutzinger Liste, aus Gesprächen mit Gemeinderatsmitgliedern, insbesondere aber aus sehr zahlreichen Gesprächen mit Tutzingern. Wobei ich weiß, dass meine Erkenntnisse gegebenenfalls nicht repräsentativ sind.  Es stand nicht genügend Zeit zur Verfügung, gerne hätte ich mehr Haushalte besucht; mein eigener Haushalt erhält in den nächsten Stunden Verstärkung. Diese privat sehr langfristige angelegte Planung war in den letzten Tagen wichtiger, sie begann auch lange vor der Frage nach einem Bürgermeister. Ich hatte im Gegensatz zu meinen Mitbewerbern aus dem Gemeinderat nicht den Vorteil, die Historie zu vielen Dingen zu wissen. Das sehe ich aber nicht als einen Nachteil.

    Frage TL:Verkehrssituation Lindemannstraße
    Seit Bestehen der Bahnunterführung ist die sehr gut angelegte und ausgebaute Straße ein erhebliches Ärgernis. Nutzer des Einkaufszentrums klagen über Wildwest-Manieren; Eltern fahren ihre Kinder wegen der überaus gefährlichen Übergangslage gleich bis zu Schule, um dort dann im Stau zu stecken.

    Wie bewerten Sie diese Klagen, worin besteht aus Ihrer Sicht jetzt Handlungsbedarf? Wir fragen deshalb so, weil unsere bisherigen Fragen hierzu auf unserer Homepage bisher ungehört blieben.

    Antwort FS: Zuallererst muss ich davon ausgehen können, dass unser Rathaus sehr wohl die Situation kennt und entsprechend abwägend einschätzt. Mir stellt sich die Lage so dar, dass tatsächlich Handlungsbedarf besteht. Allerdings bin ich der Meinung, erst einmal sehr schnell die in diese Fragestellung involvierten Wissensträger einzubeziehen. Es hört sich zwar abgegriffen an, aber hier ist ein Runder Tisch dringend erforderlich. Mir kommt schon aus meinem Beruf heraus jetzt zugute, dass ich die Angelegenheit sehr genau betrachten kann. Es ist ja nicht nur ein eventuell fehlender Zebrastreifen, es muss auch bis zum Johannishügel gedacht werden. Diskussionen behandeln zumeist nur Inseln, lassen aber das Gesamte im Hintergrund schlummern. Mir begegnet immer wieder die Frage nach einem Gesamtverkehrskonzept. Ja, es besteht Handlungsbedarf und der muss abgedeckt werden. Hier verspreche ich mir vom Rathaus entsprechende Expertise, ebenso von meinen Berufskollegen in den Ämtern. Das Kunststück wird darin bestehen, Lösungen so zu vermitteln, dass die Ursache inzwischen völlig verfahrener Diskussionen endlich entfällt.

    TL:Transparenz zur Planung Hauptstraße
    Wir haben den Eindruck, dass die Planung der Hauptstraße ziemlich intransparent ist. Es gab bisher drei Bürgerforen, eine hohe Unzufriedenheit bei den Bürgern, offenbar Zufriedenheit im Rathaus. Wie wollen Sie als Bürgermeister an dieses bisherige Flickwerk herangehen?

     FS: Gegen das „Flickwerk“ vom Begriff her habe ich etwas. Niemand wird absichtlich etwas tun, was der Gemeinde schadet. Es muss aber im kleinsten Kreis die Frage zulässig sein, ob bei diesem Jahrhundert-Bauwerk (als solches wurde es mir geschildert) nicht noch einmal überlegt werden muss, den Reset-Knopf zu drücken. Ich weiß, dass ich mir mit dieser Überlegung jede Menge Ärger einhandeln werde. Allerdings werden die Leute, die sich darüber ärgern, in zwanzig Jahren keinen Anlass zum Ärgern haben. Zukunftsfragen möchte ich mit denen behandeln, die dann in dieser Zukunft leben werden. Ich bin entschlossen, diese Gratwanderung zu gehen. Auch dafür zu sorgen, dass die bisher massive Kritik an den Foren zurückgeführt wird auf tatsächliche Fehler. Auch da will ich Öffentlichkeit wiederherstellen. Als Mannschaftsspieler beim Hockey kenne ich mich auf dem Eis aus.

    TL: Erwerb Bahnhof
    Wie könnte aus Ihrer Sicht ein Nutzungskonzept aussehen? Wie geht es hier weiter?

     FS: Zunächst: Einfache Frage, einfache Antwort. Es scheint aber Informationen zu geben, die als Verschlusssache behandelt werden müssen. Zuerst ist allerdings sicherzustellen, dass innerhalb des Gemeinderates jeder einzelne Gemeinderat über den gleichen Wissensstand verfügt. Ich werde dafür sorgen, dass diese Phase der von mir beobachteten Informationsunsicherheit ein Ende nimmt. Die Gemeinde wird den Bahnhof derzeit nicht so einfach kaufen und sanieren können. Hier müssen ein Nutzungskonzept sowie ein Erwerbs- und Betreibermodell erarbeitet werden.

    TL Aufzug Westseite Bahnhof
    Die Forderung nach dem dritten Aufzug (ein besonderes Anliegen der TUTZINGER LISTE seit 2014) ist immer noch nicht final beantwortet – wie kommen wir weiter?

    FS (lacht): Solange nicht geklärt ist, wie’s mit dem Bahnhof weitergeht, hat die TUTZINGER LISTE eine schöne Spielwiese, den Gemeinderat zu ärgern. Der Aufzug ist nicht Selbstzweck, seine Sinnhaftigkeit ist unmittelbar einsichtig. Tutzing hat in Sachen Behindertengerechtigkeit erheblichen Nachholbedarf. Ich werde mit dem Rathaus diese offenen Themen unverzüglich klären.

     

    TL: Toiletten am Bahnhof
    Gut, dann möchten wir noch ein TL-Dauerthema abfragen: Die Toilettensituation am Bahnhof. Ist Ihnen dieses Thema begegnet?

    FS: Vom Bahnhof schon wieder zum Bahnhof; da waren wir doch gerade?!
    Ich werde mich nicht um jedes Bedürfnis kümmern, aber ich werde mich sehr schnell kümmern müssen. Denn: Tutzings Ruf leidet… Da muss in Sachen Toiletten vom Bahnhof – ich gehe noch weiter – bis Brahmspromenade unbedingt etwas passieren. Das sind irgendwie auch Visitenkarten des Ortes. Ich denke, das Rathaus hat Antworten, diese aber vermutlich noch nicht so recht kommuniziert. Stellen Sie mir die Frage nach den ersten 100 Tagen noch einmal.

     

    TL: Jugendarbeit/Jugendtreff
    Wie geht es Ihrer Meinung nach hier weiter?

    FS: Hoi, was ist das? Ich persönlich habe das nicht nötig gehabt, aber wenn ein Bedarf für offene Jugendarbeit außerhalb der Kirchen und Vereine nachgewiesen wird, wird die Gemeinde der Zielgruppe ein Angebot machen.

     

    TL: Seehof
    Wie geht es weiter bei diesem Dauerbrenner?

    FS: Ich denke, es gibt kein besseres Thema als dieses, jemanden so richtig aufs Eis zu führen… Schön, dass Sie mich nicht auch noch gleich nach dem Andechser Hof gefragt haben. Natürlich werde ich sofort bei all denen, die an der Sache Geld verdienen wollen, einen Antrittsbesuch machen. Ich kann Ihnen nur versichern, für mich ist es das Thema schlechthin, bei dem man es niemandem Recht machen kann. Auch eine Frage, die Sie mir nach 100 Tagen gerne erneut stellen sollten, da bin ich dann tatsächlich schlauer!

     

    TL: Sanierungsstau
    Es ist allgemein bekannt, dass bei den gemeindlichen Liegenschaften ein großer Sanierungsstau besteht. Was meinen Sie, muss hier getan werden?

    FS: Alte Volksschule, Gymnasium, Mayrhaus, Feuerwehrhaus, und und und… ich weiß. Die Mittel sind begrenzt und den in der Tat vorhanden Sanierungsstau wird die Verwaltung abarbeiten müssen. Meines Wissens sind die Ressourcen im Rathaus knapp, um all dies abwickeln zu können. Nach und nach werden wir hier besser werden.

     

    TL: Gemeinderatsbeschlüsse
    Wir wünschen uns hier eine bessere Vorbereitung und die Verfolgung der Beschlussumsetzung.

    FS: Fragen Sie mich das, weil sich Ihre Homepage unentwegt damit beschäftigt? Die von Ihnen beschriebenen Lösungen in anderen Gemeinden werde ich mir tatsächlich persönlich ansehen. Wobei mich dann interessiert, wie so etwas bei uns in Gang gesetzt werden könnte. Warum das bei uns nicht geht, das weiß ich heute schon. Nur, für eine „Geht-nicht-Haltung“ wird man mich nicht wählen wollen.

     

    FS: War‘s das schon? Eine Frage vermisse ich…

    TL: … welche?

    FS:  Wie ich mir die ersten hundert Tage „Führung des Rathauses“ vorstelle…

    TL: .. und wie stellen Sie es sich vor?

    FS: Es gibt in der Managementlehre unter anderem zwei Führungsansätze: Der eine geht davon aus, der Neue macht sich durch Hineinschauen und Mitmachen bis zur Ebene Schnittstelle Kunde/Bürger-Schreibtisch ein eigenes Bild, lernt Leute und deren tägliche Arbeit kennen. Hat den großen Vorteil, sich dann bis in jeden Punkt hinein auszukennen.

    Der andere Ansatz geht davon aus, der Neue stützt sich auf die sog. Hauptamtsleiter und den Geschäftsleitenden Beamten ab – und damit auf deren Verantwortung für die Ebenen darunter. Durch diesen Weg hat er sofort den Kopf frei für die Großbaustellen und die dringend nötige Öffentlichkeitsarbeit gegenüber Kollegen und der Allgemeinheit.

    Aber nachdem Sie nicht danach fragten, nahmen Sie gewiss an, ich hätte das Anforderungsprofil an einen Bürgermeister gelesen. Ich versichere Ihnen, ich habe das zwar gelesen, fand mich aber sofort wieder, denn das lernten wir bereits an der Beamtenfachhochschule.

    TL: Mögen die ersten 100 Tage spannend werden. Wir danken Ihnen für das Gespräch.

    Das Interview führten Gerd Bittl-Fröhlich (Pressesprecher) und Uli Dillmann (1. Vorsitzender) am 20.01.2018.

  • Tutzing hat gewählt…

    Tutzing hat gewählt…

    Tutzing hat gewählt und zur Bestätigung darf es ein zweites Mal wählen!

    Wir dürfen daran erinnern, welche Angelegenheiten im Mittelpunkt der Rathausarbeit stehen sollten, aber für den Wähler sichtbar nicht standen:

    • Verkehrssituation Lindemannstraße
    • Transparenz zur Planung Hauptstraße
    • Erwerb Bahnhof und Nutzungskonzept, wie weiter
    • Aufzug Westseite Bahnhof
    • Toiletten vom Bahnhof bis gesamter Brahmspromenade
    • Jugendarbeit/Jugendtreff, wie weiter
    • Seehof, wie weiter
    • Sanierungsstau bei den gemeindlichen Liegenschaften
    • Gemeinderatsbeschlüsse, deren Vorbereitung und deren Verfolgung

    Gewiss sind nicht alle Angelegenheiten und vor allem deren Zwischenstände für die Öffentlichkeit gedacht. Dann aber muss immer gesagt werden, was das sei und dass zu gegebener Zeit entsprechend informiert wird.

    Die Gespräche vor der Wahl am vergangenen Sonntag zeigten unterschiedlich deutlich, dass etliche Angelegenheiten im Argen lägen; beide Gemeinderäte bestätigten Handlungsbedarf; selbst die Presse sprach von notwendigem Neuanfang und frischem Wind im Rathaus.

    Die erwähnten Angelegenheiten sind nach wie vor nicht zufriedenstellend gelöst oder immer noch in Arbeit. Wir sprechen das an, weil es nicht einer parteipolitischen Ausrichtung überlassen werden kann, wie und ob die Dinge angefasst werden. Die Dinge müssen angefasst werden und es wird Gründe haben, weswegen die bisherigen Kandidaten eben nicht zu Lösungen kamen.

    Jetzt hat Tutzing mit Florian Schotter einen politischen Neuling an Bord – unter der Flagge der hiesigen CSU. Auf jeden Fall kommt er aus einer Welt, die mit dem Begriff „Führung des Rathauses“ etwas anfangen kann. Er hat recht präzise Vorstellungen und auch während der Phase vor der Wahl hörte er sehr genau und überaus kritisch hin, ließ sich auch in die Pflicht nehmen. So manch ein Wähler meinte, diese Art des Zugehens so noch nicht erlebt zu haben. Das ist das Alternativprogramm zu Marlene Greinwald, die mit ihrer langjährigen Tätigkeit im Gemeinderat für Kontinuität und Erfahrung steht.

    Wir als TUTZINGER LISTE sind seit Jahren an den Themen dran, die Multiplikation der Themen in die Wählerschaft hinein gestaltete sich trotz aktueller Pflege unserer Internetseite schwierig. Die beiden Gemeinderäte, die sich bisher sehr informativ während des ersten Teils der Wahlzeit verhalten haben, bringen den Vorteil mit, eine mögliche Neuausrichtung im Rathaus mit ihrer Kenntnis der Dinge unterstützen zu können. In jedem Fall wünscht sich der Wähler mehr Transparenz im politischen Geschehen und der Kommunikation an die Tutzinger!

    Das, was insgesamt an Verantwortung auf Tutzing zukommen wird, muss durch eine wesentlich höhere Wahlbeteiligung unterlegt werden.

    Helfen wir uns gegenseitig, zu einer erheblich höheren Wahlbeteiligung zu kommen.

     

    Interview mit Florian Schotter

    Wahl: Kein Sieger, ein Verlierer

  • „Verkehr in Tutzing“

    Verkehr in Tutzing heißt die Homepage einer Initiative, die zunächst die Bahnhofstraße im Blick hatte. Unter dem Titel „Retten wir die Bahnhofstraße“ hatte die Initiative, die den erhöhten Verkehr in der Bahnhofstraße für unzumutbar hält, am 12.09.2017 zwei Anträge gestellt, nämlich (1) die Bräuhausstraße für den beidseitigen Verkehr zu öffnen und den lange versprochenenden Ausbau zu beginnen und (2) auf der Bahnhofstraße Tempo 30 anzuordnen und die Straße zurückzubauen.

    Diese beiden Anträge wurden in der Sitzung des Umwelt-, Engerie- und Verkehrsaus-schusses am 25.10.2017 unter der Leitung der 2. Bürgermeisterin Elisabeth Dörrenberg (CSU) behandelt. Im Ergebnis wurden beide Anträge abgelehnt. Das Thema Bräuhaus-straße wird mit dem Verkehrsplaner der Gemeinde besprochen; hier sind im Zuge der Neugestaltung der Hauptstraße und dem damit notwendigen Umleitungsverkehr ohnehin Änderungen geplant. Vertreter der Initiative verließen enttäuscht die Sitzung. Daraus, so verstehe ich es, ist die Erweiterung zum „Verkehr in Tutzing“ entstanden.

    Die neue Initiative im Internet will den „Verkehrswahnsinn in Tutzing“ stoppen. Mit allen Mitteln der Streitkunst wird die Verkehrssituation angeprangert und dem Rathaus die „unfähigste Verkehrspolitik Bayerns“ bescheinigt; Defizite in Tutzing werden dabei klar angesprochen.

  • Heinzelmännchen stehen bereit

    Vor 11 Jahren schlug der Tutzinger Diplomkaufmann Rudolf Kohlert vor, ein Projekt „Betreutes Wohnen zuhause“ aufzulegen. Bis ins Detail hatte er zusammen mit einem Tutzinger Unternehmer sein Projekt entwickelt und es dann Armin Heil als Chef des mitgliederstarken Vereins „Ambulante Krankenpflege Tutzing e.V.“ angeboten.

    Heute: 45 Helfer betreuen die inzwischen 115 Klienten im Rahmen eines umfangreichen sozialen Netzwerks. Sie besorgen Einkäufe, helfen Mahlzeiten zubereiten, begleiten zum Arzt oder Spaziergang, sind im Haushalt und, wenn nötig, im Garten behilflich. Sie kommen auf Wunsch zum Ratschen und bringen dann frisches Leben von draußen nach drinnen. Die „Kunden“ können oder wollen trotz hohen Alters und eventuell gesundheitlicher Probleme keinesfalls ihr gewohntes Zuhause verlassen. Das System bietet den Interessenten eine Preisliste als Basis, aus der sie je nach Bedarf wählen wie aus einer Speisenkarte. Im Krankheitsfall steht ihnen die Ambulante Krankenpflege zur Seite.

    Rudolf Kohlert hat den Erfolg seines Projektes leider nicht mehr erlebt. 76-jährig starb er im Mai 2008 . Ein ihm wichtiger Wunsch bei diesem Projekt war ihm nicht erfüllt worden: Sein „Betreute Wohnen zuhause“ sollte Jugendliche ab 14 Jahren in das Betreuungsprogramm mit einbinden. Sie sollten sich für ein halbes Jahr ehrenamtlich engagieren, um danach ein „Zeugnis für soziales Engagement“ zu erhalten. Gedacht als Bonus für ihre berufliche Zukunft. Und als Zeichen ihrer Verbindung zu Tutzing.

    Das Projekt aber lebt und entwickelt sich weiter. Ob Sie als Nutzer oder als zukünftiger Helfer daran interessiert sind: Adelheid Proebster und Ingrid Dietze erreichen Sie für ein erstes Gespräch telefonisch unter 08158-906859.

  • Noch zwei Jahre Senioren-Club

    Heute trennen uns noch 26 Monate von „Tutzing 20“. Dann liegt die nächste Gemeinderatswahl hinter uns und der Schrecken bei einigen Ehefrauen und Hausmännern wird groß sein: ihr/e „Alte/r“ hat kein staatstragendes Hobby mehr. Man verehrt den Altbürgermeister und den Ehrenbürgermeister, aber Alt- oder Ehrengemeinderäte gibt es nicht. Was nun? Einkaufen schicken, abspülen lassen, gelegentliche Auftritte im Seniorenclub, ein Studium nachholen, das vor der Wahl zum Gemeinderat sinnvoll gewesen wäre? Ist das die Zukunft für viele Jahre als Entscheider über Wohl und Wehe der Tutzinger?

    Mindestens 10 Plätze werden frei oder sollten endlich frei werden. 50%. Hallo, ihr jungen Tutzinger: macht Euch auf den Weg! Der Gemeinderat kann dahindödeln oder Tutzings Zukunft gestalten. Macht Euch auf den Weg! Wir brauchen Euch. Es gibt viel zu tun für Tutzing: Wie löst man den Investitionsstau bei gemeindlichen Liegenschaften auf? Woher kommt das Geld, um die Infrastruktur aus der Schlaglochzeit in eine neue Zukunft hinüberzuretten? Gibt es nicht doch strukturelle und konsequente gemeindliche Hilfe für Kinder aus prekären Verhältnissen? Kann sich mal jemand konsequent und kompetent um die Ansiedlung von neuem Gewerbe kümmern? Muss der Bahnhof noch weiter verfallen? Wie jede Gemeinde hat Tutzing Baustellen genug, um kreative Köpfe auszulasten. Fast 10 000 Einwohner? Da müssen doch wohl 20 darunter sein, deren wichtigstes Hobby ab 2020 Tutzing heißt.

    Ich bin eigentlich Optimist.  0,1% aller Tutzinger würden fürs erste schon genügen zur Erneuerung des Gemeinderats.. Ich habe nur Sorge, dass die 0,1% gar nicht wissen, wie sehr man sie braucht. Wer sagt es ihnen? Ich denke, das wäre die Aufgabe aller Demokraten. Von den Parteien erwarte ich nämlich nur den Nachschub aus der nächsten auch bereits verrenteten Generation. Das bringt es nicht. Kirchen, Jugendverbände, Vereine mit Jugendarbeit – hier sind sie: die Gestalter der Zukunft. Lasst sie uns aufwecken! Die TUTZINGER LISTE sieht hierin hoffentlich für die nächsten zwei Jahre ihre wichtigste Aufgabe!

    Und für die Ex-Gemeinderäte mein Tipp: Gründet nach dem ersten Schock so was wie bei den Indianern: einen „Ältestenrat“ und mischt Euch – endlich von Parteidisziplin befreit – fröhlich weiter ins politische Ortsgeschehen mit ein. Weisheit wird ebenso benötigt wie jugendlicher Elan,

    weiß Ihr

    Franz Bimslechner

  • Wahl: Kein Sieger, ein Verlierer

    Zum Ergebnis der heutigen Wahl zitieren wir zunächst hier den Live Ticker des STARNBERGER MERKUR :
    „18.55 Uhr: Marlene Greinwald erreichte nach dem Ergebnis 2.064 Stimmen oder 45,31 Prozent, Florian Schotter 1.673 oder 36,73 Prozent und Bernd Pfitzner 818 (17,96 Prozent)…“ Damit sehen wir uns dann im Wahllokal am 28.01.2018 zur Stichwahl. Danke Tutzing, dass offenbar 57% der Bürger aktiv wurden.

    Wer den Wahl-O-Mat auf der TUTZINGER LISTE Website in den letzten drei Wochen verfolgte, wird sich gewundert haben: Es haben 1.111 Tutzinger Wahlberechtigte, das sind über 14% aller 7.900, hier ihren Favoriten gewählt. Es war jeder Kandidat mal vorne, mal hinten. Das deutete auf einen knappen Wahlausgang hin, aber keinesfalls auf eine so schwache Wahlbeteiligung. Irrtum! Zum Vergleich: 62,5% beteiligten sich an der letzten Wahl, heute nur 57,89%.

    Ist der „kampflose Wahlkampf“ der drei Kandidaten von vielen Bürgern keineswegs als profilierend empfunden worden? Oder, noch viel schlimmer, ist es viel zu vielen gleichgültig, wer Tutzing führt? Unsere Vorhersage ging voll in die Hose…

    Jetzt, also am 28. Januar, Stichwahl zwischen Marlene Greinwald und Florian Schotter. Die Bürger haben die Wahl, bestehende Strukturen zu bestätigen oder einem Newcomer ein Mandat für einen Neustart zu geben.

    Wir als TUTZINGER LISTE wünschen uns dann eine höhere Wahlbeteiligung und Ihnen erneut eine kluge Wahl…

    Ihre TUTZINGER LISTE

  • Das Geheimnis vom großen Geld

    Wart Ihr am Mittwoch im Roncallihaus bei der Vorstellung der Bürgermeisterkanditaten? Dann habt Ihr Euch sicher auch gewundert.

    Frau Greinwald sagte, dass sie den Andechser Hof und den Bahnhof kaufen will. Also in den letzten Jahren hat es doch immer geheißen, dass die Gemeinde überhaupt kein Geld hat. Und ich hab‘ gelernt, man soll nur Geld ausgeben, das man auch hat.

    Vielleicht gibt es ja plötzlich irgendeine geheime Geldquelle? Hab‘ ich irgendetwas verpasst? Oder will uns unsere dritte Bürgermeisterin das Geheimnis noch nicht verraten?

    Wenn wirklich ein großer Geldsegen über Tutzing hereinbrechen sollte, darf ich mir dann wünschen, dass erst einmal die alten Sachen repariert werden? Ich fänd‘ es schön, wenn z.B. das Sportlerstüberl wieder in Betrieb käme, der Tutzinger Keller etwas schöner gemacht würde oder wenn die alte Volksschule wieder benutzt werden könnte. Ach ja, wo ich doch so gerne schwimme, denke ich an das alte Hallenbad, das da so vor sich hin gammelt, weil kein Geld für die teure Sanierung da ist. Also nur für den Fall, dass die Wunschfee mit dem großen Geldsack kommt…

    Ich finde, dann kann man über noch viel mehr Sachen nachdenken, die man reparieren muss, oder?

    Bin gespannt auf das Geheimnis!

    Eure Sela

  • ICE-Halt Tutzing

    Es fällt auf, dass der Bahnhof mehr und mehr verfällt, dies aber im Rathaus nicht auffällt – oder nicht interessiert. Die Tutzinger interessiert das Thema sehr wohl. Und sie sehen, wie es dort laufen kann, wo sich Gemeinden um ihr Entree kümmern: in Pöcking, Feldafing, Bernried und Murnau etwa. Am 09.01.2018 veröffentlicht der Starnberger Merkur ein Interview mit der amtierenden 2. Bürgermeisterin Elisabeth Dörrenberg unter dem Titel „Pflichtaufgaben für den Neuen“ – womit der/die Bürgermeister/in gemeint ist, der/die nach dem 14. oder 28. Januar die Geschicke Tutzings leiten soll. Sechs Themen werden genannt, auch „Bahnhofsareal“. Erstaunlich: kein Wort zum fehlenden Aufzug West. Aber wichtig, ob man auf den Parkplätzen abkassieren soll. Aber immerhin: „Die Bahn ist grundsätzlich bereit zu verkaufen“, das alte Gemäuer nämlich. Was aber seit 2014 bekannt ist.

    Aha. Und jetzt? Frau Dörrenberg könnte sich nach einem Ankauf durch die Gemeinde dort den Sitz der Gemeindebücherei „vorstellen“.

    Vor vier Jahren hat der in Tutzing lebende Soziologe Alexander Dill, Chef des „Basler Institute of Commens and Economics“, dem damals amtierenden ersten Bürgermeister Rudolf Krug den Vorschlag gemacht, mit geringfügiger Beteiligung der Gemeinde eine Bürgergesellschaft zu gründen, die den Bahnhof schnellstens kauft, um ihn vor weiterem Verfall zu retten. Seine Idee: Ein Bürgerzentrum zu schaffen mit Gaststätte, Mini-Brauerei, Saal für Veranstaltungen, Räumen für Vereine, Wohnungen für Wirt und Personal. Dass dies durchaus möglich sei, belegte er gründlich. Und es ist leicht zu belegen, schaut man nach Murnau, wo der verrottete Bahnhof heute als Bürger-Juwel offen steht. Bürgermeister Krug beantwortete den Vorschlag nicht, der jedoch brisante Aktualität dadurch erhält, dass gerade die Diskussion um den „Saal im Andechser Hof“ nur das Vorgeplänkel zu seiner endgültigen Aufgabe ist.

    Der/die „Neue“ kann sich der Unterstützung sehr vieler Bürger und der TL sicher sein, wenn er/sie das Thema „Kauf des Bahnhofs“ endlich konstruktiv aufgreift.