Na klar: dem Tutzinger Keller sei Dank, dass er seit vielen Jahren „Brettl-Kultur“ nach Tutzing holt. Danke auch an die Crew vom Museumsschiff, die uns im Sommer immer wieder echte Pralinen der Jazz-, Boogie- und Kabarettwelt präsentiert. Und nun: der Buttlerhof in Traubing ist die neue Nummer 3 unter den Kleinkunstbühnen Tutzings. Mit dem Sommerspecial der Münchner Iberl-Bühne machten die Veranstalter schon im August weithin von sich reden. Hans Söllner eröffnet nun am 2.10. das Herbstprogramm, dem am 14.10. das Wirthauskabarett „Knedl & Kraut“ folgt, am 19.10. Michi Marchner mit der „comedy Lounge“ sowie am 5.11. Helmut A. Binser aus dem Allgäu, der sich „wie im Himmel“ fühlt. Die Mittelbayerische Zeitung nannte das Programm „bitterböse bis makaber, hintersinnig und politisch“. Mehr Lob geht wohl nicht. Info über buttlerhof-traubing.
Monat: September 2016
-
Tutzing – bienenfreie Zone
Ja, natürlich: es sind böse Milben, die unsere Bienen umbringen. Selbst Imker wie ein ehemaliger Tutzinger Bürgermeister, die dem Sterben ihrer Bienenvölker nicht mehr zusehen konnten, ihr wundervolles Hobby aufgaben, allerdings durch den Kauf neuer Bienenvölker wieder aufnahmen, behaupten, dass es die Varroa-Milbe war, wie es die Pharma-Industrie und deren Freunde in CSU und FDP behaupten. Ja, diese Milbe ist lebensgefährlich für die Bienen. Doch inzwischen wissen wir, dass für das große Bienensterben die in der Landwirtschaft eingesetzten Insektengifte in höchstem Maße mitverantwortlich sind. Das „Umweltinstitut München“ schreibt dazu:
Das wäre doch „Grund genug, bei der Genehmigung von neuen Wirkstoffen besondere Vorsicht walten zu lassen. Doch davon kann bei den deutschen Behörden keine Rede sein. Im Gegenteil, das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) bemüht sich, die Zulassungsverfahren geheim zu halten und schnell Genehmigungen zu erteilen. Für die Behörde gilt bereits die Tatsache, dass eine Firma einen Antrag auf Zulassung für ein neues Gift stellt, als Geschäftsgeheimnis. Diese Rechtsauffassung ist völlig inakzeptabel und skandalös: ImkerInnen, Umweltorganisationen und die Presse erfahren erst etwas, wenn das neue Insektengift schon genehmigt ist. Durch Zufall haben wir erfahren, dass die Firma Dow Chemical beim BVL die Zulassung für Pestizide mit dem bienengefährlichen Wirkstoff Sulfoxaflor beantragt hat. Wir haben daraufhin die Bundesregierung aufgefordert, die Zulassung nicht zu erteilen. Noch verstecken sich Landwirtschaftsminister Schmidt und Umweltministerin Hendricks hinter ihren Behörden – doch die öffentliche Diskussion hat begonnen.“
Das Thema ist zu wichtig, als immer wieder nur versteckt behandelt zu werden. Jeder weiß, dass Bienen zu einem maßgeblichen Teil daran beteiligt sind, dass wir Menschen etwas zu essen bekommen. Jetzt einmal ganz abgesehen von denen, die den köstlichen „Monatshauser Bürgermeisterhonig“ oder den „Unterzeismeringer Berghonig“ gekauft und geliebt haben. Das Faltblatt „Stummer Frühling – wie wir das Bienensterben verhindern können“ finden Sie unter www.umweltinstitut.org/bienen.
Ein Beitrag von Helge Haaser
-
Herbst und Musik: typisch Tutzing!
Die überregional anerkannten Brahmstage haben wir schon angekündigt. Jetzt startet auch die Saison der „Schlosskonzerte“ der Musikfreunde Tutzing. In 45 Jahren präsentierte uns dieser private Freundeskreis renommierte nationale und internationale Künstler – bisher rund 225 beglückende Abende. Am 2. Oktober präsentiert das Team um Professor Reiner Ginzel das „Berliner Oboen-Trio“ mit Werken von Telemann, Beethoven u.a. Danach folgt das Adventskonzert (4.12.) mit den „Katona Twins“: zwei Gittarren mit Musik von Bach, Händel, Vivaldi und spanischen Meistern. Der neue Jahresprospekt, der noch das „Bremer Klarinetten Quartett“, einen Abend mit „St.ars von morgen“ und das „Georgische Kammerorchester“ ankündigt, liegt derzeit in Tutzinger Geschäften, im Rathaus und in den Banken aus. Details unter Programm-2016/2017.
-
28.09.: Wer will das Sportlerstüberl?
Wer möchte das Sportlerstüberl am Würmseestadion betreiben? Diese Frage stellt sich, nachdem der Sieger der ersten Ausschreibung kurzfristig zurückgetreten war und die zweite Ausschreibung keine ernsthaften Interessenten hervorbrachte. In der Sitzung des Haupt-, Finanz- und Werkausschusses befassten wir uns unter der Leitung der 2. Bürgermeisterin Elisabeth Dörrenberg erneut mit dem Thema. Die Renovierung der Küche einschließlich Elektroinstallation und Fliesenarbeiten soll zunächst unter Leitung eines Küchenplaners abgeschlossen werden. Anschließend erfolgt eine erneute Ausschreibung. Da sollte sich doch ein Interessent finden, denn das Sportlerstüberl oder Würmseestüberl könnte wie früher eine gastronomisch erfolgreiche Einrichtung sein.
Bereits mehrfach wurde über eine mögliche Tiefgarage/Parkdeck in der Traubinger Straße gesprochen. Zuletzt hatten wir die Verwaltung beauftragt, Angebote für die notwendigen Planungsleistungen der Leistungsphasen 1 und 2 einzuholen. Nunmehr haben wir beschlossen, dass die IngenieurGesellschaft MAURER mbH mit der Grundlagenermittlung und der Vorplanung beauftragt wird. Sie hatte das wirtschaftlichste Angebot abgegeben. Zwischen der Gemeinde und der Gesellschaft bestehen bereits gute Geschäftsbeziehungen.
Sehr formal mussten wir beschließen, den Pachtvertrag mit dem Tutzinger Ruderverein um 19 Monate bis zum 31.07.2041 zu verlängern, damit der Verein die beantragte Förderung des Bayerischen Landes-Sportverband e.V. (BLSV) auch erhält.
-
Verflucht sei was billig ist
Seit Januar läuft in Kinos von Aachen bis Zirndorf der Film THE TRUE COST, der zeigt, zu wessen Lasten wir beim Discounter Kleidung zu Niedrigstpreisen kaufen. Auch bei uns in Tutzing: Pullover oder Hosen für weniger als 10 Euro, Hemden und T-Shirts für unter 5 Euro. Was wir alle wissen und verdrängen, zeigt der Film: wie Kleidung in sogenannten Drittländern unter sklavenähnlichen Bedingungen produziert wird. Die Ausbeutung von Mensch und Natur, die hinter den Preisen steckt, ist erschreckend. Noch erschreckender ist die Verdrängung dieser Tatsache in der doch so aufgeklärten, humanen westlichen Welt. Wenn Menschen verdursten, weil ihr Wasser auf Baumwollfelder geleitet wird, sollte der Spaß – und Geiz ist geil – doch endlich aufhören. Soeben lief der Film im Breitwand Herrsching. Wie ich hörte, waren die Besucher, auch aus Tutzing, zutiefst erschüttert über die Erkenntnis: wir kaufen billig – aber die Kosten für unsere Kleidung zahlen andere.
Sollte der Film in Tutzing laufen, werden wir Sie informieren. Man muss ihn gesehen haben.
-
Klimaprobleme
Der Sommer ist rum. Mal war er warm, mal kalt, mal klar, mal neblig. So ist es. Und irgendwie, denke ich, spiegelt sich das auch im Leben. Als 12 dann 24 dann 240 Flüchtlinge nach Tutzing kamen, fanden sich 300 Helfer: warm. Heute, wo keiner mehr weiß, ob überhaupt noch Flüchtlinge hier leben: kalt. Dieser Kardinal Marx sagt, man dürfe den Flüchtenden nicht den Rücken zukehren: warm. Frau Petry hatte das ja auch nicht vor, denn wer schießt schon aus dem Rücken? Höchstens von hinten: kalt. Ein bisserl neblig ist das alles schon.
Und überhaupt: Die Briten sind weg. Die Midi-Staaten wollen weg. Polen und Ungarn sollten weg. Sehen Sie da noch klar? Vielleicht sollten wir, sagte ich meinen Kindern, wieder mal von vorne anfangen? Also:
Unsere langjährige Partnerschaft mit Bagnères de Bigorre hat hunderten von Tutzinger Familien lebenslange innige Beziehungen zu dem ehemaligen „Erzfeind“ Frankreich beschert. Warm. Seit Jahren pflegen viele Tutzinger auch eine Freundschaft mit der ungarischen Gemeinde Balatonkenese am wundervollen Plattensee. Und – klar – auch sie besuchen sich gegenseitig. Und feiern zusammen. Egal, was ein Orban herumnebelt. Warm. Ich sage meinen Kindern, dass Nebel kommt und geht. Dass er nicht unser klares Denken beeinflussen darf, nur das Wetter.
Mein Franz sagt, ich sei zu optimistisch. Bin ich das?
Ihre Conny
-
Wer nicht am Tisch sitzt, befindet sich auf der Speisekarte!
Seit Monaten weist die Tutzinger Liste kontinuierlich auf das Dilemma unserer Bundes-, Landes- und Kommunalpolitiker in Sachen Freihandel (TTIP, CETA,TISA) hin. Ja, sogar für Informationsveranstaltungen Dritter zum Thema, für die (aus unserer Sicht) zu leise publiziert und geworben wurde, trommelten wir bei jedem Wetter an unserem Stammtisch am Markt und hier online.
Die Kommentare einzelner Leser auf unserer Website, die interessanterweise oft Nichtmitglieder der TUTZINGER LISTE sind, treffen nicht jedermanns Geschmack, da bereits unübersehbar verbale Angriffe auf Kommunalpolitiker gestartet wurden. Über 320.000 mitdenkende Erwachsene gingen auf die Straße und zeigten demonstrativ der Politik, was sie von der Herumeierei der Regierung bis hin zum Abwiegeln von Fakten halten.
Kann eigentlich noch deutlicher als mit den beiden lebensnahen Beispielen Bodenvergiftung und Wasserbewirtschaftung gezeigt werden, was da im Falle einer Zustimmung durch CSU/CDU/SPD und neuerdings sogar überaus lautstark durch die FDP an Gesellschaftsveränderung passiert?
Wenn das den Tutzinger Wähler oder Politiker nicht interessiert, dann soll er doch einmal zur Kenntnis nehmen, was hiesigen Bauern als Lebensmittellieferanten durch die Bodenvergiftung angetan wird. Völlig egal, dass in Portugal durch die Privatisierung der Wasserwirtschaft der Preis um das Vierfache gestiegen ist; das stört uns in Tutzing eh nicht: Wir haben es ja, das Wasser und das Geld.
Wir brauchen jetzt Politiker, die sich um das Thema Freihandel kümmern wollen, die Flagge zeigen. Der zunehmende Wind wird noch so manchen Politiker wegblasen. Lesen Sie dazu auch die Kommentare unter diesem Artikel: „SPD stimmt für Ceta-Abkommen“aus der ZEIT vom 19.09.2016.
Sitzen die lokalen Politiker nicht bald an einem Tisch zur Meinungsbildung zusammen, dann stehen WIR auf der Speisekarte und werden genüsslich bestellt und aus(einander)genommen.
Hallo Tutzing, bitte trau Dich was zu sagen!
GBFWeiterführende Links:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/handelsabkommen-ceta-ist-eine-gefahr-fuer-die-demokratie-1.3161474 -
Unerhörtes Schweigen!
Mit der Gemeinderatssitzung am 13.09.2016 war die Sommerpause wieder vorbei. Die Tagesordnung war wie immer gut gefüllt. Auch in den Sitzungen der Ausschüsse. Natürlich gibt es offene Punkte. Hier nachzuhaken gehört zu meinen Aufgaben. Jetzt hat ein Bürger mir seine Liste in die Hand gedrückt mit der Bemerkung, es gehe nichts voran, vom Gemeinderat sei nichts zu hören. Lesen Sie selbst, ich zitiere:
„Nach der Sommerpause können Gemeinderat und Verwaltung erneut in die Tasten greifen und zeigen, was sie können.
- Die Verkehrssituation in der Lindemannstraße/Zufahrt Einkaufszentren ist seit zwei Jahren als sehr gefährlich bekannt. Vom Gemeinderat hierzu nichts zu hören.
- Die Hauptstraße entwickelte sich nachts zur hochtourig gefahrenen Rennstrecke, im Krankenhaus alles wunderbar zu hören. Vom Gemeinderat in Sachen Geschwindigkeitskontrolle Hauptstraße nichts zu hören.
- Der Dritte Aufzug am Bahnhof zieht sich wie ein Roter Faden durch die örtlichen Diskussionen, ebenso wie die klaffende Bauwunde Seehof/Boutiquehotel. Vom Gemeinderat nichts zu hören.
- Zur Parkerei und der Jahrhundertidee, mitten im Ort ein Parkhaus zu bauen (für wen eigentlich?), reden viele Anlieger. Vom Gemeinderat nichts zu hören.
- TTIP/CETA (Bodenvergiftung/Wasserprivatisierung) ist bald ein Dauerbrenner, Thema wird von allen Parteien überregional für deren jeweils eigene Zwecke belegt. Vom Gemeinderat hierzu nichts zu hören.
- Geschäftsleute fragen sich, wie das nun mit der Sanierung der Hauptstraße weiterginge. Vom Gemeinderat nichts zu hören.
Der Katalog könnte beliebig ergänzt werden, wird auf die jüngste Vergangenheit und die nahe Zukunft geblickt.
Zurück zur Überschrift: Unerhörtes Schweigen! Wieso eigentlich?“
Haben Sie etwas zu ergänzen? Sicher haben wir zahlreiche „Baustellen“, die Würmseehalle gehört dazu. Doch Verwaltung und Gemeinderat bemühen sich um die Abarbeitung der langen Liste – mit allen Kräften, die dafür zur Verfügung stehen.
-
„Freiheitsrechte im Fadenkreuz“
Unter diesem Titel findet am 20.09.2016 in der Akademie für Politische Bildung (APB) ein Akademiegespräch unter der Moderation der Leiterin der Akademie, Frau Prof. Dr. Ursula Münch, statt. Teilnehmen werden der ungarische Generalkonsul in München, Gábor Tordai-Lejkó, und der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Hendrik Hansen von der deutschsprachigen Andrássy Universität Budapest.
In der Pressemittelung der APB ist zu lesen:
„Der jüngste Vorschlag des luxemburgischen Auflenministers Jean Asselborn, Ungarn wegen schwerer Verstöße gegen die europäische Werteordnung mindestens zeitweise aus der Europäischen Union auszuschließen, schlägt hohe Wellen. Mag diese Forderung auch wenig durchdacht gewesen sein, so bringt sie doch eines in Erinnerung: die Regierung Orbán schottet Ungarn vor Flüchtlingen ab, schränkt in ihrem Land die Pressefreiheit ein und schlägt häufig rechtspopulistisch-nationalistische Töne an.“
Das Akademiegespräch am See findet im Vorfeld der Tutzinger Jubiläumsfahrt nach Balatonkenese statt. Seit 20 Jahren besteht die Partnerschaft mit der Gemeinde am Plattensee – vom 6. bis 9. Oktober lädt der „Freundeskreis Bagniere – Balatonkenese“ lädt alle Tutzinger vom 5. – 9. Oktober 2016 zu einer Busreise in unsere ungarische Partnerstadt am Plattensee ein. Meine Gemeinderatskollegin Stefanie von Winning als Vorsitzende des Freundeskreises schreibt dazu: „Für uns ist es wichtig, dass trotz politischer Irritationen zwischen den Staaten das gegenseitige Verständnis zwischen den Bürgern unserer Gemeinden gefördert wird.“
Informationen: Akademiegespräch am 20.09.2016
Anmeldung über die Homepage der APB (www.apb-tutzing.de) oder telefonische Anmeldung über das Tagungssekretariat (Frau Rauš) unter: 08158/256-53.Der Eintritt ist frei. Einlass ab 19 Uhr. -
Drogenhandel und ähnliche Geschäfte – Blick über die Hecke
Sie werden sich nun fragen, was dieser Beitrag mit der TUTZINGER LISTE zu tun hat? Bitte lesen Sie ihn bitte bis zum Schluss durch und fragen sich dann, wieso ein solcher Vergleich benötigt wird, um auf Missstände hinzuweisen, die uns umgeben.
Grundsätzlich: Abhängigkeit von Drogen ist schrecklich.
Von Alkohol oder Nikotin ist hier aber nicht die Rede. Es sind Drogen, die heutzutage (nicht nur) an Schulen gehandelt werden. Sehr zum Leidwesen betroffener Eltern und der Lehrer, die oft nichts tun können, um ihre Schützlinge von hochkriminellen Verteiler-Organisationen fernzuhalten. Obwohl die Dealer oft bekannt, Sozialarbeiter und Polizei in Kenntnis der Szene sind, im ewigen Räuber- und Schandi-Spiel sind sie im Hintertreffen. Warum eigentlich? Und warum ist in der Presse nahezu nichts darüber zu lesen…?Einmal am Stoff, immer am Stoff. Man lebt damit!
Ein Bauer hat nicht mehr wie vor fünfzig Jahren sein eigenes Saatgut, er versorgt seinen Betrieb nicht mehr wie früher mit auf eigener Scholle hergestelltem Futter. Futter und Saatgut, weltweit patentiert und mit bestimmten Eigenschaften versehen, muss er heute von einigen wenigen Herstellern kaufen. Diese Eigenschaften sind größtenteils durch Genmanipulationen erreicht und haben zur Folge, dass die Pflanze gegen ein bestimmtes Pflanzenschutzmittel –nur vom Saatgut-Hersteller zu erwerben – resistent ist.Bei Einsatz dieses Pflanzengifts kurz vor der Ernte werden alle Pflanzen bis auf die aus dem genmanipulierten Saatgut gewachsene Nutzpflanze vernichtet. Denkt man nun in mehreren Jahres-Zyklen, ist festzustellen, in wessen Hände und damit Abhängigkeiten sich der Bauer begeben hat.
Jetzt schließt sich der Kreis zu der Eingangsbemerkung, was das wohl mit der TUTZINGER LISTE zu tun hätte. Die TUTZINGER LISTE weist nämlich seit Monaten auf die Gefahren durch das Geschäftsmodell der Firma Monsanto hin. Monsanto – vielleicht bald „reingewaschen“ unter der Flagge von BAYER („Raider heisst jetzt Twixx“) – bringt die Abnehmer seiner Produkte ebenso in eine Abhängigkeit, aus der die Anwender deren Saatguts und Pflanzengifts (Glyphosat) auf Generationen hinaus nicht mehr herauskommen. Viele Bauern wurden abhängig gemacht.
Diese Art zu wirtschaften wird auf Generationen hinweg Böden, die darauf erzeugten Früchte und damit Nahrungsmittel vergiften. Belegt wurde dies bisher mit Studien und sehr unauffällig vorgenommenen Versuchen, Grenzwerte so lange nach oben zu verändern, bis dem Pflanzengift die Unschädlichkeit attestiert werden kann. Die vielfältigen und durch NGOs (Non-Governmental-Organisations) veröffentlichten Bestechungsaktivitäten des Pflanzengiftherstellers dürften bestens bekannt sein.
Die deutsche und europäische Politik, also Berlin und Brüssel, ließen sich dazu verwenden, gesundheitspolitischen Interessen zu widersprechen.
Freihandel ist grundsätzlich eine gute Idee. Auch darüber berichtete die TUTZINGER LISTE bereits mehrfach (sh. auch hier). Die Beteiligten Wirtschaften können nur davon profitieren… Nur: Die fast Jahrhunderte alte Erkenntnis wurde nur so pervertiert, dass zukünftig vermutlich ausschließlich Heerscharen von Juristen einen Nutzen davon haben werden.
Mit den mittlerweile auf der Kippe stehenden Freihandelsverträgen (z.B. TTIP, CETA, TTP) wäre es transnationalen Saatgut- und Pflanzengiftherstellern beinahe gelungen, über die Hintertür dieser Verträge in Deutschland noch stärker Fuß zu fassen. Die Freihandelsverträge standen immer im Vordergrund, im Schatten segelten nahezu unauffällig die Fragen zum Tun der Pflanzengifthersteller wie Monsanto (Glyphosat) mit. Monsantos langfristig angelegte Rechnung, über späteres Völkerrecht legitimiert zu werden, scheint nicht aufzugehen.
Die Freihandelsverträge können vermutlich nicht mehr abgeschlossen werden. So muss also der Fokus erneut auf das offenkundige Treiben der Pflanzengifthersteller und das Erzeugen von Generationen-übergreifender Abhängigkeit gelegt werden.
Es sollte uns alle sehr nachdenklich stimmen, dass die Kleingärtner Tutzings (z.B. Flächen unter gemeindlicher Hoheit wie Blumenbeete) von unserem Rat – allen voran unserem ÖDP-Bürgermeister – aufgefordert wurden, auf Pflanzengifte zu verzichten; Großabnehmer hingegen sind ausgespart. Die Gemeindeverwaltung Tutzing verzichtet seit zwei Jahren auf den Einsatz von Glyphosat (Roundup!) dort, wo sie darüber entscheiden kann.
Die TUTZINGER LISTE brachte vor über einem Jahr erste Ausführungen zu dem Versuch vieler Interessenvertreter, “Beiträge“ zu einer vermeintlich besseren Welt zu beleuchten und in der eigenen Kommune kritisch zu hinterfragen.
Die Gefahr ist keineswegs gebannt. Die Gefahren der Bodenvergiftung werden massiv heruntergespielt und die Kassenlage vieler Kommunen wird immer wieder zu der Überlegung führen, doch die Wasserwirtschaft in private Hände zu legen.
Transnationale Konzerne (wie Bechtel, Veolia, Nestle) warten nur darauf, in das höchst lukrative Geschäft mit Wasser und Abwasser einzusteigen; schließlich sind vergiftete Böden die beste und langfristige Geschäftsgrundlage! Mit Angst und Abhängigkeit ist bekanntlich gut Geschäft zu machen. Auch hier gilt wieder das gleiche Prinzip: Den Dealer werden Sie kaum noch los.
Den Hersteller und Händler mit Saatgut und Pflanzengiften und vor allem den Anwender sollten Sie sich aber genau ansehen. Dessen Wirken können Sie noch beeinflussen.
Es sind vorwiegend unsere Politiker, die die Begleiterscheinungen und damit enormen Gefahren einer hoch industrialisierten Landwirtschaft herunterspielen und sie auch noch massiv subventionieren, indem sie mit dem äußerst üblen Totschlag-Argument “Arbeitsplätze erhalten“ spielen.
Der Ihren Kindern den Stoff verkaufende Kleindealer kann angeblich nicht erwischt werden. Hier können Eltern gegebenenfalls auf ihre Kinder Einfluss nehmen, beziehungsweise Hilfe leisten.
Den – größenteils – uninformierten Politikern werden auch noch Lobbyisten zur Seite gestellt, die dafür sorgen, dass die gewählten Damen und Herren den „Stoff“ dem Volke als Heilmittel verkaufen und damit den Dealern freies Geleit zu verschaffen.
Erwachsene Brunnenvergifter (betroffen sind Wasser und Lebensmittel) in Gestalt von weltweit arbeitenden Pflanzengiftherstellern und deren Anwender sind bekannt. Unsere Bundes- und Europa-Politiker kennen nämlich diese Leute im Gegensatz zu den vielen unbekannten Kleindealern.
Sehen Sie sich bei den kommenden Wahlen einmal den Umgang unserer Politiker mit Fragen der Wasser- und Bodenvergiftung an.
Achtung! Auch wir in Tutzing sind betroffen.Die TUTZINGER LISTE kann das Thema nicht alleine lösen. Sie kann aber immer wieder den Finger auf und in die Wunde legen, bis viele Tutzing zu verstehen beginnen. Der Verbraucher muss erkennen, dass er durch Konsum bei den Billigst-Einrichtungen den heimischen, verantwortungsvoll arbeitenden Landwirten das Leben erschwert. Nichts wird nur allein dadurch besser, weil man mehr davon hat. Wir essen immer mehr mit immer weniger Qualität. So weit sind die Dealer auch beim Verbraucher schon durchgekommen.
Bedauerlicherweise ist von den lokalen Parteien zu der gesamten Angelegenheit weder zu hören noch zu lesen. Es würde uns freuen, wenn es der TUTZINGER LISTE gelänge, ein breiteres Interesse für die angesprochene Lage zu erreichen.
Der von der Bundeskanzlerin stark geförderte und immer gestützte Nachhaltigkeitsrat(1) hat mit dem plötzlichen Tod von Ulrich Beck als Mitglied der ersten Stunde des Nachhaltigkeitsrates den Transmissionsriemen in das südlichste Bundesland verloren. Bayern stellt den Agrarminister, schafft es allerdings nicht, diesen dazu zu bringen, nicht nur die Sprache der Pflanzengifthersteller zu sprechen.
Sie können eine Menge tun!
Fragen Sie als Leser dieser Zeilen den von Ihnen gewählten Politiker, wie er zu den Themen Wasser- und Bodenvergiftung steht und warum er nicht klar Flagge zeigt hinsichtlich der Folgen für Ihre Kinder. Am besten mit eingeschriebenen Brief. Denn nur wenn die gefüllte Postkiste den gewählten Politikern auf die Zehen knallt, kann es sich einstellen, dass sich als Reaktion deren Augen weiten und der Blick frei wird auf diejenigen, die ihnen die Stimme, ihr Vertrauen und einen Auftrag bei der Wahl gegeben haben.Herzlichst, GBF
Weiterführende Informationen:
(1)https://www.nachhaltigkeitsrat.de/
http://www.abgeordnetenwatch.de/Und auch:
https://de.wikipedia.org/wiki/Biodiversit%C3%A4t http://www.umweltbundesamt.de/service/green-radio/biooekonomie-kann-wirtschaft-gruen-sein
https://www.bmbf.de/de/biooekonomie-neue-konzepte-zur-nutzung-natuerlicher-ressourcen-726.html
sowie:
http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2016-09/monsanto-bayer-uebernahme-kauf-saatgut-pflanzenschutz-umweltschutz